Umbau Batterie 6V

  • Frage: Jemand hat mir mal gesagt (und ich wollte mal wissen ob das stimmt), dass in der DDR die alten Batterien regeneriert worden sind, imdem in Fachbetrieben die Batterie geöffnet worden ist, die Säure entleert, die Platten ausgebaut und geputzt, und wenn noch gut, wieder zusammengebaut und neu befüllt worden sind. Auf der einen Seite, kann ich es mir sehr gut vorstellen, weil die DDR ja nun nicht gerade das rohstoffreichste Land war, auf der anderen Seite: Batterien werden ja auch so wiederverwertet, indem der ganze Kram einfach eingeschmolzen wird, und neu hergestellt wird.


    Stimmt die Story also, oder war das wieder einer von diesen Tankwart-Kalauern?

  • Die Story stimmt insofern, dass Batterien von spezialisierten Betrieben (oft kleine Krauterbuden oder PGHs) aufgearbeitet wurden (ausschließlich die mit Hartgummigehäuse und Vergussmasse).

    Besonders verbreitet war das bei den großen Nutzfzg.-Batterien, also für LKW, Busse und Baumaschinen.

    "Geputzt" wurden die Platten aber m.W. nicht, sondern richtig aufgearbeitet bzw. erneuert.

    Wir hatten in der Vertragswerkstatt zeitweise eine "Batteriestation", wo wir trocken vorgeladene Batterien gefüllt und einsatzbereit gemacht haben. Das waren aber ausschließlich neue Batterien und zumeist 6V. Zweite Hälfte der 80er gab es aber immer weniger und schließlich wurde dieser Geschäftszweig fast kpl. eingestellt.

  • Schade, dass es heute sowas nicht mehr gibt. Habe noch 'ne orig. DDR 6V Batterie rumstehen. Aber die wird natürlich nach so vielen Jahren platt sein. Gut, auf der anderen Seite habe ich eine Batterie, die 2 Jahre mit NULL Volt tiefentladen herum stand, und auch 0A Stromaufnahme beim Anlegen von 14,6V hatte, auch wieder flott bekommen. Labornetzteil und 'n bisschen Fingerspitzengefühl am Spannungsregler, und 2 Ventilatoren zum Beseitigen von potenziellem Knallgas lassen grüßen. Ist jetzt seit 6 Monaten im Kurzstrecken-Golf, der durch seine ganzen Dinge, die mit angeschlossen sind 20mA Standbystromaufnahme hat. Läuft 1a. Aber wäre schon irgendwie was Feines, wenn man sowas aus DDR Zeiten der Originalität wegen regenerieren könnte. Aber irgendwie habe ich schon im Bauchgefühl, dass so etwas eine langwierige Aufgabe ist, und bei Stundenpreisen hierzulande eine solche Batterie dann schön in höhere 3 Stellige Bereiche wandern kann.

  • Theoretisch könnte man ja das Innenleben einer aktuell produzierten Batterie mit Hartgummi-Gehäuse in ein originales transplantieren, sollte womöglich sogar 1:1 passen. Aber ob das den Aufwand lohnt? (zumal man erst nach "Schlachtung" der neuen Batterie genau wüsste, ob die neuen Platten tatsächlich reinpassen ).

    Da stell ich mir dann ggf. doch lieber eine kpl. neue im althergebrachten Look rein. Man muss es ja auch nicht übertreiben... ;)

  • Der Vorteil bei den alten 6V Batterien ist ja, dass man diese schönen Brücken da drauf hat. Sobald ich die Batterie mal hier habe, könnte man ja mal spaßeshalber versuchen, ob die noch zum Leben erweckt werden kann. Also Zelle für Zelle vorsichtig prüfen, und versuchen auf 2,3V Ladespannung zu bringen. Nicht dass da irgendwo 'n Kurzschluss ist. (Natürlich unter allen Vorsichtsmaßnahmen, um gefährliche Knallgasbildung und Funken zu vermeiden). Die war nur ausgetrocknet von den Jahrzehnten Standzeit. Evtl. kann man ihr ja nochmal die ein oder andere Amperestunde entlocken, bevor sie endgültig ausgedient hat XD.

  • Also wenn die tatsächlich schon mal gefüllt war und so lange stand, daß sie eingetrocknet ist, dann dürfte die endgültig hinüber sein. Alles, was sich mal Metall nannte da drin, wird jetzt Oxid und Sulfat sein und mehr oder weniger zerfallen, zerfressen oder verklumpt sein.


    Übrigens hab ich grad gesehen, bei basba.de steht, daß die Batterien bei Bestellung befüllt und geladen werden und von super teurem Versand steht da auch nix.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

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  • Sehe ich ganz genauso. Selbst 3-4 Versuchsreihen mit jahrzehntelang ungefüllt gelagerten (trocken vorgeladenen) Batterien aus DDR-Bestand waren echt nicht der Brüller, weder in Leistungsfähigkeit/Restkapazität, noch in der Haltbarkeit (max. 2-3 Jahre bei Saisonbetrieb). Betraf sowohl 6 und 12V.


  • Die dokumentierten Erfahrungen mit 66 Ah sind nicht sehr groß.

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • Möglicherweise war 66 Ah die originale Erstatsstattung. Früher oder später hatte dann trotzdem jeder eine 84 Ah drin.

    Die Marke Intact macht einen seriösen Eindruck.


    MfG

    hjs

  • Vermutlich eher nicht. Basis war immer die 56Ah und gegen Aufpreis das 84 Ah Modell.


    Auch war in der TGL ein 66 Ah nicht drin (auch nicht in jüngeren revidierten Blättern), so dass die vermutlich eher aus dem NSW kommt.


  • Hm, der Tipp mit basba kam leider zu spät oder ich war zu schnell: Habe mir bei TW die Intact 84 Ah geholt. Sie ist teurer als bei basba, dafür aber trocken. Die Batterie sieht aus wie die Hartgummiversionen, ist aber aus Plast. Merkt man jedoch eher beim Anfassen als beim Anschauen. Inwendig ist mir aufgefallen, daß die Platten deutlich niedriger sitzen als in den üblichen Hartgummibatterien. fahrgast : Du hast doch die Intact im Betrieb: Ich würde jetzt wie üblich etwa 1,5 bis 2,0 cm über die Plattenoberkante mit Säure auffüllen, oder hast Du da andere Erkenntnisse?

    Jedenfalls ist der Laden angesichts der Säureregularien wohl der mit dem besten Angebot.

  • Hab ich auch so gemacht. Und ich hatte anfänglich die gleichen Bedenken wegen der augenfällig niedrigeren Platten. Nachdem diese Batterie aber eine sehr gute Performance zeigt und tadellos und ohne Nachladen über mehrere Wonter gekommen ist, bin ich ebenso angenehm überrascht wie voll überzeugt von dieser Bauform! :top:

    Ganz im Gegensatz zur (noch teureren) "Oldtimer-Langzeit"-Batterie mit kkass. Hartgummigehäuse und normal hohen Platten, die schon im 2.Winter geschwächelt hat. :augendreh:

  • Ich hatte nur mal ne 66Ah von Banner im Einsatz. Abgesehen davon, daß die andere Maße als die Originalakkus hat und demzufolge etwas unterfüttert werden mußte, um fest zu sitzen, funktionierte die unauffällig und zuverlässig. Soweit ich mich erinnere, hatte die einen signifikant höheren Kälteprüfstrom als die üblichen 56Ah, was der Funktionssicherheit natürlich ungemein entgegen kommt.

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  • Wenns nicht unbedingt original sein soll, passen diese 6V AGM Batterien aus der Landwirtschaft auch gut in den Trabant. Beim 500er / 600er könnte allerdings das Blech überm Regler stören.

    Über die Haltbarkeit kann ich noch keine Aussage machen. Wir haben ein paar Wagen der Mietflotte damit ausgestattet. Die werden jetzt ausgiebig getestet.
    Das Befestigungsband lässt sich auch einfach durch die Abstandshalter an der Spritzwand fädeln. Auf die Idee bin ich aber erst später gekommen :)