Seltsames Nebengeräusch

  • Hallo zusammen,


    mein Trabi hat schon seit dem Kauf, dieses "wummernde" Nebengeräusch. Ich bin mit dem Auto jetzt um die 1000 km gefahren. Und Ende Oktober ist die Saison vorbei. Da ich den Guten aber noch mehrere Saisons fahren möchte, mach ich mir gerade einen Kopf, ob das evtl. ein erstes Anzeichen für einen Lagerschaden sein kann? Wenn man die Kupplung tritt ändert sich nichts am Geräusch ...

    Ich weiß, Ferndiagnosen sind eigentlich nicht so das wahre, aber evtl. hatte ja jemand schon mal sowas und kann mir zumindest nen Tipp geben, in welche Richtung ich suchen kann ...


    Kurz zum Auto: 601er aus 07/1985, erste Hand mit 36600 km. Die Laufleistung ist durch alle Dekra Berichte von 1992 an bis 2018 belegbar.


    Geräusch:

  • In der Tat ist es schwierig da etwas rauszuhören. Du müsstest mal den Grill abmachen und auch mal die Drehzahlen ändern.

    Des Weiteren kannst mal die Kerzen rausdrehen und langsam am Lüfterrad von Hand durchdrehen ob du da Kugeln aneinander klackern hörst.

    Du kannst auch Kühlgehäuse, Lüfter und Lima abbauen und dann kurz laufen lassen um die Nebenaggregate auszuschließen.


    Wenn der von 85 ab gelaufen ist und bis heute tatsächlich ungeöffnet ist, so würd ich garnicht lange nachdenken und raus damit. Ich habe zuviele Motoren gesehen die mit dem Zweitaktöl aus Braunkohle gelaufen sind.....

    Den alten Wellen macht das nicht so viel aus, aber den Wellen ab 85 mit Standardlagern machte das schwer zu schaffen.

  • Von 85 bis jetzt nur 36tkm? Da gab es wohl auch Stillstandstzeiten.

    Ich würde sagen, die Rillenkugellager der Kurbelwelle haben ein nicht zu überhörendes Laufgeräusch. Wie lange die noch halten, ist nicht vorauszusehen.

    Edited once, last by V603 ().

  • TV P50 Den Grill kann ich heute mal abmachen und nochmal ein Video drehen. Problem ist, wenn ich Gas gebe ist das "wummern" weg, bzw. ich höre es nicht mehr, da der Motor zu laut ist.

    Von Hand habe ich ihn gestern einige male durchgedreht,da die Zündung komplett falsch eingestellt war (Stand auf 3,1 und 2,6 v.OT). Ich habe sie nun auf 4 und 3,5 vor OT gestellt und damit läuft er merklich besser. Das besagte Geräusch war davor aber auch schon da. Beim Durchdrehen habe ich keine Kugeln gesprürt, und auch kein Schleifen oder so

    ...

    Die Wellen ab 85 sind die Wellen, wo in der Mitte 2 Kugellager und die Labyrinthdichtung ist richtig? Die davor hatten in der Mitte Zylinderrollenlager und eine dickere Abdichtung? Eigentlich könnte man diese doch im Falle einer Regenerierung gegen das ältere Modell tauschen, da im 85er Gehäuse ja die Nuten noch drinn sind?


    V603

    Der Trabi ist von 1985 bis 2004 gelaufen, stand dann bis 2010 und lief dann wieder im Jahr ca. 2000 km bis heute.

  • Was da drin los ist....bleibt reine Spekulation. Und mit 36tkm inklusive DDR Betrieb kann und wird er sich nicht mehr neuwertig anhören.


    Im Grunde...weitermachen und hoffen, oder besser...raus öffnen begztachten und dann entsprechend des Befundes handeln.


    Ein Welle alter Bauart muss nicht sein, denn heute fährt keiner mehr mit Braunkohleöl.


    Und ja, bestimmt Verschleißgeräusche hört man primär im Standgas. Wenn alles ohne Last vor sich hin klappern kann. Das es mit steigender Drehzahl weniger hörbar wird ist "normal".

  • Am besten das Video außerhalb der Garage machen um den Halleffekt zu minimieren.

  • Die Wellen vor 85 haben das Problem, dass sich der Innenring der Mittellager nicht tauschen lässt. Das war der Grund, weshalb auf "modifizierte Standardlager" gewechselt wurde.

    Der Stillstand wird sehr oft der Todesstoß für die Lager. Und bei der Laufleistung sind die Laufbahnen der Lager weder glatt noch rund. Spätens wenn durch den Stillstand etwas Korrosion durch Kondenswasser hinzu kommt, hört sich das genau so an. Man hört es besonders gut bei niedrigen Drehzahlen.

    Du kannst weiterfahren und hoffen, dass es lange gut geht. Vielleicht noch 10km, vielleicht noch 30tkm, keiner weiß es genau. Das Geräusch wird bleiben und auch stärker werden. Die Gefahr dabei besteht darin, dass urplötzlich ein Lagerkäfig zerbricht und in kleinen oder größeren Stücken durch den Motor wandert und heute noch unbekannte Schäden anrichtet. Es gibt genügend Fotos aus dem Gruselkabinett.

    Mein Tipp: Kurbelwelle kurzfrististig ersetzen.

  • Dann werde ich mich mal in Richtung Motorinstandsetzund schlau machen und den Motor diese Saison bzw. bei schönem Wetter die nächsten 12 Tage noch fahren.

    Kennt einer von euch, eine gute Bezugsquelle für Kurbelwellen?


    Ich habe dieses Angebot auf Kleinanzeigen gefunden. Macht für mich jetzt erst mal einen ordentlichen Eindruck.


    https://www.ebay-kleinanzeigen…s&utm_content=app_android

  • in beiden Fällen ist die Suche dein freund, zu der kurbelwelle gibt es verschiedene Meinungen.


    Zum Thema motorbauer. Da gibt es hier im Forum welche, die bauen gut. Aber am liebsten mit ihrem eigenen Zeug, da die Erfahrung zeigt das oft mist auf dem Markt verfügbar ist. Die wenigen welchen werden sich wenn sie Interesse haben sicherlich melden.

  • Das Ergebnis ist nun definitiv ein Kurbelwellenlagerschaden nach 36636 Kilometer. Seit meinem letzten Post bin ich etwa noch 100 km gefahren, wobei das Geräusch nicht schlimmer wurde.



    Da es mir vorher ja schon fast klar war, dass der Motor überholt werden muss, habe ich mich in diese Richtung schon schlau gemacht, komme allerdings nicht weiter.


    Wie von Grandpa beschrieben habe ich leider auch durch die Suche kein Thema zu den Kurbelwellen aus Neustrelitz gefunden (Ich kann mich aber auch zu doof angestellt haben, deshalb keine Vorwürfe) Auch von den OSD Wellen hört man eigentlich nichts Gutes, wobei ich die Videos auf YT eigentlich nicht schlecht finde, auch das einpressen der Buchsen in die Pleul. Wenn man sonst so das Netz durchstöbert findet man noch Schuhmannwellen. Allerdings scheint der Mann aus Altersgründen nicht mehr zu produzieren. Bleiben noch die Wellen von Trabantwelt für 450 Euro. Sind diese brauchbar? Ich fahre den Trabi 2500 km in 8 Monaten bei Schönwetter. Also habe jetzt nicht eine riesige Fahrleistung.

  • ...eigentlich nicht schlecht finde, auch das einpressen der Buchsen in die Pleul. ...

    Nach meinen Informationen sind es die einzigen in Deutschland, die dies praktizieren. Es hat eigentlich auch nicht so viel Sinn, alle Pleuel wieder verwendbar zu machen, wenn die Gegenstücke dazu (innere Hubscheibe mit Hubzapfen) im Schrott liegen.

  • Genau....bis das erste um die Hälfte geschwächte Pleuel abreißt und dann nicht nur die Welle, sondern sicher auch Gehäuse,Zylinder und Kopf schrott sind.

    Wenn das so toll wäre, dann hätten die damals in der DDR schon so regeneriert. Aber im Gegensatz zu OSD wußten die was (auch längerfristig) funktioniert und was nicht.

  • Genau....bis das erste um die Hälfte geschwächte Pleuel abreißt und dann nicht nur die Welle, sondern sicher auch Gehäuse,Zylinder und Kopf schrott sind.

    Die Wandstärke beträgt ca.5mm beim Original Pleuel. Eigentlich schon zu dünn für alles weitere.

    Eigentlich spielt das auch nur eine Nebenrolle, wenn du nicht in der Lage bist eine Welle zu prüfen und zu beurteilen ist das wie Lotto. Egal von wem die Welle ist.

    Nimm Hegautrabi sein Angebot an, da fällst du nicht auf die Nase.

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