Kleber/Dichmasse alles lose !?

  • Hallo,


    ich bin derzeit dabei meinen Trabi wieder herzurichten nachdem mir einer in das gute Stück reingefahren ist.
    Nun habe ich beim demontieren der vorderen rechten pappe gemerkt das der kleber garnicht mehr klebt !? Ich habe die schrauben des Kotflügel entfernt und schon viel die Pappe ab...
    Desweiteren läuft mir bei Regen Wasser ins Auto ( kommt durch die Regenrinne an der Dachhaut ). Jegliche Klebe oder Dichtmassen sind knüppelhart und nichts hält mehr !?
    Was wurde denn da nur verwendet ?? Auto ist von 1989.
    Sikaflex 221 ist füe alles verwendbar oder (kleben / dichten) ?


    Viele Grüße und einen angenehmen Abend ?(

  • Mich wundert es nur sehr !
    Ich habe es bis jetzt nie bei meinen Trabis erlebt das der kleber/dichtmasse so aushärtet das die pappen von selbst abfallen....
    Die Klebereste gingen mit einem Heißluftfön auch spielend leicht ab, wenns auch eine staubige Angelegenheit war...

  • Ich musste bei meinem 89er auch bei einem Kotflügel richtig kämpfen, die anderen 3 gingen aber auch sehr leicht ab. Aber nicht so, dass sie abgefallen sind, da musste schon ein wenig nachgeholfen werden mit einem Spachtel. zum ankleben benutze ich Korroflex, gibt es beim Karosserieschutzdepot in verschiedenen Farben. Ist dauerelastisch, überlackierbar, schrumpft nicht und hat eine johe Festigkeit. Wenn du Feuchtigkkeit an den Dachholmen hast, dann muss dein Dach runter, gucken ob der Rahmen noch rostfrei ist, ggf. neue Bleche einschweißen und dann neu verkleben.


    Ralle

    wenn's gekracht hat.... RS Sachverständigenbüro Göttingen


    ...wir bringen ihr Auto ins rollen... RS Automobile Göttingen

  • Die Pappen kommen vermutlich mit Kleber und Grundierung gefallen. Die Regenrinne würde ich mit Dichtmasse abdichten, aber nicht mit Flexkleber ankleben.

  • Mein Dach hab ich an der Winterhrue mit Nahtabdichtung zu geschmiert, hält seit Oktober, vorher hatte ich bei Regen Wassereinbruch an den B-Säulen

    „Die Zensur ist das lebendige Zeugnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

    (Johann Nestroy)


  • Wenn ich also das dach runternehme, macht es dann sinn es danach mit Sika 221 einzukleben und anschließend zu verbördern ? Dann müsste es ja dicht sein...

  • Hallo,


    ja, das kannst du machen. Aber vorher auf das Blech ordentlichen Lack machen, sonst fängst du irgendwann nochmal an.


    Liebe Grüße
    Marius

  • Ich habe heute mal angefangen das Dach aufzubördeln und irgendwie scheint es mir das es der Karosserie ( also das Blech was ich dadurch stark verbiegen muss ) garnicht gut tut, abgesehen davon das die Farbe im hohen Bogen weg springt.


    Bin mir nun unsicher ob ich es nun wirklich ab

  • Biege nicht alles auf einmal, sondern in mindestens 3 Durchgängen. Dann hält sich die Materialdehnung in Grenzen.

  • Die Aussenhaut des Trabant ist der eigendlich tragende Teil der Karosserie und wird deshalb so fest wie möglich mit dem leicht zu verbiegendem Blechrahmen verbunden. Nach meinem Kenntnisstand wurde dafür deren 2Komponentenkleber EP2 verwendet. Knochenhart. Und das heißt, nach fest kommt ab. Und dann geht Wasser durch. Im Reparaturbereich verwendeter flexibler Karosserieklebstoff hält zwar länger den Karosseriebewegungen stand, aber die Karosserie arbeitet stärker. Sieht man an nicht mehr schließenden Türen im aufgebocktem Zustand.
    Beim Ankleben sollte man also sicherstellen, das der flexible Kleber so dünn wie möglich wird, dafür aber sehr breit klebt. Also Karosserieteile so gut wie möglich anpassen, entfetten, entfetten, entfetten entfetten und gut grundieren, nochmal entfetten (BEIDE SEITEN) und lange Aushärtzeit vor erneuter Bewegung der Karosserie.
    Dach einfach nur nachdichten ist Pfusch. Wenn der Rost an den Holmen schon durchdrückt, dann runter. Die Bördelkante nur auf senkrecht mit der Kneifzange aufbiegen, Niete hinten raus, auch die meist drinbleibende Hülse, Dach mit leichten Schlägen von unten lösen. Rosteparatur, evtl auch durch Austausch von Blechstücken. Kleben sollte dann fix gemacht werden, mindestens zu zweit. Vorher nochmal anpassen, alles bereitlegen. Kleberauftrag, Dach rauf, mehrere Spannzangen setzen, hinten nieten, ein Abschleppseil höhe B-Säule umwickeln und von unten mit einem Knebel spannen, so das der Rahmen nicht nach außen weg kann und dann mit Hammer und Handstück die Kante wieder zubördeln. Schweißtreibend :-)
    Die Kante wird nie wieder so schön wie ab Werk, ist aber egal, wird ja von der Dachleiste verdeckt
    Viel Spaß ;-)

  • Die Aussenhaut des Trabant ist der eigendlich tragende Teil der Karosserie und wird deshalb so fest wie möglich mit dem leicht zu verbiegendem Blechrahmen verbunden. Nach meinem Kenntnisstand wurde dafür deren 2Komponentenkleber EP2 verwendet. Knochenhart..............................

    Sehr gute erklärung, vielen Dank !


    Habe das Dach nun runter und muss sagen die Karosse ist schon gut angerostet... naja.... ich werde es so gut behandeln wie mir möglich.


    Kennst einer von euch Rostegal ? Soll ein superzeug sein... aber keine Ahnung


    Wie würdet ihr den Rost behandeln ? möglichkeiten zum sandstrahlen habe ich leider nicht.

  • irgendwie kann ich meinen Beitrag von vorhin nicht bearbeiten....


    Wollte noch fragen ob ich beim wegschleifen dieses vemutlichen EP2 klebers irgendwas beachten muss... kann ich den einfach mit der Bohrmaschinendrahtbürste abschrubben oder ist der mit irgendwelchen giftigen fasern o.ä. versehen ? Wäre auch nicht so toll wenn der dann schmilzt... sieht irgendwie aus wie Pattex


    Oder bekommt man den auf einfachere weise weg ? Die ganze Dachkante ist damit geflutet und teilweise bombenfest

  • Eine Variante ist das Warmmachen des Blechstücks, wo das Zeug anhaftet mit der Warmluftpistole, die andere Möglichkeit ist sehr staubig, abschleifen mit der rotierenden Drahtbürste. Giftig? Hm. Aus heutiger Sicht immer ;-)
    Rostumwandler wandelt Rost nicht in Blech zurück. Abschleifen, Rostreste mit Roststop am weiterrosten behindern, und zu dünne Stellen Blech neu einschweißen

  • War bei mir nach dem Sandstrahlen stellenweise noch vorhanden. Ich hab das zeugs mit Stemmeisen und Hammer vorsichtig abgeschält.

    „Die Zensur ist das lebendige Zeugnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“

    (Johann Nestroy)


  • Sandstrahlen solltet ihr Euch einfach mal abgewöhnen. Die ganze Karosserie voll wasserziehenden Strahlsand, bsonders in den Hohlräumen, Blech dünn und oft verbogen und da, wo der Rost ursprünglich entsteht, nämlich zwischen den punktverschweißten Blechen, kommt der Sandstrahl nicht hin. Völlig falsche Methode zum instandsetzen von Karosserien. Dazu werden obendrein noch intakte Karosseriepartien von ihrem nicht mehr ersetzbaren werksseitigem Schutz beraubt

  • Pauschale Aussagen wie: "abgewöhnen" helfen da überhaupt nicht.
    Das ist immer eine Einzelfallentscheidung, alles strahlen oder nur einen Teil. Und vor Allem ist es wichtig, das jemanden machen zu lassen der weiß was er tut.
    Hohlräume lassen sich ausblasen, zumal da sowieso immer Dreck drin ist der raus muss. Und wenn vor dem Klempnern gestrahlt wird, ist auch so mancher Hohlraum danach noch mal offen.
    Welcher "nicht mehr ersetzbare werksseitige Schutz"? Der welcher so gut gewirkt hat, dass überhaupt Rost da ist?
    Offene Flächen bekommen eine anständige EP-Grundierung, Innenräume werden bei mir mit Sanders-Fett behandelt. Das kriecht auch in die Falze, mit der Zeit.
    Ich habe genügend Trabanten gesehen die nach einer "Rostbehandlung" mittels schleifen nach 2 Jahren wieder blühten.
    Auch die sogenannten Neuteile bringen schon ordentlich Rost unter ihrem schwarzen Schutzlack mit, selbst die strahle ich vor dem Einbau. Dann passen sie nämlich noch in de Kabine. ;-)
    Also möchte ich darum bitten, keine Methode vorab zu verteufeln, manchmal muss es etwas rigoroser sein um dauerhaft ein schönes Auto zu bekommen.