Lebensdauer, Laufleistung und Identifizierung des Trabant Zweitakt Motors..der Diskussionsthread

  • Woran will man mit Sicherheit festmachen, dass die "Ölkohle" tatsächlich aus dem Sprit stammt und eben nicht aus dem (bekanntlich gerade zu Ostzeiten schlechten, aber auch heute noch in verschiedenen Qualitäten erhältlichen) Öl? :/

  • Bei solchen Motoren, die vor und nach der Wende gelaufen sind, wird man das schwerlich feststellen können.


    Aber bei gemachten Motoren, mit heutigem Sprit befeuert und nach ein paar Jahren wieder geöffnet, kann man das vermutlich schon mit größerer Sicherheit sagen. Wenn man weiß, welches Öl genutzt wurde und wenn die Ölsorte nicht gewechselt wurde.

  • Ich habe nun auch schon einige Nachwende Motoren zerlegt, die aber lange nicht so viel Kohle hatten wie DDR Motoren. Des weiteren kann man davon aus gehen, das viele nach der Wende auch nicht das beste Öl benutz haben, was bis heute auch an hält. Die Motoren sind aber wesentlich sauberer.

    Um Öl zu verbrennen bedarf es höhere Temperaturen als Benzin zu verdampfen / zerfallen zu lassen.

    Ein weiteres Indiz, der Trabant mit seinen hohen Kurbelgehäuse Temperaturen hat so ziemlich als einziger das Problem, kein Simson und kein MZ Motor stirbt weil die Käfige (gesprengt) werden.

    Biete Serienmotoren, Sportmotoren, Rennmotoren, Sport-VSD, Vergaserumbauten, Regenerierung Drehschieberflächen, Gehäusereparaturen, Aluschweißen, Sandstrahlen mit verschied.Material auf Anfrage

  • Wenn man es wissen will müßte man die Ölkohle analysieren. Anhand der Bestandteile kann man die Quelle eingrenzen.

    Ich hab "damals" direkt am laufenden Motor die Ölemission im Abgas gemessen...also man kann.

  • Woran will man mit Sicherheit festmachen, dass die "Ölkohle" tatsächlich aus dem Sprit stammt und eben nicht aus dem (bekanntlich gerade zu Ostzeiten schlechten, aber auch heute noch in verschiedenen Qualitäten erhältlichen) Öl? :/

    Guter Punkt.

    Gibt es Vergleiche von Motoren, deren Lagerkäfig(e) sich auf diese Weise aufgelöst haben und die neu aufgebaut mit Sicherheit erst seit, beispielsweise, der Jahrtausendwende betrieben werden? Nur um wenigstens erst einmal DDR-Öl und Benzin ausschließen zu können.



    VG

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* *Lada Niva*

  • Ja gibt es, bei denen Motoren war keine feste "Ölkohle" vorhanden.

    Ein weiterer Grund ist die Herstellung von Benzin aus Kohle, Öl musste ja importiert werden, Ohne da genauere chemische Kenntnisse zu haben würde ich sagen, hier schließt sich der Kreis. Da kann man dann auch wieder von "ÖlKohle" sprechen.

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  • So war mir auch, zumindest in Sachen Benzin. Dessen Herstellung aus Kohle ist wohl auch sehr energieaufwändig und damit hätte sich - gerade bei der oft grenzwertigen Energieversorgung in der DDR - die Katze wirtschaftlich in den Schwanz gebissen. :/

  • Die Ablagerungen sind weich, teilweise sogar abwischbar.

    Kein Vergleich mit den knochenharten Kohleschichten in Altmotoren.

    was man dazu aber glaube ich auch mit einbeziehen muss, das die ddr-motoren die immer gefahren wurden und nie lange standen ja auch weniger Ärger machen.

    Wäre also mal interessant wie die Motoren mit z.b. mz406 gefahren nach 10 Jahren stehen aussehen, ob die Kruste dann auch hart wird. Den viele motoren aus ddr-zeiten standen nunmal einige Jahre unbenutzt umher.

  • Wenn dann waren die Mengen unbedeutend und ehr als Ausnutzung vom Ausgangsprodukt zu sehen.

  • Die Ablagerungen sind weich, teilweise sogar abwischbar.

    Das sind auch meine Erfahrungen, mit demselben Öl. Und mit “Billig“ :rolleyes: - Sprit.

    Bei dir auch, oder tankst du Premium?


    Ein Lagertod aufgrund von diesen Ablagerungen sind für mich so kaum vorstellbar, zumal sich die wirklichen Ablagerungen nur auf den Kolbenboden, Brennraum und Auslass konzentriert haben. Im Kurbelhaus so gut wie nichts, nur Schmierstoff. :thumbup:



    VG

    Benjamin

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  • Ein Lagertod aufgrund von diesen Ablagerungen sind für mich so kaum vorstellbar

    Um der Diskussionswillen, woran liegt es dann das die Käfige bei den Trabant Lagern hochgehen?


    Das sind auch meine Erfahrungen, mit demselben Öl. Und mit “Billig“ :rolleyes: - Sprit.

    Auf wieviele Motoren, respektive Kurbelwellen beziehen sich diese Erfahrungen?


    Es soll bitte klar sein, das die Verkokungen vom Benzin nur ein kleiner Teil des Problems sind.

    Das soll hier nicht überbewertet werden.

    Und es soll auch nicht bedeuten das mit "billigem" Benzin automatisch die Kurbelwelle vorzeitig hochgeht.


    Es hängt viel mehr von der Fahrweise und Belastung, als vom Sprit ab.


    Ich werde demnächst diesen Thread teilen analog zum Fotoalbum in der Gallerie. Es wird dann einen Diskussionsthread und einen der nur für Informationen ist geben.

    Ich möchte gerne die Informationen zum Motor und Anbauteilen diskussionsfrei als reines "Lexikon" bündeln.

  • Ich sehe eher das Problem, dass diese Aufklärungsarbeit viel zu wenig gewürdigt wird.

    Seit geraumer Zeit befasse ich mich ebenfalls mit dem Thema und bin sehr dankbar über diesen Thread, sowie die privaten Kontakte mit vielen Usern.


    Häufiger ereilen mich Hilfegesuche, bei denen ich auf diesen Thread verweise.

    Die Fakten und eindeutigen Belege öffnen vielen die Augen von der oft unangenehmen Wahrheit.


    Danke dafür

    :laola:

  • Es soll bitte klar sein, das die Verkokungen vom Benzin nur ein kleiner Teil des Problems sind.

    Das soll hier nicht überbewertet werden.

    Und es soll auch nicht bedeuten das mit "billigem" Benzin automatisch die Kurbelwelle vorzeitig hochgeht.


    Es hängt viel mehr von der Fahrweise und Belastung, als vom Sprit ab.

    Und genau das ist wohl der springende Punkt. Dass hier das ein oder andere “Zauberwässerchen“ durchaus einen positiven Effekt haben kann, will ich gar nicht abstreiten. Aber es ist nur einer von mehreren Faktoren und es funktioniert eben auch ohne. Bei dem einen besser, bei dem anderen schlechter.


    Es kann und wird jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln. Ich spreche nur von meinen Motoren, mein Erfahrungsschatz ist also ziemlich begrenzt. Doch darauf bezogen, funktioniert die Technik mit allem, was man “Standard“ oder Werkszustand nennen kann, absolut zuverlässig. Und damit das so bleibt, werde ich auch nichts daran ändern.


    Edit:

    Diese Antwort bin ich dir noch schuldig:

    Um der Diskussionswillen, woran liegt es dann das die Käfige bei den Trabant Lagern hochgehen?

    Das würde ich dir gerne beantworten, kann ich aber nicht. Wenn es nicht an den “Verkrustungen“ liegt, so vermute ich zwei wesentliche Faktoren, einmal grenzwertige Auslegung / Konstruktion oder aber fertigungsbedingte Mängel.

    Momentan fahre ich eine Welle, welche hier vermutlich schon in Verruf geraten wäre, aber dennoch seit vielen vielen tausend Kilometern brav und unauffällig ihre Arbeit verrichtet.


    VG

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* *Lada Niva*

    2 Mal editiert, zuletzt von bepone ()

  • Und ich frage mich manchmal warum ich mir die Mühe mache das alles sehr akribisch zu Untersuchen, wenn dann bei dem ein oder anderen die Vorstellungskraft fehlt den Ergebnissen Glauben zu schenken und dann lieber haltlose Vermutungen in den Raum gestellt werden, weil die vielleicht viel besser geeignet sind das eigenen Handel und Erfahrung sammeln zu legitimieren?


    Wenn da wenigstens ein Spur von Beweis oder Erklärung dazu kommen würde....


    An diesem Punkt überlege ich dann oft ob ich noch weiter machen soll. Wenn die Ergebnisse nicht genehm sind, wird nur allzugerne versucht sie weg zu diskutieren. :/