Trabant 601 aus dem Ausland

  • Hallo,


    zu begin:


    Ich bin neu in diesem Forum. Eigentlich auch ganz neu im Bereich Trabant besitzer. ^^


    Den Trabant fand ich als kleines Kind schon immer faszinierend. Kein Ahnung wieso, aber bis heute hat es sich nicht geändert.


    Das bringt mich auch schon zu meiner Frage:


    Mein Opa hat einen Trabant, schon von seiner Mutter, den er mir schenken möchte.


    Ich wohne in Hamburg (Deutschland) und er in Tschechien. Das Auto hat noch Tüv bis Juni 12.


    Er hätte nichts dagegen also: Darf ich das Auto in Deutschland fahren? Angemeldet ist es auf meinen Opa und in Tschechien. Versicherung läuft auch auf ihn.


    Ist es erlaubt? Ich mein wenn er bei der Versicherung angibt, dass ein 20 Jähriger damit fährt ist es doch von deren Seite kein Problem, oder?


    Vielmehr stelle ich in Frage, ob die Polizei bei einer Kontrolle etwas sagt, weil der Wagen nicht in Deutschland angemeldet ist. Ich mein, ich würde ihn ja ein halbes Jahr mindestens hier fahren.


    Auf der anderen Seite ist es immer noch im Bereich der EU.


    Ich bin also überfragt.


    Weiß eienr von euch darüber etwas genaueres oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht?


    Lg.


    CZ-17

  • Willkommen hier :)
    Zu deiner Frage kann ich leider nichts beisteuern, aber mich würde das Fahrzeugalter einmal brennend interessieren.


    "Mein Opa hat einen Trabant, schon von seiner Mutter, den er mir schenken möchte." 8o

  • Da wir EU sind darfst du das Auto fahren. Hast doch dann die Zulassung und fertig. Ein Bekannter hat auch einen Touareg mit CZ Kennzeichen und wohnt in Deutschland!

  • Sollte kein Problem sein, ein Kumpel fährt mit Polnischer Zulassung auf den Schwiegervater zugelassen. Problem eins wäre zum Tüv muß er dann wieder nach Tschechien und beim Zoll wird man mit ausländischen Kennzeichen auch gerne gefilzt, vielleicht bei CZ Kennzeichen nicht so.

  • Jepp, du darfst das Auto in D fahren, auch mit CZ-Zulassung. Bei uns im Haus wohnt ein Imbissbudenbesitzer. Seine Tochter fährt ein Fahrzeug mit polnischer Zulassung. Es gab diesbezüglich noch nie Probleme.

  • §§ 1 und 5 IntVO

    §1 (Auszug)

    " 1) Ausländische Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger sind zum vorübergehenden Verkehr im Inland zugelassen, wenn für sie von einer zuständigen Stelle ein gültiger

    a) Internationaler Zulassungsschein nach Artikel 4 und Anlage B des Internationalen Abkommens über Kraftfahrzeugverkehr vom 24. April 1926 (RGBl 1930 II S 1234) oder
    b) ausländischer Zulassungsschein ausgestellt und im Inland kein regelmäßiger Standort begründet ist. "


    §5 (Auszug)

    " Als vorübergehend im Sinne des § 1 Abs. 1 gilt ein Zeitraum bis zu einem Jahr; der Zeitablauf beginnt

    a) bei internationalen Zulassungsscheinen nach dem Internationalen Abkommen über Kraftfahrzeugverkehr vom 24. April 1926 mit dem Ausstellungstage,

    b) bei ausländischen Zulassungsscheinen mit dem Tage des Grenzübertritts. "


    In Deinem Fall würdest Du also spätestens nach 1 Jahr ordnungswidrig handeln.
    Ob die Polizei so etwas kontrolliert, wenn das Auto z.B. regelmässig an der selben Stelle steht, kann ja durch aus auffallen, weiß ich nicht.

    Ausserdem ist zu beachten, dass ausländische Versicherungen eventuell geringere Deckungssummen haben könnten - ganz zu schweigen mit dem Ärger bei einem Unfall.

    Ich würde das Auto an Deiner Stelle regulär in D zulassen und versichern, sicher ist sicher :) .

  • Hey, das ging ja mal richtig fix!! Echt super!! :thumbsup:


    @heckman
    Das Baujahr ist 1974. Fast 40 Jahre alt die Kiste, bin zwar (noch) ein Laie aber mein Opa hat sich immer bestens um den Wagen gekümmert.
    Ich würde sagen einmal neu lackieren und so gut wie neu. ;)


    Eure Erfahrungen haben mir ziemlich Mut gemacht. Der Touareg aus CZ ist natürlich das naheliegenste Beispiel. Aber der Gedanke mit den häufigeren Kontrollen ist schon richtig.


    @ AV P601 deluxe
    So wie ich das aus deinem Auszug erlesen habe, ist es demnach gestattet bis zu einem Jahr in Deutschland zu fahren.
    Das würde ich dann auch nicht überschreiten.
    Wo ich dir wirklich Recht geben muss, und den Gedanken hatte ich mir auch gemacht, ist der mit der Versicherung.
    Das die sich querstellt, bei einem Unfall oder dergleichen.


    Aber ich mein, wenn mein Opa mich mitversichert, ist es dann nicht imprinzip egal wo der Unfall statt findet. Wenn er in Deutschland wäre und einen Unfall baut zahlt die Versicherung doch auch, oder?

  • Wer will denn kontrollieren wie lange das Auto schon in Deutschland fährt? Und mit der Versicherung: Da würde ich mich mit versichern lassen und aus die maus. Wenn dir einer reinfahren sollte bezahlt die gegnerische Versicherung und solltest du einen bauen ist in fast jedem eu land sowieso eine auslandsversicherung mit enthalten. (grüne Versicherungskarte)

  • Dann bedanke ich mich bei euch.


    Werd dann nun am 31.12. (ich hoffe da geht nichts schief sonst fällt Sylvester für mich aus ;) ) mit dem Trabi nach Hamburg fahren und ihn hier bedenkenlos fahren können.


    Vielen dank nochmal für die raschen Antworten!!


    Lg


    CZ-17

  • Wie ich schon im anderen Thread schrieb, sollte Dein Hauptaugenmerk erstmal darauf liegen, den Wagen kennen zu lernen.


    Um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen, lohnt ein blick hier hinein: Kaufberatung. Darin gibts jede Menge Hintergrundwissen und eine Anleitung, einen unbekannten Trabant auf seinen Zustand zu checken.
    Das kann sicher auch in Deinem Fall nicht schaden.


    Bevor Du zur ersten Fahrt startest, solltest Du auch Gewißheit über die Funktionsfähigkeit haben - insbesondere bei den Bremsen kann es nach langer Standzeit sein, daß sie erstmal eine Generalinstandsetzung benötigen.
    Hast Du das Fahrzeug schonmal live gesehen? Läuft der Motor - und wenn ja, wie?


    Ich will Dir nicht die Freude nehmen - aber ich sehe hier jemanden ohne Erfahrung, der als erste Tour eine echte Langstrecke mit unbekanntem Trabant unternehmen will. An einem Tag, wo keiner zu erreichen ist und niemand Lust auf Pannenhilfe hat. Ich vermute, da sollte vorher eine Kennenlernfahrt und davor wiederum eine gründliche technische Durchsicht erfolgen...


    Und glaube mir - mit einmal frischem Lack ist es nur sehr selten getan, bei den betagten Oldtimern...viel wahrscheinlicher sind Rostschäden und eine Generalreparatur der gesamten Technik. ;)

  • Danke!, die Tipps sind wirklich sehr gut und übersichtlich! :thumbup:


    Zur Fahrt:
    Die Fahrt mache ich nicht alleine. Mein Vater fährt mich runter und fährt auch hinter mir, falls etwas sein sollte.


    Zum Trabi:
    Die Bremsen, Motordichtungen, Kolben + Zylinder(+dichtungen) und Reifen hat mein Opa für mich machen lassen.
    Den rest muss ich mal schauen. Wir wollen am 1.1. oder 2.1. (je nachdem wie es uns gehen wird :thumbsup: ) mal zum Kollegen, der hat eine Hebebühne, dann können wir den von unten sehen. Mein Vater ist gelernter Karosseriebauer, macht aber sonst auch schon immer an seinem Wagen und an denen von Freunden Arbeiten selbst. Vertraue ihm da auch 1000%ig.
    Dazu kommt noch, dass mein Opa für 100 Kronen (4-5 €) eine positive Untersuchung von einem TÜV-Prüfer machen lassen hat, ob er den Tüv bestehen würde. Von der Seite hätte ich eigentlich keine Bedenken. So wahnsinnig bin ich dann auch nicht, Sylvester irgendwo im nirgendwo zu verbringen. ^^


    Ich weiß, ich bin erst 20 und schon ein solch altes Auto, welches viel Pflege und Geduld braucht, fahren will, aber es ist einfach mein Traum von dem ich mich auch nicht abbringen lasse.
    Dazulernen kann man immer. ;)


    Lg


    CZ-17

  • Na, dann sind die Voraussetzungen ja schonmal ganz gut.
    Ein gewisses Restrisiko bleibt immer - klar, aber wenn er erstmal fährt und man zusätzlich ein paar typische Ersatzteile (insbesondere für die Zündanlage: Kerzen, Spule, Unterbrecher und Kondensator, aber auch Keilriemen u.a.) dabei hat, wird das schon irgendwie hinhauen.


    Tips für unterwegs:
    Ersatzteile auf der Reise


    Ansonsten - tja, man sollte eine zum Baujahr passende Betriebsanleitung gelesen haben, bevor man losfährt und ein WHIMS sowie ein Grundsortiment (Zangen, Ring- und Maulschlüssel, Schraubendreher usw.) Werkzeug dabei haben.

  • Das mit der Betriebsanleitung ist noch eine sehr gute Idee! Gibt es soetwas eventuell online (PDF)? Ich google sonst eh gleich mal. ;)


    Der Ratgeber ist auch sehr informativ.


    Ersatzteile, müsste ich mal meinen Opa fragen was noch so da ist. Ansonsten werd ich mir grundlegendes noch versuchen zuzulegen, kann ja wie von dir erwähnt, nie schaden. ^^


    Werkzeug hat mein Vater alles in seinem Auto sowieso immer mit. :rolleyes:

  • Super danke!


    Hab grad gelesen:


    Profiltiefe mindestens 1,0 mm. ^^
    Na da waren sie früher wohl ganz schon wagemütig, was?
    Das sind ja schon fast Slicks. :rolleyes:


    Naja, ich werd die nächsten Tage wohl mal bischen zu lesen haben.


    Vielen Dank nochmal an euch alle! :thumbup:

  • Als Neuling kann man solche Sachen auch mit dem Trailer machen. :) Aber gut, wenn er verkehrssicher ist, warum nicht. Ein Erlebnis wird es allemal.


    Bedenke bitte auch bei einer eventuellen Nachtfahrt, die Ausleuchtung einer 6Volt Anlage. Als Neuling sicher Gewöhnungssache.
    Ansonsten gute Fahrt und mach mal ein paar Bilder.

  • Ne den Spaß wollte ich mir nicht entgehen lassen. Klar ist ein wenig risikoreich aber das muss jetzt sein. :)


    Ne Nachtfahrt wirds nicht. Wir fahren um 8-9 Uhr Morgens los. Hoffe, dass ich dann spätestens zwischen 17 - 18 Uhr zuhause bin. Man weiß ja auch nicht, wie der Verkehr sein wird.


    Insgesamt sind es 550 Km.


    Klar, sobald ich ihn vor mir hab mach ich ein paar Fotos. Aber wie schon gesagt, der Lack ist nicht mehr der neuste. Ansonsten ist er Optisch (Stoßstange, Innenraum, usw) gut erhalten.

  • Haha! :traeumweiter: Wenn Ihr erst so spät losfahrt, werdet Ihr das in der Zeit nicht schaffen, glaube mir! Ich habe meinen Wartburg aus dem 500km entfernten Chemnitz geholt. Wir sind morgens 5:30 Uhr losgefahren und waren am nächsten Morgen um 2:00 Uhr Zuhause. Und das auch nur, weil wir unterwegs nur leichte Pannen, die mit "erweiterten Bordmitteln" zu reparieren waren, hatten. Deine Zeitvorgabe ist utopisch, glaube mir! ^^


    ( Das gilt natürlich nur wenn, wie ich es jetzt verstehe, sowohl die Hinfahrt aus Hamburg als auch die Rückfahrt gemeint sind. Wenn Du nur die Rückfahrt nach HH meinst, könntest Du es schaffen ;) )

  • Also jetzt mal vom technischen abgesehen, sehe ich hier rechtliche Probleme.....


    Unter anderen eine Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung, weil Du als hier lebender mit einem Fahrzeug rumfährst, was im Ausland gemeldet, versichert unt versteuert wird..........


    Und was den Tuareg u.a. betrifft, das sind Firmenzulassungen, da gelten u.a. auch andere Regelungen....


    Zumindest sind mir ähnliche Konstellationen schon in anderen, auch rechtlich bewanderten Foren, untergekommen, und das war nicht so einfach. Ich will DIr den Spaß nicht verderben, aber hier würde ICH mich SEHR GENAU nochmal bei den entsprechenden Stellen erkundigen..... Im Zweifel einfach mal tiefgreifend googlen.... Will also jetzt nicht sagen, dass es gar nicht geht, hat mich auch noch nicht selbst betroffen, aber Vorsicht ist halt besser als Nachsicht....


    PS: Hab mir den oben zitierten Gesetzestext mal durchgelesen, das sollte gelten, wenn der HALTER mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, z.B. bei Pendlern. Von Abweichenden Fahrern/Haltern steht da nix.....

  • @IFA Alex


    Damit ist nur die Rückfahrt gemeint. ^^ Hinfahren werden wir schon am 26., und das auch nicht mit dem Trabi. :)


    Chemnitzer


    Auch wieder wahr. Da muss ich mich morgen nochmal genauer einlesen. Sonst ruf ich halt bei meinem Anwalt an, der soll mir das dann mal erklären.


    Trozdem danke für den Hinweis!! :thumbup:




    Lg


    CZ-17