Batterie nach 18km leer / Amperezahlen / Batterieladegerät

  • Hi Leute,


    gestern morgen wollte ich zur Arbeit fahren und mein Wagen ist nur ganz knapp angesprungen. (Schwache Batterie) Dann bin ich 18km gefahren (ohne Licht und Musik) und nachdem ich ihn 6 Stunden stehen gelassen habe, sprang er nicht mehr an. Danach habe ich Starthilfe bekommen, bin nach Hause gefahren und habe ihn zwei Mal hintereinander starten können - Ohne Probleme.
    Heute morgen war die [lexicon]Batterie[/lexicon] ganz tot. Sie ist erst zwei Jahre alt und ich fahre spätestens alle zwei Tage mit dem Trabbi.


    Nun habe ich die Kammern der [lexicon]Batterie[/lexicon] ein ganz wenig aufgefüllt - Die Stäbchen waren fast komplett mit Wasser bedeckt - so wie es sein soll.


    Nun meine Fragen:


    1. Was meint ihr, warum die [lexicon]Batterie[/lexicon] leer ist? Die Lichtmaschine lädt, das hat mir der Mann aus der Werkstatt gesagt.
    2. Wie viel Ampere dürfen beim Trabbi mit ausgeschaltetem Motor fließen?
    3. Nachdem ich die [lexicon]Batterie[/lexicon] ans Ladegerät angeschlossen habe, war die Anzeige anfangs auf 9 ampere. Nach ein paar Minuten sogar schon auf 4 Ampere. Laut Anweisung des Ladegerätes ist die [lexicon]Batterie[/lexicon] voll, wenn das Amperemeter ganz rechts (gegen 0) steht.



    Vielen Dank im Voraus! Ich zähl' auf euch!


    Mfg

  • Bei abgeschalteter Zündung und Motor darf eigentlich garnichts fließen.
    Kriechströme bei gezogenem Zündschlüssel sind mir ehrlich gesagt beim Trabant unbekannt, sofern am Kabelbaum nichts geändert wurde. Das Zündschloß trennt zuverlässig.
    Was dein Ladegerät anzeigt, ist völlig in Ordnung.
    Ich würde mir in erster Linie Gedanken um die Ladespannung machen.
    Was zeigt das Multimeter im Leerlauf an der [lexicon]Batterie[/lexicon], was bei erhöhter Drehzahl und was im Stillstand?

  • Nach eurer Hilfe denke ich, dass die [lexicon]Batterie[/lexicon] schrott ist.


    Es fließen 0 oder 0,01 Ampere bei ausgeschalteter Zündung.
    Die [lexicon]Batterie[/lexicon] gibt bei ausgeschaltetem Motor nur 11,8V ab, ist also total leer. Ich bekomme ihn so nicht mehr gestartet. Muss ich morgen mal mit Starthilfe alles durchmessen.


    Nachdem ich sie vier Stunden geladen hab und ich das Multimeter angehalten habe, waren nach einer Minute von 13,6V nur noch 13,2V da. Die ist doch eindeutig kaputt, oder?


    Mfg

  • Hi,


    nicht unbedingt, 11,8v reichen im normalfall. Mess mal die Spannung beim Startvorgang. Würd mich interessieren auf was die absinkt.


    MfG pappenheimer

  • Hi,


    auf den Säurestand der [lexicon]Batterie[/lexicon] solltest Du genau achten. Leider ist der beim Trabant nur schwer zu prüfen, weil die Haube verhindert, das man in die geöffneten Stopfen der [lexicon]Batterie[/lexicon] reingucken kann. Also zur Prüfung die [lexicon]Batterie[/lexicon] am besten ausbauen. Findige Faultiere nehmen Muttis Schminkspiegel zum reinlinsen. Geht aber nicht wirklich gut. Also besser ausbauen. Weil's nicht so eben schnell gemacht ist, unterbleibt die Prüfung aber leider gern. Blind nachfüllen ist auch ganz schlecht. Also alle sechs Monate mal ausbauen und prüfen.

    Säurestand


    Starterbatterien mit Stopfen besitzen Füllstandsmarken, anhand derer der korrekte Säurestand abgelesen werden kann:


    [Blocked Image: http://www.microcharge.de/privat/bilder/foren/saeurestand.jpg
    Säurestand richtig ablesen: Linke Zelle in Ordnung, rechte Zelle zu niedrig


    Ladespannung


    Wenn der Säurestand in Ordnung ist, sollte die Ladespannung bei laufendem Motor gemessen werden. Immer direkt an den Batterieklemmen messen! Die Spannung soll bei Drehstromlima-Standardreglern im Leerlauf zwischen 13,8 und 14,4V liegen. Zur Messung sind zunächst mal alle Verbraucher abzuschalten und der Motor soll im Leerlauf drehen. Gemessen wird mit einem handelsüblichen Digital-Multimeter. Die kosten wenig und ermöglichen meist recht genaue Messungen.


    Dann sollte die Ladespannung bei mittlerer Drehzahl ohne Last gemessen werden. Die Spannung darf dabei bis zu 0,3V ansteigen.


    Schließlich sollte noch die Ladespannung bei mittlerer Drehzahl unter Last gemessen werden. Also Licht einschalten und Motor auf 2.000 bis 3.000 U/min bringen. Bei dieser Messung wird die Spannung meist etwas einbrechen. Sie sollte zwischen 13,7 und 14,5V liegen. Wenn das der Fall ist, wird von Seiten der Lichtmaschine alles in Ordnung sein.

    Klemmenspannung


    Die Klemmenspannung einer Starterbatterie ohne Lade- oder Entladestrom sagt leider fast gar nichts aus. Wenn man die Klemmenspannung einer Batterie mißt, die eine Minute vorher vom Ladegerät getrannt wurde, misst man quasi die Säuredichte in der Grenzschicht zwischen Bleigitter und Elektrolyt. Da zuvor geladen wurde, wird die Säuredichte in dieser Grenzschicht noch merklich erhöht sein und somit keinerlei Aussage über den Batteriezustand zulassen. Erst frühestens eine Stunde nach Abschaltung von Last bzw. Ladegerät kann man die Ruhespannung einer Batterie messen und erhält dann über den Umweg der Säuredichte den ungefähren Ladezustand:


    [Blocked Image: http://www.microcharge.de/privat/bilder/foren/ladezustand_ueber_zellenspannung.jpg

    Säureheber


    Beim messen der Säuredichte über die Klammenspannung muß man aber beachten, daß in der Regel nie alle Zellen einer Batterie über dieselbe Säuredichte und damit Spannung verfügen. Da man aber nur die Summenspannung messen kann (man kommt in der Regel nicht an die Zellenverbinder heran, die nur bei alten Batterie offen liegen), weiß man nie, ob eventuell einzelne Zellen mit ihrer Säuredichte stark abweichen. Die Messung der Batteriespannung kann daher auch ganz prima in die Irre führen. Im Zweifelsfall daher immer mit einem Säureheber die Säuredichte jeder Zelle einzeln nachmessen:


    [Blocked Image: http://www.microcharge.de/privat/bilder/foren/sauereheber.jpg]


    Ansonsten kann ich nur feststellen, daß Batterieprobleme beim Trabant mit 12V Drehstromlichtmaschine sehr selten sind, weil der Trabant im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen wegen seiner spartanischen Ausstattung der [lexicon]Batterie[/lexicon] im geparkten Zustand keinen Strom entnimmt und daher die [lexicon]Batterie[/lexicon] sehr schont. So erklärt sich auch die in der Regel sehr hohe Lebensdauer einer 12V-Starterbatterie von bis zu 10 Jahren im Trabant. Jedenfalls wenn man sie pflegt (Säurestand!).


    Grüße, Tom

    Edited once, last by TomR. ().

  • @
    TomR.


    Tolle Arbeit dein umfangreicher Beitrag.
    Wenn du gestattest, kopiere ich den Beitrag auf meinen Stick in meine Trabant-Dokumentationen.


    Fehlt nur noch der Hinweis, dass an wartungsfreien Batterien keine Kontrollen des Säurestandes möglich und notwendig sind.
    Hajo

  • Naja, notwendig wäre die Kontrolle des Säurestandes auch dort, nur leider ist sie wegen der fehlenden Verschlussstopfen nicht möglich. Mit "wartungsfreien" Starterbatterien ist es genauso wie mit tausend anderen Produkten, bei denen die Herstellern den Kunden erzählen "Hey, wir haben was ganz tolles neues, wo Du Dich um nichts mehr kümmern mußt". In seltenen Fällen sind wirklich mal tolle Vereinfachungen dabei, aber meist wird doch nur irgendein Kompromiss-Produkt als angeblicher Alleskönner designed, der nichts wirklich besser kann. Dafür kostet der angebliche Alleskönner mehr, ist größer oder schwerer, hat weniger Leistung und geht schneller kaputt.


    Ich kaufe jedenfalls keine verschlossenen "wartungsfreien" Batterien, sondern fülle lieber öfter mal nach.


    Grüße, Tom

  • Zu Toms sehr guten Erklärungen noch ein paar Hinweise:


    Ein Digitalvoltmeter ist eigentlich Pflicht, es reicht z. B. schon das neulich von Aldi angebotene (ca 10 €), das billigste von Conrad o. ä.


    Ein einfacher Test der [lexicon]Batterie[/lexicon] nach dem Laden:


    Ladegerät abklemmen und möglichst starken Verbraucher (Licht plus Heckscheibenheizung, Radio, Scheibenwischer, Warnblinker, was immer da ist) anschließen. Wenn dann die Spannung unter 12.6 - 13 Volt absinkt, ist vermutlich was faul mit dem Akkumulator!


    Ähnliches gilt, wenn beim Laden einer leeren [lexicon]Batterie[/lexicon] nach wenigen Stunden der Strom fast auf Null geht und die Spannung Richtung 14 V.

  • @ TomR.
    Genau das habe ich auch gedacht.
    Wollte es aber als "Neuling" aus deinem „Munde“ hören. :-D
    Hajo

  • Normale Blei/Säure Batterien nehmen es einen aber auch sehr Übel wenn die komplett leer gezogen werden oder ständig leer sind. Nur wirklich intakte Batterien(Akkus) lassen sich laden und bleiben dann auch mehr oder weniger voll. Genauso das Spannung messen an unbelasteten Akkus ist sinlos weil es nichts über den Zustand des Akkus aussagt, nur das er in der Lage ist Elektronen aufzunehmen. So wie Wolfi beschrieben hat kann man feststellen ob der Akku noch gut ist bzw. der Akku noch in der Lage ist Ladung aufzunehmen.


    Wenn aber die [lexicon]Batterie[/lexicon] keine Power mehr bringt dann bringt die auch keine Power mehr, im Regelfall sind die dann hin da hilft dann auch keine Puls/BLitz [lexicon]Batterie[/lexicon] Regenrator-Kästchen die man so bei QVC sieht oder im Baumarkt findet.

  • Vielen Dank für euere zahlreichen und umfangreichen Beiträge! Ihr seid spitze! :top:


    Ich habe die alte Betterie geladen und festgestellt, dass sie defekt ist, da


    1. Sie nicht genug Spannung abgibt
    2. Wie von Wolfi beschrieben war die Ampereanzeige bereits nach einer halben Stunde auf 0


    Habe mir jetzt im Praktiker eine [lexicon]Batterie[/lexicon] mit 45 Ah für 56,00€ gekauft (Mit 20%)


    Wo kauft ihr eure eigentlich immer? So eine [lexicon]Batterie[/lexicon], wo man den S#urestand sehen kann, finde ich nämlich auch besser!



    Mfg

  • @ Trabant_Universal


    Ich habe manchmal Bedarf an Sondergrößen von Batterien, wie 92 Ah oder 9 Ah für mein Moselcar. Die bekommt man selten in Baumärkten.
    Ich bin ATU – Kunde.
    Dort suche ich mir die benötigte Batterie (Größe, Firma, Preis usw.) online heraus.
    Dann bestelle ich telefonisch das Teil in einer Verkaufsstelle, an der ich demnächst vorbeifahre.
    Immer stand die gewünschte Batterie einbaufertig, also aufgefüllt und vorgeladen, für mich bereit.
    Hajo

  • Hi!
    Gute Fehlerlösungsbeschreibung von TOM!
    RESPEKT
    Hab mal ne Weile für SONNENSCHEIN gearbeitet, da kennt man dann das Thema "Accumulatoren" und "Starterbatterien"
    Die "Ruhespannung" sagt leider nix über die Gesundheit der [lexicon]Batterie[/lexicon] aus.Ab 12,4V sollte das sein.
    Idealerweise mal messen beim Starten....., wenn da die Spannung 10,.... oder weniger, ist die [lexicon]Batterie[/lexicon] "tot"
    Und richtigerweise haste die auch schon ausgewechselt!
    Batteriepreis: 45 Ah für 37 euro bei JAWOLL.(regionaler Restpostenmarkt in Niedersachsen, vergleichbar "Thomas Phillips")
    Mehr als 1,5 euro pro Amperestunden sollte man nicht ausgeben.!
    Teurer wird´s bei 6V! Dort leider 60 bis 120 euro! (77Ah oder, wie original 84Ah)

    :top:>>Trabant fahren ist Kult........nicht Armut!<<< :lach:

  • Super, alles klar! Dann weiß ich, dass ich zu viel für die [lexicon]Batterie[/lexicon] ausgegeben habe. Naja, beim nächsten Mal habe ich vielleicht mehr Zeit zum Suchen :P


    Machts gut und tausen Dank nochmal!


    :winker:

  • Also:
    Hab da mal 2 Dinge.
    Einmal:
    Ladekontrolleuchte geht nicht an!
    Man fährt auf Batteriestrom und die [lexicon]Batterie[/lexicon] leer.
    Ursache: abgeschliffene Kohlebürsten im Halter der Drehstromlima (unter dem Regler)
    Bild einfügen geht leider nicht. :hä:

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  • [img]

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  • Danke für den link!
    Zum Thema Batteriepreis Hab ich auch noch was:

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    Edited once, last by Kübelman ().