Lebensdauer, Laufleistung und Identifizierung des Trabant Zweitakt Motors

  • Die schwer zu beantwortende Frage bleibt, wie lang die Zeitspanne zw. den ersten Geräuschen und dem Totalausfall letztenendes war. Gerade beim hochbelasteten Pleuellager dürfte das schon im Zeitraffer passieren, denke ich. :/

  • Tim du hast die Welle also gekauft ;)

  • Kann man solche gebrochenen Käfige auch beim händischen drehen hören, merken, lokalisieren? Also neben dem Spiel was bei der Welle ja gehörig gewesen sein muss.


    Bei laufendem Motor müsste es ja ein eher dumpfes Poltern erzeugen?

  • Bei ausgeeierter Pleuelbuchse oben hat man ja dieses typische blecherne Nachschheppern beim Gaswegnehmen. Ich könnte dem unteren Pleuellager ehrlich gesagt kein konkret "abgespeichertes" Geräusch zuordnen, da ich bisher ggf. (wenn, dann...) immer nur Wellen mit bereits festgefahrenem Pleuellager ausgebaut habe (aber nie an eigenen Motoren).

  • Nein, dass ist im verbauten Zustand nicht feststellbar, weil die Stellen wo man den Riss sehen kann vom Pleuel verdeckt ist. Durch den Spalt kann man maximal sehen ob starke Ölkohleanhaftungen drin sind oder es schon Abrieb gab.

    doch sieht man wenn man nur den Käfig dreht und über die Anschrägung schaut. hab ich schon mehrfach erkennen können,

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Jetzt war ich neugierig und tatsächlich fand sich eine auf die Zerlegung wartende Welle die ein vortreffliches Beispiel abgibt.


    So kann man erstmal nichts sehen:



    Wenn aber die Welle gelaufen ist und auch schon ein gewissenes Spiel hat, kann man, wenn man das Peuel gerade nach oben stehen läßt und soweit es geht schrägt zur Seite drückt, den Rand vom Käfig sehen.


    Und siehe da, bei besagter Welle ist der Käig nicht nur einmal, sondern zweimal gerissen, so das der Teil vom Käfig sich auch einzeln beim drehen hin und her bewegt und so der Spalt wo es gerissen ist auch bis zu fast (geschätzt) 2mm breit wird und man es deutlich sehen kann.


    Hier sind beide Riss/Bruchstellen:



    Und hier jeweils beide nochmal einzeln:




    Somit hat FG natürlich vollkommen recht, dass man es u.U. doch sehen kann. Man muss aber schon wirklich ganz genau hinsehen. Und wenn es nur ein Riss ist und nicht wie hier zwei, die man durch bewegen auch schmal und breit machen kann, dann kann man das auch ganz schnell "übersehen".


    Danke FG :thumbsup:

  • Ich habe probehalber die zerlegt Welle mit Pleuel, Hubzapfenscheibe und nur dem Ring nochmal im Schraubstock zusammengesteckt und arretiert .....und ja....man siehts 🙉



    Und zur Verdeutlichung was mit "Anschrägung" gemeint ist, das Peuel ist nach oben zum zweiten Auge hin angeschrägt geschliffen.



    Hier im Mass zu sehen. Der Unterschied beträgt ca. einen halben Millimeter.


  • Erst recht dann, wenn man genau weiß, wonach man wo zu gucken hat. ;) Und da hat dieser Fred soeben wieder sehr gute Hinweise erbtacht! :thumbup:

  • Hätte ich jetzt nicht gedacht das man es sieht, und ja bin ich froh das es diesen Thread gibt

  • Die Welle die sowieso auf die Zerlegung wartete und die weiter oben zu sehen Risse im Käfig hatte wurde heute zerlegt.

    Die war in so einem von außen versottetem Motor, der aber so von Hand (wie so oft) geräuscharm durchdrehte.


    Schon dem Geruch nach, ist sie das letzten mal zu DDR-Zeiten bzw. noch in den 90ziger Jahren gelaufen. Die Ölkohleanhaftungen sind da unverwechselbar aromatisch.



    Direkt nach dem zerlegen zeigte sich, das der Käfig in div. Teile runter kam.




    Hier kann man schön die ganzen Anhaftungen sehen.



    Der Zapfen auf dem der gebrochene Käfig war hat deutliche, tiefe Einlaufspuren. Ob diese aber durch den gebrochenen Käfig entstanden sind, oder der Käfig infolge des Einlaufens gebrochen ist bleibt Spekulation.




    Nach dem Reinigen...….






    konnten auch die mittleren Kugellager inspiziert werden. Damit wäre man nicht mehr weit gekommen.


  • So ein totaler Blödsinn, Batterie rein, Vergaser saubermachen, der läuft noch ewig, ist meiner damals auch....


    Was die immer alle haben, ging doch früher auch! Einfach mal richtig mit Vollgas auf der Autobahn freibrennen! :puke:

  • Die Welle ist demnach mehr ein ET-Spender? Denn die Hülsenlösung ist ja mehr ein Kompromiss um die Welle überhaupt noch am Leben zu erhalten.

  • Welche Hülsenlösung? Die Hülse über den ganzen Zapfen ist Murks, da der eigentliche Zapfen dadurch zu klein wird und brechen kann. Die Hülse nur am Lagersitz ist OK solange der Zapfen noch maßhaltig ist und die Hülse darauf noch fest sitzt. Wenn das bei der Welle noch so ist wird sie sich auch noch regenerieren lassen.

  • "Wir" arbeiten daran, Hubzapfen zu überholen. Dazu laufen Anfragen bzw. Versuche mit Auftragsschweißen, Plasma beschichten usw. auch etwaige Neuproduktionen sind in der Planungsphase (erste Zeichnungen sind im CAD entworfen).


    Die Hülse in Form eines unteren Lagerringes für ein 3mm Nadellager ist kein Problem und unkritisch. Setzt aber in der Regel auch ein intaktes Pleuel voraus, weil die Nadellager in Übermaßgrößen (noch?) nicht verfügbar sind.

  • Ich habe mir eben die beiden Mittelkugellager nochmal angesehen.


    Erstaunlich und interessant ist hier der Lagerkäfig und bei einem der beiden zeigt sich wie es aussieht, kurz bevor er hochgeht.


    Hier ist das Lager welches noch intakt aussieht.



    Bei zweiten Lager sieht man aber sofort, dass sich einige Nasen bereits am aufbiegen sind.



    Genauer hingeschaut sind sie zum Teil halb aufgebogen....



    An einer Stelle ist die Nase tatsächlich schon außen am Kragen nach innen hin vorbei.



    Nun kann man spekulieren wie es dazu kommt.

    Eine Theorie wäre, dass es durch das ständige Kuppeln seitlichen Druck bekommt.

    Die zweite Theorie wäre, das Dreck und sich absetzende Ölkohle das Teil mit der Zeit praktisch auseinanderdrücken.

    Dahin geht auch meine Tendenz,weil der Ring nachdem er komplett ab war, auch nach dem Reinigen auf der Innenseite immer noch gut sichtbar "Borke" hat.




    Bei den Lagern die es heute zu kaufen gibt, sollte man darauf achten das dieser Käfig "genietet" ist.

    Das wurde schon bei den alten DKF Lagern bis Anfang der 70ziger gemacht, aber offenbar war es dann einfacher/günstiger, dass mit dieser Umbördeltechnik zu machen.


    Heute die Lager sehen dann so aus:



    Der genietet Käfig dürfte hier besser sein als der gebördelte.

  • Da es mit den morderneren Ölen und Kraftstoffen zu weniger Ablagerungen kommen sollte, dürften auch die gebörtelten Käfige länger halten. Die Massen an Ablagerungen waren ja auch nicht normal.

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  • Da gehe ich vollkommen mit. Sieht man ja weiter vorne bei früheren Bildern, dass bei modernen Ölen die Verkokungen deutlich weniger sind.


    Bleibt noch die Frage ob die permanente axiale Belastung beim Kuppeln nicht auch dazu beiträgt.:/

  • Ich kann mir das auch gut vorstellen das die Kugeln permanent sämtliche Partikel die da so im Benzin - Ölgemisch umher schwirren, sei es Ölkohle, Abrieb oder Staub der trotz Luftfilter mit angesaugt wird, in den Spalt zwischen den Käfighälften gepresst wird und ihn dann irgendwann spengt.

  • Bleibt noch die Frage ob die permanente axiale Belastung beim Kuppeln nicht auch dazu beiträgt. :/

    Ich glaube da nicht daran. Der Käfig hat ja auch eigentlich nichts mit der axialen Belastung zu tun, der soll ja nur die Kugeln auf Abstand halten.

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