Klimaaktivisten....Spinner oder Weltretter???

  • Das auf der Strasse festkleben, kann ich als Protest ja irgendwie noch halbwegs nachvollziehen, auch wenn ich es bescheuert finde.

    Aber Kunstwerke im Museum beschmutzen oder beschädigen, das finde ich völlig gaga. Die würde ich den entstandenen Schaden zahlen lassen, irgendwann gehen die wohl auch mal arbeiten.

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    2 Takte sind 2 zu wenig ;)
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  • Welche Moral? :hä:

    Die Idee dahinter: Die meiste Medien kommen nicht weiter als Clickbait: "Die vernichten 'unsere' Kunst!" Als ob die so schockierte Zeitungen vorher so kulturell angehaucht waren... Aber genau diese als unersetzbar geltende Kunstwerke werden als Metapher für unsere Erde genommen. Dieser Gedankenschritt geht den Clickbaitsüchtigen jedoch zu hoch.


    Dabei sind gerade diese Kunstwerke dermaßen idiotensicher geschützt, daß die schon suppenresistent sind. Es sind die Publikumsmagneten der Museen, Selfie machen und wieder hinaus.

    Das Ganze hat schon was dadaistisiches, und allein schon deswegen meine Sympathie.


    Und wer kein Zugang zu Direktionszimmern und Hintertüren zu den Machtpolitikern hat, bleibt eben nur noch die Straße.

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    Was in Deutschland kaum ein Thema ist, aber in den NL ein sehr Großes, ist unsere Stickstoffkrise. Die niederländische Landwirtschaft hat eine enorme Überproduktion für den Export, und scheidet deswegen zu viel Stickstoff aus. Das muß runter. Die von den Banken und Großindustrie in Massenverschuldung gezwungene Bauern protestieren, gehen sogar mit ihre Ackerschlepper auf die Autobahn und grillen dort (Das war übrigens ein der freundlichere Aktionen). Polizei macht nichts, ermöglicht eher. "Wir wollen es nicht eskalieren lassen..." Im Stau stand auch eine Familie fest auf dem Weg zur Entbindungsstation. In der gleiche Woche legen sich ein paar dutzend Leute von Extinction Rebellion in Den Haag auf einer Kreuzung hin und werden mit größtem Polizeitheater weggeschafft, und unverhältnismäßig bestraft.

  • Hm, dadaistisch war mir noch nie wirklich sympathisch ;) - und diese Form des 'Klimaprotestes' gleich überhaupt nicht.

    Wo kommen wir denn hin, wenn sich Leute so lange verkehrsbehindernd oder Kunstwerke beschmaddernd irgendwo festkleben (dürfen ), bis sie ihren Willen durchgebockt haben?

    Und selbst wenn deren Hauptforderungen - Tempolimit 100 auf BAB und Wiedereinführung des 9 €-Tickets - ad hoc umgesetzt würden - was genau würde das jetzt am Weltklima ändern? :/

    Zur Erinnerung: Deutschland stösst irgendwas zw. 2 und 3% des weltweit emittierten CO2 aus...

  • was genau würde das jetzt am Weltklima ändern? :/

    Es würde die Verschlimmerung des Klimas etwas verzögern. Außerdem sind gerade das zwei Maßnahmen die die Politik tatsächlich und quasi sofort ergreifen kann. Die große Energieinfrastruktur umzubauen dauert etwas länger.

  • Da das an 'unseren' 2-3% aber letztendlich nur einen Promillesatz verringern würde, verzögert das einen feuchten Kehricht...

    Die richtig dicken Bretter werden ganz woanders in der Welt gebohrt - und das werden sie wohl auch weiterhin, nur symbolisch reduziert. Wir hier in D werden an der weltweiten Klimaentwicklung genausowenig ändern , wie Ihr in NL. :schulterzuck:

    Selbst bei - eine weitere gerne geäußerte (und, wie man gerade sieht, völlig illusorische) Forderung der Klebe- und Suppenaktivisten bzw. von FFF - 'sofortigem Ausstieg aus den "fossilen" Energien' würden wir nix ändern. - Außer, dass wir unsere Wirtschaft an die Wand fahren, zur Freude gewisser Großemittenten wiederum.

    Dumm nur, dass dann weder Geld zur Bekämpfung längst aktueller und unabwendbar kommender Klimaauswirkungen da wäre, noch wäre weiter welches zur Alimentierung gefühlt der halben Welt übrig. Diesbezüglich wird ja in Ägypten wohl gerade die nächste Büchse der Pandora geöffnet... :augendreh:


    P.S.: Ich bin bekanntlich ein absoluter Befürworter eines - m.M. nach längst überfälligen - Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Aber 100km/h sind selbst mir zu langsam. 120 oder - besser - 130 dürften es schon sein. :zwinkerer:

  • Deutschland stösst irgendwas zw. 2 und 3% des weltweit emittierten CO2 aus...

    Prozentual gesehen eigentlich ziemlich viel, wenn man bedenkt das es knapp 200 Staaten gibt.

    Ohne mich jetzt auf die Seite der extremen Klimakämpfer zu stellen, wenn nur ein paar Staaten wie Deutschland seine CO2 - Emissionen verringert, dann macht das schnell insgesamt mal eben einen zweistelligen Prozentsatz aus.


    Trotzdem muss Energie natürlich bezahlbar bleiben, auch Ökoenergie, was eigentlich möglich ist. Aber da die Preise mit Absicht in die Höhe getrieben werden dank auch ,,grüner Kapitalisten".... 🤨

  • Ob es tatsächlich effektiv ist, ist doch eher zweitrangig. Aber willst du die jüngste Generationen jetzt schon alle Hoffnung wegnehmen? Die aktuelle energiekrise ist eher eine Folge des kapitalistischen Finanzsystems.

    Es ist doch verrückt das irgendeine Firma eine Lizenz bekommen kann um einfach so Rohstoffe aus der Erde zu holen und andere, den nichts oder kaum was gefragt ist, den Dreck davon zu überlassen?


    Tomsailor Genau: Wem gehört der Wind?


    Wegen dieser Stickstoff wurde dieses Jahr auf den NLe Autobahnen das Tempolimit von 120 kmh auf 100 gedrosselt. Damit diese heilige Bauern weitermachen könnten...

    Eine Bühnenmaßnahme; das wurde vorher schon ausgerechnet und nachher nachgewiesen. Andererseits fährt es dann im Trabi wieder was entspannter.

  • Warum kleben die sich zur Abwechslung eigentlich nicht mal am/vorm/im Reichstag/Bundestag fest...

    Weil sie das schon auch vor Ministerien gemacht haben, nur hat es niemanden interessiert.

    Die mediale Aufmerksamkeit war wohl gegen 0 gehend.

    Und sie haben sich einfach diese zwei Ziele gesetzt, die 100 km/h und den 9€-Fahrschein.

    Das gilt als Zeichen das durchzusetzen. Ein Zeichen soll es sein, die Verantwortlichen zu zwingen.

    Das damit das Klima nicht stabilisiert wird oder die Welt gerettet wird,

    das ist denen schon klar.

  • Für mich bleibt der fade Beigeschmack, daß es diesen klebenden "Aktivisten" überhaupt nicht vordergründig um die Sache geht, sondern um Aufmerksamkeit um jeden Preis.


    Und:
    Wo ist der Klimaschutz bei diesen Klebereien?

    Der Kleber ist garantiert nicht umweltfreundlich. Der aus der Kleberei resultierende Verkehrsinfarkt auf den Straßen setzt mehr Schadstoffe frei als fließender Verkehr. Vom volkswirtschaftlichen Schaden mal abgesehen.

    Rettungsfahrzeuge, die nicht mehr durchkommen - ist das bereits versuchter Mord? Jedenfalls kann es eigentlich nicht sein, daß es straffrei bleibt. Sie riskieren Menschenleben - um Aufmerksamkeit für sich zu erregen.


    Daß sie historische Kunstschätze versauen, kommt noch hinzu.

    Pfui Teufel.

  • Ich muss hier einmal einen Einwurf machen und hoffe, dass dieses Thema nicht auf Höhe Stammtischniveau landet.


    Die Preise sind nicht durch Klimakapitalisten entstanden, sondern eine Entwicklung der Marktentfesselung unter vorrangig CDU/CSU, SPD und FDP geführten Regierungen entstanden. Das beginnt beim lobbygestützten Augen verschließen vor notwendigen Entwicklungen (die Entwicklung hätte viel weiter sein können, war aber nicht gewollt), die fortwärende Privatisierung kommunaler Versorger und der Schaffung des aktuellsten Preistreibers, der Energiebörse.


    Ich Frage mich nur ernsthaft wann der erste wirkliche Spinner eine sollche Gruppierung überrollt und dann wie ein Gotteskrieger gefeiert wird.


    Tante Edith: Ich halte die Beschädigung von Kunstwerken als Protestform für dumm, auch wenn ich die Aussage dahinter, so wie sie Jim Panse genannt hat, nachvollziehen kann.

  • Ob es tatsächlich effektiv ist, ist doch eher zweitrangig. Aber willst du die jüngste Generationen jetzt schon alle Hoffnung wegnehmen?


    Wegen dieser Stickstoff wurde dieses Jahr auf den NLe Autobahnen das Tempolimit von 120 kmh auf 100 gedrosselt. Damit diese heilige Bauern weitermachen könnten...

    Eine Bühnenmaßnahme; das wurde vorher schon ausgerechnet und nachher nachgewiesen. Andererseits fährt es dann im Trabi wieder was entspannter.

    Das wäre auch schon bei 120/130 so, gerade hier in D mit dem aktuell vielerorts noch immer herrschenden Geschwindigkeitswahn, der nun mittlerweile völlig aus der Zeit gefallen ist.


    Und zum ersten Absatz: vielleicht sollte man der jüngsten Generation die unisono verbreitete Illusion nehmen, dass 'wir' (die Erwachsenen/Älteren) die Welt ganz einfach "retten", den Klimawandel einfach so "stoppen" könnten, wenn wir (nicht die Jugend selber) uns nur ordentlich einzuschränken bereit seien.

    Und vielleicht sollte man ihnen dabei auch mal klipp und klarer vor Augen führen, dass sie mit ihrem eigenen Lebenswandel, der alles in einer jungen Generation bisher Dagewesene in den Schatten stellt, selber nicht die reinen Unschuldslämmer und eben nicht nur "Opfer", sondern selber auch "Täter" sind - nicht soo unwesentliche Mitverursacher des vielzitierten CO2-Ausstoßes und des überbordend gewordenen Recourchenverbrauchs also.

    - Mit all dem Anspruchsdenken und all dem ureigenen Energieverbrauch, der so selbstverständlich geworden ist:

    mit quasi 24/7 online, 'daddeln' und 'zocken', mit all den Markenklamotten und all dem Edeltrödel und dem so überselbstverständlich gewordenen "Elterntaxi", mit 2x am Tag Duschen und all dem anderen Lebensluxus incl. viel zu viel Fastfood und ständig einem Getränk am Kind etc., mit dem Verursachen von jeder Menge Müll und Abfall...

    Dem Lebenswandel also, den viele (inzw. wohl wenigstens nicht mehr alle) von ihnen als ganz normal und eben selbstverständlich ansehen.


    Und vielleicht sollte man ihnen auch nochmal verdeutlichen, dass der Wohlstand, der all das Vorgenannte überhaupt erst ermöglicht, nunmal nicht emissionsfrei vom Himmel fällt oder gefallen ist. Dass da, wo viel gehobelt wird, nunmal auch mehr Späne fallen.

    Und hier schließt sich dann für mich auch der Kreis hierzu:

    Prozentual gesehen eigentlich ziemlich viel, wenn man bedenkt das es knapp 200 Staaten gibt.

    Ohne mich jetzt auf die Seite der extremen Klimakämpfer zu stellen, wenn nur ein paar Staaten wie Deutschland seine CO2 - Emissionen verringert, dann macht das schnell insgesamt mal eben einen zweistelligen Prozentsatz aus.

    Man muss unsere Emissionen aber auch in Relation zu all dem setzen, das wir (aktuell zumindest immer noch) in Größenordnungen für alle Welt mitproduzieren. Das geht nunmal leider nicht so ganz, ohne "Späne" zu verursachen und das wird wohl auch in absehbarer Zukunft noch so sein.


    "Schnell einen 2stelligen %-satz"...

    Soweit die Theorie...

    Was die anderen, die in Sachen Emissionen so richtig dicken Fische, tatsächlich verringern werden, bleibt abzuwarten und auch ein ganzes Stück weit zu bezweifeln. Zu ökonomischer Selbstkastration, die in unserem Land mehr und mehr um sich greift, sind solche 'Big Player'/ganz großen Stinker, wie China, USA und Indien z.B., nämlich eher wenig wirkkich bereit. Wir wähnen uns hier in D immer noch in einer Vorreiterrolle, die wir eigentlich schon längst verloren haben (mit Ausnahme des Geld Überweisens in alle Welt, da sind wir nach wie vor wirklich beispielhaft... ;) )

  • Es ist auch nicht möglich binnen kürzester Zeit auf fossile Energie zu verzichten, dazu würde die Entwicklung in den letzen Jahrzehnten zu sehr blockiert. Man muss generell über das Konsumverhalten (Stichwort Langlebigkeit, reparier- und regenerierbar) und den Markt nachgedacht werden, eben weil es kein ewiges Wachstum gibt, nachhalt schon gar nicht.

  • Schon gesehen? Das ArtCar, der BMW M1 von Andy Warhol war Ziel einer Attacke in Italien.


    Meine Meinung... es wird nicht mehr lange dauern und der erste von denen steht nie wieder auf. Kann nicht das Ziel sein, die Verblendung und Degenerierung geht aber zielstrebig da hin.

  • Das würde bedeuten weg vom Kapitalismus. Ein Systemwechsel- freiwillig wird das nie passieren und wie sollte das System dann aussehen? Sozialismus? Sicher auch nicht denn Umweltschutz war da ja nun nicht gerade die Priorität.

    Letztendlich müsste die unnatürliche Vermehrung der Menschheit gestoppt werden, der Hauptgrund das die Welt aus dem Gleichgewicht geraten ist.

    Das wird nur mit einem großen Knall passieren und keineswegs durch menschliche Vernunft.

  • Sollen sie sich doch mal in den Ländern, die hauptsächlich für die größten Umweltverschmutzungen und den höchsten CO2 Ausstoß verantwortlich sind auf den Straßen festkleben. Sie könnten sich ja auch mal im Bundestag neben Ihren Grünen Freuden, Befürwortern und Unterstützern festkleben, dann werden sie ja mal sehen, wie viel diese von dieser Aktion denn halten, aus Solidarität müssten dies es ja ihnen gleich tun.

  • Gibts das auch auf Deutsch? :/ - Danke, bin nunmal kein Bildungsbürger, außer viel (weitgehend lange vergessenem) Russisch und ein bisschen (irgendwie einen Tick mehr behaltenem) Englisch ist da nichts in petto... ;)

  • Mario-P50K


    Top Ten der Staaten, die am meisten CO2 ausstoßen.


    Und diese Liste sollte man jetzt noch in den Reichtum der jeweiligen Nationen umsetzen, oder besser wer von wem am meisten profitiert.


    Ich unterstütze diesen Konsumwahnsinn einfach nicht mehr und denke, dass einige hier genauso verfahren.


    Die ursprüngliche Grundidee der sozialen Marktwirtschaft fand ich ganz gut und halte auch das Bürgergeld für dringend notwendig, aber das wird eh wieder nur eine Neiddebatte lostreten.


    Sei es darum, man dreht sich in diesen Diskussionen wie auch dieser hier immer im Kreis, denn die wenigsten sind bereit sich selber kritisch zu sehen.

  • Warum sollte man, wenn man eben diesen Konsumwahnsinn gar nicht mitmacht, von Hause aus sparsam erzogen wurde und lebt, vorrangig altes und vorhandenes Zeug (Haus, Autos, Möbel, Geräte etc.) so lange wie irgend möglich nutzt und schon ewig nicht mehr in der Weltgeschichte umhergereist ist (also doch eh schon ziemlich "nachhaltig" lebt) ? Ich habe jedenfalls kein schlechtes Gewissen und lasse mir auch keins einreden, sorry... ;)


    P.S.: In der obigen Liste der größten CO2-Emittenten/Energieverbraucher fehlt das Internet. Das sähen Experten dort rechnerisch wahlweise auf dem 6. oder gar 3. Platz, wenn es als Staat betrachtet würde. Und dieser Anteil wird sich weiter massiv erhöhen, mit 5G, "Industrie 4.0" und dem ganzen Digitalisierungswahn erst recht. Damit scheinen die Klima"aktivisten" aber irgendwie keinerlei Probleme zu haben und nutzen fleißig mit.