Das Trabant Tagebuch - Eine fotografische Zeitreise in die Vergangenheit

  • 22.07.1969

    An diesem Tag ging es wieder hinaus ins Grüne vor den Toren der Stadt. Der Petersberg ist das Naherholungsgebiet und sehr beliebt als Ausflugsziel, nicht nur bei unserem Trabantfreund. Der Tag wurde zum Sonnenbaden auf einer Wiese genutzt, und geparkt wurde hinter einer Absperrung im Wald.


  • 24.08.1969

    Achtung!

    Rad - Sozius - und Beifahrer vor Befahren der Fähre ab - bzw aussteigen!

    Geschirrführer,

    Pferde auf der Fähre am Zaum halten!


    Wohin die Reise an diesem Sonntag ging ist leider nicht überliefert. Allerdings wo die Saale überquert wurde, nämlich an der Fähre Rothenburg.



  • 22.09.1969

    Ein Spätsommer Ausflug in den Oberharz stand auf dem Plan. So führte die Reise nach Wernigerode. Die Stadt mit all ihren tollen Fachwerkhäusern und dem Schloss wurde besichtigt, und auf dem Heimweg wurde an einem idyllischen Platz mit Blick auf den Regenstein nochmals Rast gemacht.


  • 06.10.1969

    An diesem Montag führte die Fahrt in die damalige Bezirksstadt, und meine Geburtsstadt Magdeburg. Hier wurde zunächst eine Festveranstaltung anlässlich des 20. Jahrestags der DDR besucht. Später wurde das Stadtzentrum erkundet, mit all seinen Denkmälern, und natürlich auch ein Kaffeekränzchen gehalten. In Sichtweite des Doms konnte ein Parkplatz gefunden werden.


  • 22.10.1969

    Heute vor 50 Jahren war es wieder an der Zeit, etwas zu ändern. So wurde der Kühlergrill optisch verändert, indem einzelne Streben des Gitters schwarz lackiert wurden. Was man auch noch erkennen kann ist, das am Rückblickspiegel wahrscheinlich ein größerer Spiegel mittels Gummiband befestigt wurde.

    Stolz wird das "neue Gesicht" in Halle-Diemitz an diesem Mittwoch für die Nachwelt festgehalten.



  • 09.11.1969

    Es ist Spätherbst geworden, die Bäume haben schon längst ihr Laub abgeworfen und dichte Wolken hängen über dem Saalekreis.

    Dennoch wurde der Sonntag genutzt, und eine Fahrt ins Kurbad Kösen unternommen.

    Den Nachmittagskaffee nahm man im HO Gasthaus und Hotel "Vorwärts " zu sich.

    Inzwischen ist dieses Hotel wie viele HO Gaststätten verschwunden.

    Auf der Heimfahrt blickte man nochmals zurück, und hielt diesen Blick auf der Landstraße natürlich mit dem Trabant nochmals fest.



  • 16.12.1969

    Die Notiz "Der erste Schnee" verrät, das der Winter Einzug gehalten hat. Offenbar hat es schon so heftig geschneit, das sich bereits eine dicke Schneedecke auf den Autos gebildet hatte. Fürs Album wurde das natürlich festgehalten.

    Dieses ist nun auch das letzte Foto des Jahres 1969, und wir konnten doch einen guten Eindruck vom Trabant Tagebuch, und der Vielfalt der Fotos gewinnen.

    Das Jahr 1970 folgt demnächst, und bis dahin kann hier im Quasselfred ausgiebig über die bisherigen Bilder gesprochen werden.


  • 1970

    Zum Beginn des Jahres 1970 zeige ich zunächst die im Einleitungstext erwähnten Handschriftlichen Listen unseres Fotografen. Diese geben Auskunft über die Orte, an denen die Bilder entstanden sind, und natürlich auch wann sie aufgenommen wurden sind.

    Diese Listen existieren zu fast allen Alben. Da wurde sich richtig viel Mühe gemacht.


    Und so starten wir mit neuen Bildern.

    Wann genau die 3 Fotos auf der ersten Seite entstanden sind, ist leider nicht überliefert. Aber es muss sich um das erste Quartal des Jahres handeln, in dem das Auto offenbar nicht benötigt wurde, und gut abgedeckt mit einer Plane zum Schutz vor dem doch reichlichen Schnee in einem Garagenhof abgestellt wurde.

    Besonders auffällig sind die beiden Belüftungshauben, die sicherer auch Vögeln oder anderen Tieren als Unterschlupf zum Überwintern gedient haben könnten.





  • 27.03.1970

    Der Winter ist scheinbar vorüber, die Tage sind wärmer und freundlicher geworden, und so ging die erste datierte Reise im neuen Jahr nach Merseburg.

    Dort entstanden am ehemaligen Kirchturm der Ruine St. Sixti diese Bilder.

    Während der VEB Tiefbau dort neue Rohre verlegte, wurde die im Jahre 1327 zur Stiftskirche erhobene Kirche als Fotomotiv gewählt.

    Da diese seit dem 30 Jährigen Krieg als Ruine bestehen blieb, wurde der Kirchturm 1888/89 als Wasserturm umgebaut. In den 20er Jahren als Kinderspielplatz fungierend, wurde sie nach mehreren gescheiterten Nutzungsplänen 4 Jahre später, 1974 als Freilichtmuseum neu gestartet.



  • 29.03.1970

    An diesem Sonntag kehrte der Winter nochmals mit Schnee und Kälte nach Halle zurück.

    Wahrscheinlich waren alle Planen und Faltgaragen bereits im Keller verstaut. Und so sieht man auch Nachbar Müller's Auto, nicht wie anfangs vermutet ein Wartburg 311, sondern ein P70 Kombi, vor dem Haus stehen.



  • 05.04.1970

    Ein Besuch im damaligen Landestheater Dessau.

    Dieses 1938 von damals hochrangigen Politikern eingeweihte Theater bot die seinerzeit größte Bühne nördlich der Alpen. Nach der vollständigen Zerstörung wieder aufgebaut wurde es 1994 in Anhaltisches Theater umbenannt, und mit großen Buchstaben über den Säulen versehen.


  • 12.04.1970

    Wohin an diesem Sonntag die Reise ging, ist nicht bekannt. Vermutlich Richtung Süden, wie dieses Foto von der Autobahngaststätte Günthersdorf bezeugt. Auch ein Transitreisender hat sich für diese Tankstelle entschieden, um seinen Ford Taunus 12M zu betanken.


  • 19.04.1970

    Erneut stand der schöne Harz auf dem Reiseplan. So führte die Reise über Quedlinburg nach Suderode, mit seinen damals noch herrlichen leeren Straßen, ganz ohne viel Verkehr und parkende Autos. Lediglich ein Simson SR1 ist am Konsum Kiosk abgestellt. Man besuchte die Calciumquelle, genoss das Mittagessen im Felsenkeller, und besuchte einen der vielen Wasserfälle im Harz. Vorbei an der Roseburg ging die Fahrt wieder nach Hause zurück.

    Leider nicht so schön, aber typisch für Die Zeit damals präsentiert sich das kleine Fachwerkhaus an dem Parkplatz für Kräder, in Sichtweite zur Nikolaikirche in Quendlinburg in desolaten Zustand.






  • 25.04.1970

    An diesem Samstag wurde es "tierisch gut" , denn ein Besuch im Leipziger Zoo stand auf dem Plan.

    Natürlich durfte auch ein Foto vor dem Haupteingang des 1878 als ursprünglich privaten zoologischen Gartens, auf dem Ratsgut Pfaffendorf gegründeten Zoo's nicht fehlen.


  • 26.04.1970

    Einen Tag später führte die Fahrt nach Weißenfels. Das Rathaus, und der Marktplatz wurden anlässlich des 25. Jahrestags der Befreiung geschmückt, und ein großes Bildnis eines Mannes, dessen zweiter Name nur nach dem Genuss mehrerer Kaltgetränke aussprechbar war, wurde am 1718 errichteten Rathaus angebracht. Gegenüber geht der Blick über den Markt hinauf auf das Schloss Neu Augustusburg, welches zu dieser Zeit bereits das 1964 gegründete Schuhmuseum der DDR beherbergt.




  • 02.05.1970

    An diesem Samstag führte die Reise Saale-aufwärts zur Solequelle Kloschwitz.

    Die Saale führte in diesem Zeitraum Hochwasser, und wurde bei Wettin mit dem Trabant fotografiert. An der Quelle angekommen, wurde offenbar in dem damals noch einfachen Fußbecken ein wohltuendes Fußbad genommen.

    Erst 2003 wurde das Fußbecken in eine Kneipptretanlage umgestaltet.




  • 09.05.1970


    Bereits eine Woche später stande wieder eine größere Ausfahrt mit der Familie auf dem Plan.

    Diese führte über Naumburg, Bad Kösen, Großheringen, Sonnendorf bis in's thüringische Bad Sulza. Es wurde das Gradierwerk in Bad Kösen besichtigt und auch getankt. Auf der Straße nach Großheringen, unterhalb der Rudelsburg und der Burg Saaleck, wurde dann noch ein D Zug mit der E11, bzw ab 1970 BR211 fotografiert. Diese Lokomotive war die erste Eigenentwicklung der Deutschen Reichsbahn.

    Mit einem letzten Blick auf Bad Sulza ging es über Sonnendorf und Weißenfels auf herrlichen Obstbaumalleen wieder zurück nach Halle.