Lebensdauer, Laufleistung und Identifizierung des Trabant Zweitakt Motors

  • Heute nur eine Kleinigkeit, bei der aber auch ich wieder etwas gefunden habe was ich nicht kannte.


    Es geht um die Grundplatten der Kontakzündanlage. Es gab da zwei grundsätzlich unterschiedliche Bauformen.

    Einmal für Kontakte Nr. 1135 und einmal für Nr. 1145.


    Interessanter Weise war mir die Bauform 1965 vollkommen unbekannt. Bei dieser Platte hat man das viereckige Loch wo mal der Anschraubkontakt war weggelassen. Diese Platte gab es nur 1965 und kann damit heute als recht selten betrachtet werden.


    Hier die Platte von rechts nach links.

    Anfang 1964, Ende 1964, 1965, 1966 (so bis zum Schluss 1990)



    Bis etwa Mitte 1964 noch mit unterem fest verbautem (vernieteten) Schraubanschluss für die Leitung zu den Spulen.



    Mit Einführung der Flachsteckhülsen 1964 ließ man den Schraubanschluss einfach weg.



    1965 wurde dann die Stelle wo der Anschluss zum Anschrauben der Kabel saß weggelassen.



    Und ab 1966 dann für 1145er Kontakte mit Exenterverstellung so unverändert bis zum Ende 1990 (ab 1985 mit Einsatz der EBZA nur noch als Ersatzteil).


  • hast du eventuell mal ein Bild der zwei unterbrecher Sorten? War mir bis heute total unbekannt das es da zwei verschiedene für den trabant gibt.

  • Es gibt da nicht nur zwei Sorten. Zum einen zwei verschiedene Materialien (Pertinax und Miramid) und dann die zwei verschiedenen Verstellvarianten.

  • Pertinax ist bei keinem Trabant im Serieneinsatz nachweisbar.


    Bisher ab Werk offensichtlich immer nur Miramid.


    Pertinax war Wartburg.

  • Ist mir aber schon auf einigen Grundplatten in die Finger gekommen

  • ok, vielen Dank, den "kleineren" linken hab ich so noch nie beim trabant gesehen, aber ich glaube ich habe davon welche liegen :/

  • Selbstverständlich....


    Es soll angeblich sogar Leute gegeben haben, die ihre temperatur- und reibungsempfindlichen Miramidnockenschaber (still, heimlich und unabgesprochen) einfach gegen welche aus dem Ersatzhandel getauscht haben. Aus Pertinax! Man stelle sich das mal vor! PERTINAX! =O Im Trabant!!


    Mir bereitet es nur ein massives mentales Problem, Wartburgplatten mit Miramidunterbrechern einzuordnen....


    Sollte auch da jemand was vom Trabant.... weil mal wieder kein...... Unvorstellbar..... :/=O

    Und wenn es dann sogar funktioniert hat.... 8|

  • Pertinax ist tatsächlich nie nachgewiesen und auch in keiner bekannten Aufzeichnung erwähnt. Sehr wohl wurden sie oft nachträglich verbaut.


    Es gab neben den 1135 und 1145 auch noch div. andere Nummern und Formen des Hebels (für Mopeds usw.), die aber beim Trabant keine Verwendung fanden.


    Hier nochmal detalierter dargestellt die 1135er (im Bild unten) und 1145er (im Bild oben). Auch wie sie zu verstellen sind mittels Schlitzschraubendreher.



    1145:



    1135:



    Verstellung beim 1145 mittels Exenter:



    Hier die beiden Knubbel neben dem Kontakt sind Gegenhalter für den Schraubendreher:




    Da wird dann der Schraubendreher angesetzt::


  • Und um noch einen drauf zu setzen, die 1135 gab es in 4 verschiedenen Varianten. Je 2 mit Pertinax und Miramid und dann einmal der Hebel mit einer Schraube, einmal mit einer Mutter (so wie später auch beim 1145) befestigt.


    Im Zubehör wurden die 1135 in den bekannten kleinen Folien verkauft, aber auch in Schachteln zu je 5 Stk. Laut Aufdruck für Wartburg und Trabant, sowie MZ:


  • super Wissenslücken gefüllt, hatte die bisher nur für den sr2 aufm Schirm. Danke dafür


    Falls da jemand Interesse hat, ich kann sie nicht gebrauchen.

  • Oh da finde ich bei mir: 1144, 1145, 1145 VE und 1145/1.

    1144 = 3,40M

    1145 = 4,40M (Pertinax)

    1145 VE = 4,40M

    1145/1 = 4,40M (Pertinax)

  • ich stelle meine Frage mal hier mit rein, da sie denke ich hier auch passend ist.


    Am besten ist es sicherlich immer Zylinder zu verbauen, die aich zusammen gehören. Wie ist das aber wenn ich 2 Zylinder aus verschiedenen Baujahren die aber beide 26ps Zylinder sind, neu geschliffen mit gleichgroße kolben verbauen will. Ist das machbar, oder aufgrund der steuerzeiten Streuung eher nicht empfehlenswert?

    Geht speziell um bj76, und 88.

  • Das kann man als eher unkritisch betrachten.

    Ein 26 PS Zylinder ist ein 26 PS Zylinder. Da kann die Toleranz bei einem gleichen Bj. genauso gut oder schlecht sein wie bei welchen die 15 Jahre auseinanderliegen.

  • Weil es gerade gut als Anschluss passt und ich wegen meiner Steckersuche gefragt wurde, hier mein vorläufiges Rechercheergebnis, wobei die jüngeren Jahre nicht auf den Monat genau stimmen müssen.

    Gezeigt sind 18er Stecker, aber soweit ich das beurteilen kann, sind 14er analog dazu.


    Man kann gut die Beschriftung sehen und bis zu welchem Stecker/Jahr der Widerstand noch zum herausnehmen und wechseln war.

    Der bis 1962 hatte noch einen "richtigen" Widerstand, danach waren es sogenannte FE (für Ferrum/Eisen) Widerstände in 9Kohm +-33%.


    Mit Alu. ist hier außen die Hülle/Korpus gemeint, die in dieser Zeit aus Aluminium bestand.



  • Deine Suche bei Kleinanzeigen habe ich eben gelesen.

    Tim ich habe eben mal meine Kiste durchsucht.

    Leider keinen mit deiner Bezeichnung, nur RFT.

    Mit dem Hammer gehts recht zügig.....8)

  • Danke und ja wie so oft sind Teile aus dieser Zeit rar gestreut. Oft findet man sie nur per Zufall oder intensiv anhaltender Suche.


    Ich habe anfänglich die ersten im Bild gesammelt, in der Annahme es wären die Richtigen.


    Sehr viele Teile im 1964er Katalog sind falsch bebildert, da sie noch aus dem 500/600 Katalog übernommen wurden. Die Nummern der Teile stimmen schon, die Bilder nicht.

    So muss man vieles durch vergleichen herausfinden und das Einzige was dabei hilft ist die Kennzeichnung mit Datum bei vielen Teile.

    Ohne die wäre eine Verifizierung garnicht möglich.

    Den wirklich komplett originale Fahrzeuge aus der Zeit sind praktisch nicht mehr existent.

    Irgendwas wurde zu 99% immer modifiziert oder erneuert.

    Edited 2 times, last by Tim ().

  • Werte Zweitacktfreunde,


    Ich habe günstig einen Motor bekommen.

    Leider wußte der Vorbesitzer nichts vom Baujahr bzw Laufleistung. Auf dem Gehäuse ist folgende Nummer zu finden,


    4160 887 00


    Was sagt mir die Nummer über das Baujahr und wie kann ich grob die Laufleistung einschätzen.

    Gibt es da irgendwelche Merkmale bzw Spuren die das einschätzen lassen

  • Die Nummer an der andere Seite ist etwas aussagekräftiger. Siehe zB Beitrag 7 in diesem Faden.

  • Guck mal in das Loch wo der Anlasser sich normalerweise befindet, dort ist meistens die Jahreszahl eingegossen von wann das Gehäuse stammt.