Getriebe Umbau von Gleichlauf- auch Scharniergelenkwelle

  • Guten Tag zusammen,


    in meinem Trabant 601 ist original ein altes Getriebe mit Aufnahmen für die Scharniergelenkwelle verbaut.

    Vor kurzem konnte ich ein gutes Getriebe der neuen Version erstehen.


    Dieses möchte ich als Ersatzteil auf 'alt' umbauen. Welche 'Becher' zur Aufnahme von Scharniergelenkwellen werden benötigt und wo bekomme ich die?

    Ist der Umbau unkompliziert, wenn man sich prinzipiell mit dem Inneren des Getriebes auskennt?


    Vielen Dank für eure Hilfe! :)

  • Das siehst du ja, wenn du bei gezogener Antriebswelle in den Becher kuckst.

    Scharnier hat 2 Führungen, Tripode 3.

    Tri = 3.

    Du kannst natürlich das Getriebe planlos öffnen und nur die Achswellenräder tauschen. Ich würde mir zusätzlich sämtliche Lager anschauen, das Diff, den Freilauf und das Losrad vom Rückwärtsgang und dessen Welle.

    Wenn es noch gut synchronisiert, würde das genügen.

  • Du benötigst dementsprechend die älteren "Becher"/Achswellenräder mit 2 statt 3 Nuten (für die beiden Gleitsteine der Scharnierwelle eben).

    Der reine Umbau ist mit dem Zerlegen des Getriebes und des Differenzials selber recht unkompliziert, wobei sich bei einem Gebrauchtteil natürlich eine richtige Überholung des Getriebes nach Befund empfiehlt (incl. Lager und Freilauf etc.).

    Je nach Baujahr könnte Dein altes Getriebe eine etwas andere Übersetzung haben.

  • Entweder hat der @Fahrfußhebel den Kern der Frage nicht korrekt verstanden oder ich. (Oder ich die erste Antwort.)

    Für den Umbau benötigst Du nur die "Vorderachswellenräder" (Becher). Ich würde aber zumindest die Achse der Kegelräder des Differentials zusätzlich einplanen, eventuell die Kegelräder selbst. Dazu Lager und Wellendichtringe. Den Freilaufstern würde ich ebenfalls genau prüfen.

  • Wiesoso kompliziert mit umbauen? Das Tripodegetriebe gegen ein Bipodegetriebe tauschen ist der leichtere Weg. Bekommst vielleicht sogar zwei dafür.

  • Vielen Dank für eure vielen Antworten! :)


    Das heißt, dass ich 'nur' die Vorderachswellenräder am Getriebe tauschen muss?


    Die anderen aufgezählten Sachen will ich ohnehin machen. Dichtungen tauschen, auf Verschleiß prüfen, Freilauf und Ausdrücklager tauschen.

  • Vor kurzem konnte ich ein gutes Getriebe der neuen Version erstehen.

    Woran machst du fest das es gut ist?

    Die Becher von Schaniergelenkwellen bekommst du überall. Musst du nur etwas vergleichen, weil da Preise von 5-70€ ( manchmal auch mehr ) für Neuteile zu finden sind.

  • Woran machst du fest das es gut ist?

    Die Becher von Schaniergelenkwellen bekommst du überall. Musst du nur etwas vergleiche, weil da Preise von 5-70€ ( manchmal auch mehr ) für Neuteile zu finden sind.

    Danke für die Information. Ich werde mich Mal umschauen.


    Das Getriebe ist eines aus den späten 80ern. Der Besitzer hat gesagt, dass der Trabi dazu gleich nach der Wende in der Scheune gelandet ist.

    Zudem ist es optisch in einem guten Zustand. Kaum Öl und Verschmutzungen. Auch das Ausdrücklager ist fast nicht erkennbar verschlissen.


    Von daher denke ich, dass die Chancen gut stehen, dass das Getriebe in einem soliden Zustand ist.

  • Naja, den Zustand erkennst du erst, wenn es offen ist, Ich hatte auch schon ein Neugetriebe bekommen, welches schon ein paar Jahre vor 89 in einen Garage eingelagert wurde, nach dem öffnen hat sich der Rost an allen möglichen Lager und Wellen angefunden.

  • Genau das meine ich. Vom äußeren Eindruck darf man sich nicht täuschen lassen. Gewissheit gibt es erst wenn es offen ist.

    Daher würde ich mit dem Teile besorgen solange warten bis es zerlegt ist.

  • Guten Morgen zusammen,

    am kommenden Wochenende ist es soweit. Ich habe endlich Zeit mich dem Getriebe zu widmen.

    In der Zwischenzeit habe ich mir eine Halterung aus einer M22 Gewindestange gebaut, welche ich in die Öleinfüllschraube hineindrehe. Das Getriebe wird dann über Kopf im Schraubstock eingespannt. Macht das jemand von euch ähnlich?


    Ich habe nochmal eine Frage zum Umbau von Tripode auf Bipode.

    Mittlerweile konnte ich mir ein Differenzial mit Bipoden-Bechern zulegen.

    Reicht es nun aus nur dieses zu tauschen? Bei den neuen Getrieben ist die Übersetzung des 4. Ganges etwas anders. Passt das ältere Differenzial trotzdem?


    Liebe Grüße

  • im Normalfall brauchst du ja nur die Becher im differenziel wechseln, dann bleibt die zahnradpaarung des diff selbst nämlich auch erhalten. Wenn man einzelne Zahnräder tauscht kann es durchaus zu Geräuschen in der einlaufphase kommen.

  • Wenn man das das erste mal mach würde ich mir Zeit nehmen und mir alle genau anschauen.

    Lager und Dichtringe würde ich schon in Betracht ziehen und ersetzen.


    Ich für meinen Teil habe das zwar schon auch mal selbst gemacht, jedoch hatte ich mir letztes Jahr bei einer hier im Forum bekannten Getriebecorifee ein revidiertes Getriebe erstanden und nur gute Erfahrungen gemacht.

    So das ich mir gestern ein revidiertes Hycogetriebe für einen geplanten Neuaufbau gegönnt habe.

    Beim Vororttermin wurde sogleich ein weiteres Getriebe zusammen gebaut, das einem nur die Ohren schlackerten, im positiven sinne.

    So viel Sachverstand und zügig, entsprechend ausgestattet die Werkstatt mit Passscheiben und anderem Kleinematerial welche nötig sind.

    Da muss ich nicht selbst anfangen, es gab noch lecker Trinken und die ein oder Anekdote.


    Nur nicht falsch verstehen, man kann das auch selbst machen.

    Meine Antwort ist nicht der Weisheit letzter Schluss. :)

    Edited once, last by hog3-17 ().

  • Ich würde auch die Erneuerung der Kegelräder und deren Achse einplanen.

    Vorderachswellenräder würde ich ebenfalls nur neue einbauen. Genau wie Gleitsteine und deren Achse.

  • Mittlerweile konnte ich mir ein Differenzial mit Bipoden-Bechern zulegen.

    Neu oder gebraucht? Die Schanierbecher verschleißen und das nicht wenig. Gebrauchte würde ich im Leben nicht einbauen, weil es die für wenig Geld massenhaft zu kaufen gibt.


    Eine Gewindestange nur ins Einfülllochgewinde wäre nicht meine erste Wahl. Ich spanne das ganz einfach mit der Oberschale in den Schraubstock (mit Alubacken).



    Und der Vollständigheit halber, beim alten langen 4. Gang, war auch die Abtriebswelle sowie das Diff anders verzahnt, also eine ander Diff.-Übersetzung.

    Insofern musst du die Zähne am Diff. Zählen und vergleichen, dann siehst du ob es passt oder nicht.

  • Die anderen genannten Ersatzteile habe ich bereits alle parat liegen.


    Bezüglich dem Verschleiß der Becher - ich habe die Achse mit neuen Geleitsteinen Mal hineingesteckt und konnte kein Spiel feststellen. Von daher nehme ich an, dass ich die noch verwenden kann.

  • ich habe die Achse mit neuen Geleitsteinen Mal hineingesteckt und konnte kein Spiel feststellen.

    Mach mal die Becher sauber und fettfrei und schau rein. Wenn dort blanke Stellen sind, dann würde ich die "Prüfmethode" überdenken und mit entsprechenden Messmitteln arbeiten (z.B. Innenschnelltaster und ja, denn hat nicht jeder, muss man sich ausleihen/besorgen).

  • Ich spanne die obere Gehäusehälfte ggf. am Getriebewinkel (hintere Aufhängung) ein und lasse die Kupplungsglocke auf der Werkbank aufliegen. Von irgendwas im Einfüllgewindeloch würde ich auch die Finger lassen.