Kupplung richtig einbauen

  • Hallo liebe Trabantfreunde,


    Ich habe leider ein Problem mit meinem 77er 601er.

    Das Fahrzeug stand viele, viele Jahre und nachdem ich Ihn technisch wiederbelebt habe war es Zeit für die erste Probefahrt. Leider musste ich festellen das die Kupplung im 3 und 4 gang rutscht. Nach einigem Lesen im Forum und einigen Tips hab ich es dann versucht mit einer neuen Scheibe und einen anderen aber gebrauchten Automat mit Bandmitnahme (DDR). Leider ohne Erfolg. Alles wieder raus und mit der alten Scheibe probiert. Gleicher Effekt. Pedalspiel, Bautenzugeinstellung und Ausrücklager sind ok. Nun hab ich noch mal einen neuen Automat bestellt und mit der neuen Scheibe zusammen eingebaut aber hier zieht es den Automat schon extrem nach innen so das man ihn mit der Hand nicht mehr drücken kann. Ist das normal? Als Anhang mal ein Bild von dem eingebauten und dem entspannten Automat.


    Grüße Silvio

  • Das er sich nach innen zieht ist normal und muss so sein. Wichtig ist, dass die Schwungscheibe nicht verschlissen ist. Das Mass neu Zwischen Auflagefläche Automat und Reibfläche Scheibe muss 19mm sein. Wenn das z.B. schon 20mm hat kannst du noch so neue Kupplungen einbauen und es wird schleifen.

    Wenn die Scheibe dort 19 oder 19,5 hat, sollte jede neue Kupplung funktionieren.

  • Hab heute eine Probefahrt gemacht aber es wird bei jedem mal schlimmer. Jetzt schleift sie schon im 1 und 2 Gang. Das Maß 19mm hatte ich schon kontrolliert und passt perfekt. Pedalspiel hab ich bestimmt eher 3-4cm statt 2 und trotzdem schleift die Kupplung. Hab mich mal 20km damit gequält aber brachte nur geringe Verbesserung. Die Kupplungsscheibe ist ca. 6,5mm stark, das sollte ja auch ok sein. Weiß jetzt eigentlich nicht was ich noch ändern könnte. Ich kann in jedem Gang anfahren und die Kupplung sofort loslassen ohne das der Motor aus geht aber mehr wie 60km/h waren nicht drin.

    Noch jemand eine Idee?

  • Prüfe mal, ob die Einstellmutter am Kupplungsbowdenzug direkt am Betätigungshebel des Getriebes anliegt? Wenn ja, dann stimmt das Pedalspiel nicht. Wenn sich der Betätigungshebel etwa 2 mm bewegen lässt, sollte das Spiel passen und alles funktionieren.


    Wie sah der Graphitring aus? Waren sie Schrägen als Verschleißindikator noch vorhanden!?

  • Was hast du den für Scheiben? Ganz sicher das der Belag nicht verölt ist?

    Kannst du den Automaten wenn er auf der Scheibe festgeschraubt ist mit dem Handballen drücken und hat dann auch Weg?

  • Der Bautenzug hat bestimmt 10mm Spiel und das Pedal ca 3-4cm, also eher zu viel. Die Scheibe war neu und ich habe sie vor dem Einbau noch Mal mit Bremsenreiniger gesäubert. Den Automat kann man wie im ersten Beitrag geschrieben mit der Hand nur noch 2-3 mm rein drücken. Das war ja das was mir komisch vor kam. Kann ja so eigentlich nicht richtig arbeiten.

  • Ja...alles klar. Nimm mal eine Scheibe mit anständigem Belag und nicht diese ungarischen gepreßten Kuhfladen. Dann wirds auch funktionieren.....

  • Ist denn die Schwungscheibe noch richtig fest auf der Kurbelwelle?

    Stimmt das ist so eine Ungarn Scheibe, die Auswurfnuten sind nett gemeint aber der Belag taugt wenig.

    Ein Oldtimer ist wie die Freundin Deines besten Freundes, Du kannst Sie ansehen, ja bewundern aber bitte nicht berühren!

    Edited once, last by oldtimerfreund ().

  • welches wäre denn ne bessere Scheibe? Ich habe noch die alte Scheibe aber geht das mit dem Belag aufnieten ohne die richtige Technik?

  • DDR Scheiben neu sind immer besser. Zu kaufen gibts die meist über Kleinanzeigen, also privat.

    Die von Sachs sind auch gut aber in der Regel nur als starre Scheibe zu finden (das fährt sich ruppiger an).


    Man kann so einen Belag selber aufnieten, aber ein paar passende "Werkzeuge" sollte man schon haben.

    Für die Hohlnieten gibts speziell geformte Döpper(Kopfmacher), aber es geht auch auch ohne mit einem Körner und Durchtreiber. Wird dann halt nicht so schön, aber funktional wirds sein.


    Wenn du noch einen Schuster in der Nähe hast, dann hat der solche Werkzeuge für Hohlniete sicher, ebenso wie eine Presse.


    Hast du eine alte gefederte DDR Scheibe sowie Nieten und neue Beläge?

  • Für €7,- habe ich Belage aufnieten lassen.

    So eine 'Ungarnscheibe' habe ich auch mal drinne gehabt. Später noch mal nachgefragt bei Scancar in ESA, wo das Unding her kam (Italien) denn nach etwa 1400 km waren von den 6 dünne Feder fünf gebrochen.

  • Das mit der Kupplung scheint sich wohl neuerdings zum Thema auszuweiten.

    der Schwiegersohn hat letzten Monat seinen 600 der ter Neuaufbau zugelassen vorher natürlich ne "Neue" Kupplungsscheibe vom Händler in Chemnitz besorgt und eingebaut.

    Nach ner Fahrt durchs Erzgebirge, "Rutschkupplung".

    Scheibe raus, der Monteur sagte nur, "so ne Scheibe aus gepresster Kuhscheiße bau ich nicht wieder ein"

    Jetzt haben wir DDR neue Kupplungsbeläge zum Aufnieten versorgt.

    Die "alte" neue Scheibe geht natürlich zurück.

    Mal sehen, was dabei rauskommt.

    Ich berichte.

    Die Scheibe war ne gefederte, das Material sieht schwarz aus.

  • Hab heute eine Probefahrt gemacht aber es wird bei jedem mal schlimmer. Jetzt schleift sie schon im 1 und 2 Gang. Das Maß 19mm hatte ich schon kontrolliert und passt perfekt. Pedalspiel hab ich bestimmt eher 3-4cm statt 2 und trotzdem schleift die Kupplung. Hab mich mal 20km damit gequält aber brachte nur geringe Verbesserung. Die Kupplungsscheibe ist ca. 6,5mm stark, das sollte ja auch ok sein. Weiß jetzt eigentlich nicht was ich noch ändern könnte. Ich kann in jedem Gang anfahren und die Kupplung sofort loslassen ohne das der Motor aus geht aber mehr wie 60km/h waren nicht drin.

    Noch jemand eine Idee?

    Sind 6,5mm Stärke nicht ein bisschen viel? Auf dem einen Bild sieht man auch, daß der Automat schon "überstülpt" ist.

  • siko ,

    Das Bild, was du da reingestellt hast(Beitrag 6), ist das deine Scheibe, um die es bei dir geht? Die sieht mir genau so aus wie die vom Schwiegersohn,(mit diesen "schönen" Kupfernieten) Deine Scheibe im Beitrag 12 ist aber auch nicht mehr sooo taufrisch, Das wird auf 7 Uhr und 9 Uhr wohl sehr deutlich.

    Die DDR "original" Kupplungsbeläge sind übrigens 2,6 mm stark und mit "P" geprägt aus Coswig(bei Dresden).

    Hatte mich vorhin verschrieben, muss 2,6mm sein

  • Sind 6,5mm Stärke nicht ein bisschen viel?

    Das wäre etwa das obere Limit. Hier hatte ich mal gezeigt wie dick die Scheiben/Beläge sind.


    Tim
  • Ich hab es mit der Scheibe mit den Schlitzen probiert und auch mit der die so ne Art Lamellenprofil auf der Oberfläche hat. Der Automat ist mit der 6,5mm Scheibe meiner Meinung nach schon überstülpt und arbeitet deswegen nicht so richtig. Wenn die original Beläge 2,6mm sind, dann das auf beiden Seiten und noch 1-1,5mm für die Scheibe ist man auch bei 6-6,5mm gesamt oder sehe ich das falsch.

  • Ich hatte es auch schon mit einer DDR Scheibe probiert, allerdings gebraucht. Leider mit dem gleichen Ergebnis. Die Schwungscheibe wollte ich nur ungern abbauen. Kann ich irgendwie kontrollieren ob die locker ist?

    Wenn die wirklich locker wäre und nicht mehr fest auf dem Konus säße, wäre Deine rutschende Kupplung definitiv das geringere Problem. ;)

  • Hab soeben eine neue Scheibe gemessen, welche nur 5,5mm ist.

  • Wenn die original Beläge 2,6mm sind, dann das auf beiden Seiten und noch 1-1,5mm für die Scheibe ist man auch bei 6-6,5mm gesamt oder sehe ich das falsch.

    Klick einfach auf das: RE Verschleiß...

    in meinem Beitrag drauf, dass ist ein Link und da steht alles mit Bildern. ;)


    Hab soeben eine neue Scheibe gemessen, welche nur 5,5mm ist.

    Dito......

    5,5 wäre für DDR neu etwas zu dünn. Die sehen manchmal ja noch neu aus, sind aber schon kurz gelaufen. 2,6+2,6+0,6 sind min. 5,8 für DDR neu.

    Edited 3 times, last by Tim ().