Zusammenhang CO2 und Lamdawert

  • Hallo liebe Schraubergemeinde,


    als erstes wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.


    Als zweites habe ich eine Frage zum Themenbereich Abstimmen und Einstellen von 4-Taktern.
    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lamdawert und CO2-Wert?


    Der Hintergrund ist folgender:
    Ich war am Saisonende mit meinem 1.1er zum ersten mal bei der Abgasuntersuchung und es wurde festgestellt das der CO2-Wert sehr gering ist.
    Da ich über Winter 1-2 Sachen am Motor verändern will würde ich gerne die Gemischzusammensetzung beobachten und dies geht nach allem was ich gelesen habe
    per Abgastester(CO2-Wert) oder Breitbandlambdasonde(Lamdawert). Wer hat also Erfahrung mit der Abstimmung von 4-Taktern?

  • Bist du dir sicher, dass der CO2-Wert (Kohlendioxid) gemeint ist, und nicht der CO-Wert (Kohlenmonoxid) ?


    Kohlendioxid und Wasserdampf sind die Hauptprodukte bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen, und bilden damit in der Summe normalerweise immer deutlich über 90% der Abgase. Es wäre mir neu, dass dies bei einer Abgasuntersuchung gemessen wird. Und wenn ja, wüsste ich nicht, welche Aussagen zur Motorabstimmung man daraus ableiten könnte...

  • er meint sicher den Co wert. Und ja es gibt einen Zusammenhang. Je höher der Co wert desto fetter wird der lambda wert. Also kleiner. Co ist das Produkt einer unvollständigen Verbrennung. Je fetter der Motor läuft desto unvollständiger die Verbrennung. Damit steigt im Abbas Co und hc an. O2 sinkt. Hc sind unverbrannte Kohlenwasserstoffe (also Benzin) und o2 ist Sauerstoff.
    Wenn das Gemisch mager wird steigt o2 im Abgas an. Hc sinkt und co sinkt auch. Lambda wird größer.

  • okay da habt ihr völlig recht es ist der CO-wert


    habe nochmal nachgeschaut, O2 und HC wurden nicht niedergeschrieben nur CO
    der Grenzwert lag bei 2,5%vol und meiner hat 0,205%vol.


    klingt für mich nach sehr mager.


    oder ist dann einfach die Verbrennung so gut das es kaum Rückstände gibt?

  • Sei zufrieden, wenn der Originalmotor gut läuft mit der Einstellung. Wenn du dran rumdrehst, wird es nur schlechter. Für die AU ist auch nur der maxWert relevant. Bei geregeltem Katalysator liegen wir hier auch im 0,00irgendwas-Bereich. Dafür ist die Lambdasonde verantwortlich . Sie misst der Restsauerstoffgehalt im Abgas. Der Lambdawert sollte zwischen 0,99 und 1,01 liegen. Den errechnet das Abgasgerät, die Lambdasonde ist aber genauer und schneller, teilt dem Steuergerät mit, wieviel Sprit der vorhandenen Luftmenge dazugegeben werden muss. Geht beim Vergaser nicht. Kat- Nachrüstsysteme für Vergasermotoren arbeiten deshalb mit Korrektur der Luftmenge über ein Nebenluftventil.
    Der HC Wert wird u.a. auch durch schlecht verbranntes Motoröl verschlechtert, deshalb kommt so mancher Einspritzer nicht mehr durch die AU, die Zweitakter erreichen auch deshalb keine Abgasnorm.
    Also dreh nicht dran rum, du holst dadurch keine ZusatzPS raus

  • Moin,


    in meinem Lieblingsbuch steht zum Zusammenhang Lambda-Wert <-> Abgaszusammensetzung folgendes drin:



    Es handelt sich um einen Auszug aus dem Buch "Kraftfahrzeugvergaser und Benzineinspritzung" von Müller und Müller (VEB Verlag Technik Berlin 1989).


    Auf der horizontalen Achse ist der Lambdawert aufgetragen (je größer der Wert desto geringer der Kraftstoffanteil im Ansauggemisch (mager)). Ein Lambdawert von 1 ist für Katalysatorfahrzeuge wichtig. Für Fahrzeuge ohne Katalysator kommt es darauf an, ob man geringen Kratfstoffverbrauch bevorzugt (eher Richtung Lambda 1,2) oder maximale Leistung rausholen will (ungefähr bei Lambda 0,95).


    Zu sehen ist die Abgaszusammensetzung eines 4-Taktmotors für verschiedene Zündwinkel (Alpha-z). Auf den CO-Gehalt hat der Zündwinkel demnach kaum Einfluss. Bei NOx (Stickoxide) und CH (unverbrannter Kraftstoff) hat der Zündwinkel durchaus erheblichen Einfluss. Aber das interessiert uns hier ja jetzt erst mal nicht.


    Zum Zusammenhang CO <-> Lambda ist klar zu erkennen, dass ab Lambda 1,0 da nicht mehr viel reduziert werden kann. Ist ja auch logisch, denn ein Lambda-Wert von 1,0 bedeutet dass theoretisch für jedes Kohlenstoff- und Wasserstoffatom (Hauptbestandteil des Kraftstoffs) ausreichend Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung zur Verfügung steht. Der Kohlenstoff bindet sich mit dem Sauerstoff zu CO2 (Kohlendioxid) und der Wasserstoff mit dem Sauerstoff zu H2O (Wasser). Bei kleinerem Lambdawert (fettes Gemisch) steht weniger Sauerstoff zur Verfügung und die Verbrennung wird unvollständig. Es bildet sich dann unter anderem nicht mehr CO2, sondern nur noch das ungesunde und unerwünschte CO (Kohlenmonoxid). Deswegen ist der CO-Anteil im Abgas bei der Abgasuntersuchung auch das Hauptkriterium.


    Gruß, Felix

  • @OldschoolMuscle habe ich überflogen hat mir aber nicht viel neues Wissen gebracht


    @FelixBRB vielen Dank für die Grafik


    Wenn ich alles richtig verstanden habe kann man einen Zusammenhang ableiten aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt. Bei zu Magerem gemisch ist der CO-gehalt gering und es wird bei der AU nicht gemerkt richtig?


    Das bedeutet für mich dass er wirklich zu Mager laufen kann und ein Loch im Kolben droht.
    Weiterhin werde ich mir eine Breitbandlamdasonde besorgen müssen um alle Einstellungen kontrollieren zu können.


    @trabidoc les dir mal bitte FelixBRB seinen Beitrag durch und guck dir die Grafik dazu an dann verstehst du meine Angst und die Gefahr des zu mageren Gemisches.
    Die ganze Lambdaregelung ist mir bewusst aber hat doch kein Serien 1.1er ;)

  • Also grundsätzlich kann es bei dem genannten CO-Gehalt schon sein, dass du ein mageres Gemisch hast. Aber soweit mein 4-Takter-Wissen reicht, ist das doch kein Grund zur Panik. Wenn der 4-Takter zu mager läuft, hat er weniger Leistung und die Abgaszusammensetzung ist halt anders. Kaputt wird er doch davon nicht gehen. Anders als der 2-Takter wird der 4-Takter doch vom Motoröl geschmiert und das ist auch bei magerem Gemisch vorhanden. Aber wie gesagt, ich bin kein 4-Takt-Experte.


    Eine Lambdasonde zu besorgen wird dir noch nix nützen. Du brauchst dann noch mindestens ein Lambdameter um den Messwert auszuwerten. Die Dinger sind relativ teuer.


    Wie wurde denn dein CO-Wert ermittelt? Doch wahrscheinlich nur im Standgas. Beim 2-Takter wird jedenfalls nur das Leerlauf-CO gemessen, weil es andere Vorschriften damals in der DDR noch nicht gab. Deine 2,5 Vol% sprechen jedenfalls auch dafür. Sobald du aufs Gaspedal trittst wird sich auch dein CO-Gehalt ändern, denn dein Vergaser funktioniert im Stand, in der Teillast und bei Volllast jeweils anders. Dein Leerlauf-CO lässt daher keine Rückschlüsse darauf zu wie dein Volllast-CO ist.


    Wenn du gefühlt die richtige Leistung hast, der Motor nicht klopft und er im Verbrauch so liegt wie der Hersteller es angegeben hat, dann würde ich persönlich davon ausgehen, dass da alles korrekt läuft. Das genauer zu kontrollieren wäre natürlich schön, aber ist wie gesagt sehr aufwändig.


    Wie gesagt - alles nur aus meinem 2-Takter-Wissen abgeleitet.


    Gruß, Felix

  • Auch der Zweitakter produziert seine "Sparbüchsen" (Kolben mit Loch) nicht durch den bei magerem Gemisch abnehmenden Ölgehalt (dieser tritt in einstelligem Prozentbereich dabei natürlich auch ein, ist aber m. E. zu vernachlässigen), sondern aufgrund der sich bei Abmagerung einstellenden zu hohen Brennraumtemperaturen (fehlende Innenkühlung durch zu geringen, kühlenden Kraftstoffanteil im Kraftstoff-Luft-Gemisch). Und Viertakter können genauso betroffen sein! Ich hab in meinem Leben bisher auch dafür schon genug Beispiele gesehen...
    Gruß Lutz

    Jawohl, Sie haben richtig gehört! Wir machen Hausbesuche! Selbstverständlich ohne langwierige vorherige Terminabsprache! Wir kommen auch zu Ihnen! Stets zu Diensten...Ihre Steuerfahndung! :grinsi:

  • @FelixBRB ich versuche mich an deinen Absätzen zu orientieren :D


    Auch ein 4-Takter kann von zu magerem Gemisch schaden nehmen. Die Abgastemperatur geht extrem hoch und der Kolben kann schaden nehmen ähnlich wie beim 2-Takter auch wenn der 2-Takter natürlich viel anfälliger dafür ist.


    Die Lamdasonde alleine wird es auch nicht, es wird eine Breitbandsonde mit Controller und Anzeige sowas liegt bei ca.200€.


    Der Wert wurde bei Teillast und ich glaube 3000U/min gemessen wie bei jedem anderen PKW auch.


    Ja extrem zu mager oder so kann es auch nicht sein aber bevor ich anfange Motorumbauten und Motortuning zu machen muss ich erstmal die allgemeinen Zusammenhänge verstehen und alles originale Verbessern.

  • Falls ich nur wiederhole was bereits gesagt wurde , bitte Beitrag löschen
    - der Sinn der Regelung des Gemisches mit der Lambdasonde ist ausschließlich , dass die Abgaszusammensetzung den Katalysator optimal (trotzdem kompromißbehaftet ) arbeiten , also die verschiedenen Aggasgifte optimal reduzieren läßt ;
    -dazu muß das Gemisch etwas fetter sein gegenüber einem optimalen Gemisch für katlose Viertakter bezüglich Verbrauch , Innenkühlung usw.;
    - zu niedrige CO-Werte wurden ( und werden auch noch?) bei katlosen Viertaktern bei der ASU bemängelt .
    Gruß!

  • Beim 4t leiden aber auch die AV und Sitzringe.
    Neben der Lambda empfehle ich eine Temperatursonde im Krümmer. Da sieht man sehr schnell wann ein kritischer Betriebspunkt erreicht wird.

  • Hab mir 2009 nicht soviel Gedanken gemacht.
    601 Cabrio offen, schweren Anhänger dran, knapp 30 Grad auf der Stadtautobahn Berlin, keine Zeit, sauschlechter Sprit drin, musste und wollte die Geschwindigkeit von ca. 95 km/h im Verkehr mitschwimmen, der Motor klingelte wie verrückt. Aber das war ja bei dem aufgebohrten 75,48 fast normal. Hab das Festlaufgeräusch zu spät pariert. Motor aus, lief aber nach dem Einkuppeln im zweiten Gang auf einem Zylinder. Also bei Laune halten, gab nochmal ein Festläufer, man wird ja übermütig. Trotz Tankstopp hab ich die letzten 70 km noch geschafft.
    Großes Staunen am nächsten Tag beim Zerlegen. Habs lange nicht begriffen, wo das mittige Loch herkam.
    War einfach zu heiß, worauf das starke Klingeln extrem drauf hinweist.
    Beim Viertakter würde auch eine Überhitzung durch klingeln angezeigt. Habe ich aber so noch nicht erlebt. Deshalb teile ich die Befürchtung eines durchgebrannten Kolbenbodens nicht wirklich. Es sei denn, man ist im Hochsommer mit dem Originalmotor mit Wohni dran in den Bergen unterwegs und fordert alles.
    Am Zündkerzengesicht kann man auch viel ablesen. Spätestens wenn an der extrem weißen Kerze auch noch kleine weiße Perlen dran sind, läuft er zu mager

  • Ein Loch im Kolben muss nicht zwangsläufig von einem zu magerem Gemisch kommen.
    Ursächlich sind hierbei Vorentflammungen. Diese treten auf wenn sich das Gemisch im Brennraum vorzeitig von selbst entzündet. Das geschieht (richtiger Kraftstoff vorausgesetzt) durch zu heiße Bereiche im Brennraum.
    Zu früher ZZP, schlechte Kühlung, übermäßige Ablagerungen und/oder auch eine falsche / ungeeignete Zündkerze kann der Auslöser für irreguläre Verbrennungen sein, welche schließlich ein Loch im Kolben machen.


    LG

    -> --> 26 Jahre <-- <--

    Bayrischer Trabant Club


    ES GIBT NUR WENIGE DUMME FRAGEN, ABER VERDAMMT VIELE DUMME ANTWORTEN !

  • der Motor klingelte wie verrückt. Aber das war ja bei dem aufgebohrten 75,48 fast normal.

    Ich sehe da erst mal keinen Zusammenhang.

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  • Kolben von Fischer, mit dem Schleifmaß als Siebenhunderter Motor hergestellt, bringen mit dem unverändertem Vergaser im Teillastbereich ein starkes klingeln hervor, im Hochsommer auch im Volllastbereich. Abhilfe ist durch veränderte Düsenbestückung nicht wirklich gelungen. Die Zündeinstellung war wohl auch nicht korrekt, aber ich bin damit immerhin 40000 km gefahren und der Trick mit dem leicht gezogenen Choke war mir unbekannt.