Rostschäden behandeln - Weiterrosten verhindern

  • Hallo Allerseits,


    da es sich hier um KFZ allgemein dreht, habe ich das Thema im Off-Topic-Bereich eingestellt.


    Es geht um meinen Ford Focus 2. Generation, welcher anfängt, am Schweller vorn und hinten sowie den vorderen Kotflügeln im unteren Bereich Rost anzusetzen. Der Lack bekommt Blasen oder man sieht die "braune Pest" schon von außen.

    Da die Stellen nicht im direkten Sichtbereich liegen, ist aus optischer Sicht eine lokale "Heimwerker"-Behandlung in Ordnung.


    Leider sind alle Anstrengungen, das Rosten einzudämmen, bisher vergebens gewesen. Folgendes habe ich nun schon mehrfach versucht:

    - Warten auf min. 15°C Außentemperatur

    - Abschleifen der betroffenen Stellen mittels "Negerkeks" bis aufs blanke Blech

    - Gründliche Reinigung / Entfettung mittels Bremsenreiniger und anschließend Silikonentferner

    - Aufsprühen oder -pinseln einer Rostschutz-Grundierung; bisher mehrere Sprays und Dosen ausprobiert (alles 1K)

    - 2-3 Schichten

    - Aushärten lassen, Aufsprühen des Decklackes gemäß meiner Wagenfarbe (1K Silber metallic) 2 Schichten

    - Nach 30 Minuten aufsprühen von Klarlack (1K)

    - Aushärten lassen, polieren / wachsen



    Im Ergebnis zeigen sich nach max. 1 Monat schon wieder die ersten Blasen oder rostige Stellen unter der Reparatur. Was kann ich tun, damit das dauerhaft nicht mehr passiert? Benötige ich z.B. zwingend ein 2K-Lacksystem?



    Über Tips würde ich mich sehr freuen!

    Grüße

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Mit deinem "Negerkeks" entfernst du nur den Oberflächiger Rost, die Rostporen im Blech bleiben und wenn du da mit so einem billigen Spraydosenzeug nur drüber gehst, bildet sich ebend neuer Rost.

    Sandstrahlen ist gründlicher und rauht die Oberfläche auf, das die Grundierung besser haftet

  • Zwischen Reinigen und Rostschutzgrundierung wäre eine Behandlung (pinseln) mit einem Rostumwandler wie Fertan eine Möglichkeit. Das erreicht den Rost auch an die tieferen Stellen. Der chemische Prozeß braucht jedoch 24 Stunden. Lies dich vorher ein ob es auch für dich was ist. Fertan hat Fans und Feinde.

  • Vorne mal die Plasteradschale innen abgehabt? Das ist eine Fehlkonstruktion bei fast allen Herstellern. Los gings beim Golf 3 wo der Kotflügel vorn unten rostet. Warum, weil sich der nasse Dreck da sammelt, durch Bewegung arbeit und am Blech scheuert. Und irgenwann gammelt es und dann ist es durch. Hinten je nach Hersteller genauso.


    Ich mache bei userem A4 B7 meiner Frau jedes Jahr die Schalen ab und hole Dreck, Blätter usw. da raus und reinige und fette.


    Sollte man bei jedem Auto mit Plasteinnenradschale einmal im Jahr machen, dann passiert da auch nix.


    Anne hat vielleicht noch ein Bild von ihrem Hyndai. Da hab ich das gemacht als der Wagen drei Jahre alt war.....noch rechtzeitig bevor es Schaden macht. War pro Seite eine Handfeger voll, teilweise schon kompostiert. In 3-5 Jahren wären da auch Blasen und in 6-9 Jahren Löcher. Also quasi genau zu einer Zeit wo die meisten Durchrostungsgarantieen rum sind :)

  • Ja, das sind fiese Ecken am Auto.

    Wenn man da nicht mindestens einmal im Jahr drangeht, hat man bald einen

    Komposthaufen am Fahrzeug.

  • Die Kompost-Ecken kenne ich, es hat nur nichts mit den Schweller-Außenseiten und auch nicht so recht mit meiner Fragestellung zu tun. Auch wenn das tatsächlich hervorragende Korrosions-Herde sind. <X

    Was lange hält...



    Mit deinem "Negerkeks" entfernst du nur den Oberflächiger Rost, die Rostporen im Blech bleiben und wenn du da mit so einem billigen Spraydosenzeug nur drüber gehst, bildet sich ebend neuer Rost.

    Sandstrahlen ist gründlicher und rauht die Oberfläche auf, das die Grundierung besser haftet

    Weder habe ich den Negerkeks erfunden, noch habe ich mit billigen Spraydosenzeug gearbeitet. Wie soll ein lokales Sandstrahlen auf einer Fläche von sagen wir 5x5cm aussehen?

    Dass ich den Rost nicht porenrein raus bekomme, das wird leider so sein.


    Zwischen Reinigen und Rostschutzgrundierung wäre eine Behandlung (pinseln) mit einem Rostumwandler wie Fertan eine Möglichkeit. Das erreicht den Rost auch an die tieferen Stellen. Der chemische Prozeß braucht jedoch 24 Stunden. Lies dich vorher ein ob es auch für dich was ist. Fertan hat Fans und Feinde.

    Ich habe Rostumwandler auf Säurebasis da, über das Wirkprinzip von Fertan müsste ich mich informieren, ob das evtl. identisch ist. Das wäre jedenfalls einen Versuch wert.



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Warum soll man 5x5cm nicht strahlen können, sowas mach ich seit 20 Jahren. Und noch kleiner. Rostpunkte mach ich mit ner Kreismittelpistole. Negerkeks ist nur zum entlacken, entrosten geht anders.

  • Eben ..... Ich habe auch solch eine Pistole mit verschiedenen Gummiaufsätzen.

    Damit kann man wunderbar punktuell strahlen.

    Das Ding habe ich einmal relativ preiswert im Baumarkt gekauft.


    Fertan hat mich bspw. nicht überzeugt.

  • Die Kompost-Ecken kenne ich, es hat nur nichts mit den Schweller-Außenseiten und auch nicht so recht mit meiner Fragestellung zu tun.

    Sorry aber dann musst du es bitte genauer beschreiben denn wenn ich lese:

    Es geht um meinen Ford Focus 2. Generation, welcher anfängt, am Schweller vorn und hinten sowie den vorderen Kotflügeln im unteren Bereich Rost anzusetzen.

    ....dann sind das genau die Stellen in dem Bereich.


    Unabhängig davon, kannst den sagen ob man sieht ob es von außen oder innen kommt?

    Meist ist es von innen und da kannst du nach der Zeit nicht mehr viel machen außer "Pfusch" fürn Tüv oder eben Blechteile tauschen.

    Was du sehen kannst hatte ja auch 10-15 Jahre Zeit sich zu entwickeln.


    Oder sind es die Kanten wo der Lack schlecht war und es gekrochen ist?


    Bilder würden sehr viel helfen.

  • Ok, das lokale Sandstrahlen kannte ich so noch nicht. Habe mich zwischenzeitlich über das chemische Entrosten (nicht Rostumwandeln) mittels z.B. Pedox RE (Korrosionsschutz-Depot) belesen. Ich denke, dass mein größter Fehler tatsächlich bei der nicht sachgemäßen Entfernung des Rostes in den Poren liegt.


    Tim, wahrscheinlich war das wirklich etwas vage formuliert von mir. Bleiben wir mal bei einer Stelle, Schweller im hinteren Bereich unterhalb der hinteren Türe. Also noch die seitliche Fläche am Schweller, die man sieht, wenn man neben dem Auto steht. Im Bereich von Radlauf hinten bis ca. 20cm in Fahrtrichtung wirft die Lackierung Blasen. Das Blech ist dort bereits spürbar dünner, aber meines Erachtens nicht von innen durchgerostet. Dazu ist der Schaden zu großflächig aber das Material vergleichsweise “zu gut“.


    Ja, das Auto hat nun 14 Jahre auf dem Buckel, ist aber bisher ein zuverlässiges Fahrzeug gewesen mit nahezu keinen Werkstatt-Aufenthalten. Der 2l Saugbenziner läuft gut und sparsam und hat noch nicht einmal 185000km abgespult, deswegen würde ich den Ford schon gerne noch paar Jahre behalten.


    Gruß

    Benjamin

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  • Fehlende intensive Rostentfernung trifft hier auf ungeeignete Korrosionsschutzmaßnahmen im weiteren Beschichtungsaufbau -> kann nur in die Hose gehen.


    Welche Möglichkeiten hast du zuhause (Werkzeuge wie Kompressor und Pistole, Räumlichkeiten) und wie lange kannst du an dem Auto ungestört arbeiten (mal eben Nachmittags anfangen und früh um 5 muss der Hobel wieder rollen sind eher schlechte Bedingungen)?


    Einmal bitte die Fragen beantworten und wir werden sehen was sich für dich anbietet.

    Eins vorweg: Fertan wirds garantiert nicht!

  • Ein Kompressor 250l/min, eine Lackierpistole von “Meister“ (war in einem Druckluftwerkzeug-Set enthalten und wurde noch niemals ausprobiert) sowie enge Garage und eine Scheune mit Möglichkeit zum reinfahren sind vorhanden. Insgesamt aber eher schlechte Bedingungen für professionelles Lackieren, da überall “Dreckboden“ und auch ansonsten keinerlei Grundaustattung vorhanden sind.

    Dafür aber zwei Ausweich-Autos, also ein oder zwei Tage Standzeit sind kein Problem. Bei schönem Wetter auch mehr, da kann ich den Trabant nehmen.


    Mir persönlich wäre ein Schichtaufbau mit dem Pinsel oder Rolle lieber, die letzte Schicht in Wagenfarbe kann ja aus der Spraydose kommen. Wie das an den Stellen aussieht, ist mir wie gesagt zweitrangig.


    Gruß

    Benjamin

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  • Teile mal bitte noch die Düsengröße mit.


    Vorweg:

    Da auch punktuelles Sandstrahlen den Gilb nicht vollkommen entfernt bietet sich bei dir ein Säureprimer/Washprimer an. Ist bei Restrostgefährdung dem (mitlerweile chromatfreien) EP vorzuziehen.

    Hasenfuß: Er muss vor dem weiteren beschichten mit einem 2K Füller isoliert werden. Darauf spachteln fällt ebenso flach wie das weiterarbeiten mit EP-Produkten.


    Variante in halbgar, da Dosenprodukte und damit eine Lösemittelschlacht: Mipa Etchprimer 213090000, anschließend einen beliebigen 2K Dosenfüller und dann dein Klackerdosenbasis hinterher.

    Direktverlinkungen zu Shops lasse ich hier bewusst außen vor.


    Bessere Variante: Mipa 2K Primer CF - kann auch dünn mit dem Pinsel aufgetragen werden, anschließend Acrylfüller 4+1 hinterher und dann mit deinem Lack wieder weiter aufbauen.


    Bei richtiger Anwendung haste mit dem Aufbau ne ganze Weile Ruhe. Das Sahnehäubchen wäre jetzt natürlich noch nen 2K Klarlack welcher ebenfalls nicht aus der Dose kommt. Würde der ganzen Sache nochmal ne erhöhte mechanische und chemische Beständigkeit geben. Ebenso wäre der gesamte Schichtaufbau im nachhinein auch nicht so diffusionsoffen.


    Wenn von Grundierung und Füller nur Kleinmengen benötigt werden kannst du mich gerne kontaktieren. Wäre Quatsch wenn du für die paar Stellen je nen Litergebinde holst.

  • Danke dir für den Beitrag! Hier werde ich mich mal noch ein wenig belesen.

    Und ja, Litergebinde wollte ich mir dafür nicht unbedingt kaufen. Aber wie gesagt fehlt es mir an jeglicher Ausstattung zum Lackieren, z.B. hätte ich nicht einmal passende Verdünnung für solche Lacke.


    Nach der Düsengröße hab ich noch immer nicht schauen können.


    Hier noch ein Bild von der Stelle hinten links.




    Gruß

    Benjamin

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  • Warum lässt du nicht einen Profi ran? Sollte für 250€ machbar sein incl. Gewährleistung

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!

  • Wenn das Auto nur eine solcher Ecken hätte und nirgendwo sonst jemals etwas auftreten würde, wäre das sicherlich die Variante der Wahl und dann auch der Preis gerechtfertigt.

    Ich bin mir aber sehr sicher, dass sich im Laufe der Zeit noch mehr solcher Stellen zeigen, da das Auto weiterhin altert. Aus diesem Grund wäre es toll, wenn man die Fertigkeiten selbst besitzt, schließlich will ich nicht monatlich zum Profi und 250 Euro abdrücken.


    Die anderen Autos im Fuhrpark werden außerdem auch nicht ewig rostfrei bleiben, zumal auch keines davon als Neuwagen in meinen Besitz gekommen ist.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Wenn dein Westblech monatlich eine neue Roststelle hat, dann würde ich das wechseln.... Ausserdem bekommst du nie die Qualität hin eines Profis, es scheitert ja schon an der Herstellung der Staubfreiheit....

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!

  • Das alles ist nicht Gegenstand dieses Threads und FB-Links klicke ich prinzipiell nicht an.


    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love: