Bremsprobleme

  • Der obere RBZ auf der linken Seite war undicht.

  • Ich häng mich mal hier ran.

    Fahrzeug zog beim Bremsen seit geraumer Zeit nach rechts. Dachte erst, die VA ist es und habe dort alles auf Neuzustand gebracht, aber das hatte keinen Einfluß. Eindeutig ist es so, daß rechts vorne stärker bremst als links vorne. Wird rechts auch deutlich wärmer beim Bremsen und auch die Beläge sind mehr verschlissen.


    Was ich schon geprüft habe:

    • Nachsteller sind richtig montiert und gängig
    • Trommeln haben den gleichen Durchmesser und sind beides DDR-Teile
    • Zylinder sind dicht
    • Zylinder links-rechts korrekt zugeordnet
    • Zylinder freigängig
    • korrekt entlüftet
    • alles freigängig, wenn nicht gebremst wird

    Zylinder sind von Brembo, Backen von ATE.

    Ehrlich gesagt habe ich auch keine großen Ambitionen, Teile rauszuwerfen und wild zu tauschen, weil ich den Fehler lieber finden würde, als nur zu tauschen. Allerdings weiß ich nicht mehr, wonach ich schauen könnte. Bliebe ja fast nur noch ein Formfehler an den Teilen.


    Bremsschläuche würde ich ausschließen, weil die Bremse korrekt frei gibt. Oder ist da ein Phänomen bekannt, daß Schläuche auch den Bremsdruck reduzieren können?

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Hallo Gunnar,

    wenn das genannte alles korrekt ist, tausche (temporär) die Trommeln bzw. danach die Beläge rechts nach links untereinander aus. Sobald der Fehler mitwandert ist die Ursache klar. Wenn der Fehler nicht mitwandern will, dann ist es die Betätigungsmechanik (Bremszylinder, Nachsteller etc.).

    Wenn du mit System vorgehst, bekommst du den Fehler auf diese Weise heraus.


    PS: Zugequollene Bremsschläuche sorgen für ein verzögertes ansprechen und ein verzögertes lösen der Bremse. Das hatte ich schonmal früher, so einen Fall (Westblech).


    Viel Erfolg!

  • In einem geschlossenen System ist Gesamtdruck stets gleich hoch.

    Sollte sich ein Bremsschlauch erheblich aufblähen, wird der dynamische Druck erhöht und der statische reduziert.

    Insofern besteht die theoretische Möglichkeit, dass die in den Radbremszylindern entwickelte Kraft auf einer Seite geringer wird. Unter Laborbedingungen dürfte das nachweisbar sein.

    Auch weil das Leitungssystem überschaubar kurz ist, würde ich die Ursache doch eher woanders suchen. Aber Du kannst gern eine(n) Helfer(in) bitten, auf die Bremse zu treten und fühlst dabei die Ausdehnung der Bremsschläuche.

  • Nicht nur unter Laborbedingungen. Die Seite mit Verengung bremst deutlich später und das Fzg zieht entsprechend zur Seite. Das verzögerte Lösen ist mir im Fahrbetrieb noch nicht aufgefallen, wohl aber beim Anfahren am Berg. Etwa so wie "AutoHold".

  • Also lösen tut alles zuverlässig, von daher dürfte es der Schlauch nicht sein.

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  • Versuche mal, rauszufinden ob es einen Unterschied gibt, wenn du die Bremse langsam oder schnell betätigst.

    Bei Seb seinem Trabi hatten wir mal eine ganze Nacht durchgeschraubt und schlussendlich war es ein Bremsschlauch...

  • Gunnar : Ein ähnliches Problem hat mich vor zwei, drei Jahren auch zur Verzweiflung gebracht. Neben Billig-RBZ, die ich mittlerweile nicht mehr verwende, waren letztendlich die Belege das Problem. Sie verglasten innerhalb kurzer Zeit. TW hat dann nochmal ein höher wertiges Produkt nachgeschoben, nachdem es massenhaft Beschwerden gab. Die habe ich drin und die funktionieren nun nach 2 Saisons optimal. Du hast ja aber schon die ATE-Varianten verbaut, die mMn qualitativ gut sind. Wie lange fährst Du die Konfiguration denn schon?

  • etwa 8000km

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  • Es waren anscheinend die Beläge.


    Hier die Beläge von der Seite, zu der er beim Bremsen gezogen hat:


    Und hier die andere Seite:


    Die Beläge der schwächer bremsenden Seite glänzen bei seitlicher Betrachtung mehr, vermute also, daß das so was wie Verglasung sein könnte. Auch das Tragbild ist auf der Seite schlechter, von den Farbschattierungen gar nicht zu reden.


    Schade, hatte gehofft, ATE bewährt sich besser.


    Hab jetzt einen Satz von LPR verbaut, weil Deluxe vor einiger Zeit mal in einem anderen Thema positive Erfahrungen geäußert hatte. Da hatte ich mir den schon besorgt und auf Seite gelegt. 3...4 scharfe Probebremsungen und der Wagen bleibt gut in der Spur.


    Im direkten Vergleich sind die ATE und auch die Cosid-Beläge, die man so bekommt ziemlich hart mit vielen sichtbaren Metallbestandteilen. Die von LPR sind dagegen regelrecht weich. Werde berichten, wie die sich schlagen.


    Für den Simplex-66er hatte ich mir vor Jahren mal in Reichenbach Bremsbacken neu belegen lassen und extra einen weichen Belag verlangt, der sich auch wirklich richtig weich anfühlte. Der zeichnete sich dann in der Praxis durch gute Bremswirkung bei wirklich moderater Pedalkraft aus und hatte trotzdem eine wahnsinnige Lebensdauer. Die Backen fahre ich immer noch, haben schon über 100000km runter.


    Vielleicht harmonieren weiche Beläge ja besser als harte mit der Trabantbremse?

    DDR-Beläge, sind die auch ziemlich hart? (so aus der Erinnerung würde ich ja sagen, bin ewig keine mehr gefahren)

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  • Ich fahre nur DDR rote Beläge.......es gibt keine besseren!


    Scharfe Probremsung bei neuen Belägen sollte man vermeiden, denn genau dadurch verglasen sie 😉

  • Unterschreibe ich bei harten Belägen, die weichen juckt das eher nicht. Die ATE sind die ersten Beläge seit 16 Jahren, die nun (vmtl) verglast sind, und das ohne Bremsproben nach dem Einbau...

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