Diagonalreifen auf dem 601?

  • Ich kann dir noch als Tipp geben, bei den Diagonalen genau auf den Luftdruck zu achten. Hast du da nach dem Motto "Ein halbes Bar mehr spart einen Liter" zu viel Luft drauf, rollen die Reifen nicht vollflächig ab und haben somit auch weniger grip.

    Wieviel Bar brauchen die denn?

    Da ich das Auto nur zum Spaß fahre, ist der Spritverbrauch zu vernachlässigen ;)

  • https://trabitechnik.com/index…=45&lang=de&page_number=1



    Runter scrollen bis "Räder und Reifen warten" und dann "Innendrücke" lesen


    Hat keine 5 Minuten gedauert zu finden und steht in jeder BA und in anderer Literatur zum Thema Trabant warten und pflegen und sollte jeder Trabantfahrer in seiner Bibliothek haben


    Ich bin letztes Jahr auch im Alltag im Sommer bei jedem Wetter mit den Diagonalreifen gefahren und war erstaunt (hatte alterstechnische Gründe der Reifen), daß das so gut ging..........


    Bin jetzt eigentlich nur wieder umgestiegen auf Radialreifen, weil der Trabi seit diesem Jahr wieder ganzjährig im Einsatz sein sollte und dementsprechende Bereifung bekommen hat..........


    Und da waren mir die Radialen vom Preis her sympathischer.......

    Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken

    Edited 2 times, last by ibart601 ().

  • Erstens das und zweitens braucht man im Alltagsbetrieb ja auch Winterreifen und da siehts diagonal schlecht aus. Die P31 haben keine "Schneeflocke" und sind damit nicht als Winterreifen anerkannt im Ernstfall. Bei großen Schneemengen habe ich außerdem die Erfahrung gemacht, daß sich die P31 (wegen der schmalen Aufstandsfläche) eher in den Schnee eingraben und festfressen und dann rutschen, als zu packen. Mit x-beliebigen Radial-WR (die ja selbst als 145er breiter sind) fährt man dagegen unproblematisch über den Schnee, ohne einzusinken.


    Aber die Winterfahreigenschaften der P31 waren ja gar nicht das Thema...


    Die P36 (und P31) aus Heidenau bin ich von 2006-2010 im Alltag gefahren und das ging völlig problemfrei. Um die 10000km im Jahr.

    Fuhren sich wesentlich besser als DDR-Reifen. Nie Aquaplaning; man konnte ggf. durch jede noch so tiefe Wasserlache durchpflügen, die schneiden sich ihren Weg frei.

    Auf Pflaster bei Nässe tendenziell beim Bremsen und anfahren eher mehr Haftung als Radiale, vmtl. weil sie so schmal sind.

    In Kurven naturgemäß weniger Seitenhalt als Radiale, dafür aber beim Erreichen der Haftgrenze absolut gutmütig. Die werden einfach immer untersteuernder und man muß nur mehr einlenken. So kann man sehr gut und flott im Grenzbereich fahren. Hatte nie den Eindruck, daß ich unnatürlich langsam fahren muß.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Ist immer wieder interessant wie altes Zeugs bessergeredet wird. Natürlich greifen die Diagonalen viel besser wie Radialreifen. Auch dürfen Reifen gern mal 10 Jahre und doppelt so alt sein, gern auch noch welche aus der DDR. Ich fahre eh nur bei Sonnenschein und nur mal ganz kurz bis zum nächsten Dorfkonsum.


    Selbstverständlich gehören an einen „originalen“ 18/20/23 PS-Trabant Simplexbremsen auf die Vorderachsen, die bremsen schließlich fast genauso gut, vielleicht sogar noch ein Deut besser und oder genauso wie die Duplex und, und, und. …


    Diejenigen die sich früher die Mühe gegeben haben ihre Pappe immer auf den aktuellsten Stand der Technik zu halten, dürften sich heute schwer wundern. Ich denke mir stillschweigend meinen Teil hierzu.

  • Eben.

    Daß ich den Eindruck hatte, daß die Heidenauer P36 bei Nässe auf Pflaster beim Anfahren besser greifen, beeide ich zur Not auch schriftlich, muß mir da nix einreden.

    Bin ab 2006 (erst im Studium, später als Arbeitsweg) immer über die gleiche Kreuzung in Halle gekommen. Schön glatt gefahrenes Blaubasaltpflaster. Während man mit Radialen da noch wellert, war ich mit Diagonalen schon lange über die Kreuzung drüber.


    Daß die Diagonalen evtl. in einigen Spezialdisziplinen auch mal was besser können als Radiale, sollte man nicht ins Lächerliche ziehen.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Selbstverständlich gehören an einen „originalen“ 18/20/23 PS-Trabant Simplexbremsen auf die Vorderachsen, die bremsen schließlich fast genauso gut, vielleicht sogar noch ein Deut besser und oder genauso wie die Duplex und, und, und. …Ich denke mir stillschweigend meinen Teil hierzu.

    Warum nur dieses Pauschalisieren, gepaart mit einer Portion Übertreibung?


    Wer an seinem End-80ziger jeden (Sicherheits)Komfort ab Werk schon dran hat......


    Die Wenigsten werden auch behaupten, dass Simplex so gut oder gar besser bremst als Duplex. Und das ganz neue Reifen, egal welches Format, besser sind als ganz alte, wird wohl kaum jemand bestreiten.


    Gleichwohl gibt es auch kein Gesetz das zum Nachrüsten verpflichtet.

    Insofern...leben und leben lassen. :)

  • Diejenigen die sich früher die Mühe gegeben haben ihre Pappe immer auf den aktuellsten Stand der Technik zu halten, dürften sich heute schwer wundern.

    Was mitunter aber daran lag, das neueres Material besser verfügbar war als das der Alttechnik.

  • Tim, nicht pauschal betrachtet. Ich habe hierzu eben eine andere Auffassung. Und ja, auch ich bin bis 1983 mit einem 23 PS-601er und Simplex auf der Vorderachse alltäglich im Stadtverkehr unterwegs gewesen, bevor ein Motorwechsel auf 26 PS erfolgte und damit verbunden auch die Umrüstung von Simplex auf Duplex. Diesen Trabi von 1965 fuhr ich übrigens bis 1988. Mein End-80ziger mit seiner Zweikreis-Bremsanlage legte nochmal eine Schippe Bremskraft drauf, gegenüber der Einkreisanlage mit Duplex. Und gegenüber Simplex mit Nichten zu vergleichen, da liegen dann schon mehrere Welten dazwischen.


    Deluxe, zahlreiche meiner Freunde und Bekannten fuhren damals auch noch die älteren P 50/60. Kurbelwellen mussten öfters gewechselt werden. Trabis waren ja keinesfalls Liebhaberstücke, sondern Alltagsgefährte. Ich wüsste nicht wer von denen damals noch „original“ mit 20 oder 23 PS unterwegs gewesen war? In unserer Trabant-Vertragswerkstatt gab es seit Mitte/Ende der 70er für Reparaturen an der Vorderachse kein Simplex-Bremszeugs mehr. Zitat: „Mit dem alten Dreck beschäftige ich mich nicht mehr. Dann such dir eine andere Werkstatt!"
    Meine persönliche Meinung: "Simplex an der Vorderachse? Im Museum ja, auf der Straße nein!"


    Mario-P50K, es war sicherlich eine Strategie von Sachsenring, dass Ersatzteile gleichfalls kompatibel für ältere Modelle und ältere Typen waren. Die Alten wären sonst Ende der 80er nicht mehr auf der Straße gewesen. Und ja, wer Beziehungen hatte konnte sich schon Extras auch für die Alten leisten. Warum in einem P 50/60 keine Krümmer-Heizung oder keine 12 Volt-Drehstrom-Anlage? War doch auch damals schon im Winter viel angenehmer. Na und bessere Bremsen im „Großstadt-Verkehr“ – für viele auch nicht schlecht.


    Auffahrunfälle mussten unbedingt vermieden werden, es gab schließlich nicht an jeder Straßenecke ein neues Auto zu kaufen!

  • Hier kannste maximal noch mit dem Kopp schütteln.

    Warum einige überhaupt noch Trabant fahren, erschließt sich mir langsam nicht mehr.

    Gibt doch so schöne Neuwagen. Die kann man etwas später bestimmt auch noch auf xyz umrüsten.

  • Meine persönliche Meinung: "Simplex an der Vorderachse? Im Museum ja, auf der Straße nein!"

    Die Meinung darfst du gerne vertreten, aber ich sehe das im Fall eines frühen Trabant P50/60 oder erste 601 etwas anders.

    So wie für dich der Originallack das nonplusultra ist, so ist es für mich das Gesamtpaket inklusive der baujahresgerechten Technik.


    Und am Ende...ja, wirst du nicht mehr viele finden, die gerade auch technisch den Auslieferungszustand haben und zwar exakt zum Baujahr passend.

    Da gibts Verrückte die sich aus mehreren Kurbelwellen eine in den Zustand regenerieren, das sie wie die ist, mit der das Auto vom Band lief.

    Oder die Kolben einbauen mit einer geschlitzten 3. Ringnut, die Beläge Simplex haben die genietet sind, die einen ungehärteten Freilauf und ein 6206 C3 auf der Abtriebswelle haben und auf den meisten Teilen noch "Made in Germany" steht.

    Und neben den veralteten Bremsen steht der Wagen dann noch auf P20 Pellen DOT 1964.......tödlich sage ich dir. :P


    Und ja, gerade weil damals so gut wie alle aufgerüstet haben findet man heute wenig bis garnichts mehr.


    Und genau das macht es für mich auch so spannend und darin besteht auch der Reiz.

    Auch wenn es noch andauert, dereinst ist der 1964 601 mal fertig und dann wird es technisch keinen Zweiten geben, der alles so hat wie es sein muss inklusive das die meisten Teile auch auf den Monat genau stimmen. 8)


    Was haben wir davon wenn man alle alten Trabant auf die modernste Technik umrüstet? Wo liegt denn da der Reiz am Oldtimer?

    Dann könnte ich mich auch gleich auf ab 1988er spezialisieren, die all das haben was du nachgerüstet zum Betrieb sehen willst Charlie.

  • Tim, ich akzeptiere deine Meinung. Du hast es schon richtig formuliert:


    … Und ja, gerade weil damals so gut wie alle aufgerüstet haben findet man heute wenig bis gar nichts mehr. …


    Das war die damalige Zeit! Aus Mangel an Alternativen in Form von Neuwagen. Es wurden halt zu wenig produziert. Aus heutiger Sicht hatten diese P 50/60 und frühen P 601 das drei- bis vierfache Leben.


    Nun kommt mein persönliches Kulturverständnis im Widerspruch zu eurem hinzu:
    Ich sehe in diesen ständig modernisierten Unikaten, die tatsächlichen Zeitzeugen des damaligen Straßenverkehrs. Sie rollten und rollten, manche davon drei Jahrzehnte – und einige wenige jetzt immer noch.


    Selbstverständlich akzeptiere ich deine Meinung zur Werksoriginalität. Perspektiven und Blickwinkel sollten aber allem Gerecht werden, der Idealität (die gewünschte Form) aber auch der Realität (die wirkliche Form). Eine intakte Technik vorausgesetzt, erinnere ich mich an die Worte meines Fahrlehrers: „Lenkung, Reifen, Bremsen ...“ Mehr zum Thema ist von mir hier ausdrücklich nicht gewollt.

  • Das ist eine schon immer dagewesene Diskussion, dass natürlich auch die "verbastelten" Zeitzeugen ihre Daseinsberechtigung haben und im Grunde genau das zeigen wie es gelebt wurde.


    Aber...ich für meinen Teil akzeptiere alle Formen, vom originalen P50 bis zum 1.1 mit 300 PS.

    Insofern hat die Kultur für mich viele Facetten und die enden auch nicht 1989.


    Unbestreitbar ist aber auch, dass es jene Fahrzeugbesitzer schon zu DDR Zeiten gab, die ihre Trabant nicht um jeden Preis modifiziert haben und schon damals Wert auf einen Originalzustand legten. Zum Glück.....den sonst hätten wir davon heute parktisch garkeine mehr. Aber es gibt sie und das ist auch gut so.

  • Mehr zum Thema ist von mir hier ausdrücklich nicht gewollt.



    Dafür kommt es a: immer wieder und ist b: nicht laut genug erklärt....



    Die eigenen Meinung abwerfen und dann verkrümeln?


    Du kannst doch sowieso nicht stillhalten - jetzt weniger denn je....




    Und jetzt mal die Hosen runter: wann war deine letzte Fahrt mit einer Simplexbremse? Im direkten Vergleich mit Duplex?


    Hat die Erfahrung ggf. schon ein H-Kennzeichen?



    Den 88er bekommen - und dann aus den Augen, aus dem Sinn?




    PS: auch du hast vor Jahren schon das Ende des Originallacks besiegelt - u.a. im Motorraum... ;)

  • Die Güte des Erinnerns an Erfahrungen von Charlie kann man schon daran abschätzen, wenn er erzählt, wieviel besser doch die Zweikreis-Bremsanlage im Vergleich zu Einkreis gebremst hat.


    Den Rest schenkt man sich dann ganz einfach.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Dafür kommt es a: immer wieder und ist b: nicht laut genug erklärt....

    PS: auch du hast vor Jahren schon das Ende des Originallacks besiegelt - u.a. im Motorraum... ;)


    Immer wieder? Bestimmt habe ich meine Meinung zum Thema Bremsen, Reifen, Originalität auch schon in früheren Beiträgen, hier im Pappenforum und auch im Trabantforum, ähnlich formuliert. Auch hat sich meine persönliche Meinung zum Rückbau auf Werksoriginal nicht geändert. Was soll ich da „lauter“ formulieren? Und warum auch?


    Mein letzter Vergleich: Simplex zu Duplex? Oben bereits genannt (#29), 1983 nach Motorwechsel von 23 auf 26 PS an einer P 601 Limousine (BJ 1965).



    Foto 1: Parkplatz am Dresdner Fernsehturm 1975. Der ist noch mit Simplex und 23 PS (bis 1983).


    Meine jetzige 1988er Limousine:

    Erstzulassung: 19.07.1988

    P 601 Sonderwunsch, Modell 88

    Kilometerstand rund 104.000 km


    1988 (rund 1.000 km)

    Neulackierung kompletter Fahrzeuginnenboden als Garantieleistung (Defekter Hauptbremszylinder pumpte Bremsflüssigkeit in den Fahrgastinnenraum.)



    Foto 2: Nagelneuer Panamagrüner im Urlaub 1988.


    2000 (66.385 km)

    Neue Kurbelwelle


    2000 (rund 69.000 km)

    1. Innenteillackierung im Motorraum (Radhaus vorn links, Radhaus vorn rechts und Stirnwand).

    2. Außenteillackierung (Profilstoßstange vorn,. Profilstoßstange hinten, 1 Paar Frontscheinwerfer Lampenringe, 1 Paar Rückleuchten Lampenträger.



    Foto 3: Berlin untern Linden 2003. Die längste Trabi-Käfer-Schlange der Welt.


    Den Rest schenkt man sich dann ganz einfach.

    So sehe ich das auch.

  • Foto 3: Berlin untern Linden 2003. Die längste Trabi-Käfer-Schlange der Welt.

    Da hätte ich auch eins im Angebot, etwas mehr Chrom und Radial :P


  • Da gibts Leute, die fahren Ford T. Der hat ne mechanische Hinterradbremse, das wars. Oder zum Beispiel Fahrrad, das ist auch gefährlich...

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.