CO2-Steuer-2021

  • Unsere Eltern waren mit uns als Kinder oft im warmen Süden im Urlaub.

    Unsere nicht. ;)


    Urlaub hieß, morgens beizeiten in den vorher beladenen Trabant 601 zu steigen und in Richtung Norden oder Westen (wobei mit Westen tatsächlich nur die Himmelsrichtung, konkret Thüringen gemeint ist, vorzugsweise die Bezirke Suhl oder Erfurt) loszutuckern.

    Letztlich ist diese Art von Urlaub die ökologischste: Mit dem gut ausgelasteten PKW im Inland. Und schön war es auch immer. Wird heute in Coronazeiten grad neu "erfunden" - und für manche erscheint das in einer Weise unvorstellbar, im eigenen Lande Urlaub zu machen, daß ich mich schon frage, wo diese Menschen eigentlich leben, so innerlich.

  • Das ist die Entwicklung im Osten, die es im Westen schon seit nach dem Krieg gab.


    Die Urlaubsreise im PKW war ja auch den Umständen geschuldet, dass eine der wenigen Flüge der absolute Luxus war den sich die Wenigsten z.B. in einer ganze normale Arbeiterfamilie leisten konnten.

    Wäre das heute auch noch so, würde/hätte es nicht diese Dimensionen angenommen die aktuell (ohne Carola) Realität sind.

    Normal ist es nicht für deutlich weniger Geld als eine Kurzstreckenbahnfahrkarte nach Malle zu fliegen.


    In einer Fernsehsendung die Statistiken Ost und West für bis 1990 verglichen hat, sind die Ostdeutschen mehr im Urlaub gewesen, als die Westdeutschen. Nur eben mehrheitlich in der sogenannten Naherholung, also mehr oder weniger nur im Inland.


    Die in die Lufthansa gesteckten Steuermilliarden werden vmtl. genauso 'lückenlos' zurückgezahlt werden, wie's bei den in der Finanzkrise so großzügig ausgeteilten passiert ist

    Sei versichert, dass die Lufthansa keine Bank ist und jeden Cent zurückzahlen wird. Das hat der Chef auch ganz deutlich gesagt. Er hat garkeinen Bock darauf, dass der Staat durch den Erwerb von Anteilen mit seinen Politikern ins Unternehmen pfuscht, was bis zur Krise relativ gut gelaufen ist.

    Auch wird das zum Teil durch die Mitarbeiter mit getragen (im Gegensatz zu den Banken), die bis jetzt schon zusammen auf über eine Milliarde!!! Lohn verzichtet haben.


    Manchmal ist es besser nicht alles in einen Topf zu werfen und über einen Kamm zu scheeren.

  • Das Fortschreiten der Jahrzehnte brachte auch neue Urlaubsgewohnheiten. In meiner Kindheit war das Verreisen hauptsächlich mit der Bahn und dem Bus angesagt. Das Kinderferienlager in den Sommerferien wurde bei mir von 6 Jahren (1. Klasse) an Standard. Erst mit 12 stand plötzlich ein Trabant unter der Laterne. Mehr reisen? Passend zur Kofferraumgröße wurden Campingmöbel angeschafft. Nein nicht für den Urlaub! Es ging raus zu Wochenendausfahrten. Wald, Badeseen, Sehenswürdigkeiten, Museen, Städtefahrten, Wintersport, Verwandtschaft besuchen.


    Die Anzahl an Urlaubstagen, von 15…18 Tagen (bei 6 später 5-Tagearbeitswochen) ala DDR, mussten schon gewissenhaft geplant und eingeteilt werden. Spätestens an dieser Stelle bezweifele ich Tim 's Aussage einer Statistik im Fernsehen. Es sei denn, er meint tatsächlich nur das eine Jahr 1990! Ab 1. Juli 1990 gab es schlagartig zig Millionen Arbeitslose im Osten. Und die konnten ihr (Un)Glück mit Westgeld und Reisepässen erst mal per Flieger verdrängen. Abfindungen gab es ja überreichlich, genauso wie ungewöhnlich viel Resturlaub, nun nach Westtarif aufgeschlagen.


    Zu den Erfahrungen von Deluxe – würde ich mal so sagen, gehörten auch meine Kinder zu dieser Generation. Die wurden praktisch schon ins Auto hineingeboren. Ohne Auto gab es für sie nie! Es sei denn es war mal in der Werkstatt. In den 70/80ern komplett im Trabant und ab 1990 in Mittelklasse-Westautos ging‘s per Achse bis runter an die Yugoslawisch-Griechische Grenze und durch die uns bekannten Ostblockländer zurück. Fast jährlich an den Balaton. Da ich leidenschaftlicher Autofahrer war und immer noch bin, hat sich das Fliegen in Grenzen gehalten. Einmal Kreta und zurück, naja für den Inselbetrieb geht’s ja auch nicht anders.

  • Im Westen konnte man auch richtig damit angeben, man wäre zur Sonne geflogen. Besonders wenn die Familie etwas größer war, denn im eigenen PKW zahlt man nicht für jeden Sitzplatz. Und in den Wochen nach dem Urlaub natürlich so nackig wie nur möglich war auf Arbeit erscheinen, damit jeder sehen konnte wo das Feriengeld geblieben war. Gleiches beim Wintersport, nur sah da diese Brillenumriss weitaus komischer aus.

  • Zahlen waren vom Krieg an ( habs editiert, das sollte bis nicht für stehen)..... der Ostdeutsche ist mehr/öfter in den Urlaub gefahren......nur eben vorwiegend Inland....nur darum gings.

  • Der Ostdeutsche vielleicht öfter, aber sicherlich kaum länger (dagegen sprechen schon die geringeren Urlaubstage). Da das aber überwiegend im, relativ kleinen, Inland stattfand, war der westdeutsche Urlauber i.d.R. wohl wesentlich weiter unterwegs - egal, ob mit dem Auto oder (seit den 70ern stark zunehmend) mit dem Flieger.

    Sei versichert, dass die Lufthansa keine Bank ist und jeden Cent zurückzahlen wird. Das hat der Chef auch ganz deutlich gesagt.


    Auch wird das zum Teil durch die Mitarbeiter mit getragen (im Gegensatz zu den Banken), die bis jetzt schon zusammen auf über eine Milliarde!!! Lohn verzichtet haben.


    Manchmal ist es besser nicht alles in einen Topf zu werfen und über einen Kamm zu scheeren.

    Wenn Euer Chef das gesagt hat, bin ich natürlich absolut beruhigt... 8o


    "Auf über eine Milliarde!!! Lohn verzichtet" zu haben bzw. das zu können, setzt erstmal auch ein gewisses überdurchschnittliches Lohnniveau voraus. Insofern passt sowas mit Otto Normalverdiener auch weder in einen Topf, noch lässt es sich mit anderen Coronakrisen-Betroffenen Arbeit"nehnern" über einen Kamm scheren. ;)

  • Nochmal, ich habe weder gesagt das er länger, noch das er weiter gefahren ist. Er ist nür einfach mehr als der Westdeutsche in Urlaub gefahren.

    Auf über eine Milliarde!!! Lohn verzichtet" zu haben bzw. das zu können, setzt erstmal auch ein gewisses überdurchschnittliches Lohnniveau voraus.

    Kennst du die Tarifverträge und Löhne bei LH?

    Unbestritten sind der 10.000 Piloten sehr hoch...viel zu hoch. Dafür sind die der anderen 100.000 Mitarbeiter eher (zum Teil deutlich) unterer Durchschnitt. Keine Ahnung warum immer alle denken das man da massig Geld verdient. :schulterzuck:

    Ich habe Kollegen die nur wenig mehr (2-3€/h) als den Mindestlohn bekommen.

    Die paradiesischen Hochlohnzeiten sind schon lange Geschichte und man hat arge Schwierigkeiten Personal zu finden bei dem Einstiegslohn denn man heute anbietet.


    Wenn man dann seit einem Jahr in Kurzarbeit mit entsprechenden Einbußen ist und das bis Ende 21 anhalten soll, einem Weinachtsgeld 20 u. 21, sowie Urlaubsgeld 21 und 10 Tage Urlaub gestrichen werden, wird es für manchen meiner jüngeren Kollegen mit Familie schon sehr eng.

    Wenn man damit nicht zu Carolakrisen betroffen AN`s zählen darf.........

    Wer 30 Jahre und mehr dabei ist kann sich da sicher ein wenig entspannter zurücklehnen, aber das sind auch nicht mehr viele.


    Zu behaupten man kann die Mitarbeiter der LH (ausgenommen die kleine Gruppe der Piloten) nicht in einen Topf mit Otto Normalverdiener werfen und die Steuermilliarden werden ja sowieso nicht vollumfänglich zurückgezahlt sind schon sehr steile Thesen, die von jeder Menge Unwissen zeugen und eher Latrinenparolenniveau haben. (auch mit Smiliys dahinter!)

    Enttäuscht mich schon etwas. :schluchzer:

  • Ist wie mit Aida und vielen weiteren Beispielen. Alle hören nur die bekommen Geld, aber nicht das es Kredite sind die zurückgezahlt werden müssen.

    Als Unrecht sehe ich aber an, das die Großen gegenüber den Kleinen scheinbar viel leichter an solches Geld kommen.


    Ist die Schifffahrt eigentlich ähnlich wie die Luftfahrt von bestimmten Steuerlasten für ihre Brennstoffe befreit?

  • Ich habe Kollegen die nur wenig mehr (2-3€/h) als den Mindestlohn bekommen.

    Die paradiesischen Hochlohnzeiten sind schon lange Geschichte und man hat arge Schwierigkeiten Personal zu finden bei dem Einstiegslohn denn man heute anbietet.

    Eine beruhigende Gedanke, wenn die über meine Wohnung aufsteigen...

    Noch vor die Milliardenunterstützung an KLM erteilt wurde, was schon klar, daß dieses Geld nicht zu den zu erhaltene Arbeitsplätze fließen wurden, sondern an den Irische Leasegesellschaften und Kerosin-Kontraktanten. Und jetzt jammern dieses bodenlose Fass schon wieder.

  • Erst kürzlich wurde im ö-r Rundfunk über genau solche Steuervermeidungsmodelle auch bei der Dt. Lufthansa berichtet - man ruft also nach und nimmt wie selbstverständlich Steuergelder, deren Bezahlung man vorher tunlichst vermieden hat.

    Auch nur Latrinenparolen sicherlich... :/


    Hattest Du Tim denn nicht selber hier mehrfach zum Besten gegeben , wie komfortabel Du und Deine Kollegen bislang durch die C-Krise gekommen sind? - Mit relativ geringen finanziellen Einbußen und mit gewaltigem Freizeitgewinn, dass es von Dir aus gerne noch ne ganze Weile so weitergehen könne...

    Die letzte derartige Äußerung ist noch gar nicht lange her, meine ich... ;)

    Dass es auch bei Euch jüngere, schlechter qualifizierte und entsprechend schlechter bezahlte Koll. gibt, ist natürlich unstrittig (ebensowenig, das es auch das höhere Ende der Skala gibt). Insgesamt gibt es - gerade hier im Osten - wohl allerhand schlechtere/durchschnittlich weniger zahlende Arbeit"geber", als die Lufthansa, oder?

    Bei denen hält sich der Wohlfühlfaktor mit Kurzarbeit zumeist in engeren Grenzen, als bei vielen Mitarbeitern solventerer Großkonzerne. Viele von denen kennen Urlaubs- oder Weihnachtsgeld seit je her nur vom Hörensagen...

    Ich kenne jedenfalls genug Leute, bei denen es schon seit einem Jahr wirklich an die Substanz geht.

    Wobei es einige jüngere Fam.väter und -mütter teilweise aber wohl auch deswegen so knallhart erwischt, weil man Haus/Einrichtung/Auto/s /Urlaub etc.pp. voll auf Kante finanziert und keinerlei Puffer hat.

    Da dürfen solche länger anhaltenden Ausfälle, wie wir sie seit über 1 Jahr (und wohl noch X weitere Monate) erleben müssen, einfach nicht vorkommen. Können sie aber leider... :schulterzuck:

    So schlecht war und ist die (angeblich "altmodische") Denke, sich nur das zu leisten, was man auch bezahlen kann, ja vielleicht doch nicht. Wir leben seit je her danach und uns würde selbst "KU Null komma nix" eines Partners wohl nicht in den Ruin reißen.

  • Hattest Du Tim denn nicht selber hier mehrfach zum Besten gegeben , wie komfortabel Du und Deine Kollegen bislang durch die C-Krise gekommen sind? - Mit relativ geringen finanziellen Einbußen und mit gewaltigem Freizeitgewinn, dass es von Dir aus gerne noch ne ganze Weile so weitergehen könne...

    Ich habe da ausschließlich von mir und meiner ganz persönlichen Situation gesprochen, die nach wie vor auch noch so ist.

    Ich bin aber absolut kein Massstab...auch noch nie einer gewesen.

    Ich habe auch sicher nie gesagt, dass es meinen Kollegen genauso geht.

    Ich habe Kollegen die mit genau solchen auf Kante genähten Finanzen operieren und da sind Einige die Existenzängste haben und kurz davor stehen das mühsam aufgebaute zu verlieren.

    Wo sonst außer in der Reisebranche bzw. deren Anhang ist man seit April 2020 ununterbrochen(!) in Kurzarbeit?


    Insgesamt gibt es - gerade hier im Osten - wohl allerhand schlechtere/durchschnittlich weniger zahlende Arbeit"geber", als die Lufthansa, oder?

    Schön wärs......der Osten hat einen eigenen deutlich schlechteren Vergütungstarifvertrag. Bei uns haben div. Neueinsteiger wieder gekündigt.......zu wenig Geld.

    Ich würde heute in der Firma nicht mehr anfangen. Der kleine (was auch immer Handwerker) Betrieb hier um die Ecke zahlt das Gleiche. Dann eher zu Tesla, die zahlen deutlich besser.


    Man sollte nie Vergessen das die gesamte LH inklusive der Technik, rein garnichts produziert wie z.B. ein Automobilbauer. Man ist der Verdi angeschlossen weil man Dienstleister ist und hat so teils ähnlich schlechte Tarifverträge wie z.B. der Einzelhandel.

    LH ist aus dem DAX geflogen...nicht ohne Grund.

  • Die Grünen! Wenn ich es jetzt in den Nachrichten richtig verstanden habe, wollen die Grünen den CO2-Preis von den augenblicklichen 25 Euro/Tonne bereits vorzeitig bis 2023 auf satte 60 Euro/Tonne anheben.


    Ein durchschnittlicher Haushalt: Mama fährt täglich auf Arbeit, Papa macht nur Home-Office daheim, plus zwei kleine Schulkinder, macht rund 500 Euro Mehrausgaben pro Jahr. Bei zwei Autofahrern wird es natürlich erheblich teurer, daher auch so ein komisches Beispiel mit dem Papa daheim.


    Die Heizung ebenfalls ein Kostensprudel, hier empfiehlt sich dickere Kleidung auf dem Sofa und am Küchentisch. Einen Verreise-Urlaub weniger im Jahr und man kommt sogar wieder ins Plus. Hurra wir retten die Welt.

  • Und was wird gemacht mit den CO2 Mehreinnahmen - verschenkt an die andern armen EU Länder.

  • Ist wahrscheinlich auch mit ein Grund, warum seit einigen Monaten so viele tägliche Güter so rasant im Preis gestiegen sind. Da kann nicht nur Corona dran schuld sein. Meine letzte recht ordentliche Gehaltserhöhung ist verpufft. Plus Minus Null.

  • Gehaltserhöhung :lach:

    Du benutzt aber komische Fremdwörter...

  • Meister Laschet hat kürzlich auch schon von einer "deutlichen Anhebung des CO2-Preises" gefaselt, ist also mitnichten nur grünes Gedanken"gut". Da bekommt der alte Spruch "Leute, zieht Euch warm an" doch gleich noch seine wörtliche Bedeutung zurück. X/

  • Das wird noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Momentan nur zahlen, bis der Arzt kommt, aber in Verbindung mit dem jüngsten Karlsruher Urteil sind die modellierten hypothetischen CO2-Mengen, die die Menschheit noch ausstoßen darf, um das 1,5-Grad-Ziel möglicherweise evtl. u.U. noch einzuhalten, ja jetzt quasi oder auch postfaktisch zum Maßstab der Politik erhoben worden. Damit dürfte der Weg geebnet sein, um bspw. CO2-Kontingente einzuführen. Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit mein Jahreskontingent aufgebraucht habe, kann ich eben nicht mehr einkaufen fahren oder heizen. Mach ich's trotzdem, wer weiß, dann gibts vielleicht saftige Strafen oder man wandert gleich in den Kahn. Gravierende Freiheitsbeschränkungen können ja im Namen des Klimas dann gerechfertigt sein, sagen die Richter...

    Oder jede Fahrt mit nem Verbrenner wird genehmigungspflichtig.


    Geliefert wie gewählt...

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Wenn das Kontingent nicht reicht, kaufe man doch einfach was dazu. So tut die international Industrie es seit jeher.

  • Ja, das wäre quasi ein marktwirtschaftlicher Gedanke. Wer sich die Emission leisten möchte, kann sich teuer Emissionsrechte kaufen.

    Aber das Karlsruher Urteil schließt das m.M.n. aus, indem es fordert, daß die erlaubten Emissionen gleichmäßig über die nächsten Jahrzehnte verteilt werden. Dürfte ich mir so viele Emissionsrechte kaufen, wie ich wollte, wäre das nicht erfüllt, ergo muß es eine absolute Grenze geben und alles darüber wird sanktioniert.

    Ich befürchte das Schlimmste...

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")