Trabant bekommt auf Reserve kein Benzin

  • Hallo,
    ich habe mir vor 2 Monaten einen Trabant Bj 1989 gekauft, der Trabbi läuft spitze, bis auf das wenn er noch ca. 6 Liter Benzin hat keinen Sprit mehr bekommt, auch wenn man auf Reserve schaltet. Er ruckelt erst und geht dann aus. Auch wenn ich dann eine weile warte bringt es nichts. Den Benzinfilter inkl. Leitungen habe ich schon neu gemacht. Die Siebe im Tank und im Benzinhahn habe ich auch gesäubert. Wenn man den Trabbi dann anschiebt oder mit Startpilot zum laufen bringt funktioniert er wieder Einwandfrei ( mit Sprit <6 Liter) oder man schüttet Benzin nach, stellt den Hahn wieder auf die normale Stellung.
    Leider kenne ich niemand der sich mit Trabanten wirklich auskennt und wollte deshalb hier mal nachfragen ob es eine Lösung für dieses Problem gibt ;)


    MfG

  • Hast Du den Benzinhahn mal aufgeschraubt und Dir angeschaut, ob die Dichtung iO ist und ob sich dort Schmutz befindet?


    Nachtrag: Sorry Deluxe, wir haben uns überschnitten.

  • Habe ich bei mir auch manchmal. Kommt überhaupt Benzin beim Vergaser an?


    Wenn sowas bei mir ist liegt es meißt an dem nicht ankommenden Sprit.,Ich ziehe dann kurz den Schlauch vom zwischengeschaltenem Benzinfilter ab und wenn dann Benzin läuft schnell wieder rauf stecken.
    Wenn der Filter halb vollgelaufen ist, geht es weiter.

    Was klappert ist noch nicht abgefallen...

  • Das Teil hatte der Vorbesitzer reingebastelt, dass sie im 2-Takter nichts bringen hab ich auch schon gehört. Aber das sie sogar einen Motorschaden verursachen können ist mir neu. Erschreckend sowas zu hören ! :huh:

    Was klappert ist noch nicht abgefallen...

  • Das die Papierfilter den Benzinfluss ausbremsen können ist bekannt, aber bei einer sonst einwandfrei funktionierender Spritversorgung verursachen sie keine Motorschäden. Es schadet allerdings nicht die Durchflussmenge nach installation eines solchen Filters zu kontrollieren.


    Ich glaube nicht das sie den Ölanteil zurück halten. Würden sie das tun müßten sie ja innerhalb kürzester Zeit im System verstopfen da der Filterkörper sich ja mit Öl füllen würde, weil das Öl ja nicht weg könnte weil der Filter es nicht durch lässt.


    Was ich allerdings schon mehrfach erlebt habe, das der Filter durch lange Standzeiten durch das Öl im Gemisch verstopft, eventuell weil das Öl im Papier verharzt. Nach kurzem durchblasen kann man das Problem allerdings wieder beheben. Bei regelmässigem gebrauch ist mir das aber noch nicht passiert, nur bei Standzeiten über 2 Monaten.

  • Ich muss das Thema noch mal hochholen. Ich habe auch das Problem, dass auf Reserve zu wenig Sprit am Vergaser ankommt.


    Verschmutzt war der Hahn eigentlich nicht übermäßig, die Dichtung sieht auch noch gut aus. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Bördelkante vom Steigrohrsieb genau die Reserveöffnung im Hahn zudeckt. Meinem Verständnis nach wäre es doch besser, wenn das Sieb mit der Bördelkante zwischen den Gewinden von Hahn und Tank fixiert würde und nicht im Hahn steckt. Da macht ja auch der Dichtring nicht so richtig Sinn... ?(
    Daher stellt sich mir die Frage, ob das so sein muss und sich über die Jahre da "reingearbeitet" hat oder ob's anders gehört?

  • Hallo Tacker,


    ich hatte letztes Wochenende ganau das selbe Problem bei meinem 601 Universal. Technik komplett überholt, aber auf Reserve bekam der Trabi nicht genug Sprit. Blieb ich 'ne Weile stehen, ging er wieder an. Ich habe die selbe Entdeckung gemacht wie Du. Nämlich daß der Bördelflansch die Reservebohrung zumindest teilweise verdeckte. Dazu kam, daß bei meinem Benzinhahn der Bördelflansch an der Reservebohrung breiter war als auf der gegenüberliegenden Seite, weil das Steigröhrchen relativ dick war und so das Siebchen nicht ganz mittig sitzen konnte. Zu allem Überfluß war dann auch noch die Stelle, an der das Siebnetz übereinander liegt, genau an der Reservebohrung und schon etwas mit Ablagerungen überzogen.


    Ich habe mir 6 andere gebrauchte Benzinhähne aungeschaut und den Bördelfalnsch gibt es überall. Allerdings ist er nicht überall so ungleichmäßig wie er bei meinem Siebchen war. Außerdem gibt es Steigrohrsiebe, die oben und unten verlötet sind. Das heißt, daß die Stelle, an der das Siebnetz übereinander liegt, nicht ganz so dick aufträgt und sich durch Ablagerungen nicht auch noch verdickt. So ein Sieb habe ich jetzt eingebaut.


    Habe aber außerdem noch einen anderen Grund ausgemacht: meine Benzinhahnverlängerung (Fernbedienung) stand in Reservestellung nicht ganz waagerecht. Höchst wahrscheinlich war die Reserveleitung so auch nicht zu 100% offen. Ich nehme an, daß es damit zu tun hatte, daß der Benzinhahn im Winkel nicht optimal zur Benzinhahnverlängerung (Fernbedienung) stand. Das habe ich jetzt behoben. Leider konnte ich es aber noch nicht testen. Dazu komme ich erst nächstes Wochenende.


    Schau halt, ob Du das Steigrohrsieb so gedreht bekommst, daß weder die Doppelung noch die dickste Stelle des Bördelflansches an der Reservebohrung liegen und daß der Hahn sich auch 180° drehen läßt. Wenn Du willst, kannst Du bei diesem Händler auch ein neues Steigrohrsieb erwerben: http://www.autoteile-baller.de (unter Fahrgestell/Kraftstoffhahn). Die Bestellung kann allerdings nur telefonisch erfolgen.


    Viel Erfolg!

  • Vielen Dank für Deine Tipps, auch wenn sie ein wenig zu spät kommen. ;)


    Ich habe zunächst die Bördelkante des Siebes so geweitet, dass es bündig auf dem Gewinde des Hahnes sitzt. Nun bestand das Problem, dass das Steigrohr unten am Übergang einen mittigen Sitz des Siebes und damit eine spannungsfreie Montage des Hahnes am Tank verhindert. Damit war es auch beinahe unmöglich, den Hahn korrekt in Richtung des Gestänges der Hahnverlängerung auszurichten.
    Hierzu habe ich zuerst die viel zu großzügig dimensionierte Lötnaht des Siebes aufgetrennt und diese filigraner gezogen. Dann wurde der Sitz des Steigrohrs auf Maximum geweitet(in Richtung Mitte). Das Steigrohr ersetzte ich anschließend mit einem abgedrehten, etwas versetzten und aufgebohrten Stück Kupferrohr gleicher Länge.


    Passt, läuft und es kommen nach Optimierung der restlichen 'Hahninnereien' mehr als 600ml/min im Vergaser an. Seitdem auch keine Probleme mehr bei vollbesetztem Fahrzeug und Steigungen.
    :thumbup: