Langzeitprojekt "Christa"- oder wie aus einer Hundehütte wieder ein Trabant wird

  • Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen, Euch hier mal ein weiteres Projekt von mir vorzustellen. ;)

    Ich denke, ich bin gewiss nicht der einzige, der mehrere Fahrzeuge sein Eigen nennt. Wir brauchen ja immer was zu tun nicht wahr?:whistling:

    Wo fange ich an? Dieser 601er ist für mich etwas besonderes. Mit ihm hat meine Schrauberei begonnen, damals 2009 ,als ich mich nach langer, langer Zeit wieder an mein erstes Auto erinnerte. Es war ein 88er Sonderwunsch. Ich entdeckte dieses Forum hier,und nach einiger Suche auch ein "Auto". Damals hatte ich keine Möglichkeiten Bundesweit zu suchen, also schaute ich hier im tiefsten Westen. Keine leichte Aufgabe, die Voraussetzungen mehr als schlecht. Heute weiß ich das, damals war ich noch unerfahren. Aber jeder fängt einmal an, so auch ich.;)

    Nun denn, eines Tages entdeckte ich durch einen Tipp diesen Trabant an einer Tankstelle. Ich suchte das Gespräch mit dem Tankwart und erfuhr schreckliches. Ein "klassischer" Werdegang. Nach der Wende fuhren bekanntlich viele DDR Bürger mit ihrem Trabant gen Westen. Dort haben sie ihren Trabant oft getauscht oder zurück gelassen, um mit einem Westblech zurück in die Heimat zu fahren. So war es jedenfalls hier geschehen. Der Tankwart fand das Wägelchen kultig und kurvte einige Zeit mit ihm durchs Rheinland... bis er die Freude daran verlor. Er stand nur noch rum und ist irgendwann im Garten seines Grundstücks gelandet. Dort haben die Kinder dann damit "gespielt" und zu guter (besser gesagt schlechter) Letzt diente das Auto als Hundehütte für seine Hunde......=O=O=O

    Irgendwann hat er das "Dingen" dann an seine Tankstelle gestellt, wahrscheinlich um ihn zu verschrotten....


    Doch dann kam ich, und hatte Mitleid. Ihr könnt Euch denken, der Man witterte das große Geschäft, hatte merkwürdige Vorstellungen zum Preis, ich ging wieder. Einige Tage später rief ich nochmal an und erkundigte mich. ich sagte ihm das ich jetzt mit einem Hänger käme um den "Haufen" vom Hof zu holen, gegen eine Spende von 50 Eu. Vielleicht war das dreist von mir, aber nach einigem Gemopper willigte er ein.8o


    Und so war ich wieder im Besitz eines Trabant^^

    Ob ich das heute nochmal so machen würde? Wahrscheinlich nicht.:/


    Nun lasse ich erstmal ein paar Bilder sprechen.;)












    Ich möchte Euch hier nun nach und nach zeigen, wie es mit dem Wägelchen weiter gegangen ist, muss aber erstmal warten, bis jemand antwortet, damit ich weiter hier schreiben kann.;)

    Was lange währt wird endlich gut!

    Projekt---DELUXE68

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  • Oh, ich sehe gerade, nach einiger Zeit kann ich doch weiter schreiben hier.8)

    Nun denn, nach dem der Gute erstmal gesichert war, und seinen Platz in einer Garage fand ging es mit dem Zerlegen und Sichten los. Ich sortierte dabei nach 3 Kategorien.... Schrott, totaler Schrott und Müll....:D

    Damals hatte ich nur eine Garage, und so musste erst alles raus, und später wieder hinein geräumt werden.:rolleyes:






















    Bei jedem Teil, welches ich abschraubte, wurde mehr und mehr ersichtlich, wie der Kleine doch gelitten hatte im Garten.... überall Rost, Rost und Rost.X/

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  • Gern;)


    Weiter ging es mit dem Zerlegen von "Christa", inzwischen hatte das Kind einen Namen bekommen.8)


    Das dabei auch der Spaß nicht zu kurz gekommen ist kann man unschwer erkennen.:S

    Aber wenn es keinen Spaß machen würde, sollte man solche Aktionen besser sein lassen.








    Nach und nach wurde es weniger...

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  • Freilich liegen zwischen den Bildern einige Wochen, manchmal Monate, je nach dem wie ich die Zeit und auch die Muse hatte, mit Christa weiter zu machen.;)

    Zwischenzeitlich wechselte ich die Garage, bzw die zweite kam hinzu:saint:

















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  • Selbstverständlich;)


    Irgendwann hatte ich die Karosse dann leer, alle Fenster und Pappen runter, sodass nur noch das Fahrwerk und der Fahrschemel von der Karosse getrennt werden mussten.

    Da ich über keine Hebebühne verfüge machte ich mir Gedanken, wie ich das bewerkstelligen könnte, auch in einer Normgarage!:/ Ich hatte die Idee, die Karosse nach oben abzunehmen. Dazu baute ich mir aus Gerüstteilen einen Kran in die Garage, versehen mit einer kleinen Motorwinde. Mein Plan funktionierte bestens, und so konnte die Scheidung vollzogen werden!:saint:






















    Für heute mache ich erstmal Schluß. Freu mich auf Eure Komentare.:)

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  • Dann mach ich hier mal den frei für den nächsten Teil!


    Gefällt mir bisher sehr gut, dein Bericht.



    MfG

    Matze

    Stets dienstbereit, zu Ihrem Wohl, ist immer der Minol-Pirol!

  • Wie wundersam vertraut mir das Zerlegen einer papyrusfarbenen Limo aus den späten 80ern doch ist.


    Ich will niemanden Spoilern, aber da du noch nicht gesagt hast, in welche Richtung du arbeitest, muss ich fragen:


    Meine erste Assoziation, als ich den Namen las, war ja Christine, nach Stephen King. War das bei der Namenswahl beabsichtigt?


    Ich finde es auch erstaunlich, welchen Aufwand du mit der Krankonstruktion betrieben hast.

  • Nein, der panamagrüne ist "Lothar" und nach meinem Opa benannt. ;) Insofern lässt sich sicher erahnen, wer dann Christa ist. :S

    Nunja, wenn man alleine schraubt muss man sich etwas einfallen lassen, und ich habe Zugriff auf Gerüst Material. Da bot sich das an. Ja leider sind die End 80er immer die schlimmsten vom Gammelzustand her gesehen, wurde hier ja auch deutlich.

    In welche Richtung es geht verate ich beim nächsten Mal. ;)

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  • Hallo,

    das ist ja jedesmal eine kleine logistische Meisterleistung alles aus- und dann wieder einräumen.

    Ich glaube alles andere als eine Komplettkur wäre hier fehl am Platz.

    Hast du das Dach drauf gelassen?

    Ein Oldtimer ist wie die Freundin Deines besten Freundes, Du kannst Sie ansehen, ja bewundern aber bitte nicht berühren!

  • Ich empfand es tatsächlich immer als nervig, alles erst heraus und wieder hinein zu räumen, abgesehen davon, das immer im Freien geschraubt werden musste. Das macht sich bei schlechten Wetter dann nicht so gut. Es gab oft Tage, da habe ich das Tor aufgemacht, hinein geschaut und wieder zugemacht....Keine Lust:rolleyes:

    Aber es ging trotzdem immer, und wenn man keine andere Möglichkeit hat dann sowieso. ;) Heute habe ich freilich mehr Platz zum Schrauben.

    Bitte habt noch was Geduld, wenn ich wieder am Rechner und meiner Festplatte sitze geht's mit dem Bildbericht weiter.

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  • Oh ja das kenne Ich, Tor auf, reingeschaut, Tor wieder zu. Ich hatte zwar den Platz, aber auf Grund eines defekten Daches, hat es drin länger als draußen geregnet. Meine Anfänge waren 1989 in einer DDR Standart Garage, allerdings mit Mopeds, da ging es Platzmäßig noch.


    Ich bin auch gespannt, wie es Bild und Beschreibungsmäßig weiter geht. :thumbup:

  • Ein sehr schöner Bericht und wie du das alles auf so kleinen Raum meisterst finde ich auch genial. Welche Farbe lässt man eigendlich einen Weiblichen Trabant zukommen?;)

  • Normalerweise endet eigentlich alles was anfangs hochtrabend als Projekt bezeichnet wird, irgendwann unvollendet bei eBay. Das ist hier offensichtlich mal anders. :-)

  • ich muss ganz erhlich sein , das dachte ich am anfang auch:schaem:

  • Ich danke Euch für Eure Meinungen. Es ist schon erstaunlich, was man alles in eine Normgarage gestapelt bekommt, wenn man stapeln kann...manchmal auch hoch^^

    Wie schon gesagt, es ist ein Langzeitprojekt oder soll ich besser Aufgabe sagen? Ich lege einfach viel Wert darauf das es ordentlich wird und versuche das dann mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln umzusetzen.:) 2009 habe ich damit begonnen, ohne große Vorkenntnisse und habe gelernt, auch wenn das eine oder andere länger dauert, als man es selbst von sich erwartet. Aber ich bin ja nicht auf der Flucht und habe Zeit...und es soll ordentlich werden.

    Ja, diese Art Projekte kenn ich Hegautrabi , die sehe ich auch immer bei Ebay.;)

    Für mich kommt das aber nicht in Frage, Christa wird fertig gestellt:S


    pinokio , es wird auf jeden Fall nicht Pink oder so, falls Du in diese Richtung denkst.

    Später dann mehr;)


    Nachdem nun die alte Karosse freigelegt war überlegte ich hin und her. Was machen? Überall hat der Rost genagt, vieles hätte aufwändig Instand gesetzt werden müssen, wobei es wie heute leider immer noch an einer Möglichkeit des Schweißens mangelte. Zu dem gab es weder Schlüssel, aber vor allem auch keine Papiere zum Fahrzeug dazu...

    Ich entschied mich recht schnell als ich eine fertig geklempnerte, ebenfalls 89er Karosse mit Papieren für ganz kleines Geld angeboten bekam.:) Der einzige Haken war, sie stand am südlichsten Ende der Republik.:whistling: Es wurde eine schöne Reise daraus gemacht, und auf dem Rückweg sind wir auch über die alten Straßen rund um den VEB Sachsenring mit ihr gegondelt. So war sie nach über 20 Jahren das erste Mal wieder zuhause, wenn auch nur auf dem Hänger.;)










    Da ich zur damaligen Zeit keinen Platz hatte konnte ich die Ersatzkarosse direkt beim Lackierer unterstellen, er hatte Platz.8)

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    Projekt---DELUXE68