AutoClassic

  • Ich hatte sie gestern im Kasten.


    Nunja...ein wirklicher Vergleichstest ist es nicht. Man zählt einige Fakten zu den Typen auf. Ein relativ ranziger 1990er Universal, ungepflegt, matt-panamagrün mit schwarzer Front, der assieht, als müßte ihn sein Besitzer fahren ohne das wirklich zu wollen.


    Käfer, Ente und Morris sehen allesamt besser aus, da restauriert oder zumindest in ordentlichem Pflegezustand. Und sie sind - logischerweise - auch alle deutlich früheren Baujahres.


    Daß man nebenher erfährt, der vorgestellte Trabant sei wassergekühlt und habe 23PS, paßt recht gut ins bisherige Bild des Heftes.
    Unter der Adresse www.Trabant-Forum.de verweist man auf das "wohl umfangreichste Trabiforum im Internet". Der Link führt zum quasi scheintoten Forum www.trabi.net von Oliver Pfeiffer...


    Fazit:
    Mal wieder nett gemeint.
    Mal wieder am eigenen Mittelmaß gescheitert.
    Mal wieder unsere Skepsis bestätigt.


    Ja, es gab auch schon Schlimmeres - aber es wurden mal wieder Äpfel neben Birnen gestellt. Es hätten sich auch restaurierte Mitt-70er Kandidaten gefunden die neben ihren Westkollegen wenigstens in ordentlichem Erscheinungsbild aufgetreten wären. Statt dessen wählte man einen, der von vornherein durchs ungepflegte Erscheinungsbild den Kürzeren ziehen mußte (sollte?).


    Und zu den Fotos kan ich mit Fug und Recht behaupten:
    Meine Mitzieher sind besser. Bei Käfer und Morris sieht man es besonders gut, wie der kontinuierliche Autofokus zwar funktioniert, der Fotograf aber offenbar Probleme mit der Meßfeldauswahl und dem Perspektivwinkel hat. Die Frontpartien halbscharf, der Rest völlig unscharf.
    Das muß man lange üben - ich hab (als Laie ohne Foto-Ausbildung) etwa eine Trefferquote von 5-10%. Aber man sollte dann wenigstens so ehrlich zu sich selbst sein, die Mißgriffe in den Papierkorb zu werfen anstatt sie an die Zeitung zu verhökern...
    Das nur am Rande...

  • Ohje, welcher Kollege hat das denn verzapft? Mir schwant scheußliches.....Ich für meinen Teil kann in Sachen Ostfahrzeuge nunmal nicht mehr als anbieten, aber wenn's halt nicht gewünscht ist... Insofern wasche ich meine Hände in Unschuld ;-)


    Gruß,
    Freddy


    Nachtrag: Es könnte doch durchaus einen Grund haben, warum das Pappenforum nicht angegeben wurde, oder? ^^

  • Eins muß man dem Autor Wolf Bruns zugute halten:
    Er hat tatsächlich festgestellt, daß es auch ohne blaue Abgasfahne geht...


    Das ist selten.


    Durchaus lesenswert ist übrigens auch der Vierseiter von Frank Wündsch über einen Wartburg 313-Sport, der seit 1957 in Erstbesitz aktiv gefahren wird.

  • Mahlzeit,
    ich hole das alte Thema mal hoch :


    Auto Classic 02/2012
    Seite 12 Panorama
    "Happy Birthday, Murmel!"
    50 Jahre Trabant 600.
    Kleiner Artikel mit Foto.
    :thumbup:

  • Ja, besonders gut fand ich den Hinweis, daß die Tankerei beim Trabant 600 sehr umständlich war, weil man das Gemisch von Hand zubereiten mußte...dazu gibt's quasi als Beweis ein neuzeitliches Foto von Achim M. aus SFA, wie er gerade seine Murmel betankt udn mit der Ölpulle hantiert.


    Die schreiben wirklich, wie's ihnen gerade ankommt...und flächendeckend vorhandene Gemischsäulen erscheinen offenbar unvorstellbar.

  • Ja, tanken ist ja wirklich sehr umständlich und schwierig. Auf dem Netz gibt's ja auch ein schönes Beweisvideo dafür: http://www.youtube.com/watch?v=07w8aNgyyjM :thumbsup:



    Nö, mal im Ernst. Eigentlich geht's ja ganz einfach und in wenigen Minuten. Ich persönlich habe eine alte tschechische Ölflasche mit schöner Skalierung als "Messbecher" (Vorteil: kann man verschliessen und es kommt kein Dreck rein). Die liegt im Motorraum neben der Batterie zusammen mit einer Halbliter-Flasche aus dem 20l-Kanister abgefüllten 2T-Öls. Im Kofferraum ist ein kleiner Milchkasten mit 6 weiteren solchen Flaschen (passt schön zwischen Reserverad und Kotflügel). Pro 5 Liter fehlenden Gemischs kommt 1dl Öl in den Tank und dann der Sprit.

  • Also manche leute haben Probleme :überraschung:
    wenn ich "getankt" kann das mit dem tanken vielleicht mal dauern :2Kumpels:


    EDIT: schaut euch die letzten 10 sek. :verwirrt: :verwirrt: an !!!

  • Also ich find den klasse, selten derart in sich stimmige Videos gesehen. Angefangen vom Wiener Schmäh (oder wie auch immer man das schreibt) bis hin zum T-Shirt mit aufgedruckter Krawatte. Gilt übrigens für alle seine Videos.
    Bei diesem Video stört mich nur ein wenig, das gewisse Dinge ein wenig zu knapp erklärt wurden. Das öffnen des Tankdeckels, Öl aus dem Kofferraum holen um nur 2 Beispiele zu nennen. Weitere unbeantwortete Fragen:
    Wieviel ml Benzin muß ich vor dem eigentlichen Tanken erstmal über den Motor gießen?
    Gibts so ne Tabelle (100ml auf 5 Liter Benzin, 300ml auf 10 Liter) auch irgendwo zum Download und was ist wenn ich 20 Liter tanken muß und meine Messflasche zu klein ist?


    Aber der Kollege ist ja noch jung, hat noch genügend Zeit dese und weitere Fragen per Video zu beantworten...


    Chrom

  • Hallo,
    AutoClassic 01/2013 :
    Kleinwagen der 50er - 80er Jahre.
    P 50 - als klassischer Ost-Kleinwagen und Schnäppchen kurz vorgestellt.
    Vorschau für Heft 02/2013, 04.02.2013 :
    Kaufberatung P 601
    MfG thomas

  • Quote

    Die schreiben wirklich, wie's ihnen gerade ankommt...und flächendeckend vorhandene Gemischsäulen erscheinen offenbar unvorstellbar.


    bei uns gibts die nirgends.
    okay ab und an mal mit so muenzen wobei jede muenze fuer ne halben liter steht (is fuer mopeds gedacht)
    da stell ich mich wohl kaum davor und tanke halbliterweise....
    da brauch ich ja stunden

  • Hab die aktuelle Ausgabe nun bei mir liegen. Tja - Freddy mußte die Kaufberatung auf insgesamt 4 Seiten unterbringen, wovon deutlich über 50% noch für Fotos und Info-Kästen verbraten wurden. Darum habe ich ihn nicht beneidet - wie ich oben schon schrieb.
    Ich sag's mal so: alles Wichtige ist drin - der Grundtenor ist positiv. Manche Formulierung kam mir irgendwie bekannt vor - und die Redaktion hat sich Mühe gegeben, den Autorentext dann doch noch ein bißchen in die typische Trabbbbi-Ecke zu schieben, was aber im erträglichen Rahmen geblieben ist. Gefreut habe ich mich über die nochmals deutlich gemachte Rost- und Konservierungsproblematik. Na, und mein Foto von Wünschs Nullserie ist auch drin. ^^


    Alles in allem:
    Ein Ersatz für die große Kaufberatung ist es nicht - aber das sollte und kann es ja auch nicht. Als groben Leitfaden ist sie zu gebrauchen, ob sich dafür wiederum der Kauf einer Zeitschrift für 4,20€ lohnt, wenn es eine deutlich ausführlichere Variante im Netz kostenfrei gibt, steht auf einem anderen Blatt.


    Auf jeden Fall hat es der Trabant damit wieder mal in die Oldtimerpresse gebracht - und das ist positiv, zumal auch nur sehr ordentliches Fahrzeugmaterial für die Fotos verwendet wurde. :thumbup:

  • Danke für die Blumen ;)


    Eine Kaufberatung in einem Magazin kann und soll meiner Meinung nach nur einen groben Eindruck darüber verschaffen, was einen beim Kauf eines bestimmen Autos erwartet – nicht mehr, nicht weniger. Das Heft wird ja zu einem großen Teil von Leuten gekauft, die eben nicht knietief in der Ostmobil-Welt drinstecken – auch deshalb habe ich mir erlaubt, das Thema mit deutlich weniger Ernsthaftigkeit anzugehen, als "alte Hasen" vielleicht erwarten würden. Das mache ich übrigens bei allen Autos so, nicht nur beim Trabant. Die Redaktion hatte mit dem Text nicht das geringste zu tun ;)


    Hier gibt's den Artikel mit reduziertem Bildmaterial; das Heft könnt ihr über die Homepage bestellen: http://www.autoclassic.de/zeitschriftenartikel-9456.html


    Zum Fahrzeugmaterial: Der grüne 601er wurde mit originalen 10.000 km auf dem Zähler über Jahre durch die Südpfalz geschoben, und stand sich in verschiedenen Hallen die Räder platt, bis der jetzige Besitzer ihn kaufen konnte. Was der Grund war, wieso er seinen 1.1er Uni loswerden wollte – und der gehört ja jetzt mir^^


    Gruß,
    Freddy

  • Ist Manfred Prautsch der Trabant-Papst persönlich?


    Und ich dachte, die neuen alten Lenkräder seien qualitativ hochwertig?

  • Das sind zwei Dinge, die ich auch nicht so richtig kapiert habe. De nachgefertigten Lenkräder kommen weder aus Ungarn noch sind sie von schlechter Qualität.


    Nunja - und nach den jüngsten Qualitätsdiskussionen zum Thema Motor hätte ich ggf. auch auf Werbung verzichtet...

  • @Ennartz1902: Sicher nicht mehr oder weniger als alle anderen, die mit Trabant-Schrauberei Geld verdienen – warum fragst Du?


    Wenn ihr grobe Fehler findet, schreibt bitte einen Leserbrief!