Irre Preise! (Wer wird als erster reich?)

  • Was für ein Glück, dass mancher den uneingeschränkten Weitblick für sich gepachtet hat... ;) (anderen das Wort im Munde rumdrehen kann dabei schonmal passieren. Ich wollte z.B. nirgends einen Prüfer auf Bürgergeld-Niveau degradieren... :S ).


    Ausgangspunkt der Diskussion war eigentlich, ob derselbe (zweifelsohne ziemlich hohe ) Preis für die HU bei automobilen Simplizien (wie z.B. dem Trabant) gerechtfertigt ist, wie er für Jahrzehnte jüngere, gewaltig komplexer ausgestattete, Fahrcomputer angesetzt wird.

    (davon, wieviele Fzge. zu diesem Preis pro h tatsächlich 'durchgezogen' werden, will ich dabei erst gar nicht anfangen... ;) )

  • Schau dir bitte das an:

    Checkliste Hauptuntersuchung (HU) | DEKRA


    ...und dann erklär mir bitte was von diesen Punkten an meinem Trabant Bj. 88 "simpler " als am 2017er Polo meiner Tochter ist?

    Wo an welcher Stelle wäre also ein "Rabatt" für ältere Autos gerechtfertigt?


    Die Punkte die dort aufgeführt sind, haben beide Fahrzeuge gleichermaßen.

    Und bei beiden braucht mein Prüfer identisch viel Zeit.


    Du könntest ja HU-Prüfer werden und dann HU/AU ausschließlich für Trabant, Wartburg und Barkas, sowie Westfahrzeuge vor Bj. 1970 zum Sonderpreis von 34,95€ anbieten. :top:

    Für vor 1969er Fahrzeuge dann nur eine HU für 29,95€. 8)

    Das Ganze natürlich im Abo und mit Preisgarantie bis 2050.

    Sind ja schließlich Simplizien.......


    Alter Rollenprüfstand (natürlich analog), ein Novator Scheinwerfereinstell/prüfgerät, Scherenhebebühne Takraft und ein Infralyt-Tester lassen sich garantiert kostengünstig auftreiben.

    Ob man eine Lizens dafür bekommt..... :scratchchin: müsste man mal anfragen.

    Ich würde eine kleine Robotron Reiseschreibmaschine mit frische Farbband stiften, um den HU Bericht zu tippen.

  • Da ich aber eine berufliche Selbstständigkeit Zeitlebens nie angestrebt habe, werde ich die letzten paar Jahre wohl auch nicht mehr damit anfangen. :zungeaus:

    (obwohl - den Infralyth-Tester hätte ich schonmal... :lach: )


    Merkwürdigerweise tauchen die diversen elektronischen (Sicherheits-)Systeme (die in der Vergangenheit so gerne als Erklärung für die HU-Preissteigerungen herhalten mussten) in der Checkliste gar nicht auf...

    Wie steht es z.B. mit den heute recht weit verbreiteten, automatisch einschaltenden , auf- und abblendenden, Lichtsystemem mit automat. Höhenkorrektur, 'Kurvenlicht' etc. aus? Müsste doch prinzipiell im Rahmen der Beleuchtungsprüfung alles mitgecheckt werden, oder? :/


    P.S.: 2017er Polo Deiner Tochter... - hat zumindest schonmal 3 zu prüfende Sicherheitsgurte mehr, als jeder Stino-Trabant an Bord hat... ;)

  • Und andere Autos haben sogar 7 Gurte. Sind halt Pauschalen wie überall. Z.B. Autowäsche, der kleine Smart bezahlt in der Waschstraße das gleiche wie ein Vito. Oder Parkplatzgebühren.

    Oder auch in anderen Bereichen, z.B.bei uns in der Pflege das Stellen einer Medbox, ist immer der selbe Preis, egal ob wir eine Tablett pro Tag bloß reinlegen müssen oder 30, Preis ist nunmal der gleiche, auch wenn der Zeitaufwand sehr unterschiedlich ist.

    Oder nochmals ein Bsp.bzgl.des Autos betreffend: Räderwechsel in der Werkstatt, da gibs Autos, da müssen nur drei Muttern pro Rad geschraubt werden, bei anderen 4 oder 5.....

  • Wie steht es z.B. mit den heute recht weit verbreiteten, automatisch einschaltenden , auf- und abblendenden, Lichtsystemem mit automat. Höhenkorrektur, 'Kurvenlicht' etc. aus?

    Sollte da ein Fehler vorliegen, wird das beim auslesen per EOBD in Sekunden angezeigt.

    Und ob die Höhe stimmt wird ganz profan vor dem Auto mit dem (meist noch analogen) Scheinwerferprüf/einstellgerät kontrolliert.


    Bei Trabant dagegen ist das ein aufwendiger Punkt, da jeder Scheinwerfer einzel manuel vor dem Auto hoch und runter gestellt werden muss (sofern der die Höhenverstellung hat) und dann im Tacho die Anzeige überprüft werden muss.

  • Bei Trabant ...(sofern der die Höhenverstellung hat)

    Sofern H4-Einsätze montiert sind, müssen eigentlich auch die Töpfe mit Zusatzverstellung montiert sein. Das haben nicht alle.

    Aber selbst in den aktuellen Fahrzeugen glaube ich nicht daran, dass es eine nennenswerte Menge an Fahrern gibt, die je nach Beladung an dem Knopf drehen.

  • Sollte da ein Fehler vorliegen, wird das beim auslesen per EOBD in Sekunden angezeigt.

    sehr sehr dünnes Eis!

    Solange die Sensoren ein verwertbare Signal auswerfen gibt es keine Fehlermeldung.

    Wenn allerdings die Sensoren z.b. fest sind, oder Gestänge gebrochen/falsch eingebaut, gibt es keinen Fehler, die alwr funktioniert aber trotzdem nicht mehr. Und die scheinwerfereinstellung kann zum Zeitpunkt der Prüfung dann durchaus noch stimme!

    Und das ist öfter der Fall als du denkst, nur habe ich noch nie einen Prüfer gesehen der das kontrolliert.


    OBD ist nicht alles! Und sorgt manchmal dafür das manche Fehler gar nicht erst beachtet werden, weil ist ja kein speichereintrg vorhanden....

    Willkommen im Jahr 2022...

  • Das ist vollkommen richtig und unstrittig, aber ich wüßte nicht, dass bei der HU geprüft wird ob das OBD richtig prüft (arbeitet). Und das ist ja auch weniger die Hauptaufgabe bei der Prüfung. ;)


    Das Einzige was mir dahingehend bekannt ist, dass trotz auslesen der Motorsteuerung wieder die Sonde in den Auspuff geht um die tatsächlichen Abgase zu messen.

    Und zukünftig auch eine Messung der Partikelkonzentration.

    VW sei Dank........

  • Zumal erf.gemäß manche Prüfer nichtmal das SW-Einstellgerät bemühen ("meiner" wohlgemerkt ausgeschlossen, der pfuscht nicht - ist aber Trabant-freundlich und kennt sich mit den Eigenarten dieser Typenreihe noch bestens aus. Eine m.E. nicht ganz unwichtige Eigenschaft... :) ).

  • Die Preisfrage sollte aber nicht daran beurteilt werden, wie die Qualität der Prüfung in der Realität manchmal ausfällt.

    Das es da teils erhebliche Unterschiede gibt wissen wir alle.

    Der Prüfer Freitag Nachmittag in der kleinen Krauterwerkstatt auf dem Dorf und die Dekrahalle in der Großstadt am Montag morgen.....

    Kann jeder mal raten wo die Chance zum durchfallen höher ist.

  • Mal ein kleiner Denkansatz bezüglich laufender Kosten für die Büros und deren Prüfer.


    Zum einen müssen die Prüfgeräte regelmäßigen Updates unterzogen werden bzw. ergeben geänderte Vorgaben für zB. Lichtprufstände stetige Zusatzkosten. Hinzukommen Lizenzgebühren für die Prüforganisation und Audits der jeweiligen Prüfstelle. Und auch der selbständige Prüfer, der meist an ein Gutachterbüro gebunden ist, gibt an selbiges eine ordentliche Provision ab.


    Nicht zu vergessen das Studium, welches vor der Gutachterausbildung erfolgreich abgeschlossen werden muss.


    Und am Ende wird es wie überall in der Wirtschaft Preisabsprachen geben.

  • Und guckt Euch mal die Paläste von TÜV und Dekra an -

    Sonst passen die LKW's ja nicht rein.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • Die werden m.W. meist 'extern', bei LKW-Werkstätten oder auch bei Speditionen vor Ort geprüft, so die denn über entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten verfügen. TÜV, Dekra & Co haben aber auch den einen oder anderen Verwaltungs-'Palast'. ;)


    Die Vehemenz, mit der einige hier die aktuelle (und demnächst offenbar schon wiedermal gesteigerte) Höhe der HU-Gebühren verteidigen, ist schon beeindruckend. Auf den Gedanken, dass auch die Margen angepasst, "optimiert", worden sein könnten, scheint dabei irgendwie noch niemand gekommen zu sein... :/

  • fahrgast wenn es dich stört, dann hast du mehrere Möglichkeiten eine mögliche Änderung des Zustandes wohlmöglich herbeizuführen, sei es dagegen auf die Straße gehen, eine Petition beim Bundestag einlegen, wie Tim schon geschrieben hat, selber Amtlich anerkannter Sachverständiger werden oder einfach kein Fahrzeug mehr besitzen, welches eine HU/AU benötigt oder oder oder.


    Der kleine Prüfer kann nix für die Preise, er ist der, der sogar mit einen Bein ständig im Knast steht, falls er mal etwas übersieht und dadurch etwas passiert.


    In letzter Zeit wird immer und überall ein Grund gesucht um rumzumeckern und rumzuheulen, die wenigsten von denen bekommen aber selber mal den Arsch hoch um dagegen etwas zu unternehmen!

  • Und andere Autos haben sogar 7 Gurte. Sind halt Pauschalen wie überall. Z.B. Autowäsche, der kleine Smart bezahlt in der Waschstraße das gleiche wie ein Vito. Oder Parkplatzgebühren.

    Der Haken an den genannten Pauschalen ist allerdings, dass es in erster Linie

    nicht die trifft, die sich höhere Preise problemlos leisten können.

  • Die werden m.W. meist 'extern', bei LKW-Werkstätten oder auch bei Speditionen vor Ort geprüft,

    Tja....dann hast du da offenbar eine Wissenlücke.....

    Die Dekra hier hat eine eigene LKW/Bus-Prüfstrecke. Entsprechend "hoch" ist die ganze Halle inklusive der PKW Prüfstraßen.

    Beim Tüv in Berlin ist es ebenso......


    Und es geht nicht darum Preis xy zu verteidigen, sondern darum das Preisanpassungen nicht immer nur der Gewinnmaximierung dienen.

    Das die zweifelsohne auch ein Bestandteil der Erhöhung sind ist vollkommen unstrittig.


    Würde man die aber in diesem speziellen Fall weglassen, wäre kaum zu erwarten das der Preis dadurch signifikant weniger steigen würde.


    Nicht mehr und nicht weniger.....


    Wenn man aber grundsätzlich in jeglicher Preissteigerung immer nur die "Abzocke" wittert, ist klar warum man gegenüber dem Thema schon eine negative Grundeinstellung hat und die Kausalzusammenhänge dann gern ausblendet, um seine eigene Unzufriedenheit darzustellen.

  • Ist denn die andere Variante, all den Preissteigerungen scheinbar weitgehend unkritisch gegenüberzustehen, sie zu relativieren und (zumindest kommt es so rüber) auch noch zu verteidigen, die wirklich bessere? :/

    Den "kleinen Prüfer" hat keiner für die hohen Preise verantwortlich gemacht. Der ist nur ausführendes Organ (dass es an eben dieser Ausführung mitunter hapert, sollte man dabei aber dennoch erwähnen dürfen, meine ich ;) ).

    ..., selber Amtlich anerkannter Sachverständiger werden oder einfach kein Fahrzeug mehr besitzen, welches eine HU/AU benötigt


    In letzter Zeit wird immer und überall ein Grund gesucht um rumzumeckern und rumzuheulen, die wenigsten von denen bekommen aber selber mal den Arsch hoch um dagegen etwas zu unternehmen!

    Punkt 1 ist eine ausgesprochen hypothetische Möglichkeit - in Anbetracht von Lebensalter, Vorbildung und inzw. guten 2 Jahrzehnten ausserhalb der Kfz-Branche... :genau:

    Immerhin 2 AU-befreite Autos besitze ich ansonsten, 07 ist für mich derzeit noch keine Alternative, wie schonmal erörtert. :schulterzuck:


    Zu Punkt 2 wäre anzumerken, das gerade "in letzter Zeit" eigentlich kein "Grund gesucht" werden muss - die Gründe "rumzumeckern" drängen sich tagtäglich geradezu auf, bei all dem Irrsinn, der um uns herum (und mit uns passiert).

    Fast habe ich den Eindruck, dass manch einem inzw. der feste Glaube ans System doch etwas ins Wanken gerät , "man" sich das aber noch nicht so recht einzugestehen bereit ist.

    "Eigene Unzufriedenheit" kann sich womöglich ganz unterschiedlich äußern...

  • Es geht auch überhaupt nicht darum jegliche Preissteigerung zu schlucken.

    Es geht darum das es ganz natürliche Steigerungen gibt, die nicht zwangsläufig/vollständig der Gewinnmaximierung dienen.


    Und das aktuell so manche Steigerung nur dem aktuellen Geschehen folgen ist doch ganz normal.

    Das auch dabei gierige Kapitalisten ihren Schnitt machen ...brauchen wa nicht drüber diskutieren...das wird wohl allen klar sein.