Trabant für die BRD

  • Hallo, ich habe mir ein Westtrabant gekauft. Das ist ein Trabbi der für den Export in die BRD hergestellt wurde. Erkennbar an der Ausstattung die es so in der DDR nicht gab. <br>
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    Jetzt meine Frage: gibt es für diese Fahrzeuge einen Namen und sind die mehr Wert bei vergleichbaren gleichen Zustand?

  • Aber natürlich. Das sind die Fahrzeuge, die mit dem schmissigen Wort "Genex" gehandelt werden und mindestens das doppelte wert sind.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Das gabs nur mit Aufpreis :D

    Viele Menschen wurden dazu erzogen, nicht mit vollem Mund zu sprechen. Aber sie scheuen sich nicht, es mit leerem Kopf zu tun (Orson Welles)

  • auf die Sonderausstattung bin ich aber sehr gespannt , wenn dér CD Player und umklappbare Rücksitze sowie elektrische Fensterheber hat............ (extra für BRD):P

  • Soo, jetzt sind wir alle lieb und hören auf den Neuen zu ärgern.


    Genex ist soweit schonmal richtig.


    Kannst du Erstzulassung in der BRD nachweisen? Kaufvertrag? Papiere der Erstzulassung? Bilder wären hilfreich.

    Mich würde die andere Innenausstattung schon interessieren.


    Den Wert ermittelt man anhand des Zustandes. Wenn du lückenlos nachweisen kannst, dass es ein Export/ Genex Modell ist, wäre es möglich, dass dies wertsteigernd ist.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • War fur die export modelle kein 1 drin wie hier?!?


  • War das wirklich moglich na 3 monate ein Trabant abholen?!?



  • Verchromte Lenkradblende?


    Wenn ich das Ding von Lenkrad sehe... :D


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • verchromte Lenkradblende zum Beispiel

    Das wird sich jmd selbst gebaut haben. Es ist kein Beweis für Genex.

    Die Innenausstattung sieht auch ganz normal aus.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • Jetzt zieht den Burschen doch nicht dauernd auf. Also in aller Kürze: Die DDR war wegen fehlender Konvertibilität ihrer Währung auf dem Weltmarkt darauf angewiesen, Devisen, also weltmarktkonvertible Währungen, zu erwirtschaften, um all' diejenigen Güter, die sie zwar benötigte, jedoch im System des RGW nicht oder nicht ausreichend beschaffen konnte, im "Westen" einkaufen zu können. Ein Weg war natürlich der direkte Export eigener Erzeugnisse in das NSW, sprich: Das nicht sozialistische Wirtschaftsgebiet. Ein schönes Beispiel ist das Handrührgerät RG28, das haben wir im "Westen" bei Quelle mit "privileg"- statt "RG28" Aufkleber gekauft. Überhaupt war ein großer Teil der Erzeugnisse, die es bei Quelle oder Neckermann gab, in der DDR hergestellt. In den 1960er Jahren wurden auch noch PKW Trabant in die BRD ausgeführt, aber wegen der strengeren Abgasauflagen wurde es für die DDR immer schwieriger, ihre technisch veralteten PKW im "Westen" zu verkaufen. Wenn Du nun wirklich so ein Fahrzeug hättest, bei dem über den Brief nachweisbar wäre, daß es direkt in die BRD exportiert wurde, dann wäre das etwas sehr seltenes. Glaube ich aber kaum. Und da kommen wir zum zweiten Modell der Devisengewinnung, der Firma GENEX. Die hatte den Zweck, daß DDR- Bürger, die Zugriff auf Devisen hatten, DDR- Produkte, die schwer oder nur nach langen Wartezeiten zu bekommen waren, "einfach so" kaufen konnten. Ein Beispiel: Anfang der 1980er Jahre starb eine Cousine meines Opas kinderlos und ohne Testament. Ein Anteil des Erbes entfiel auf Verwandte in der DDR. Die haben dann einen Lada mit dem Geld ohne Wartezeit kaufen können, den mein Opa für sie bei Genex bestellt und mit ihrem in der BRD liegenden Geld bezahlt hatte. Natürlich hätten die auch die DM in M umtauschen können, aber da wären sie ja blöd gewesen. Die Produkte waren aber genau dieselben Autos und Farbfernseher usw., die es auch in der DDR gab, nur halt ohne große Warterei, siehe obigen Beleg. Der Mythos, daß Genex- Fahrzeuge irgendwas besonderes hatten, ist sicher erst nach der "Wende" aufgekommen. Das war ja gar nicht nötig, denn allein die Verkürzung der Wartezeit war schon enorm viel wert, zumal man seine eigene PKW- Bestellung dann auch noch teuer verkaufen konnte...

    Edit: Hier gibts sogar den Katalog von 1986 zum runterladen. Ob Joguretten in der BRD allerdings mehr als 1,60 gekostet haben, weiß ich leider nicht...

    http://media9.info/ddr-shop.html

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Edited 2 times, last by Marlene ().

  • Genex war ein Geschenkdienst für Bürger der Bundesrepublik, um DDR-Bürgern bequem Komsumgüter zukommen zu lassen. Die DDR-Bürger selbst konnten im Intershop einkaufen. (Mit DM und später mit Forum-Schecks.) Ausnahmen waren Guthaben bei Banken im Westen von DDR-Bürgern.

    Genex hat nichts in die Bundesrepublik geliefert.

    Das Gütezeichen "1" (später: "Q") hat damit rein garnichts zu tun. Es bezeichnetete die Produktqualität im Vergleich zum Weltmarkt.

  • Dann zeig doch mal ein Foto auf dem das zu sehen ist.

    Aus welchem Baujahr ist der eigentlich? Irgendwas um 1980 meine ich. Gab es da überhaupt noch einen direkten Export dahin?

  • Wieder mal ein Thread voller Mythen und Märchen.


    Genex ist soweit schonmal richtig.

    Nein - Genex ist soweit schonmal grundfalsch.

    Weil Genex und Export nichts, aber auch absolut nichts miteinander zu tun haben.

    Natürlich waren im Genex-Katalog bis 1990 auch Trabanten enthalten. Nur hat das absolut nichts mit Trabant-Export in die BRD zu tun. Hier werden zwei Dinge miteinander vermischt, die miteinander nichts zu tun haben.


    Die Genex Geschenkdienst GmbH und die Jauerfood AG waren das eine. Firmen, die im westlichen Ausland ihren Sitz hatten, aber zur Schattenwirtschaft des Alexander Schalck-Golodkowski gehörten. Dem obersten Devisenbeschaffer der DDR.

    Der Außenhandel der DDR war etwas völlig anderes.


    Des weiteren ist anzumerken, daß es keine Genex-Ausstattungen gab. Das waren alles ganz normale Serienfahrzeuge, die zu keinem Zeitpunkt irgendwas mit "Westen" zu tun hatten. Die wurden lediglich mit Westgeld bezahlt, haben die DDR aber nie verlassen.

    Aber das hatten wir schon öfter.


    Detaillierte Fakten zu diesem ganzen Themenkomplex (Genex, Westfahrzeuge im Osten usw.) wird es übrigens in den 79oktan-Ausgaben 3/2018 auf 10 Seiten und 1/2019 auf weiteren 8 Seiten geben. Autor ist ein Fachmann, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der Materie beschäftigt und der u.a. auch mit all den Legenden aufräumt. ;)

  • Bilder wären aber trotzdem nicht schlecht , sonst fischen wir hier weiter im trüben:blabla:

  • Ja natürlich sind Trabanten da drin, im GENEX - Katalog. Aber wie V603 weiter oben überaus zutreffend schrieb, als Geschenkware für DDR-Bürger, und nur für jene!!! Der Export von Sachsenring-Fahrzeugen der Marke Trabant in die BRD erfolgte nur für die ersten 601-Baujahre in den 60ern, danach nicht mehr. Nochmal: GENEX hat mit Westexport nichts, aber auch garnichts zu tun!

    Jawohl, Sie haben richtig gehört! Wir machen Hausbesuche! Selbstverständlich ohne langwierige vorherige Terminabsprache! Wir kommen auch zu Ihnen! Stets zu Diensten...Ihre Steuerfahndung! :grinsi: