Heckblech heraustrennen

  • Hey Leute,


    ich habe ein Heckblech liegen und möchte das nun einschweißen. Ich überlege nun, wie ich das alte komplett zerbeulte und verrostete herausbekomme. Soweit ich weiß, sind die ja nur punktgeschweißt. Macht es Sinn, gerade an der Unterkante, die Punkte aufzubohren? Oder schneidet man einfach stumpf unten ab und klatscht mit dem neuen Heckblech eine dritte Lage drauf?


    Wer hat da Erfahrungen gemacht?

  • Natürlich bohrt man die Punkte auf. Von aussen nach innen, möglichst ohne durchbohren der Kante des Kofferraumboden.

    Alle Kontaktflächen penibel entrosten und neu verpunkten.

  • Je nachdem welches Schweißverfahren man zur Verfügung hat. Wenn man das neue Blech zum Beispiel mit Schutzgas einschweißen will kann man durchaus auch durchbohren und die Löcher dann gleich nehmen zum wieder anschweißen.

  • Ich habe es, wie von euch vorgeschlagen, erst mit Bohren probiert. Aber das Ergebnis war unbefriedigend. Die Verletzungen im Unterblech waren logischerweise recht groß, auch wenn ich nie durchgebohrt habe. Aber die Bohrspitz gräbt sich natürlich tiefer, wenn ich die gesamte Breite des Bohrers durchs Oberblech bekommen will. Hab mit der Flex und Schleifscheibe weitergearbeitet. Hervorragendes Ergebnis. Und ging auch um einiges schneller.


    Jetzt frage ich mich, wie ich weiter vorgehe. Gerade die Unterkante beschäftigt mich. Ich hab gesehen, dass die grundiert war. Aus alten Fabrikwerbevideos weiß ich, daas die Blechteile von beiden Switen elektrisch gepunktet worden sind. Ich habe aber nur MAG am Start.


    Ich würde jetzt die Kontaktfläche metallisch blank putzen und ins Ersatzblech Löcher bohren. Anschließend würde ich durch die Punkte die Bleche verbinden.


    Sollte man zuvor die Kontaktflächen weitestgehend grundieren?


    Sollte man vielleicht nicht bohren und mit viel Ampere durch beide Blech durchschweißen?


    Würde mich über Tips freuen.

  • Für die Kontaktflächen gibts Schweißprimer. Und ja, ich würde das Heckblech mit 5-6mm durchbohren und dort die Punkte setzen.

    Ohne Bohren brauchst du sehr viel Strom um wirklich beide Bleche zu verbinden. Da hast du u.U. bevor die Verbindung geschafft ist schon ein Loch.


    Hast du mal versucht dir eine Punktzange zu besorgen/auszuleihen?

  • Zum ausbohren nimmt auch einen Schweisspunktbohrer, der kratzt nur zentral ein wenig am hinteren Blech. Nun egal, ist ja ab. Schweissprimer ist Mist, das spritzt und versaut die Punkte. Lass lieber nach dem schweißen etwas verdünnte Farbe dazwischen laufen. Gerade da hinten geht das prima.

    Wo es nicht drauf an kommt, bohre ich auch mal durch bzw dort, wo ich Blechteile ohnehin instandsetzen muss.

    Das Stossstangenblech war vollkommen zusammengefaltet durch Unfall, aber bevor ich den Satz für 120,- angeboten bekomme....

    Strahlen und schweißen mit hinterlegtem Kupferblech erspart das verschweissen der unnötigen Löcher. PS

    Auspunktbohrer schleife ich mir mit einer im Schleifbock aufgespannten, sehr schlanken Trennscheibe aus HSS Bohrern einfach selbst.

  • Danke euch Zweien für die Tipps. Nun hatte ich schon diesen Primer bestellt. Dann werde ich es einfach mal damit probieren. Wenn es wirklich unschöne Ergebnisse bringt, kann ich immer noch die Farblauf-Variante wählen.

    Ja, mit so einem Bohrer, gäbe es das Problem natürlich nicht. Wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Die haben sicher einen kleinen Dorn in der Mitte für die Führung. Ich glaube, das wäre da unten schwierig geworden, weil alle Schweißpunkte etwas versenkt waren, sodass keine Führung möglich gewesen wäre. Naja, sei's drum.


    Ich habe dieses ganze "Knete" an der Kante abgekratzt. Ich frage mich, ob es irgendwo eine Auflistung aller Spalten, Ritzen und Löcher gibt, bei denen diese Knete wieder rein muss. Denn nach dem Strahlen wird das ja alles weg sein.

  • Eine solche Auflistung gibt es nicht. Bestenfalls in den Archiven eine Beschreibung des Fertigungsprozesses.

    Auf jeden Fall da wo Wasser stehen kann und wenn du es magst dann einfach alle Kanten und Falze mit Nahtabdichtung bearbeiten.

  • So, Leute ich habs richtig verkackt. Ich hatte alles durchlöchert, rechts und links unten festgezwungen und dann außen eine Punkt gesetzt, die sehr gut gelungen sind. Passprobe war erfolgreich. Dann habe ich dummerweise alle anderen Punkte durchgezogen und nicht gemerkt, dass Bodenblech und Heckblech nicht plan aufeinander liegen. Eine Punkte sind gar nicht verbunden. Ich habe jetzt viele Punkte wieder aufgebohrt und neu verschweißt, damit eine Verbindung zwischen beiden Blechen besteht. Die Bilder sind VOR dem Nachschweißen entstanden.


    Durch den Auffahrunfall ist die Lippe am Bodenblech total verbeult und das "neue" Heckblech ebefalls etwas durch die Jahrzehnte lange Lagerung. Ich hätte nach jedem zweiten Punkt eine Krimpzange nahe am nächsten Punkt ansetzen müssen.


    Das Blech ist definitiv komplett fest. Aber es ist halt ein Spalt entstanden. Hab ich Kernschrott erzeugt oder ist das zu retten? Ist soetwas abdichtbar?


    Könnte heulen. 😪

  • Schleif die Punkte alle halbwegs plan, dann nimm einen Stahlhammer sowie einen Handamboss und dengel es soweit es geht ran. Dann wie Fahrfuss sagt dünnen Lack dazwischen laufen lassen und zum Schluss mit streichbarer Nahtabdichtung dick versiegeln.


    Alternative, alles ab und von vorn.

  • Dann wie Fahrfuss sagt dünnen Lack dazwischen laufen lassen

    bei dem Spalt geht auch unverdünnter Lack, aber ansonsten korrekt.

    Das ist eher ein optischer Mangel, den man mit korrosionsschutz und nahtabdichtung etwas verborgen bekommt.


    Mal ne Frage an die erfahreneren, wenn man jetzt Farbe zwischen laufen lässt, diese vollständig austrocknet, mal dann von unten nahtabdichtung macht, von unten einmal überlackiert, und von oben dann Konservierung zwischen laufen lässt, und dann nahtabdichtung rauf. Funktioniert das ganze dann? Platz wäre ja genug da in diesem konkreten Fall.

  • Dünner Lack meint in diesem Fall einen Lack der min. so dünn ist, dass er spritzfähig ist.

    Wenn er eine Dose Baumarkt Acryllack aufmacht, dann ist der einfach zu dick um da gut durch den Spalt zu fließen. ;)


    Wenn da Lack dazwischen ist und man vonninnen und außen versiegelt hat, was soll da noch passieren.

    Lässt man den Spalt so, kann man ja fast schon Sika reindrücken zum abdichten bis es unten rauskommt.

    Bei Nahtabdichtungen sollte die Stelle vorher "fettfrei" sein. Insofern ist es fraglich ob Konservierung dazwischen sinnvoll/nötig ist wenn man am Ende von oben auch abdichten will.

    Dann eher Sika reinpressen.

  • Danke erst einmal für die beruhigenden Worte. Vor meinem Ausbau war die Ritze auch mit irgendeiner Masse versiegelt und überlackiert. Sah nach selbstgemacht aus, weil die Lackfarbe etwas abwich. War das von Werk auch oberhalb verschmiert worden?


    Ich Sprüh lack durch die Ritze, "bördel" das zart mit dem Hammer zusammen <X Ubd sprüh dann noch einmal durch. Und wenn dann alles gestrahlt und lackiert ist, versiegel ich die untere Stoßkante und im Kofferraum kommt auch sika rein.

  • Ich würde das dann aber erst strahlen und dann die Spalten weiter bearbeiten.

  • Wenn die Zelle auf einer Wache zum Knast zählt dann ja. Aber nichmal ne Stunde.

  • Ich würde das dann aber erst strahlen und dann die Spalten weiter bearbeiten.

    Auf jeden Fall. Ich bin soweit fertig mit schweißen. Nun gehts zum Strahlen und Grundieren.


    Was folgt dann als nächstes?


    - Lackieren aller nicht sichtbaren Teilen, wie zB Stehwand im Motorraum

    - Pappen anbauen

    - spachteln

    - hohlraumversiegeln

    - lackieren


    Passt der Fahrplan?

  • Ich würde die Hohlraumversiegelung ganz ans Ende stellen, kurz vor den finalen Zusammenbau (von Interieur etc.).