Hochwasser 2013, 2021

  • "Wer kann schon ahnen, dass zwei Etagen über einem eine Psychotante wohnt, welche zu blöd ist ihre Kippe auf dem Kunststoff-dekorierte Balkon auszumachen und damit 8 Balkone inkl. Inventar abfackelt. Und Sie war ja ganz clever und hat aus Kostengründen ihre ganzen Versicherung gekündigt, um die Neuen online abzuschließen. Blöd nur, wenn man erst kündigt, dann sich was Neues sucht, die Versicherung ab 1.5. gilt - der Schaden aber im April entstanden ist."

    Unbenommen davon, dass eine Hausratversicherung in meinen Augen sinnvoll ist: Genau für diesen Fall wäre die Werbung für eine PHV mit inkludiertem Forderungsausfall passender gewesen (und damit auch die Werbung für den Versicherungsvertreter eine wertigere). Hiermit werden im Zweifel die Lücken geschlossen, welche eine Hausrat nicht zu schließen vermag.


    "Wir haben unsere Erweiterte Haushaltversicherung aus DDR-Zeiten (von Allianz übernommen) bis jetzt immer beibehalten. Sicherlich nicht die kostengünstigste Form, allerdings mit breitem Leistungsumfang."

    Ich meine mich zu erinnern, dass es so um 2009 herum war, da hatten wir von der VHV aus eine Extra-Schulung, welche zum Ziel das Umdecken der alten und damals auch neuen EHV-Produkte hatte.

    Lange nicht so spektakulär (und so aggressiv) wie die "Psychoanalyse"-Seminare der Allianz (insbesondere die Allianz-Ausschließlichkeit), aber doch schon mit Geschmäckle. Die R+V zog dann (zumindest für/in unsere(r) Region zeitnah nach, jedoch lieblicher, da sie (zumindest damals) eher im gewerblichen Bereich aktiv waren...

    Aufhänger für den geplanten EHV-Exitus waren damals u.a. die Deliktunfähigkeit von Kindern < 7 Jahren und die Erweiterung der Leistungen bei Rohrleitungsschäden bzw. (Folge-)Schäden durch Rohrbruch. Das ist aber schon seeeehr lange her und der Versicherungsvertreter von Anne kann da bei Bedarf evtl. detaillierter zu berichten...


    "Nenne mir doch bitte eine Verischerung die einem angedreht wird, aber kein Mensch braucht (Berufsunfähigkeit, Zahnzusatz, Vollkasko beim Trabant, etc.)"

    Ich bin nicht Frank, aber mir fällt da aus meiner Zeit im Vertrieb ad hoc eine ein: die Ausbildungsversicherung :D:D

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  • Das mit dem Ignorieren der Warnungen hat aber auch einen m.E. ganz einfachen Grund, den ich mal "Warnungsinflation" nennen würde. Wenn ich dran denke, wie oft mir meine bessere Hälfte Warnungen aus ihrer DWD-App vorbetet.... :verwirrt:

    Bisher kam so gut wie nie wirklich etwas daraufhin: kein "schweres Gewitter", kein "Starkregen" und zuallermeist auch kein "schwerer Sturm" in annähernd der vorgewarnten Stärke...

    Glück gehabt? - Sicherlich...auch.

    Aber es wird eben derart oft gewarnt, ohne dass was kommt, dass eben irgendwann kaum noch einer die Warnungen ernst nimmt.

    wer auf eine Elementar(mit)versicherung in der Gebäudeversicherung ... aus Ersparnisgründen verzichtet, obwohl ihm diese möglich wäre, der soll auch keine Staatshilfe bekommen. Er kann und soll natürlich Soforthilfe bekommen, aber bitteschön nur als Kredit.


    Das ist wie mit der Rente. Wer nicht (privat) vorsorgt, soll bitte mit Eintritt in die Rente nicht nach dem Staat rufen.

    Auch "zu pauschal in den Raum gestellt". ;)

    Sowohl das eine, als auch das andere muss man sich leisten können - viele Leute können's eben nicht (mehr), trotz Vollzeitjob incl. Überstunden (ich kenne genug davon, die sich ihre "alte Hütte" mit Mühe und Not so eben noch leisten können). Der deutschen Lohn- und Sozialdumpingpolitik sei "Dank" (besonders "herzlichen Dank" an den scheinroten Medienkanzler und seine grünen Mitstreiter, und an "Mutti" nebst ihrer Gurken- und Nachfolgetruppe natürlich ebenso X( ).


    Wir hatten z.B. lange Zeit auch eine Elementarversich. für die Gebäude mit dabei - die kam irgendwas zw. 120 und 150 €uronen, bezahlbar also. Dann haben wir das Dachgeschoss ausgebaut und die Vers. angepasst. Plötzlich sollte alleine der Elementaranteil gg. 500 (!) € kosten, wg. 2 lumpiger 20qm-Dachkammern und einem Gästeklo ... :doof: .2 Konkurrenzangebote waren kaum günstiger, fiel also aus. Und ich will auch gar nicht wissen, was die jetzt - runde 10 Jahre und das eine oder andere "Ereignis" später - dafür wohl aufrufen würden. :augendreh:


    Nach jedem fetten Hochwasser/Sturm/ Starkregenvorkommnis kommt immer wieder die Diskussion hoch, man müsse die "Elementarvers. für alle Hausbesitzer zwingend einführen" - weil "wenn alle einzahlen es entsprechend günstiger und bezahlbar wäre".

    So weit, so schön und wohl auch richtig. Aber so schnell, wie diese Diskussion (sicher auch jetzt wieder) aufflammt, verschwindet sie dann auch wieder in der Versenkung. Bis zum nächsten "Ereignis"... :verwirrter:

  • Von dem ein oder anderen Meteorologen vom DWD hab ich da mittlerweile die ein oder andere Selbstkritik schon gehört, eben wegen genau dieser Warnungsinflation.

    Also nicht, daß man zukünftig weniger warnen will, sondern anders.

    Im jetzigen Fall wurde wohl statt vor starkem Unwetter vor extremem Unwetter gewarnt, aber man hat erkannt, daß diese Abstufung offenbar beim 'Endkunden' verschwimmt und nur als 'normale' Unwetterwarnung mitläuft.

    Was aber nichts daran ändert, daß von behördlicher Seite wohl einiges versäumt wurde, denn dort hätten die Meldungen vom EFAS ja eigentlich ankommen bzw. verarbeitet werden sollen.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Wo ist das Problem, wenn man mit hoher Wahrscheinlichkeit betroffene Gemeinden informiert hätte und die Gemeinden und Bewohner, so denn sie dazu bereit gewesen wären, sich darauf vorbereitet hätten ? Jeder Bewohner hätte es vielleicht sogar für sich entscheiden können, ob er die Warnung ernst nimmt oder nicht und dann heißt es eben, wer nicht hören kann muß fühlen, das ist bitter aber wahr. Es hätte viel Leid erspart !!! Aber es scheint absolut nichts vorbereitet gewesen zu sein !!! Gar nichts !!! Die Zahlen für die zu erwartenden Niederschlagsmengen waren doch da. Hinterher kommen sie mit ihren Krodilstränen und klappen die Brieftasche auf und verteilen Geld, als wäre es ihr eigenes. Wie viele Jahre hat es beispielsweise in Grimma gedauert ?

    :pinch::wacko:

    Endkunde ist doch Quatsch, die Gemeinde muß direkt drauf hingewiesen werden, was zu erwarten ist und das wäre anscheinend möglich gewesen. Und der Bürgermeister und seine Leute haben die Bürger zu informieren, was zu erwarten ist. Und gegebenenfalls ist es besser umsonst, als solch ein Unglück.

    Trabant - seit 1958 ohne Rückruf

    und auch den Elchtest bestanden

    Edited once, last by Atomino. ().

  • Private Versicherungen leben meistens von dem Versicherungsangebot. Damit ist der erwartete Nutzen einer Versicherung für die Kunden immer negativ. Entsprechend machen sie aus meiner Sicht tatsächlich nur dann Sinn, wenn sie einen Schaden ersetzen, der einen sonst ruinieren oder zumindest sehr alt aussehen lassen würde.


    Die Gebäudeversicherung ist sicherlich wichtig, wenn man ein Eigentum hat. Hausrat ist meiner Meinung nach nur dann wichtig, wenn es auch Werte gibt, die versichert werden. Als Studierender hatte ich zB außer meinem Computer nichts was irgendwas wert war. Allen Inhalt meiner Wohnung hätte ich da auch so ersetzen können. Die Kaskoversicherung bei Autos mit einem Wert von ~3000-4000€ kann man meines Erachtens aber zB völlig abschaffen, wenn man den entsprechenden Betrag im Schadenfall auch selbst aufbringen könnte.


    Eine Versicherung, die extrem wichtig ist, aber leider kaum einer hat, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Da kann man schnell blöd aussehen, wenn da was passiert.

  • Kehrseite: Wenn man die Leute vorher informiert und jeder dann vor sich entscheiden kann, wird es nicht nur Panik aber auch Staus geben. Denn gerade aus schmale Täler gibt es meist nur ein Weg hinaus, und die führt meist den Bach entlang. Da prallt dann bestimmt was zusammen. Wenn die Leute auf der Flucht im Auto ersäufen, sind sie auch nicht besser dran.

  • Sowohl das eine, als auch das andere muss man sich leisten können - viele Leute können's eben nicht (mehr), trotz Vollzeitjob incl. Überstunden (ich kenne genug davon, die sich ihre "alte Hütte" mit Mühe und Not so eben noch leisten können).

    Wer ein Eigenheim besitzt, und bei "alte Hütte" würde ich davon ausgehen das sie bereits bezahlt ist, und sich eine entsprechende Gebäudeversicherung bei Vollzeitjob plus Überstunden nicht leisten kann, der macht eindeutig etwas falsch! Es mag Einzelfälle geben, aber die sind sicher die Ausnahme und man muss sie sich anschauen und entsprechend bewerten. Oft stellt sich heraus das solche Fälle optimiert werden können. Aber...man muss sich kümmern.


    Ein Durchschitt mag zwar schwierig sein, aber ein normales (Einfamilien)Haus mit einem Neuwert von sagen wir 250T€ fürn 10er im Monat zu jenem Neuwert elementar versichern... irgendwo bei allem Hass gegen die Assekuranz auch nachvollziehbar dass das nicht geht.


    Und ob die Leute in den aktuell betroffenen Gebieten jemals damit gerechnet haben so getroffen zu werden? In manchen sicher schon, aber garantiert nicht in allen.


    Das "mir passiert schon nichts" oder " Warnungen sind eh immer übertrieben" mag man so sehen....aber abgerechnet wird am Schluss......


    Das eigene Dach über dem Kopf ist das wichtigste was ich habe und es ist ein Teil meiner Altersvorsorge. Und das werde ich schützen, auch wenn es 60€ im Monat kostet.


    Eine Versicherung, die extrem wichtig ist, aber leider kaum einer hat, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Da kann man schnell blöd aussehen, wenn da was passiert.

    Das ist tatsächlich etwas was man genau abwägen muss. Vor allem in jungen Jahren. Aber ab einem gewissen Alter muss man das neu bewerten. In meinem Bescheid der LVA steht ein Betrag für die EU-Rente. Das ist nicht viel, aber im Zweifel kann ich damit (über)leben. Und so gehe ich das Risiko ein und stecke diesen Beitrag mit in die Altersvorsorge.

    In meinem Beruf und bei meinem Zustand ist die BU nett und bis zum Alter X und vor dem (abbezahlten) Haus hatte ich sie auch, aber heute kann ich das Risiko eingehen.


    Das ist (für mich) auch ein Unterschied zum Haus. Wenn das einen Totalschaden erleidet, kann ich die 250T€ für ein neues nicht aus dem Ärmel schütteln und auch bis zur Rente ein neues abzahlen wird die Luft ganz dünn....zu dünn um auf die Elementare zu verzichten.

  • An die 10 € im Monat glaubst Du wohl selber nicht, soviel (bzw. wenig) dürfte evtl. die E.vers. der Garage kosten. ;)

    Aus den 60 könnte schon eher ein Schuh werden - und genau mit denen wird's für Leute eng, die mit (oder defacto immer noch unter) Mindestlohn dahinknappsen.

    "Etwas falsch gemacht" :verwirrter: - nicht alle Leute sind gut bezahlte Facharbeiter oder Angestellte oder gar Beamte...

    Unabhängig davon bleibt immer noch der nicht unerhebliche Anteil von Gebäuden, die wg. ihres Standortes oder der Region gar nicht versicherbar sind - oder nur für wirklich unbezahlbare Summen.

    Und schon sind wir wieder bei einer Versicherungs- und Einzahlpflicht für ALLE (was auch ein Schlüssel für die Probleme der Rentenkasse sein könnte).

  • Ich mag die Warnungen meiner Wetter-App besonders im Winter. Da heißt es dann immer "Warnung vor extremer Kälte" und in der selben App ist dann von 0 bis etwa minus 3°C die Rede. :doh:


    Was die Elementarschäden betrifft:
    Meine alte Bude ist ungleich größer als die fahrgast'sche - insofern vergleichen wir da jetzt natürlich Äpfel und Birnen. Obendrein ist meine noch nicht ganz fertig und auch nicht wirklich alt, weil auf den alten Bruchsteinwänden des Erdgeschosses quasi ein Neubau aufgesetzt wurde. Neu im Sinne von komplett neu, mit drei Ringankern, neuen Geschoßdecken, neuem Dach und komplett neuem Mauerwerk. Also auch ein entsprechender Gegenwert da ist und die Police die wir vorher hatten damit auch nicht vergleichbar ist. 500€ Elementarschutz im Jahr käme mir jetzt nicht extrem vor, muß ich zugeben. Und wenn ich ausrechne, wieviele Jahrhunderte man da Elementarschutz einsparen müßte, um die Baukosten wieder reinzuholen...dann zahle ich das lieber, denn das nächste Unwetter kommt bestimmt.

  • Selbst wenn man wenig besitzt, sollte man es gut versichern. Auch wenn man nur die billigsten Möbel hat, einen alten Computer, einfaches Auto und Fahrrad..ect.... Wenn man wirklich alles verliert und neu braucht, kommt auch da eine ganz schöne Summe zusammen. Ich würde mich nicht darauf verlassen genug Geld auf dem Konto für Neuanschaffungen zu haben, eine etwas höhere Ausgabe, weil es sein musste oder man sich einen Wunsch erfüllt hat und ausgerechnet dann kommt ein Schafensfall bei dem man alles verliert. Ich zahle lieber eine Versicherung und nehme sie nicht in Anspruch als umgekehrt.

  • Aus den 60 könnte schon eher ein Schuh werden - und genau mit denen wird's für Leute eng, die mit (oder defacto immer noch unter) Mindestlohn dahinknappsen.

    Sorry, aber mit weniger als Mindestlohn dahinknappsende (schlimmstenfalls noch alleinstehende) Eigenheimbesitzer die sich keine Absicherung dessen leisten können?


    Schon im Grundgesetz steht: Eigentum verpflicht.

    Entweder ich kann es mir leisten, egal wie hoch das Einkommen ist, oder ich kann es nicht.


    Das es manchmal nicht ganz einfach ist...unbestritten.

    Deine Darstellung suggeriert aber einen großen Umfang derer die es nur mit Mühe und Not können und den sehe ich ganz einfach nicht.

    Selbst eine unverschuldete Notlage mit z.B. einhergehendem Bezug von Transferleistungen muss nicht zwangsläufig die Aufgabe eines Eigenheimes bedeuten.


    Noch kann man selbst bestimmen (unabhängig davon welche Hürden dabei zu nehmen sind) wie, wo und worin man lebt. Ich kann im Freien wohnen, ich kann etwas mieten, ich kann etwas kaufen, ich kann etwas geerbt bekommen oder oder.

    Und ja, im Fall z.B. eines Erbes kann es sein, das der Erbe es sich nicht auf Dauer leisten kann.



    Und am Ende gibts zwei Möglichkeiten.

    1. ich kann mir das Eigenheim mit Folgekosten leisten

    2. ich kann mir das Eigenheim nicht leisten.


    Und wieder ja, manchmal stellt man erst nachdem Erwerb (in welcher Form auch immer) fest, es geht doch nicht.


    Aber so wie du offenbar Fälle kennst die knappsen müssen, kenne ich Fälle die z.B. mit EU-Rente ein Haus bewohnen (das noch nicht abbezahlt ist) und es geht auch. Klar steht dann kein SUV vor der Garage und Urlaub gibts nur im Bungalow an der Ostseee.


    Jeder soll wie immer machen wie er mag, aber die Leute die aktuell überschwemmt wurden, haben nicht alle an einem Fluss gewohnt.

    Unterspülte und weggesackte Feldränder die Schlammlawinen ausgelößt haben waren da auch dabei, fern von Flüssen die über doe Ufer getreten sind.


    Und wenn ich manchen Starkregen der letzten Jahre hier betrachte wird einem schon ganz anders. Hier stand das Wasser ohne irgendeinen Fluss in nächster Nähe auch allein durch den Regen schon verdamt oft hoch im Hof und an der Straße, wo die Sickergruben nicht mal ansatzweise die Mengen aufnehmen konnten.

  • Noch kann man selbst bestimmen (unabhängig davon welche Hürden dabei zu nehmen sind) wie, wo und worin man lebt. Ich kann im Freien wohnen, ich kann etwas mieten, ich kann etwas kaufen, ich kann etwas geerbt bekommen oder oder.

    Jetzt würde ich gerne glatt selbst bestimmen, daß ich ein Haus vererbt bekomme :grinser:

    Mist, klappt irgendwie nicht. Keiner da, der mir was vererben will :gruebel:

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    und auch den Elchtest bestanden

  • Nachher ist jeder immer schlauer. Da kommen die Klugscheißer scharenweise. Ich wohne nun in unmittelbarer Sichtweite ca. 20 Meter neben der Weißeritz (deutsch, die Wilde). In meinem bisherigen Leben ist sie dreimal über ihre Ufer geschossen.


    2002, natürlich mit vorheriger Ansage. Als wir unsere Familienautos aus dem Tal herausgefahren und sicher am höherliegenden Jugendclub geparkt hatten, erweckten wir bei unseren Nachbarn noch Heiterkeit.


    Im Ergebnis, in meiner Garage stand das Wasser fasst einen halben Meter, auf unserem Hof rund einen Meter. Die Kellerräume waren die Treppen hoch bis über das Niveau Hauseingang voll unter Wasser.


    Elf Jahre später 2013 war es wieder ganz knapp davor. Da hatte natürlich jeder hier umgehend reagiert. Autos wurden alle evakuiert, Fahrräder standen in höheren Etagen, Sonstiges aus den Kellerräumen in die Wohnungen verbracht. Glücklicher Weise verblieb das Wasser im Flussbett.


    Noch eine technische Bemerkung. Ohne Strom und mit Ausfall der Funkumsetzer nützen keine Apps und Mails. Damals hatte ich noch einen „analogen“ Festnetzanschluss und auch noch das uralte einfache Tastentelefon ohne extra Schnulli als Reserve aufgehoben.


    Stecker rein und siehe da, es war das einzig noch funktionierende Gerät im Hause, nach der Stromabschaltung. Heute nicht mehr möglich, wenn der Router ohne Strom ist war‘s das. Wer es noch nicht erlebt hat, dem kann kein Vorwurf gemacht werden.


    Aktuell ist es sehr bitter, dass so viele Menschen ihr Leben verloren haben. Es muss eine eindringliche Warnung für Kommendes sein. Sorglosigkeit sollte auch in Friedenszeiten nicht übertrieben werden und Unwissenheit schützt bekanntlich auch vor Schaden nicht.


    Für die Menschen in den jetzigen Katastrophengebieten werden künftig Wetterberichte einen gänzlich anderen Stellenwert im Tagesablauf einnehmen als bisher. Und das ist auch gut so.

  • Endkunde ist doch Quatsch, die Gemeinde muß direkt drauf hingewiesen werden, was zu erwarten ist und das wäre anscheinend möglich gewesen. Und der Bürgermeister und seine Leute haben die Bürger zu informieren, was zu erwarten ist. Und gegebenenfalls ist es besser umsonst, als solch ein Unglück.

    Alles richtig, die Behörde bzw. Gemeinde ist in der Pflicht.

    Aber Fakt ist eben auch, und so meinte ich das, daß der DWD sich mit seinen Warnungen (z.B. über die App) auch explizit an die Bevölkerung wendet, was ja auch sinnvoll ist.

    Nur war es eben eine Erkenntnis, daß die Warnungen offenbar oftmals anders verstanden werden, als sie gemeint sind... entweder, weil man zu inflationär warnt, wie im Deluxe'schen Bsp. die extreme Kälte bei knapp unter null, oder, wie jetzt, daß man eigentlich vor existentiellen Bedrohungen warnen möchte/muß, die Meldung sich im offiziellen Jargon aber so gar nicht liest.


    Private Versicherungen leben meistens von dem Versicherungsangebot. Damit ist der erwartete Nutzen einer Versicherung für die Kunden immer negativ. Entsprechend machen sie aus meiner Sicht tatsächlich nur dann Sinn, wenn sie einen Schaden ersetzen, der einen sonst ruinieren oder zumindest sehr alt aussehen lassen würde.

    Genau das sagt einem ja auch jeder Versicherungsberater (nicht zu verwechseln mit Makler). Nur Risiken versichern, die die Existenz bedrohen.

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    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Die Erkenntnis aus den nicht möglichen präzisen Vorhersagen ist, das man lieber einmal öfter warnt.


    Die Frage nun, was ist mir angenehmer? Einmal mehr warnen und dann doch Glück haben das nichts kommt, oder weniger warnen und am Ende möglicherweise Pech haben.


    Nunja, an vielen Stellen wo etwas passiert, war vorher oft niemand in der Lage zu erfassen was die Konsequenzen sein können. Oft wird geschätzt, vermutet, angenommen. Und am Ende ist es wie an der Ostsee beim Sandburgenbau. Zuviel Wasser und alles kann weg sacken, mit etwas Pech mit nur einer einzigen Welle.


    Aktuell ist es sehr bitter, dass so viele Menschen ihr Leben verloren haben. Es muss eine eindringliche Warnung für Kommendes sein. Sorglosigkeit sollte auch in Friedenszeiten nicht übertrieben werden und Unwissenheit schützt bekanntlich auch vor Schaden nicht.

    Ja der Verlust von Menschenleben ist sehr bedauerlich. Wird es allen eine Lehre sein? Ganz klar...NEIN!

    Warum? Die betroffenen Gebiete werden vermutlich in Zukunft besser geschützt werden. Und der Rest...macht weiter wie bisher. Mancher Orts wird man vielleicht nachdenken. Am Ende wird dann oft "wirtschaftlich" entschieden. Seit 100 Jahren war nichts, also nur geringe Gefahr, Kommune hat kein Geld, Ergo es wird nichts getan außer zu diskutieren und am Ende zu verwerfen.

    Und wenns dann mal blöd kommt...….man sieht es aktuell ja wieder.


    Ich mache seit gut 10 Jahren aktiv Kommunalpolitik. Man bekommt da schon so einiges mit. Und es ist wie so oft, solange nichts passiert ist, wird keiner aktiv.

    Insofern ja...aus Schaden wird man klug.

  • Der (amtsdeutsch) Versicherungsvermittler ist seit vielen Jahren in einem Wandlungsprozess und (auch oder gerade deswegen) zwar nachweislich mit sich verbessernde "Qualität", aber auch mit Nachwuchsproblemen.


    Um die Aussagen von oben nochmals etwas zurechtzurücken.


    Beispiel Brand und Hausrat: Es gilt nach wie vor: Sach- vor Haftpflichtversicherung.

    Grund 1: Neuwerterstattung bei der einen, Zeitwerterstattung bei der anderen.

    Grund 2: die meisten Forderungsausfalldeckungen haben eine Selbstbeteiligung von rund um die 2500,- €, um Bagatellschäden rauszuhalten. Diesbezüglich geht man mit 400,- € Schadensumme dort leer aus.

    Zumal: Prüfung etc. dauert.


    Weiterhin ist es dem Kunden mit Sachversicherung egal, ob und wieviel beim Schädiger regressiert wird - sofern überhaupt möglich.


    Gebäude und Elementargefahren:


    Vorab die Klärung: Regen- / Rückstaudeckung ist zwar Bestandteil der Elementargefahrendeckung, kann aber auch separarat versichert werden.


    Da es hier aber zu Überschwemmungs- und Folgeschäden gekommen ist, ist der zu den normalen Gefahren zubuchbare Baustein Elementargefahren sinnvoll und angebracht.

    Die restlichen Gefahren (Erdsenkung, Erdbeben, Erdrutsch, Lawinen, Schneedruck und die Überschwemmung ( aber nicht Sturmflut!) erscheinen je nach individueller Prüfung sinnvoll - oder eben auch nicht.


    Ein Kunde bekommt für seine Wohngebäude(und Haurat-)versicherung normalerweise folgendes Angebot:


    Feuer / Leitungswasser / Sturm/Hagel mit den Zusatzbausteinen


    Regen- / Rückstau

    Elementargefahren

    unbenannte Gefahren.


    Ob, was und wieviel er nimmt, entscheidet er selbst.


    Was er auf jeden Fall unterschreibt: dass er dazu beraten wurde! (Allein schon aus Beratungshaftungsgründen.)


    Und wenn man sich dran hält, kommt man eigentlich recht gut über die Runden.....

  • Zu den Warnungen: Nach dem, was ich darüber gelesen habe, wechselte das Gebiet, für das die Warnungen galten, bis kurz vor dem Ereignis mehrmals ganz erheblich seine geographische Lage. Man kann ja beim besten Willen nicht "auf Verdacht" mehrere Landkreise evakuieren, wo denn hin?

    Und tatsächlich wird so oft gewarnt, wobei nie was passiert. Das ist auch nicht die Lösung. Vermutlich gibt es sie nicht...

  • Jetzt ist doch auch Zeit für Sondersendungen.

    Es wäre besser gewesen, diese vor der Katastrophe zu machen,

    um die Menschen entsprechend vorzubereiten.

    :wacko:

    Das der Regen seit Tagen über diesem Gebiet stand, war jeden Tag auf der Radarkarte zu sehen.

    Ich meine, daß man von der breiten Bevölkerung nicht verlangen kann,

    daß sie sich hinsetzt und ausrechnet, welche Auswirkungen so und soviel Niederschlag für ihren Ort hat.

    Dafür gibt es schleißlich Spezialisten und die Beraten die Verantwortlichen

    und meiner Meinung liegt das Problem bei den Letzteren.

    :paahh:

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  • Wir stehen aber vor dem immerwährenden Problem des menschlichen Handelns und Denkens.


    Auf der einen Seite war es bis vor kurzem gar nicht mal so unmöglich und unwahrscheinlich, entsprechende Gedanken und Vorstellungen religiöser Art und Weise in den Köpfen der Menschen zu verankern.


    Gleichzeitig ist es aber scheinbar sehr schwer, etwas zu installieren, was die Leute sich nicht vorstellen wollen.


    Und genau das macht den entscheidenden Unterschied. Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und sage: selbst wenn vorher in hohem Maße mit einer Wahrscheinlichkeit informiert wäre, hätte tatsächlich vermutlich kaum eine Vorstellung für diese Katastrophe aufkommen können.

    Der Mensch zweifelt solange er lebt.