Silentbuchsen aus Messing

  • Moin Moin,
    hat schon mal jemand die originalen Buchsen der Vorderen Achse gegen Messing Buchsen getauscht ? Haben gerade in der Firma etwas zeit und da wollte ich mich mal an so etwas zu schaffen machen .
    Habe für meine simsons auch schon mal welche gemacht aber nur für die schwinge da ich den Motor noch Spielraum zum vibrieren lassen wollte

  • Diese Buchsen gibt es als Satz bei einem der Onlinehändler. Irgendwo im Netz/Nachbarforum/Aufmeinemrechner gibt es auch eine Techn. Zeichnung dafür. Sicherlich keine schlechte Sache - ob Aufwand und Nutzen im günstigen Verhältnis stehen mußt du selbst entscheiden. Ist halt ein Ersatzteil, was jeder mehrfach im Original hat.

  • nunja der Aufwand wäre nur das pogramieren der Rest läuft von allein und bei einer mittagspausenzeit von 45 min wäre es machbar

  • Wollte grad sagen,wenn es digital vorliegt und Material da ist warum nicht. Geht,wurde schon gemacht und bedarf dennoch der regelmäßigen Pflege und Wartung.

  • Du schreibst Silentbuchsen. DIe sind in der Blattfeder und im Querlenker. Meinst du die oder reden wir von einem Ersatz der Pertinax/Miramidbuchsen für Federgabel und Traggelenk unten?

  • genau die in den querlenkern und blattfeder meinte ich

  • Das wird nicht so einfach.
    Bei den Silentbuchsen ist die äußere Hülse z.B. im Querlenker fest verpresst, die innere wird auf der Achse verspannt. Somit findet die Relativbewegung beider Teile zueinander im Gummi statt.
    Machst du die nun aus Bronze oder Polyamid muss die Achse sich in der Buchse bewegen können. Dazu braucht die dort Schmierung, also wohl einen Schmiernippel, auch um den eingedrungenen Schmutz mal heraus zu bekommen. Und die Muttern M10, rechts und links auf dem Bolzen, müssen gesichert werden, damit sich das nicht durch die Bewegung selber zerlegt. Üblicherweise sind die ja nur gegeneinander verspannt, diese axiale Spannung hast du dann nicht.
    Ist die Bolzenoberfläche hart genug um die Reibung zu verkraften?
    Mein Fazit: die Silentbuchsen sind dort eine ganz vernünftige Lösung, bei korrekter Montage halten die ohne Wartung lange genug.

  • Nur das "silent" leidet etwas , vor allem dann wenn alle Fahrwerks-Gummibuchsen an einem Fahrzeug durch Messing/Stahl-Gelenke ersetzt werden . Selbst PU-Buchsen lassen schon mehr Dröhnung gegenüber einer originalen Gummiverbuchsung durch . Gruß!

  • ich würde mir hauptsächlich erst mal Gedanken über die Bearbeitung machen. Messing mit der Reibahle ohne Maschine zu bearbeiten ist nicht so einfach, das rattert sehr schnell und dann haste ne super Oberfläche.

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  • wäre beides lagernd hier und mit ordentlichem Werkzeug lässt sich auch Messing mit reibale sehr gut bearbeiten , haben es des öfteren schon gemacht

  • haben es in der Rennpappe aus Messing in den Schwenklagern verbaut. Läuft super, solange genug Fett drin ist. Ansonsten frisst es sofort. Im Alltag würde ich original lassen.

  • haben es in der Rennpappe aus Messing in den Schwenklagern verbaut. Läuft super, solange genug Fett drin ist. Ansonsten frisst es sofort. Im Alltag würde ich original lassen.

    Das ist doch mal eine Aussage. Hatte ich hier im Forum auch irgendwo schon mal gelesen, dass die Gefahr des "fressens" besteht.

  • Das ist doch mal eine Aussage. Hatte ich hier im Forum auch irgendwo schon mal gelesen, dass die Gefahr es "fressens" besteht.

    Hab beim Wabant auch sowohl in Federgabel als auch Schwenklager Messingbuchsen verbaut. Wie schon mehrfach gesagt top Sache, muss aber ordentlich gewartet werden.

  • Okay, also ist der Vorteil mehr Steifigkeiten zu Lasten des Komforts und der Wartung? Leiden die übrigen Fahrwerksteile darunter bzw verschiebt sich die Belastung dann auf ein anderes Lager?


    Wie oft gehen die Standard Buchsen bzw. "Premium"-Buchsen (z.b. von TW) bei getunten Motoren kaputt?


    Das sind ernst gemeinte Fragen. Ich will damit nicht sticheln, sondern nur ein bisschen mehr Fundament rein bringen.

  • Die Originalbuchsen halten bei richtigem Einbau und permanenter Wartung gefühlt ewig. Meine sind nun seit über 80.000 Kilometern drin. Und da waren einige tausend Kilometer über polnische und russische Marterstrecken dabei. Scheibenbremse vorhanden. :-)

  • Das (siehe Bild) ist ein Gummi-Metall-Lager, auch bekannt als Silent-Lager/Silent-Buchse.
    Klingt komisch, ist aber so.


    Gummi-Metall-Lager, also Elastomerlager, dienen als elastische Gelenke und dämpfen Körperschwingungen. Dabei wirken sie auf Torsion (Verdrehung), radial (quer zur Bohrung) und axial (längs zur Bohrung). Am Trabant absorbieren sie z.b. entstehende Schwingungen von der Fahrbahn während der Fahrt in der Querlenkern oder als Motor-/Getriebelager vom Antriebsaggregat zur Karosserie und verbessern Lenkverhalten, Fahrstabilität und "Komfort".


    Doch auch Elastomerlager mit reinem Gummikern können nicht alle Schwingungen absorbieren. Darum wurden mittlerweile hydraulisch dämpfende Elastomerlager (Hydrolager) entwickelt.
    Der Vorteil von herkömmlichen "Silentlagern ist die Langlebigkeit, und der einfache Aufbau. Der Nachteil ist, dass ungedämpfte Schwingungen an die umliegenden Fahrwerksteile/Karosserieteile weiter geleitet werden. Dadurch können diese schneller verschleißen. Und der Fahrer verschleißt mit.


    Im Rennsport baut man durch Uniballgelenke, oder genauer Gelenklager, sogar von Gummimetall- auf reine Metallgelenke um und nimmt die aus den ungedämpften Schwingungen resultierenden Nachteile in Kauf. Denn von diesen Fahrzeugen bzw. deren Teilen erwartet man keine lange Lebensdauer, da im Wettbewerb ständig neue Komponenten entworfen und eingesetzt werden. Auch die Fahrer machen das nicht ewig mit.
    Der Vorteil dieser Lager ist eine spielfreie direktere Anlenkung, deren Bewegung präziser, als vorhersehbarer ist, als mit o.g. Und theoretisch eine noch längere Lebensdauer, die aufgrund von Feuchtigkeit und Dreck infrage gestellt werden kann.


    Der Einbau solcher Konstruktionen in ein Fahrzeug, welches man vor allem lange intakt halten möchte ist meiner Meinung nach nur dumm.


    Ein anderes Thema beim Trabant ist die Verwendung von alternativen Materialien für die Federgabel- oder Schwenklagerbuchsen.
    Diese Diskussion ist durchaus legitim, weil es sich hier um Gleitlager handelt und ein möglichst geringes Spiel bei möglichst wenig Reibung wichtig ist.
    Dabei sollte man auf die bereits erwähnten Eigenschaften der Zerspanbarkeit und Schmierung genauso, wie auf thermische Ausdehnung und chemische Beständigkeit achten.
    Der Wärmeausdehnungskoeffizient(10^-6/K) von Stahl liegt übrigens bei 13. Aluminium 23. Bronze 17,5. Messing 18,4. Nickel 13. Glasfaservertärktes Polyester(GFK) 12.



    Nachtrag: Durch verschieden harte Elastomere an z.b. einem Quer- oder auch Dreieckslenker kann man die Bewegung dessen bei positiven und negativen Beschleunigungen beeinflussen und so beispielsweise für tendenzielles Untersteuern beim Bremsen in Kurvenfahrten sorgen und so zu einem stabilen, weil beherrschbarerem Fahrverhalten beitragen.

  • Die Schwenklager Buchsen halten bei uns damit besser der mechanischen Belastung aufgrund der Strecke aus. Es ist ein direktes Lenkgefühl.
    Aber nur weil ich nen stärkeren Motor einbaue, muss dieser Aufwand nicht sein.
    Da würde ich den Fokus lieber wo anders drauf legen.