Altersvorsorge und Besteuerung - der Brutto-Netto-Thread

  • Genau, man muss es sich leisten können.


    Wie aktuell aus der Presse in den letzten Tagen wieder zu erfahren war:

    Wir Deutschen haben mit den Schweden zusammen in der EU zudem eh schon die kürzeste Bezugszeiten und erhalten auf das Durchschnittseinkommen der Beitragsjahre gesehen prozentual eine eher geringe Rente.



    Und Arbeitgeberverbände fordern gerade wieder den Beginn des Rentenalters zu erhöhen.

    Ich glaube dann kommt morgens zu mir auch irgendwann ein Pflegedienst der mich fertig macht, damit ich anschließend zu meiner Atbeit gebracht werden kann und meinen Pflegejob ausführen darf. ^^;( Ist zum Lachen und Heulen gleichzeitig. Am besten, man geht mit seiner Rente in ein Land mit geringen Lebenskosten, damit es noch reicht und man trotzdem gut leben kann.

  • "Man" nutzt die aktuelle Situation mit all ihren persönlichen und wirtschaftlichen Ungewissheiten eben aus, um dieses "Herzensthema" wieder möglichst weit nach oben auf der Agenda zu schieben. Da kommt noch was auf uns zu....

    Bei mir wäre es nach aktueller Rechtslage noch knapp 9 und 1/4 Jahr bis zum frühestmöglich regulär bezahlten Eintritt. Ob's rechtlich dabei bleiben wird? Ich fürchte: nein.

    :verwirrter:

  • Genau, man muss es sich leisten können.

    Man muss es sich auch leisten wollen.


    Hier geht nichts an einer sauberen Planung vorbei. Auch ist es wichtig die persönlichen Kennzahlen im Blick zu haben und vor allem sie auch zu verstehen.


    Ich weiß aus meinem Umfeld, dass die Wenigsten mit ihrer Renteninformation umgehen können.

    Und oft fallen einige dann viel zu spät aus allen Wolken, wenn ihnen klar wird das die Luft ganz schön dünn wird mit Eintritt in die Rente.

    Meist ist es dann auch schon viel zu spät, um das noch irgendwie einigermaßen adäquat abzufangen.


    Auch wird inzwischen sehr oft und gerade auch von Jüngeren gesagt, ich lebe heute, was interessiert mich morgen.

    Ich sage dann immer, ja könnt ihr machen, aber bitte dann nicht mit 55 ankommen, aufwachen und flennen das man bis 67 gehen muss, um danach so einiger Maßen über die Runden zu kommen.


    Aktuell und nach derzeitiger Lage funktioniert es nur so, dass man selber privat etwas tun muss, um es im Rentenalter halbwegs komfortabel leben zu können und das man möglicherweise auch eher gehen kann und dabei auch eventuelle Abzüge berücksichtigt sind, die man im Vorfeld dann schon kompensiert hat.


    Dafür gibt es je nach Einkommenslage sehr verschiedene Wege. Und ja, in den unteren Einkommensgruppen ist das zuweilen auch nicht gerade einfach, und ja man wird hier nur schwerlich ein ansehnliches Vermög3n aufbauen können. Wenn man aber da auch schon sehr früh anfängt (und damit meine ich nicht erst mit 40), so kann man sich da ein Polster aufbauen, dass es einem ermöglicht eventuell schon mit 63 oder früher in den Ruhestand zu gehen.


    Das dies alles durch Änderungen der persönlichen Umstände und auch durch Neuregelungen vom Staat sich neu entwickeln kann, bleibt dabei unbestritten. Die Kunst ist es sich diesen Umständen dann wieder anzupassen. Und wer das nicht kann, soll sich ganz einfach dabei helfen lassen. Wer das nicht will....nun der hat dann einfach Pech gehabt. Der kann dann ja wie hier vorgeschlagen auswandern und wo anders versuchen mit dem was er hat (oder auch nicht) durch zu kommen.

    Das Betriebsrentenstärkungsgesetz zum 01.01.2018, um mal nur ein Beispiel zu nennen, ist offenbar an sehr vielen unbeachtet vorbeigegangen. Auch damit kann man ganz gut einen kleinen Baustein zur eigenen Rente erwirtschaften und wird per Gesetz dabei vom Arbeitgeber unterstützt.


    Ich mache inzwischen nebenbei auf Arbeit eine Rentenberatung. Ich analysiere dabei die Istdaten des Kollegen/in und gebe ihm/ihr einen Ausblick was er/sie zu erwarten hat. Dazu ein paar Tips was man dagegen tun kann.

    Das hat sich so ergeben, weil es mich a) auch schon immer interessiert hat und ich meinen "Plan" habe und b) mein Arbeitgeber sein System der Vorsorge für seine Mitarbeiter reformiert hat und wir darauf reagieren mussten. Das wurde so toll gemacht, das viele damit überfordert waren es zu verstehen und für sich zu nutzen.

    Der Vorteil dabei ist, ich mache das einfach um zu helfen, zu erfassen wie der Status Quo ist und was man tun kann. Was derjenige dann macht ist mir persönlich herzlich egal.

    Ich habe dabei nicht den Druck z.B. eines Versicherungsmaklers ein Produkt verkaufen zu müssen. Es ist leider manchmal so, das Menschen die davon leben Produkte zu Steigerung der Rente zu verkaufen, nicht immer objektiv und neutral beraten wie man sich am besten auf die Rente vorbereitet.

    Praktisch dabei ist, wenn man im Freundes- oder Familienkreis Menschen hat die sich ebenfalls ein bischen damit auskennen und man sich so auch mal dazu austauschen kann.


    Was ich damit sagen will, ich halte es für existenziell wichtig sich darüber schlau zu machen, was/wann/wie/wo usw......

    Das Ganze von einem unabhängigen Berater bzw. zum Vergleich von mehreren Beratern wenn man sich unsicher ist, ob man gut beraten wurde.


    Und selbst dann ist es keine Garantie, dass alles so laufen wird wie man es plant. Ich hab aber ein ruhiges Gewissen. Mein Plan steht und wenn sich nichts ändert wird es ganz gut aussehen. Wenn nicht, dann wird halt der Plan geändert bzw. angepasst. :)

  • Ich habe dabei nicht den Druck z.B. eines Versicherungsmaklers ein Produkt verkaufen zu müssen. Es ist leider manchmal so, das Menschen die davon leben Produkte zu Steigerung der Rente zu verkaufen, nicht immer objektiv und neutral beraten wie man sich am besten auf die Rente vorbereitet.

    Absolut richtig, das sollte man berücksichtigen und mit Vorsicht genießen. Deshalb sollte man vorzugsweise zu einem Versicherungsberater gehen; den zahlt man zwar selber, der kann sich es damit aber auch leisten, objektiv zu sein.

    Ein eben solcher hat mir mal den Rat mit auf den Weg gegeben: Altersvorsorge ist kein Versicherungsproblem, sondern ein Geldanlageproblem ;-)

    Kann man mal drüber nachdenken. Und wenn das Geldsystem implodiert, ist's eh Essig mit Rente...

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Ich habe in der Hinsicht auch schon meine schlimmsten Befürchtungen da ich seit 2006 auf Private Altersvorsorge umgestiegen bin. Wenn das komplette Währungssystem zusammenbricht dann habe ich auch voll die Arschkarte gezogen.

  • Die Arbeitgeberverbände drängen doch schon jetzt darauf die Lebensarbeitszeit zu verlängern, ich hab ja auch noch 27 Jahre und bis dahin... .


    Und wenn ich dann den Freizeit FDP-ler und Mittelstandsmillionär Mr. Mimimerz höre... .


    Nein, lieber Themenwechsel.

  • Erstes Standbein: kleine, eigene Immobilie. Zweites: vermietete, weitere Immobilie. Drittes: betriebliche, zusätzliche Altersvorsorge. Mehr kann ich nicht und vieles andere ist mir zu undurchsichtig.

  • Eigene Immobilie hab ich auch wo ich auch einen Teil von vermieten kann, aber ob man davon später leben kann?

    Betriebliche Altersvorsorge ist im Grunde genommen genauso sicher wie jede andere private Geldanlage. Wenn die Währung krachen geht ist es nichts mehr wert.

  • Tim

    Du empfielst doch hoffentlich nicht die Riester - Rente.:huh:

  • Warum sollte ich das tun? Für meine Kollegen kommt die eigentlich für alle nicht in Frage.


    Aber für eine bestimmte Einkommensgruppe, nämlich die der Geringverdiener und hier besonders Frauen mit Teilzeitjobs und Kindern (besonders wenn sie nach 2008 geboren sind), kann die Riesterrente ein Baustein für die spätere Versorgung und den (Teil)Ausgleich einer vorzeitigen Rente sein, oder halt zum Taschengeld aufbessern. Hier können Förderquoten von zum Teil mehr als 50% erreicht werden.

    Da dabei auch keine Unsummen zustande kommen, kann die nachgelagerte Versteuerung der Auszahlungsbeiträge vernachlässigt werden. Aber auch das muss individuell für jeden Fall ausgerechnet werden. Pauschal kann man da garnichts sagen.


    Man muss es immer Fallbezogen und gesamtheitlich betrachten. Und jeder Fall ist anders.


    Und die hier gerade schon angesprochene eigene selbstbewohnte Immobilie, sowie möglicherweise die Zweite oder gar Dritte zur Vermietung, ist für den der es sich leisten kann einer der Favoriten der Altersvorsorge.


    Mit das wichtigste im Leben ist das Dach über dem Kopf. Leider ist es heute auch praktisch das teuerste im Leben. Als Einzelposten bildet die Miete in der Regel die Position ganz oben.


    Und wenn man das durch Erwerb einer Immobilie beseitigen kann, ist der wichtigste bzw ein großer Schritt getan.


    Alles weitere sind dann noch kleiner Zubrote, die dann darüber entscheiden, wann man gehen kann und ob man später noch einen Zweitwagen fährt, oder mehr als einmal pro Jahr in den Urlaub macht und ob es eine Luxuskreuzfahrt oder Jugendherberge im Erzgebirge wird.



    Und um mal wieder auch ein Bild zu zeigen. Wenn man gute Freunde hat, dann braucht man sich im Winter auch keinen Kopf mehr machen wo man hinfährt um es ein wenig wärmer zu haben als hier im Land.


    So werde ich als Rentner im Winter ab und an mal mein Frühstück genießen:



    Ihr dürft gerne erraten wo das ist. 🙂

  • Ich bau an der Zeitmaschine und kauf mir dann vor zehn Jahren Bitcoins ;-)

  • Ich staune nur immer wie viele Abzüge man jeden Monat hat, bei mir sind es gut über 1000 €. Wenn man das den Leuten für nur einen Monat pro Jahr erlassen würde....


    Ärgerlich war auch, im Oktober hatte ich brutto 9€ mehr als im November, dadurch rutschte ich aber in die nächsthöhere Lohnsteuerstufe und mir wurden wegen 9€ dann 40€ mehr Lohnsteuer abgezogen. Warum kann man da nicht auch einen für alle Bürger einheitlich gleichen Prozentsatz festlegen und gut ist? Eine Kollegin hatte deswegen trotz Gehaltserhöhung zwei Jahre lang weniger Nettolohn gehabt als vorher, bis sie die nächste Erhöhung bekam.

  • Ich staune nur immer wie viele Abzüge man jeden Monat hat, bei mir sind es gut über 1000 €.

    Redest du von der Lohnsteuer und den SV-Beiträgen?

    Wenn ja, dann solltest du bei 1.000 € Abzügen ggf. einen Wechsel der Steuerklasse in Betracht ziehen. Dies ist abhängig von der Different der Einkommen der beiden Eheleute.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • Nein, ich meinte Abzüge insgesamt.

    Wir haben beide die 4, klar gäbe noch andere Optionen, aber so laufen wir am ehesten keine Gefahr was nachzahlen zu müssen und freuen uns dafür über eine schöne Rückzahlung vom Finanzamt einmal im Jahr.

  • Das ist die kalte Progression. Ich gebe mir deswegen alle Mühe, nicht befördert zu werden. Kann ich mir nicht leisten ;-)

  • Nein, ich meinte Abzüge insgesamt.

    Was hast du denn noch für Abzüge?


    Bei mir werden Lohnsteuer, Soli und SV-Beiträge (KV, RV, AV und PV) abgezogen.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • "Kalte Progression"... - Eine der vielen Irrsinnigkeiten am hiesigen verschwurbelten Steuersystem, das vor allem auf größtmöglicher Kompliziertheit /Undurchsichtigkeit beruht. X/ Es dürften 100000e sein, die sich Jahr für die ihnen klar zustehende Rückzahlung durch die Lappen gehen lassen, sei es aus Unkenntnis oder aus Bequemlichkeit. Bei uns z.B. wären das Jahr für Jahr wenigstens 700 Öcken, bei nicht wenigen noch weitaus mehr. Kein Pappenstiel also...

    Dafür wissen aber die "Großkopferten" (wo's um ganz andere Summen geht) zuallermeist um so besser, wo man wie Steuern spart. Z.B. woanders...