Der Abschiedsthread

  • Ich schrieb "Entwürfe ZUM 353", was ist daran verkehrt? :/ Postum muss dieser Disput ja nun nicht auch noch vertieft werden, schon gar nicht an dieser Stelle und un diesen traurigen Zus.hang...

  • Der "Disput" dreht sich seit langer Zeit darum, daß Prof. Dietel den Wartburg 353 irgendwann als seine gestalterische Schöpfung betrachtete und das auch mehrfach und immer wieder medienwirksam vertrat. Die Medien selbst hinterfragten das nie. Weder in der DDR noch später.

    Die Akten sind diesbezüglich aber eindeutig, incl. Briefen, die Dietel selbst geschrieben hat. Der 353 ist ein Werk des Formgestalters Hans Fleischer.


    Das ändert aber überhaupt nichts an den Verdiensten Clauss Dietels. Und auch nichts daran, daß sein Tod ein erheblicher Verlust ist.

  • Und trotzdem ist es wichtig, dass das einmal klargestellt wird - wenn man nicht aufpasst, bestimmt der letzte Übriggebliebene, wem was zugerechnet wird.


    Eine klare Positionierung zu seiner "Zuarbeit" bzw. der Rückzug von der Gesamtgestaltung kam erst, als alle Fakten auf den Tisch lagen.


    Das ist schade, gerade in Anbetracht der vielen guten Dinge, die zweifelsfrei seiner Feder entsprungen sind.


    Keine besonders gute menschliche Eigenschaft.....

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


    www.trabant-original.de

    Einmal editiert, zuletzt von Mossi ()

  • Professor Dietel war eine Person der Zeitgeschichte - eine streitbare dazu. Sein Tod ist höchst bedauerlich, aber dennoch wird es auch zukünftig bestimmte Debatten zu seiner Person geben und geben dürfen. Davon bin ich fest überzeugt.


    Und ganz unabhängig davon:

    Ich glaube fest daran, daß niemand in seinem Leben nur gut oder nur schlecht ist. Davon ausgehend, wird auch niemand durch seinen Tod nur gut - oder nur schlecht, je nach Sichtweise. Insofern ist eine Diskussion sicher auch immer dann möglich, wenn der Protagonist nicht mehr unter den Lebenden weilt.

  • Steht es doch, er ist erst gestorben - dann gab es ein entsprechendes Nachwort.


    Pietätlos? Dass es eine Frage der Perspektive, aus Sicht von Hans Fleischer vermutlich nicht unbedingt....


    PS: gibt es eigentlich eine geregelte und konkret benannte Pause für Diskussionen nach dem Tod? Ich frage für einen Freund....

  • Sagt Eurem Freund: 1 Woche wäre sicherlich angemessen. ;)


    Das Problem ist weniger die Zeit, sondern vielmehr der konkrete Ort (der sich 'Abschiedsthread' nennt).

  • Noch'n Nachruf...

    (Vom Verkehrsmuseum Dresden herausgegeben...)


    "Am vergangenen Sonntag ist Karl Clauss Dietel (* 10. Oktober 1934 in Reinholdshain; † 2. Januar 2022 in Chemnitz) gestorben. Er gilt als einflussreichster Form- und Produktgestalter der DDR. Auf seine Entwürfe gehen der Wartburg 353, mehrere für Lkw wie der Robur O 611 (Prototyp), die Mokickreihe Simson S 50/51, der Roller SR 50 und die MZ ETZ 125 aber auch Alltagsgegenstände wie die Schreibmaschine "Erika", Radios und Sitzbänke zurück.

    Leitgedanke der Entwürfe Dietels war das sogenannte "offene Prinzip", wonach die Produkte variabel aufbaubar, einfach zu reparieren und umzubauen sein sollten.

    Als erster ostdeutscher Gestalter erhielt Dietel 2014 den Bundesdesignpreis für sein Lebenswerk.

    Wir hatten das große Glück, 2017 für eine Ausstellung zu MZ-Motorrädern mit ihm zusammenzuarbeiten. Und auch unsere kommende Ausstellung "Generation Simson. Mit 50 Kubik' auf der Überholspur" wäre ohne die von Herrn Dietel gestalteten Maschinen wie dem S 50 und dem SR 50 nicht komplett.

    Sein Design wird bleiben."

  • Wie heute bekannt wurde, ist Sir Sidney Poitier gestern im Alter von 94 Jahren, kurz vor seinem 95 Geburtstag gestorben.


    Meine besonderen Filmempfehlungen:
    Flucht in Ketten (mit Tony Curtis)

    Zwischenfall im Atlantik
    In der Hitze der Nacht
    Sneakers - Die Lautlosen (mit Robert Redford, Ben Kingsley, Dan Aykroyd, James Earl Jones...)
    Der Schakal (mit Bruce Willis, Richard Gere)

  • Der Mann hat echt Filmgeschichte geschrieben, hab ihn immer gerne gesehen (was man ja zum Glück auch weiterhin kann. Das 'ewige Filmleben', der Vorteil der Filmschauspielergilde. Wenn's dann sogar noch überwiegend gute Filme waren...).

  • Ich fand "In der Hitze der Nacht" am stärksten! :thumbup: (auch die spätere TV-Serie war nicht schlecht, aber da war wohl nur noch der Sheriff "echt", soweit ich mich erinnere... :/)

  • Ich kenne noch die erste Fortsetzung "Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs". Zumindest der ist noch mit Sidney Poitier und hat mir sehr gut gefallen. Die zweite Fortsetzung "Die Organisation" habe ich nicht gesehen.