Motor startet nicht im warmen Zustand

  • Hallo in die Community,


    ich habe ein Problem mit meinem Trabant 601 (Bj. 1990, 12Volt, EBZA). Im kalten Zustand lässt sich das Fahrzeug problemlos, durch kurzzeitiges Ziehen des Chokes starten. Wenn dann der Motor warm gefahren wird (auch über 30 km), dann zeigt er ein einwandfreies Fahrverhalten. Er beschleunigt gut, zeigt keine Aussetzer und hat sogar Standgas.


    Wenn aber der Trabant dann (im völlig betriebswarmen Zustand – auch nach 30 km Fahrstrecke) ausgemacht wird, dann bekomme ich ihn nach ca. 10 bis 15 minütiger Standzeit, einfach nicht problemlos gestartet.


    Wie geschrieben, der Motor ist im völlig warmen Zustand und es sind normale frühlingshafte Außentemperaturen um die 20 Grad. Normalerweise müsste also der Motor, völlig anstandslos, ohne Choke, auf Schlag anspringen. Das tut er aber nicht – er will einfach nicht anspringen, trotz mehrmaliger Startversuche. Ich habe auch den Benzinhahn, vorschriftsmäßig, kurz vor dem ausmachen des Fahrzeugs zugemacht. Aber weder bei geschlossenem noch bei geöffnetem Benzinhahn und ohne Choke ziehen, will der Trabant dann nach 10 bis 15minütiger Standzeit anspringen.


    Auch die beiden Zündkerzen zeigen ein völlig normales Kerzenbild. Aber auch wenn ich diese austausche, will der Trabant einfach nicht anspringen.


    Wenn ich allerdings den Choke, kurzzeitig ziehe und gleich wieder rein mache, dann zeigt der Trabant etwas Regung. Und zwar zündet er nach mehrmaligen Startversuchen kurzzeitig, geht aber gleich wieder aus. Es lässt sich dabei feststellen, dass der Anlasser bei zunehmenden Startversuchen immer schneller dreht und das Anspringverhalten sich verlängert. Mit Mühe und vielen Startversuchen lässt sich das Fahrzeug somit wieder zum Leben erwecken.


    Wenn der Wagen dann einmal wieder an ist, dann zeigt er ein völlig normales Fahrverhalten – alles super, selbst unter Volllast.


    Übrigens, im kalten Zustand – bzw. nach etwa 45minütiger Standzeit lässt sich der Motor, unproblematisch durch kurzzeitiges Ziehen des Chokes, wieder einwandfrei starten.


    Warum will der Wagen einfach nicht im betriebswarmen Zustand anspringen?


    Verbaut ist der standardmäßige 28 H1-1 (Sparvergaser).


    Ich vermute, dass Spritmangel beim Starten nicht die Ursache sein kann. Immerhin startet der Trabant nach mehrmaligen Startversuchen mit kurzzeitig gezogenem Choke. Wie geschrieben, der Anlasser dreht irgendwann schneller – also ein Indikator, dass Sprit im Vergaser ankommt.


    Kann es aber sein, dass eine bestimmte Düse im Sparvergaser vorliegt, die nicht einwandfrei arbeitet, wenn der Trabant im betriebswarmen Zustand (ohne ziehen des Choke) wieder gestartet werden soll?


    Oder könnte auch ein Fehler in der Elektronik bzw. Zündanlage vorliegen?


    Kennt jemand dieses Problem am Trabant 601 und kann mir helfen?


    Vielen Dank.

  • Hallo,


    kontrolliere zuerst einmal, ob eine Isolierplatte zwischen Vergaser- und Motorflansch eingebaut ist. Also Vergaserflansch - Papierdichtung - Isolierplatte (dicker) - Papierdichtung - Motorflansch.


    Falls ja, deutet das Verhalten auf Probleme seitens der Zündung / Zündspulen. Falls nein, Isolierplatte einbauen. ;)



    VG

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* *Lada Niva 1700*

  • wenn nach etlichen Startversuchen die Kerzen noch immer trocken sind, bekommt der Motor im Leerlauf / Teillast zu wenig Benzin = Kraftstoffniveau bzw gesamte Vergasereinstellung prüfen. Die verplombte LGS inklusive, oder Vergaser durch einen regenerierten ersetzen.


    Elektrische Probleme, zu hoher Widerstand bei den Kabeln von Batterie-Masse und Batterie- Anlasser.

    gerade bei Motoren mit höherer Laufleistung (geringere Verdichtung) kann sich eine höhere Anlasserdrehzahl positiv bemerkbar machen. Also die Alukabel auf Schäden prüfen und die Verbindungen säubern / fest ziehen, oder gleich durch geeignete Kupferkabel ersetzen.


    Bedienung, den Motor mal mit viertel oder Halbgas starten.

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Hallo Benjamin,


    danke für die Nachricht.

    Ja, zwei Vergaserflanschdichtungen mit Isolierplatte sind verbaut. Alles neu von Trabantwelt.de. Allerdings hatte ich den Vergaser bereits einmal seit dem Einbau der beiden Dichtungen und der Platte ausgebaut. Wenn man 100%ig sicher gehen möchte, sollte man wohl nach jedem Ausbau des Vergasers, auch die Dichtungen wechseln, oder?


    Aber ich kann ja auch mal einen Blick auf den Vergaserflansch werfen. Vielleicht lassen sich ja Undichtigkeiten, optisch feststellen.


    Ich vermute aber eher, dass deine angesprochene Problematik mit der Zündung / Zündspulen verantwortlich für das schlechte Anspringverhalten im betriebswarmen Zustand ist.


    Also müsste ich mal schrittweise die Zündspulen ersetzen bzw. die EBZA austauschen. Schritt für Schritt und schauen wann der Motor wieder einwandfrei startet,. Okay?


    Danke auch Dir "Fg 601" für die wertvollen Tipps. Werde ich umsetzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Trabant0815 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Trabant0815 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Wenn die Dichtungen nicht kaputt sind, kann man die auch wieder verwenden, oder anders formuliert, deine Probleme kommen nicht davon.


    Wenn die Zündspulen kaputt sind, hat man generell Probleme im warmen Zustand, also nicht nur beim starten. Ich denke nicht das die Spulen den Startvorgang vom Dauerbetrieb unterscheiden können.


    Es lässt sich dabei feststellen, dass der Anlasser bei zunehmenden Startversuchen immer schneller dreht

    das der Motor immer schneller dreht, hat mit dem erwähnten Widerstand zu tun. im Normalfall wird der Motor langsamer, je länger man "orgelt"

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  • Defekte Dichtungen können auch mal Falschluft durchlassen, was dann in Abmagerung resultiert. Also gerne einmal prüfen. Wenn rundherum alles trocken ist, sind sie i.d.R. auch dicht.


    Defekte oder sterbende Zündspulen äußern sich oft zuerst durch Heißstart-Probleme und können im Normalbetrieb noch vollkommen unauffällig arbeiten.


    Wenn der Motor während der Startversuche schneller dreht, könnte das ein Hinweis auf einen “Anspring-Willen“ sein.


    VG

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* *Lada Niva 1700*

  • Aufgrund des nicht gerade eindeutigen Fehlerbildes wäre es vielleicht sinnvoll, wenn du deinen Wohnort einmal angibst (Profil). Vielleicht ist ja jemand in deiner Nähe in der Lage, dir weiterzuhelfen.


    Vom Gefühl her würde ich auch Richtung Zündung suchen, da zum einen beim Starten die Bordspannung sinkt und zum anderen sich Schwächen in der Zündung vor allem bei heißen Spulen abzeichnen... (es reicht auch schon ein schlechter Kontakt etc.).

  • Defekte Dichtungen können auch mal Falschluft durchlassen, was dann in Abmagerung resultiert. Also gerne einmal prüfen.

    aber ist es nicht so das wenn er wegen undichten vergaserflansch nicht mehr anspringt, der Vergaser quasi lose ist? Eine leichte undichtigkeit an dieser Stelle sollte ihn nicht am anspringen hindern. Wenn dann würde ich an dieser Stelle eher an einen verbogenen flansch denken.

  • Ich würde mir einfach die Stelle anschauen, ob sie trocken ist oder nicht. Wenn nicht, dann ausbauen und neue Dichtungen verbauen. Flansche natürlich vorher auf Verzug kontrollieren, verzogene Flansche werden nie dicht.

    Ob das nun zum schlechten Heißstart beitragen kann oder nicht... Gemacht werden muss es so und so.


    VG

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* *Lada Niva 1700*

  • Wenn die Zündspulen kaputt sind, hat man generell Probleme im warmen Zustand, also nicht nur beim starten. Ich denke nicht das die Spulen den Startvorgang vom Dauerbetrieb unterscheiden können.

    Hmmm ja....nicht ganz. Das Problem kommt eigentlich nur bei 6V Spulen vor. Aber, und das habe ich persönlich als Fehler gehabt, kann das auch bei 12V EBZA Spulen vorkommen. Ich hatte welche produziert 2013, die haben 2 Jahre gehalten. Dann immer wieder Probleme beim Warmstart.

    Was genau das war weiß ich nicht. Irgendwas wird da bei Wärme und ohne Arbeit unterbrochen, was sich bei erkalten wieder gibt und dann bei Arbeit auch nicht wieder auftritt, bis man es abstellt und wieder warm starten will.


    Ich würde also die Spulen nicht per se ausschließen und die sind zum probieren das Einfachste und Schnellste was man austauschen kann. Erst danach dann am Vergaser rumfummeln (den ich aber hier nach der Fehlerbeschreibung auch eher im Verdacht habe).

  • Tim die EBZA Spulen das "Einfachste" zum Austauschen? Bei der Aktuellen Verfügbarkeit mit Sicherheit gegen andere 12V Spulen aber Originale ist da schon wieder so ein Problem.


    Ansonsten wie Frank und Tim schon der Meinung, bin Ich auch beim Vergaser, Schwimmerstand gehört auf jeden Fall überprüft, stelle den Trabant auch mal ohne voriges schließen des Benzinhans ab und teste dann das Startverhalten, da durch die Fahrbewegung der Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer höher ist, als wenn sich die Kammer im Stand befüllt.


    Bei Zündungsproblemen und langen Orgeln sollten schon die Kerzen nass werden und es auch stärker nach Kraftstoff riechen.

  • Zur Probe andere nehmen/leihen sollte machbar sein. Wenn man erst welche kaufen muss, ja...dann wirds nicht so einfach, aber das ist ja mittlerweile bei vielen Teilen so. ;)

  • Bei mir hat seinerzeit eine alterssschwache (spät belebte DDR-) Batterie die Warmstartprobleme verursacht. Er (der Kombi) leierte zwar noch relativ passabel, zum vernünftigen Anspringen reichte es aber nicht mehr. Nach Ersatz durch eine preiswerte Batterie aus aktueller Produktion waren die Warmststartschwierigkeiten schlagartig erledigt.

  • Probier mal anderes Kerzenfabrikat - NICHT Isolator.

    Die nagelneuen Kerzen haben ähnliche Probleme verursacht.

  • Vielen Dank euch für die große Resonanz zu diesem Thema.

    Ich werde schrittweise versuchen, dem Warmstartproblem meines Trabants auf die Schliche zu kommen.


    Gruß Lars.

  • Nicht Isolator? Wenn ich mit Kerzen keine Probleme hatte, dann mit denen. Gut, versuchen kann man es natürlich trotzdem, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es daran lag.

  • Originale nicht, der Nachbaurotz taugt für die Tonne.

    Ich fahre ausschließlich DDR Kerzen. Auch mal über den Wechselintervall hinaus. Ausfallquote Null.

    Starterkranzschmierer, Luftwerkzeugbenutzer, 15W40 Mischer, Westblechpfleger, Autovordergaragemitwarmenwasserwascher, Wohnwagenmitheizungbesitzer, Hohlraumfluidierer usw. usf. och hör bloß uff....

  • Möglich, dass die mittlerweile ok sind. Vor einigen Jahren waren die furchtbar.

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