Lebensdauer, Laufleistung und Identifizierung des Trabant Zweitakt Motors

  • so wie ich es verstanden habe, hat er sie gekauft, auch wenn ihm der Preis nicht ganz gefallen hat ;)

  • Nein, als ich anfragte waren sie schon verkauft. Auf meinen Hinweis und die Frage ob ich richtig liege mit der "Vermutung" das einer 23 PS ist, hat der Anbieter den Käufer informiert das es tatsächlich ein "Unpaar" ( also nicht zusammengehörig) ist. Dieser hat aber wohl an seinem Kauf, es waren zwei Teilschaftkolben und zwei neue Köpfe dabei, festgehalten und sich nicht von der Tatsache 23/26 Paar stören lassen.


    Der Preis wäre, wenn es denn ein richtiges 26er Paar gewesen wäre, als sehr günstig zu bezeichnen. Der Verkäufer wollte 150€ dafür.


    Ich habe dann noch um ein paar Bilder gebeten damit ich es hier zeigen kann und netter Weise auch bekommen. :)


    Es würde mich auch nicht wundern, wenn das so verbaut wird. :pinch:

  • magst du mal bitte ein Bild so bearbeiten das man die Unterschiede genau erkennt, im Moment bin ich mir noch unsicher.

  • Es gibt für alle Unterschiede hier schon Bilder. Was genau meinst du?

    Von außen sind diese beiden Zylinder vollkommen identisch.

    Der Unterschied ist der Überstromkanal.


    Hier rechts 23 quadratisch und links 26 PS rechtseckig.


    Und der 23 PS Ersatzzylinder oben auf den Bildern hat je nach dem ob rechts oder links noch die Zahl 781 oder 782 drauf. In dem Angebot war es ja nur eine Seite, in dem Fall ein 782er.



    Bei den Serien 23ern sieht das so aus.


  • Es würde mich auch nicht wundern, wenn das so verbaut wird. :pinch:

    Mich auch nicht...

    Und es würde mich auch nicht wundern, wenn das problemlos funktioniert und sogar hält.

    Zu DDR-Zeiten hat man beim Demontieren durchaus einige Male solche "Mischpaare" vorgefunden. Einmal weiß ich sogar recht genau, dass das über 60tkm so gehalten hat - wir hatten den Kunden damals extra befragt (Grund der Rep. war ein arg rauschendes 6009N, ansonsten wäre der Motor wohl noch deutlich länger so weitergelaufen.... Richtig war und ist dieser Mischverbau natürlich nicht - aber auch hier greift offenbar das Sprichwort mit den Provisorien... ;) ).

  • ja genau das mit den überströmern meinte ich, das konnte ich bei den Bildern irgendwie nicht so eindeutig erkennen.

    Und auf die Idee weiter vorne zu gucken, bin ich nicht gekommen.


    Danke dafür :thumbup:

  • Ja eine solche Mischbauweise kann ich aus der Vergangenheit und div. Schlachtmotoren bestätigen. Und ja, grundsätzlich wird auch sowas irgendwie laufen und kann dabei fast "normale" Laufleistungen erreichen.


    Letztendlich ist ja "nur" der Kanalquerschnitt etwas anders. Vermutlich könnte man hier den 23er sogar soweit anpassen, dass er dem 26er gleich ist.

    Von den 26 sollen ja auch 1,5 vom Auspuff kommen, so dass es an den Zylindern nur 24,5 wären und damit nur (lächerliche) 0,75 pro Zylinder.


    Das wäre was für FG seinen Prüfstand. Einmal beide Zylinder mit 26 und einmal gemischt ein 23er und ein 26er.

  • Gibt es da auch Erfahrungen vom Mischverbau bei den Zylinderköpfen? Also 7.6er Verdichtung und 7.8er Verdichtung?

  • Letztendlich wird der Motor mit solchen Mischpaarungen auch immer laufen. Vermutlich sogar sehr lange. Die Frage ist am Ende immer wie und mit welcher Laufkultur.


    Es gab über die Jahre auch gerade bei der Verdichtung immer wieder Änderungen und Anpassungen. Letzter Stand waren dann 7.8 in Verbindung mit H1-1 Vergaser.

    Es gab auch über die Jahre viele Hinweise was man wie gegen Klingelei machen kann. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg. Am Ende schrieb man dann auch: ein wenig Klingeln ist normal und unschädlich......


    In der Mangelwirtschaft sicher öfter zur Anwendung gekommen. Heute sollte man daraus nur Gedankenexperimente machen und es nicht drauf anlegen. Es sei denn man hat einen Prüfstand und Langeweile..........

  • Das wäre was für FG seinen Prüfstand. Einmal beide Zylinder mit 26 und einmal gemischt ein 23er und ein 26er.

    Mein allererster Zylindersatz den ich bearbeitet hab war genau so. :haudenluckas:

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  • Ich habe in einem Angebot diese Schreiben gesehen was ich hoch interessant finde und es passt m.E. sehr gut hier rein.



    Leider ist Seite 2 nicht zu sehen gewesen. Aber ich denke da kam nur noch Stempel und Unterschrift.

  • Ist ja super, was ihr hier alles so zusammengetragen habt. Schöne Dokumente. :thumbup:

  • Interessant wäre gewesen, ob es sich dabei um einen Pleuellagerschaden gehandelt hat, der Text lässt zumindest darauf schließen.

    Kulanz war bei Sachsenring bzw. den Barkaswerken also eher ein Fremdwort...



    Wobei ich mich - jenseits der Motorenproblematik - z.B. an einen Kunden erinnere, der sich für seinen (damals ca. 4 Jahre alten) 81er Kombi eine Teillackierung erstritten hat, wegen diverser Falz- und Kantenroststellen im Türschweller-, Säulen- und im Heckbereich. Der KD-Ing. (nach der Wende übrigens von VW übernommen) war zur Besichtigung bei uns vor Ort und die Kunden haben ewig mit dem diskutiert.

    Schließlich gab es "ausnahmsweise" eine Kostenübernahme auf Kulanz, dabei wurde mehrfach auf eine "geplante Grenznutzungsdauer der Karosserie von max. 8 Jahren" hingewiesen. Was natürlich schon damals in keinster Weise der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprach.

  • Anders spielte sich das fürs "Gewerbe" (hier die Post) ab. Da war man offensichtlich mehr hinterher Lösungen zu suchen.


  • Da wurde dann vom Werk aus auf ein unsynchronisiertes Getriebe umgebaut? Was für eine Kurbelwelle wurde denn da dann verwendet? Oder wurde dann sogar auf P50 Motor zurück gerüstet? 🤔

  • Diese Fragen wird dir wohl in diesem Leben keiner mehr beantworten, es sei den du fährst selber in Staatsarchiv und schaust dort nach ob es zu diesem Schreiben noch anhängige Dokumente gibt, denn da stammt es her und wurde bei der Suche nach Zeichnungen und anderen Unterlagen "entdeckt" und als Beispiel für Schriftverkehr abgelichtet.


    Die Frage ob auf einen P50 Motor zurückgebaut wurde erübrigt sich sicher, da es ja hier wohl um eine Beanstandung am verbauten Motor geht, der vorher schonmal reklamiert und in dem Zusammenhang überholt worden ist und nun wieder "abnormal harte Geräusche" macht.


    Und die Außendienstler von Sachsenring die in den Vertragswerkstätten regelmäßig zu Besuch waren, haben da wohl zur Analyse diesen Getriebeumbau vorgeschlagen.

    Nimm einfach an, das die für solche Versuche einfach den Zapfen abgeflext haben.

    Edited once, last by Tim: Ein Beitrag von Tim mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Und den Hilfsrahmen gewechselt!

  • Nach meiner bescheidenen Erfahrung waren die Sachsenring-"Aussendienstler"/KD-Ing. mitnichten "regelmäßig in den V.werkstätten zu Besuch", sondern nur sehr unregelmäßig. Soweit ich mich erinnere, kam der Kollege nur, wenn aussergewöhnliche (Garantie/Kulanz-) -Probleme anstanden und/oder betroffene Kunden besonders hartnäckig waren. So z.B. jemand, der sich anno 87 einen kpl. werksneuen Motor erstritten hatte, weil der originale relativ (!) lahmarschig war und sich das auch durch diverse Maßnahmen a la Vergaser- und Zündungs(quer)tausch in keinster Weise verbesseerte. Also rückte der KD-Mensch schließlich - nach wiederum langwieriger und teils energischer Diskussion - den neuen Motor raus, der 'alte' ging retour ins Werk.


    Wir waren allerdings nur eine kleine Bude, in den großen KIB etc. war der Mann vmtl. durchaus desöfteren vor Ort, vielleicht auch regelmäßig. ;)