Die gelbe Gefahr (79er Kombi)

  • Hallo Zusammen,
    auf diesem Weg möchte ich Euch an der Restauration meins 1979er 601 Kombis teilhaben Lassen. Damit gehts dann auch schon los.


    Das Auto
    Das Auto ist ein 1979er Kombi mit jetzt ca 93tkm auf dem Tacho. Der Lack ist natürlich nicht original. Ursprünglich war der Trabi mal Cliffgrün, was man immernoch unter dem Armaturenbrett und bei diversen Lackplatzern erkennt. Ich bin mit ihm jetzt ein Jahr und ca 7000km im Alltag unterwegs gewesen und habe dabei immer mehr Macken und Probleme entdeckt. So ist der Lack in einem sehr schlechten Zustand (Ausgeblichen, Blättert ab). Auch der Rost macht sich langsam bemerkbar und die provisorische Innenausstattung nervt mich inzwischen auch ziemlich. Das alles hat dann dazu geführt, dass ich mich für die Restauration entschieden habe.
    Nachdem Bilder bekanntlich mehr sagen, als 1000 Worte, habe ich mal den Ist-Zustand der gelben Gefahr in Bildform dokumentiert.


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    Über mich
    Hier folgt jetzt wie versprochen auch noch eine kleine Vorstellung von mir. Ich bin Martin, 22 Jahre alt, studiere seit 6 Semestern Ingenieurinformatik in Augsburg und bin vor gut einem Jahr über einen Freund vom Trabifieber angesteckt worden. Seitdem habe ich auch die gelbe Gefahr. Ich habe keine spezielle Ausbildung im KFZ-Bereich, bin aber in technischen und handwerklichen Dingen nicht gerade ungeschickt. Ich hoffe, ihr gebt mir eine Chance, an eurem Wissen im Forum teil zu haben und die unkonstruktiven Kommentare à la „Studenten haben doch keine Ahnung von Praxis...“ sich in Grenzen halten.
    Ich weiß, dass eine komplette Restauration keine leichte Sache ist und gerade deswegen versuche ich das nicht alleine durchzuziehen, sondern hole mir zum einen vor Ort Hilfe, hoffe aber auch auf Unterstützung hier im Forum.


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    Der Plan
    Das wird mit dem Auto passieren:
    - Komplettes Zerlegen des Fahrzeugs, Pappen kommen ab, Dach kommt ab
    - Schweißen der Problemstellen an der Karosserie (Sind doch etwas mehr geworden als gedacht)
    - Sandstrahlen und Grundieren der Karosserie (Extern)
    - Lackieren werde ich ihn wahrscheinlich selbst bzw. evtl. unter professioneller Anleitung. Als Farbe wird wieder das originale Cliffgrün bzw RAL6018 Gelbgrün verwendet.
    - Die Fahrwerksteile lasse ich sandstrahlen und pulvern.
    - Ich werde versuchen, wo möglich und Sinnvoll, die Originalität zu wahren (Kein Tieferlegen, Top-Chop usw.), allerdings werden dich auch einige Dinge ändern. So bleibt die Elektronik bei 12V, das Dach wird Pastellweiß, wie bei der S deluxe Version. Was sonst noch an Sonderausstattung übernommen wird, steht noch nicht fest.
    - Der Motor und das Getriebe werden erstmal zurückgestellt. Ich plane, nächstes Jahr ein Motor- /Getriebeseminar zu besuchen und danach entscheide ich, ob ich mich da selbst dran traue, oder das lieber machen lasse.



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    PS: Bevor mir jemand eine Moralpredigt hält: Die Türverkleidungen hatten schon Löcher für Lautsprecher, sind also nicht von mir verschandelt worden ;)

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  • Willkommen und viel Erfolg mit Deinem Projekt! Ich finde Deinen Ansatz gut, das Fahrzeug möglichst original aufzubauen. Hoffentlich ist die Substanz unter dem Duroplast und nach dem Strahlen so, daß ein Aufbau nicht allzu aufwendig wird. Aber das wirst Du erst dann sehen, wenn die nackten Tatsachen vor Dir liegen. Hier wird auch niemand "niedergemacht". Es kann nur sein, daß die "alten Hasen" Dir deutlich zu verstehen geben, wenn sie Deine Vorgehensweise für falsch halten. Es hat bisher niemandem geschadet, ihrem wohlgemeinten Rat zu folgen. Ich denke nur mit grausen an den Typen, der einen schönen P50 ruiniert hat, indem er die Schweller mal eben von oben aufgesägt hat, statt mal hier nach der sinnvollsten Herangehensweise zu fragen. Das Auto ist dann in Einzelteilen verkloppt worden. Daß man sich mit sowas bei Trabantliebhabern keine Freunde macht, ist irgendwie logisch. Am besten, Du zeigst hier von jedem Arbeitsfortschritt Bilder, dann werden sich die erfahrenen Restaurierer (ich gehöre nicht dazu) schon äußern, was sie an Deiner Stelle tun würden.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • So, jetzt direkt mal ein Update zu meinem aktuellen Stand. Auch hier denke ich sind Bilder wieder aussagekräftiger als ein ellenlanger Text:


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    Zuerst kam natürlich der Motor raus. War nicht das erste mal, also war das recht schnell erledigt.



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    [IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-15.jpg][IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-16.jpg]
    [IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-2.jpg][IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-3.jpg]



    Nachdem die Pappen runter waren dann die böse Überraschung: Rost in allen Radkästen und an ganz vielen anderen versteckten Stellen. Also direkt neue Radkästen bestellt. Vorne nur die Außenschalen, hinten gleich die ganzen.






    [IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-7.jpg][IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-8.jpg]


    Unterbodenschutz ist größtenteils runter. Kann mir jemand, der schonmal eine Karosse strahlen lassen hat sagen, wie "Unterbodenschutzfrei" die Karosse sein muss? Bekommen die die paar Flecken, die ich jetzt nicht runter gebracht habe noch ab? Wenn ja, wieviel mehraufwand stellt das dar im vergleich zu reinem Lack?




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    Hier sieht man wie an so vielen Stellen, mit wie viel Liebe der Vorbesitzer das Gefährt umlackiert hat: Einfach mit Sprühfarbe auf die Dämmmatte und fertig! Der Dachhimmel wurde genauso umgefärbt.



    [IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-4.jpg][IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/02/thumbs/thumb-17.jpg]




    Nachdem mir jetzt das geballte Wissen des Pappenforums zur Verfügung steht gleich die erste Frage: Diese Federklemmdinger sind in zweifacher Ausführung hinten im Kofferraum an der Rückwand zu finden. Kann mir jemand sagen, was für einen Zweck die erfüllen?




    Als nächste Arbeiten stehen an:
    - Entfernen von Schalldämmung im Fahrerraum
    - Elaskon von der Karosserie kratzen
    - Klemptnerarbeiten an der Karosserie


    Kann mir jemand für die ersten beiden Punkte einen Tipp geben? Die Schalldämmung würde ich wie den Unterbodenschutz mit Heißluftpistole und Spachtel entfernen.
    Das Elaskon würde ich ähnlich angehen und evtl. Rückstände mit Benzin / Silikonentferner wegmachen. Gibt es da eventuell effektivere Möglichkeiten?

  • Schalldämmzeugs würde ich mit meinem Multimaster von Fein entfernen, das Ding ist prima, aber nicht billig. Ob die Masse auf Erwärmung reagiert, kann ich deswegen nicht sagen. Elaskon hingegen kann man gut erwärmen und z.B. mit einem petroleumgetränkten Lappen abwischen. Wenns dicke Schichten sind, nehme ich erst nen Spachtel und dann den Lappen. Den Rest vom Unterbodenschutz könntest Du mit Teerentferner noch beseitigen, sieht aber an sich m.E. schon ganz gut aus. Die Federn halten original die Holzplatte, welche über dem Reserverad liegt und damit den Laderaumboden bildet.
    Willst/kannst Du selbst schweißen? Das Geweih (vulgo vorderer Querträger) hat ja ein ziemliches Loch, da würde ich den Fachmann hinzuziehen.
    Edit: Ach übrigens "reiner Lack" ist das am Unterboden gerade nicht, sondern Tauchgrundierung. Wäre das Stahlgerippe lackiert worden, bevor man die Pappen draufgeklebt hat, hätten wir wesentlich weniger Ärger mit Rost. Aber wie Sie sehen, sehen Sie nichts (vom Rost, solange die Pappen und der UBS nicht ab sind)
    Edit zwei: Bei genauem Hinsehen ist gar kein Loch im Geweih. Glück gehabt.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Marlene ()

  • Das Auto kommt mir irgendwie bekannt vor, kann es sein, dass ich dir vor einiger Zeit mal ne Raststütze für die Heckklappe verkauft habe?


    79er Unis sind lohnende Restaurationobjekte. Viel Spaß und Erfolg, beim Aufbau.

  • Ein toller Einstand im Forum, willkommen hier! :-)


    Ich habe den ganzen Schmodder dran gelassen und die Karosse unbehandelt zum Sandstrahler geschafft.
    War kein Problem.
    Willst du wirklich die kompletten Radkästen hinten neu einsetzen? Das halte ich für übertrieben, Halbschalen außen sollten doch genügen. Aber haben ist besser als brauchen...
    Ja, der sieht nach viel Klempnerarbeit aus.

  • Für einen 79er sieht es doch mit dem Rost gar nicht SO schlimm aus. :thumbup:
    Der Unterboden sollte, so wie er jetzt ist, dem Strahler eigentlich genügen - die UBS-Reste lassen sich mit Nitroverdünnung abwischen, wenn man will. Aber die Masse ist ab, das reicht eigentlich.


    Für eine Cliffgrüne Lackprobe sollte sich hier im Forum ggf. auch jemand finden - dann muß nicht auf den RAL-Ton ausgewichen werden sondern der Lack kann nach Originalvorlage angemischt werden .


    Naja, ansonsten das Übliche eben. Nach dem Strahlen und Grundieren des Gerippes erstmal Lack drauf - und danach dann erst die Pappen wieder 'ran. So kann man dem Rost zukünftig ein Schnippchen schlagen. In Kombination mit einer sinnigen Hohlraumversiegelung.

  • So, dann versuche ich mal alle Fragen zu beantworten


    Marlene : Vielen Dank für die herzliche Begrüßung. Dass hier niemand "niedergemacht" wird ist mir bewusst. Ich bin auch gerne bereit, vorschläge aus dem Forum umzusetzen und meinen Plan zu Ändern. Dafür habe ich auch diesen Thread erstellt.
    So einen Multimaster o. ä. besitze ich leider nicht. Falls die Masse nicht bei Erwärmung zähflüssig wird, werde ich mich mal mit der Flex mit Drahtbürstenaufsatz dran probieren. Ansonsten wirds wieder auf Heißluftpistole und Spachtel rauslaufen.
    Die Schweißarbeiten würde ich gerne selbst durchführen. Ich wollte das Geweih auch tauschen, weil es auf der Beifahrerseite schon recht angegammelt ist (Ein großer Riss und eine riesige Beule) Bevor ich mich da ran traue, werde ich mich aber auf jeden Fall noch genauer in die Materie einlesen. Ich arbeite mich gerade durch "Instandsetzungstechnologie - Karosserie Limo und Universal für Trabant 601" und würde mich auch über Literaturvorschläge von euch freuen. Besonders wie ich die Karosserie bei den Arbeiten an den verschiedenen Teilen abstütze wüsste ich gerne noch genauer. Einen Trick, den ich bei der Restauration eines Minis Abgekupfert habe würde ich auch gerne Anwenden. Ich habe noch einen alten Hilfsrahmen im Keller. An den würde ich Stahlvierkantprofile anschweißen, um ihn an den Stoßdämpferdomen und an den Befestigungslöchern für die Pedale verschrauben zu können. Das alles während er an dem alten Geweih hängt. Danach kann man das neue Geweih an den Hilfsrahmen schrauben und kann sich sicher sein, dass die Ausrichtung passt. Eine Ähnliche Konstruktion lässt sich dann bestimmt auch für die hinteren Radkästen anfertigen. Vielleicht kann mir ein erfahrener Karosserieklemptner hier aus dem Forum sagen, was er von der Idee hält.
    Falls sich die Sache doch als zu groß für mich herausstellt, bräuchte ich einen guten Karosserieklemptner im Raum Augsburg / München, der sich damit auskennt und keine horrenden Preise verlangt.



    Aviator : Ja, da erinnerst du dich richtig. Habe ja damals angekündigt, dass ich das Schätzchen irgendwann im PF einstellen werde. Hier bin ich :D



    Hegautrabi : Die Radkästen hinten sind unten bei der Aufnahme für die Gummi-Schmutzfänger auf ganzer Breite komplett weggegammelt. Da hätte man dann was dran flicken müssen und deshalb habe ich mich dafür entschieden, den ganzen Kasten zu tauschen.



    Deluxe : Der Lack ist schon angemischt und gekauft. Ich hätte auch noch ein paar Stellen an der Karosserie an der man das Cliffgrün recht gut sieht. Aber nachdem die Farbtöne damals ja auch mit unter stark variiert haben, habe ich kein allzu schlechtes Gewissen dabei, einen RAL Ton zu verwenden. Das ist natürlich nicht so original wie möglich, aber nachdem ein speziell angemischter Lack laut dem Lacklieferanten meines Vertrauens ca. vier mal so viel gekostet hätte wie ein RAL Ton hab ich mich dann für die RAL-Variante entschieden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von fan4tix ()

  • O je, in der Tat, das Geweih sieht doch übel aus. Ich hatte das dunkle erst für UBS gehalten, ist aber ein Loch. Respekt, daß Du das selbst schweißen willst! Ich habe mich gerade an zwei Abdeckblechen (das sind die vorderen Motorraumecken) versucht und das war schon für den Laien eine Herausforderung. Das Geweih ist garantiert eine ganz andere Hausnummer!

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Hallo, da bin ich wieder.
    Nach dem Urlaub wurde die Karosserie heute mit dem Winkelschleifer und Drahtbürste massiert, um die Schweißpunkte und nähte frei zu legen und weitere Rostherde zu finden. Dabei sind mir etwas seltsames aufgefallen. Die Schweißnaht, die den Querträger mit dem mittleren Längsträger verbindet, sieht sehr schlecht gemacht aus und ist wahrscheinlich deswegen auch auf voller Länge gerissen (sieht man auf dem Foto nicht so gut, ist aber so ^^).
    Kann es sein, dass das ab Werk so war oder hat mein Trabi eventuell schon mehr als ein Geweih in seinem Leben gehabt?



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  • Das ist eine ganz typische Schwachstelle die gerne reisst. Hier wurde einfach nur nachgeschweisst.
    Richtig ist es, dort zur Entlastung eine Lasche drüber zu schweissen.

  • Das blöde ist nur, dass viele diese Lasche nutzen, um Durchrostungen zu kaschieren. Daher hätte ich immer "Bauchschmerzen" wenn ich sowas unterm Auto sehe. Da ist mir die Schweißnaht lieber, dann sehe ich gleich, dass dort Originalblech noch vorhanden ist. Ich habe beim Einschweißen von dem neuen Geweih auch keine Lasche drüber geschweißt, sondern die Verstärkung innen dran gesetzt. Somit ist es auch verstärkt, sieht aber von außen "normal" aus.


    Ralle

    wenn's gekracht hat.... RS Sachverständigenbüro Göttingen


    ...wir bringen ihr Auto ins rollen... RS Automobile Göttingen

  • Nabend,


    schöner Wagen. Auch in gelb.
    Nach so etwas habe ich lange gesucht. Dann ist es ne Limo geworden. Und ich denke auch du wirst ihn so schnell nicht wieder abgeben :D


    Das kratzen geht am besten immer Kalt. Flex mit Drahtbürste auf 1/3 Geschwindigkeit geht für kanten recht gut.
    Ansonsten sind CSD Scheiben mein niedriger Drehzahl am Optimalsten. (


    Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht in Sachen preis Leistung (Barkas Komplett): http://www.schleifmeister.de/R…ex-SCHWARZ-klassisch.html


    Die ganze sache mit dem Schweißen und Tauschen von ganzen Baugruppen wie Schwellern und Fensterrahmen habe ich jetzt 2 mal durch. Und trotz Meistertitel im Metallhandwerk und einigen Schrauberjahren war das doch sehr lehrreich.
    Also nimm dir zeit! Mach keine Termine fest. Sauberkeit und ein guter Plan sind bei diesen Arbeiten Pflicht. Sonst wird es nicht fachgerecht.


    Wie sieht es mit Schweißkenntnissen aus ? Schweißgerät ?


    Wenn ich das so sehe könnte ich gleich wieder loslegen :)


    Gruß Sascha

  • Hallo zusammen,
    nachdem endlich dieser lästige Urlaub vorbei ist und einige andere Baustellen fürs erste erledigt sind, war in den letzten Wochen wieder Zeit um am Trabi zu arbeiten.
    Die Trägergruppe und Einstiege sind getauscht, bleiben noch die Radkästen und die Front. Mit den Radkästen habe ich momentan noch Probleme. Habe mich nach erneuter Begutachtung des Schadens sowohl vorne als auch hinten für Halbschalen entschieden.
    Jetzt sind eben diese Halbschalen aber nicht wie der Großteil der Karosserie gepunktet, sondern mit einer durchgezogenen Naht mit der anderen Radkastenhälfte verschweißt. Gibt es einen Trick, wie man die Halbschalen am besten raustrennt, oder hilft da nur gezieltes Arbeiten mit dem Winkelschleifer?
    Mich würde dann natürlich auch noch interessieren, wie die neue Halbschale wieder mit der inneren Hälfte zu verschweißen ist. Ich hätte das auch gepunktet, aber ich denke es wird schon seinen Grund haben, dass diese stelle durchgehen verschweißt wurde. Wäre super, wenn mir da jemand mit Erfahrung in dem Bereich helfen könnte.


    [IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/04/thumbs/thumb-1.jpg][IMG:http://fan4tix.de/gelbe_gefahr/04/thumbs/thumb-2.jpg]


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    Der Ripper : Danke für die Tips, werde ich bei der Masse auf dem Fußboden im Innenraum mal ausprobieren.
    Erfahrungen im Schweißen hatte ich schon vorher, nur mit Dünnblech habe ich noch nicht viel gemacht. Einen Meistertitel im Metallhandwerk kann ich natürlich nicht vorweisen, aber ich bin mit den Ergebnissen bis jetzt durchaus zufrieden. Als Schweißgerät verwende ich einen günstigen MIG / E-Hand - Kombi Inverter aus Fernost. Sicher nicht optimal, hat aber bis jetzt sehr gute Dienste geleistet.

  • Hast du die Karosse versteift, vor dem Arbeiten am Geweih? Bzw ausgemessen wo du das Neue einsetzt?


    Grüße, Tom

    "Nicht alles Braune auf der Welt ist Schokoladeneis."

    (Computer Sam in Jonas-Der letzte Detektiv)

  • Nochwas zu dem Stoß, das ist eine Rollschweissnaht.
    Die bekommst du nicht so einfach auf, hefte deine zurechtgeschnittene Halbschale einfach daneben an.

  • Vielen Dank für die Antworten!


    Crazy-Kaktus : Bei den Arbeiten am Geweih lag die Karosse permanent auf der Seite und nachdem immer nur einzelne Teile der Trägergruppe ersetzt wurden und bei sämtlichen Quellen, die ich zu rate gezogen habe, nichts versteift wurde, habe ich von dem ursprünglichen Plan, einige versteifungsstreben einzuschweißen abgesehen.


    Hegautrabi : An den innenliegenden Teilen der Trägergruppe ist der Transportlack auch ab, nachdem die Karosse aber nach den Schweißarbeiten nochmal gestrahlt wird, habe ich mir das entlacken der restlichen stellen erspart. Der Fleckenteppich aus Rostschutzlack dient natürlich auch nur dem temporären Rostschutz und wird natürlich nach dem Strahlen durch eine anständige Grundierung ersetzt.
    Die Halbschale einfach an die alte anzuheften hört sich für mich ein bisschen nach Pfusch an, weil dann nur noch eine Überlappung mehr entsteht, an der es rosten kann. Gibt es sicher keine elegantere Lösung? Für hinten hätte ich sowohl halbschalen als auch komplette Radkästen da. Mir wäre es fast den Aufwand wert, die ganz zu tauschen, wenn es dafür dann vernünftig gemacht ist.