Original Sitzbezüge Trabant, 25 Jahre später

  • Hallo,


    ich bin immer ganz stolz mit meinen original Sitzbezügen im Trabant rumgefahren und habe mich gefreut soetwas zu besitzen.
    Nun, 25Jahre später (gehe mal davon aus, das die Bezüge so alt sind, ich selbst habe sie nun 10 Jahre) finde ich jedesmal beim Auto aussaugen so komische krümmel unter und hinter den Sitzen.
    Jetzt habe ich die Bezüge mal abgenommen und siehe da, dass ganze Schaumstoffzeugs (ich hoffe mal nicht Asbesthaltig....) hat sich komplett aufgelöst und mein ganzes Auto verseucht !?
    Vor einem halben Jahr war da noch nichts, wieso lösen die sich plötzlich auf ?
    Was genau ist das für ein Material, was sich plötzlich und unerwartet im wahrsten Sinne des Wortes verkrümmelt ?


    Komm ich nicht drüber weg, wenn das mit der Zeit immer schlimmer geworden währe, aber so ?
    Das Schaumstoff in den Sitzen zerlegt sich doch auch nicht, oder sitze ich bald auf dem Boden ?


    Tjaja..... werde nun noch eine runde drüber nachdenken, hab ja ausnahmsweise nichts anderes zu tun.

  • Na das kann auch aus den normalen Sitzbezügen kommen. Meine aus den 70ern lösen sich auch mehr oder weniger auf. Der Polsterschaum an sich hält, nur die Bezüge haben ne Art Verstärkung aus Schaumstoff und die zerbröselt mit der Zeit. Ob das auch bei neueren Bezügen so ist, weiß ich allerdings nicht.

    Matt ist das neue Hochglanz
    Zwei Zylinder, zwei Takte und ein Mikuni: da geht was! :thumbsup:

  • Auch die Schaumgummieinlage der ganz späten Iltis-Rekord-Bezüge zerbröselt. Sogar bei Nichtbenutzung und guter Lagerung. Das Material ist leider nicht besser...


    Warum allerdings schon wieder vom Asbest angefangen wird erschließt sich mir nicht ganz - so feuergefährlich dürften nur die wenigsten Darmgase sein, daß asbesthaltige Sitzbezüge notwendig würden... :grinser:

  • Deluxe


    Keine Ahnung, in den 90ern wurde doch so eine verunsicherung um Asbest gemacht und gesagt, das es im Osten überall drinne sei.
    Naja, im Westen war es wohl auch nicht besser.... keine Ahnung was nun richtig oder falsch ist um die Sache, aufgrund fehlender Ahnung will ich mich darüber auch nicht weiter äusern

  • Genau, der "Westen" war auch nicht besser... ICC. Und jaklar war Asbest überall im "Osten" drin, nur wurde der Palast leider in "Siegermanier" abgerissen, wohingegen erstgenanntes Bauwerk saniert wird/wurde.


    Warum du aber Asbest in den Sitzen vermutest, erschließt sich mir nicht. Schließlich wurde das Zeug für die Erhöhung der Hitzebeständigkeit von Stahl verwendet.

    :aicke: TRABANT - mehrfach Alpenerprobt
    Wos´n doa loooohhhhs??? :aicke:

  • Na klar - im Osten war überall Asbest...überall Asbest...erinnert mich irgendwie an den Westonkel Heinz in "Sonnenallee" - was haben wir gelacht damals... :grinsi::grinsi:
    Der hat die Wände bei der Ostverwandtschaft abgeklopft und murmelte dauernd "Asbest - überall Asbest" und ist zum Filmschluß dann gestorben - an Lungenkrebs... :lach::lach:


    Nur zur Sicherheit:
    In der DDR waren Rohstoffe allgemein ein knappes Gut, das man sparsam einsetzte. Das was aus den Sitzbezügen krümelt ist enfacher Schaumgummi, der leider nur etwa 20 Jahre hielt.

  • ...nur wurde der Palast leider in "Siegermanier" abgerissen, wohingegen erstgenanntes Bauwerk saniert wird/wurde.


    Wie unterschiedlich doch die Sichtweisen sind:

    Quote

    Als nach der Wende absehbar war, dass europäische und bundesdeutsche Arbeitsschutz- und Gesundheitsnormen auch für die DDR Geltung haben würden, wurde der Palast am 19. September 1990 auf Anweisung der Volkskammer geschlossen.


    Die hätten es als erstes in der Hand gehabt den Bau zu erhalten.


    Quote

    Zwischen 1998 und 2003 entsorgten Spezialfirmen den im Baukörper vorhandenen Asbest. Der Auftrag dafür wurde für eine Pauschalsumme von 35 Mio. Euro vergeben. Während der Asbest-Entsorgung musste die gesamte Inneneinrichtung entfernt werden; danach befand sich der Baukörper im Rohbau-Zustand. Die Entsorgung wurde jedoch so ausgeführt, dass danach sowohl ein Abriss als auch eine Sanierung möglich waren.


    Quote

    Als einziges Mitglied der Expertenkommission Historische Mitte Berlin gab Bruno Flierl ein Votum gegen den Schlossneubau und für den Erhalt des Palast der Republik ab.


    2003 war dann die letzte Chance zu intervenieren.
    Das sind nach meiner Rechnung fast 13 Jahre, wo den Palast, die Verantwortung und die Kosten keiner haben wollte.
    Die paar Untermieter in dem verbleibenden Zeitraum haben den Unterhalt ja nicht mal annähernd eingespielt.
    Dabei vor Allem nach der verstrichenen Zeit von "Siegermanier" zu reden, misfällt mir doch erheblich.

  • Sorry, aber das ist womöglich eine Frage des Standpunktes und das könnte man wörtlich nehmen. ;)


    Außerdem ist Faserzement nicht gleich Faserzement - da gabs sehr wohl Unterschiede zwischen West- und Ostproduktion und wenn ich allein an die Bühnentechnik denke, die da vernichtet wurde, wird mir persönlich noch heute schlecht. Ich war als Kind 2 mal drinnen - ich lebe heute noch und habe keinen Krebs! Wohl aber typische Krankheiten der Neuzeit: Bluthochdruck, Stress, Schäden an Leib und Leben durch unser heutiges Essen...
    Zumal... solang man Faserzementplatten sauber verbaut hat und nicht dran herum bohrt passiert da nix. Mein Onkel hat die Platten als Welldachdeckung sein Lebtag als Dachdecker in der DDR verbaut - auch der hat bis heute keinen Krebs und er ist mittlerweile etwa 70 Jahre alt.


    Kurz solang man nicht dran leckt oder kratzt und schnüffelt sind die Platten nicht schlimmer als Baumarkt Werkzeug aus China oder Erdbeeren aus Spanien und das ist alles noch immer erlaubt obwohl man weis wie schädlich es ist.


    Aber eh ich mich in Rasche rede hör ich lieber auf und mach n Bogen um das Thema... :(