Gleichlaufgelenkwellen instand setzen.

  • Sauber gemacht und ohne Welle kannst du den Stern soweit verdrehen, das du die Flächen begutachten kannst, die Stellen am Käfig sind unproblematisch. Allein beim Trockenen bewegen merkt man schon, ob etwas nicht stimmt. Du kannst da auch Kugel für Kugel einzel rausnehmen und gleich wieder einsetzen, so kann auch nix durcheinander kommen.

  • Moin,


    vielen vielen Dank für eure Informationen. Es freut mich, dass ich ein spannendes Thema anregen konnte und dass so hochwertige Infos kommen. Leider konnte ich das YouTube-Video noch nicht sehen und kann es gerade auch nicht. Aber wenn ich das hier alles so lese, dann frage ich mich, ob ich das wirklich ohne Presse angehen sollte. Geht das wirklich mit normalem Handwerkszeug? Einen rückschlagfreien Kunststoffhammer wollte ich mir schon lange mal besorgen. Für eine Presse habe ich aber leider noch keinen Platz.


    Ein bisschen Respekt habe ich nun nach den schriftlichen Beschreibungen vor dieser Arbeit. Ich bin gespannt. Ich muss mir nun aber noch was zum Markieren überlegen ...


    Beim Getriebe besteht auch die Möglichkeit, dass nicht nur ein Simmerring undicht ist, sondern auch der Deckel im Becher kann undicht sein und so das Fett verdünnen.


    Stimmt! Es kommt aber eh ein grundinstandgesetztes Getriebe von Bodensee als Austausch rein. Da mache ich mir also keine weiteren Sorgen.


    bei den Manschette halte ich es mittlerweile in Absprache mit dem Prüfer bei der HU auch so, das alles was porös ist bleibt und erst bei einem tatsächlichen Riss getauscht wird. Von ersten Anrissen außen auf der Manschette bis zum richtigen Riss, vergehen meist noch viele Jahre. Und genau weil das Problem bekannt ist...…..bleiben die solange es geht. Man muss dann natürlich in Kenntnis von ersten Anrissen einmal öfter schauen ob alles ok ist.


    Interessant! Dicht halten diese Manschetten schon seit 13 Jahren. Zwei mal im Jahr bei der Druchsicht reinige ich sie von außen und balsamiere sie von außen mit Silikonöl ein. Danach sahen sie eigentlich immer aus wie neu. Ich werde nochmal genauer prüfen, aber ich denke ich werde sie dann einfach wiederverwenden. Danke!


    Gruß, Felix

  • Aber wenn ich das hier alles so lese, dann frage ich mich, ob ich das wirklich ohne Presse angehen sollte. Geht das wirklich mit normalem Handwerkszeug?

    Eine Presse wird nicht benötigt. Ein ordentlicher Schraubstock mit weichen Backen (Alu, Kunststoff, ...), ein rückschlagfreier Kunststoffhammer, ein kleinerer Hammer und ein Durchtreiber reichen (evtl. noch eine Sicherungsringzange). Den kleinen Hammer und den Durchtreiber nutze ich um einen festsitzenderen Zapfenstern zu de-/montieren (i.d.R. gehen die aber so drauf), früher auch um den Stern im Außengelenk zu kippen (dafür habe ich jetzt ein WZ gebaut, in Anlehnung an die Rep.-anleitung).


    Ich muss mir nun aber noch was zum Markieren überlegen ...

    Nimm einen elektrisches Graviergerät oder einem Dremel. Die Teile sind gehärtet, so dass du mit einer Reißnadel, einer Feile o.ä. nicht weit kommst.



    Manschetten bekommt man noch als DDR-Ware. Ich habe kürzlich erst welche erworben, die seinerzeit umverpackt wurden und heute noch lieferbar sind.

  • Ich habe hier mal die Neumaße.


    Vom Stern außen:



    Aber auch Gebrauchte (hatte jetzt nur zwei zur Hand) wiesen das gleiche Maß auf, also eher kein Verschleiß feststellbar.


    Dazu das (mittig gemessene) Maß der Glockennut:



    Wobei man aber dazu sagen muss, dass die Glockennut entsprechend des Tripodenringes ballig geformt ist:



    Da könnte es schon eher Verschleiß geben, aber das sieht man dann schon, ob da eine blanke Stelle ist.


    Solange da fühlbar keine Abweichung in der Kontur ist sollte eine Weiterverwendung vollkommen unproblematsich sein.


    Ich würde gern noch die Frage in den Raum stellen, was soll passieren wenn Kugel 1 an Stelle von Kugel 5 geht und wenn der Stern z.B. um 90° gedreht im Käfig eingebaut wird, solange da kein (sichtbarer) Verschleiß dran ist?


    Ich habe probhalber mal ein gebrauchtes Außengelenk ohne sichtbaren Verschleiß vollkommen anders montiert als es vorher war. Es bewegt sich ganz genauso wie vorher.

    Den Stern hab ich nur mal so wie man da einen Messschieber in die Vertiefungen halten kann gemessen...alles identisch....die Kugel gemessen...alle gleich.


    Das man an der Tripode die Nadelsortierung beachten muss ...klar, das kann sonst klemmen oder halt unter Zwang laufen. Aber an dem Gelenk sehe ich noch nicht wirklich den Sinn auf das exakte darauf Achten wieder alles so zu montieren wie es war.


    Wenn man die Tripode wieder in die Glocke steckt, achtet doch auch niemand darauf das die Position genauso ist wie vorher.

  • Tim, das mess mal die Kontur von den Stern und den Außengelenk auf einer Messmaschine, da wirst du dann die Abweichungen dann sehen. Mag sein, das es beim Trabant relativ egal ist, bei den Geschwindigkeiten und den übertragenen Drehmomenten, aber Fakt ist, die Teile arbeiten sich auf einander ein.


    Mein Arbeitgeber hatte bis 2008 eine eigene Gelenkwellenproduktion, es wurde bei Montage der Gelenke jede Tasche vermessen und mit der passenden Kugelsortierung bestückt.

  • Wenn man die Tripode wieder in die Glocke steckt, achtet doch auch niemand darauf das die Position genauso ist wie vorher.

    Das hieße ja auch, dass man Getriebe und Antriebswellen nur gemeinsam austauschen darf. Ich finde deine Überlegungen plausibel, bin aber fachlich nicht qualifiziert hier ein Urteil abzugeben. ;)


    Gruß, Felix

  • Tim, das mess mal die Kontur von den Stern und den Außengelenk auf einer Messmaschine, da wirst du dann die Abweichungen dann sehen.

    Genau darauf will ich ja hinaus ;)

    Soll ich dir mal einen gebrauchten Stern schicken? Aber sowas hast du sicher auch selber?

    Ich kann bestenfalls eine Bügelmessschraube ranhalten.


    Zuminest den Kugel nach zu urteilen gabs da wohl eher keine Sortierung so wie bei den Nadeln.

  • Bei den Nadeln gibt es sog. "Sorten". Ich habe mal gelesen, dass die Nadeln aus einer (Herstellungs-) Charge/Sorte verwendet werden sollen. D.h. die Maschine stellt ein Nennmaß her, wobei die Tolerenzen im einstelligen µm-Bereich liegen (zumal die Rollen auch ballig sein sollen). Für den Endverbraucher leider kaum nachvollzieh- oder messbar.


    Sichtbaren Verschließ habe ich eigentlich bislang nur an den Kontaktstellen der Kugeln im Außengelenk gesehen (wegen der punktuellen Belastung bei Geradeausfahrt). An den Sternen sehe ich eher das Problem mit Fressstellen und Korrosion aufgrund unsachgemäßer Nutzung oder Lagerung (wenn ausgebaut). Die relevanten, belasteten Teile sind gehärtet, so dass Abnutzung (im Sinne einer maßlichen Änderung) kaum eine Rolle spielen dürfte.

  • Die Nadeln am Stern sind klassiert? Warum das denn? Um die Leichtgängigkeit zu gewährleisten? Bin ehrlich hab im Leben noch nie solch eine Nadel vermessen. Woher weiß man denn, welche Klassierung rein kommt? Durch Probieren?

  • nix probieren, nur durch messen.

  • Die Nadeln sind genauso wie die Nadeln der Lager der Pleuel. Und dort gibt es ja auch 16 verschiedende Größen.

    Wieviele das nun bei den Tripoden gab ist bislang unbekannt.

    Dazu fehlen die Unterlagen (Zeichnungen).

  • Die Nadeln sind bedingt durch den Herstellungsprozess unterschiedlich. Messen dürfte unter normalen (meinen) Bedingungen nicht möglich sein. Allein die Umgebungstemperatur bei der Messung oder die die Handhabung der Nadeln bei messen dürfte ein "richtiges" Ergebnis unmöglich machen (nur das Berühren der Nadeln verfälscht das Ergebnis schon ...).


    Anderseits frage ich mich selbst, welche Probleme diese Unterschiede im µm-Bereich nach sich ziehen können. Immerhin gibt es einen Schmierfilm oder unterschiedliche Lastverteilung bei einer auch elastischen Oberfläche (auch Stahl ist elastisch). In der Praxis habe ich keine Bedenken eine Rolle samt aller Nadeln auf einen anderen Stern zu "transplantieren". Hier im Forum gab/gibt es aber auch schon Erfahrungen, dass das Ersetzen einzelner Nadeln keine nachteiligen Auswirkungen hat.

  • So jetzt mal für Doofe:D...einfach pro Ring darauf achten, dass alle Nadeln gleich sind?

  • Soweit man es beeinflussen kann, die Zuordnung Zapfen-Nadeln(28x)-Rolle nicht verändern. Sollte eine Rolle mit den Nadeln (z.B. beim Ausbau) runterfallen, dann alles einsammeln und wieder zusammensetzen. Sollten mehrere Rollen runterfallen, gilt aufgrund der Verfügbarkeit eigentlich das gleiche (klingt unlogisch, ist aber so ;-) ).


    Was ich auf keinen Fall machen würde ist, wahllos einen oder mehrere Sterne komplett zu zerlegen und die Einzelteile zu vermischen. Beim Überprüfen eines Sterns zerlege ich immer einen Zapfen nach dem anderen.

  • Genau dafür hab ich mir die digitale Bügelmessschraube gekauft. Da konnte ich auch bei den Pleuellagern Unterschiede messen.


    Auf die Tripoden bezogen, einzelne Nadel die durch runterfallen/verschwinden durch eine Einzelne anderer (unbekannter) Größe ersetzt werden halte ich auch für unkritisch.


    Interessant wird das Ganze erst wenn man z.B. min. die Hälfte oder gar alle 28 von einem anderen Zapfen nimmt. Das kann schon soweit gehen das man den Ring dann nicht mehr drauf bekommt. Wenn man ihn drauf bekommt kann das passieren was mit jedem Nadellager passiert wenn es zu "stram" läuft.

  • Wozu sind eigentlich diese kleinen Plastekäppchen auf den Zapfen des Tripodensterns? Und was ist, wenn die fehlen oder deformiert sind? Gibs die auch einzeln als Ersatzteil?

  • Wozu sind eigentlich diese kleinen Plastekäppchen auf den Zapfen des Tripodensterns?

    Das die Nadeln nicht herraus fallen............

  • Oha, das hätte ich mir wohl denken können. :) Ich hatte schon einige Jahre keinen Tripodenstern mehr in den Händen. Ich hoffe ich komme nächste Woche endlich dazu, die Wellen auszubauen und dann zu begutachten. Ich habe die Kappen inzwischen auch schon bei Trabantwelt gefunden. Danke für die Antwort auf die vielleicht etwas plumpe Frage. ;)

  • Dazu gibt es seit Jahren schon Diskussionen. Manche behaupten die sind nicht nur Montagesicherung sondern auch Spielausgleich in der Glocke. Da stehen Behauptungen im Raum, dass ohne die Plätchen es Klappergeräusche geben kann.


    Was noch zu beweisen wäre........

  • Das die Nadeln nicht herraus fallen............

    Weil ich heute gerade wieder welche in der Hand hatte, die Nadel können nicht herausfallen, weilder Außenring einen Absatz hat der das verhindert.

    Das Plätchen sichert nur den Außenring das er nicht abfallen kann.