In der Garage grundieren und fillern sinnvoll?

  • Grüßt euch,



    Nach dem es bei mir immer mehr danach aussieht, dass ich den kompletten Trabant lackiere, will ich mich noch ein bisschen schlau machen.
    Ich würde gerne viel selber machen, natürlich auch mit dem Hintergedanken etwas Geld zu sparen.


    Ich will die Karosserie per Hand/Flex mit Drahtbürstenaufsatz/Deltaschleifer komplett entlacken bis aufs Blech und unzugänglichen Stellen selber strahlen (Selbtschrauberwerkstatt).
    Danach dann Karosse und Pappen grundieren/spachteln/füllern + schleifen, schleifen, schleifen und später nicht sichtbare Stellen lackieren (Unterboden, Radkästen). Je nachdem, wie das Ergebnis aussieht evtl. auch weitere Abschnitte wie Motor- und Innenraum lackieren.
    Die fertig beplankte Außenhülle soll dann ein Profi in der Kabine machen.


    Vorhandenes Equipment:
    Luftschlauch, Druckminderer, Wasserabscheider, LVLP-Pistole mit 1.4 (Grundierung/Decklack) und 1.8 (Füller) Düse,
    Luftverbrauch laut Hersteller 160 L/min bei 1.5 bar
    Kompressor kann ich mir günstig leihen mit einer Abgabeleistung von 220 L/min (Ansaugleistung 330 L/min) und 50 Liter Tank
    -> sollte gerade so langen
    Ansonsten soll die Garage mit Planen ausgehängt und der Boden befeuchtet werden.


    Kurzer Lackaufbau:
    2-k-Zink-EP-Grundierung
    eventuell spachteln/ Nahtabdichtung
    2k-Acrylfüller HS
    2k-Acryl Decklack


    Das ist meine Ausgangssituation.
    Jetzt stell ich mir folgende Fragen:


    Ist mein Vorhaben möglich oder übernehmen ich mich? Macht es Sinn solche Vorarbeiten selber zu machen? Der Lack soll ja am Ende auch nach was aussehen und die Basis entscheidet ja bekanntlich.
    Wie stark machen sich Staubeinschlüsse in der Grundierung/Filler bemerkbar? Kann man das einfach glatt schleifen und gut ist?
    Wie hoch ist die Geruchsbelästigung für Nachbarn bzw. noch wichtiger, wie lange? Falls ich morgens lackiere, ist dann der Lösemittelgeruch bis abends größtenteils verflogen?
    Links und rechts neben der Garage befinden sich direkt Mehrfamilienhäuser :S


    Alternative wäre eine Lackierkabine mieten. Kostet stundenweise 60 €. Das läppert sich , wenn man da ein paar Stunden drin steht. Dann kann mans wahrscheinlich auch direkt den Profi machen lassen.



    Schreibt einfach mal euren Gedanken dazu. Vielleicht habt ihr ja noch eine andere Idee.

  • So ähnlich hatte ich es auch gemacht. Ich habe die Werkstatt grosszügig leergeräumt und den Rest abgedeckt. Nach dem fegen hab ich alles abgesaugt.
    Wenn du beim schleifen des Füllers vereinzelt Einschlüsse findest, ist das nicht schlimm, ich hab mehrere Stellen ohnehin zweimal füllern müssen, besonders im Heckbereich und mit Kontrastschwarz gearbeitet.
    Den Decklack hat der Profi dann in der Kabine gemacht, ohne Nacharbeit.
    Was mir Bauchschmerzen machen würde, wären die Einfamilienhäuser...

  • Na ein Glück, dass es Mehrfamilienhäuser sind ;):D


    Ich kenne leider auch niemanden, der mir mal eben eine größere Halle oder Scheune zur Verfügung stellen kann.
    Der Bauer in der Nähe jagt mich bestimmt nur mit Kopfschütteln vom Hof...

  • Ich habe meinen Trabi ja "nur" gerollert .


    Hab auch alles in der Garage bzw. davor gemacht.Erst habe ihn abgeschliffen und mit der Rolle gefillert. Aber über mehrere Tage verteilt, weil ich auch arbeiten gehen mußte. (rechte/linke Seite, Dach, Motorhaube)
    Durch das Rollen wird der Filler "dicker" aufgetragen, so das man die kleine Poren durch das Nassschleifen entfernen kann, ohne das man auf die darunter liegende Schicht schleift.
    Den 2K Lack habe ich dann kostengünstige von der Arbeit bekommen. So hat die ganze "Lackierung" ohne Arbeitszeit höchsten 80€ gekostet.


    Hätte ich damals einen Batzen Geld übrig, wäre mein Trabi nun lackiert worden.
    Aber heute bin ich ganz froh darüber ihn nicht lackiert zu haben, denn nun kann ich jeden Schaden am Lack sehr sehr kostengünstig beseitigen.


    Du kannst Deine Trabi ja bis nach dem Nassschleifen in der Garage vorbereiten. Zwischendurch kannst du Dir eine passende Location zum lackieren suchen.

  • Wie war das bei dir mit dem Lösemittelgeruch? Kann man das fremden Menschen zumuten oder nicht?

  • Ich habe alles in einem großen Garagenkomplex gemacht,
    Aufgeregt hat sich damals keiner.

  • Nebeln wirds aufjedenfall und wenn sich das an den Fenstern oder der Fassade niederschlägt möchte ich nicht in deiner Haut stecken. Wenn würde ich es bei Regen machen. Und vergiss deine Maske nicht ;)

  • Es kann ja zumindest nicht viel passieren. Ich habe irgendwo mal gelesen, das ab 2-5 Meter der Lack in der Luft schon austrocknet und somit nicht mehr haftet. Da gings es um einen ähnlichen Fall mit Schadensersatzklage wegen angeblicher Lackspritzer, die gar nicht vom Garagenlackierer ausgelöst wurden. Aber Dreck an sich kann es natürlich trotzdem machen. Ich werde es einfach mal austesten. Fange sowieso mit dem Unterboden an und falls es gut funktioniert, mache ich eben weiter.


    Maske habe ich natürlich, Filterklasse A2P3.

  • Und vielleicht auch Rücksprache mit dem Profi halten- als wir bei unserem versucht haben, soviel wie möglich vorzubereiten, fand der Lackierer das nicht alles so toll :-)

  • Das mit dem abschleifen würde ich an deiner Stelle lassen! Erstens ist es eine Sau Arbeit kosten viel zu viel Zeit und zweitens kommst du eh nicht überall hin... Such dir jemand mit einem großen Strahlraum der sich nach Stundenlohn bezahlen lässt und spar dir den ganzen Dreck, Lärm und Zeit. Wenn du die komplette Beplankung runter hast, ist der in 3-4 Stunden komplett gestrahlt.


    Grundieren, füllern, spachteln kannst du alles zuhause machen, wird vor dem lackieren ja eh nochmal geschliffen.


    Falls du wieder in Gletschenblau lackieren lassen willst, kannst du gerne von mir eine Farbnummer haben, bei meinem hab ich eine Farbanalyse machen lassen.

  • Holla,


    wenn Du die notwendigen Bedingungen für den Farbauftrag herstellen kannst, ist das kein Problem.


    Meinen Motorraum habe ich auch nur in der Garage grundiert. Nicht mit Pistole, sondern wg Anwohnerschonung 2k aus der Dose.


    Wie schon vorher geschrieben, sogut es geht sauber machen (ich habe den Boden noch mit nasser Raufaser ausgelegt), je nach Temperaturlage heizen, Mundschutz uns etwas Abluft. Desweiteren sollten größere Temperaturschwankungen vermieden werden.


    Ich finde das Ergebnis in Ordnung und dem Originalzustand angemessen.

  • Ich würde die hütte ablaugen, wasserstahlen oder sowas. beim sandstahlen krigst du das grnulat nie mehr raus. das arbeitet dann in allen ritzen und macht mehr schaden als nutzen. auserdem wird die spannung im blech verändert. sandstrahlen eignet sich nur für achsteile und solche massiven sachen. und an den rost zwischen den blechen und in hohlräumen kommst du auch nicht richtig ran.


    mit der flex und der drahtbürste würd ich mir persönlich nicht mehr antun. was man an zeit verplempert und an drahtbürsten verbraucht ...
    für das geld kann man besseres machen



    vor dem lackieren deckt mein kumpel immer den zu lackierenden gegenstand mit folie ab und bläst einen halben liter klarlack in die lackierkabiene. der schlägt sich überall nieder und bindet den staub in der luft und der kabine.

  • Meine Karosse habe ich strahlen lassen, ich glaube du solltest dir dann eher um die Lärmbelästigung durch den Winkelschleifer Gedanken machen, als um den Geruch von dem Lack, ich glaube nicht, dass das einer mitbekommen wird, aber so eine Drahtbürste am Winkelschleifer an dem Blech macht gut Lärm, habe ich am Unterboden durch. Meine Werkstatt ist in einer Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern. Ansonsten sehe ich keinerlei Problem, die ganze Vorbereitung selbst zu machen. Aber frage da lieber den Lackierer vorher, ob das sinnvoll ist, mein Lackierer wollte das alles selber machen, weil er sonst keine Garantie gegeben hätte, dass auch alles miteinander harmoniert. Ich hab ihn lediglich nach dem Strahlen im Freien bei schönem Wetter grundiert, damit wieder was drauf ist, weil danach erst die Blecharbeiten kamen. :)

  • Ablaugen soll besser sein als sandstrahlen? Und wie willst du sicherstellen, dass die Laugereste aus den Dopplungen wieder raus kommen? Nee, da habe ich Bauchschmerzen bei dem Gedanken. Das Strahlgut ist Recht hartnäckig, das stimmt. Aber mit einer Luftpistole und langem Rohr vorne dran, ist das nach einer Stunde Arbeit auch raus. Und selbst wenn Reste drin bleiben, sind die längst nicht so kritisch wie deine Lauge.

  • Sollte nach dem Strahlen noch etwas Strahlgut in diversen Hohlräumen verbleiben, wird dieses dann durch die gründliche Hohlraumkonservierung verklebt. Also alles schicki.

    Hilfe mein Trabi läuft seit Monaten zuverlässig und störungsfrei. Was tun?