Grundhafte Instandsetzung eines 1987er Versehrten-Universal

  • Hier möchte ich die Arbeiten mal gebündelt in einem eigenen Thread darstellen.


    Was bisher geschah:


    Der Uni stammt aus einer Hobbyauflösung in Heroldsberg bei Nürnberg. Ein Freund fand ihn dort und hielt ihn für würdig, ihn mitzunehmen.
    Das Fahrzeug war teilzerlegt, es fanden sich aber fast alle Teile noch an. Originaler Motor und Getriebe, die speziellen Sitze, es fehlt nur die Abdeckung der Fußmulde hinten und die Sitzverbreiterung auf der Beifahrerseite.
    Der Allgemeinzustand war überraschend gut, irgendwann wurde mal der Frontscheibenrahmen rechts bis auf das Blech abgeschliffen und dann die Arbeiten eingestellt. Deshalb war der fürchterlich verrostet und schreckte vermutlich andere Interessenten ab. Unfallschäden sind keine bekannt.
    Auch nach der Demontage der Kotflügel zeigten sich kaum Rostschäden, nach dem Sandstrahlen mussten nur rechts Schweller und Einstieg, sowie eine hintere Viertelschale ersetzt werden. Der Frontscheibenrahmen auch, hier blieb das Innenteil am Auto, nur der äussere Rahmen wurde neu eingepunktet.
    Der Sandstrahler grundierte die Karosse und die Blech-Anbauteile auch, somit konnte das dann alles ziemlich zügig vorlackiert werden. Wir entschhieden uns gegen das originale Delphingrau und für ein schönes Monsungelb.
    Da das originale Dach mit einem Glaskippdach versehen wurde, musste eine andere Dachhaut her. Diese und die Motorhaube sind die einzigen Teile die nach dem Vorlackieren nicht mehr angebracht wurden. Alles andere sind die ursprünglichen Teile.
    Vor dem Beplanken habe ich mal ein paar markante Details der V9-Ausstattung fotografiert, die Karossen wurden in Meerane speziell als Versehrtenausführung gebaut und basieren auf dem Standard.
    Trotzdem gab es einen Scheibenwischer für die Heckscheibe mit Wascheinrichtung, aber kurioserweise keine Heckscheibenheizung. Das Armaturenbrett ist wohl auch das des "S" um den Schalter für den Heckwischer unterzubringen. Wer etwas anderes weiß, möge mich bitte berichtigen.
    Vermutlich gab es auch für die Frontscheibe eine elektrische Waschanlagenpumpe, sicher bin ich mir aber auch da nicht.
    Um den Kraftstoffvorrat besser einschätzen zu können erhielten die ersten Versehrtenkombis eine analoge Tankanzeige, mit der Einführung der KMVA bei allen Modellen, dann das Instrument des KX. Also mit Reserve-LED.
    Aktuell steht das Häuschen bei mir und wartet auf den Lackiertermin, sobald es weiter geht ergänze ich hier.

  • Gefällt mir sehr. Autos die in irgend einer Form von der breiten Masse abweichen, so wie dieser, sind immer interessant. Bin gespannt, wie es hier weiter geht. Die Farbe ist der Hammer.
    Gruß Steven

  • Danke, das kenne ich. Leider ist das aus der Anfangszeit der Produktion der Autos, ob das Ende 1987 noch alles so war?
    Aber der vordere Wascher ist erwähnt, das stimmt und auch die Armaturentafel ist hier nicht die des Standard. :-)

  • Die haben auf dem Titel/Rücktitel ein anderes Auto fotografiert als im Artikel selber. Bei den Farbfotos mit Standard-Instrumententafel, innen nicht.


    Was ich noch da hätte wäre die komplette Dokumentation zu einem 89er Versehrtenkombi. Mit Gutachten der Sozialversicherung und allem Drum und Dran. Und auch eine nagelneue Abdeckung für die Fußmulde steht noch bei mir - als Muster für die Maße jederzeit zu gebrauchen.

  • Fein, die Abdeckung der Mulde interessiert mich. Könntest du eine Pappschablone davon anfertigen? Erwerben wäre natürlich auch eine prima Möglichkeit für mich. :-)
    Du meinst, die hatten die Standard-AT?

  • Ich bin vorausichtlich am Donnerstag wieder im Außenlager, da gucke ich nach.


    Der 89er, von dem ich oben sprach, hat auch das Sonderwunsch-Armaturenbrett. Ich gehe mal davon aus, daß man es damit auch entweder nicht so genau nahm oder einfach aufgrund der Schalterumstellung auf die Kippschalter irgendwann doch die neuere Version eingebaut hat.


    Die Bilder taugen zwar nicht viel, aber man weiß was gemeint ist:




    Der firmiert offiziell auch als Standard, hat aber vielerlei Sonderwunsch-Einbauten. Innenverkleidungen usw. Ziemlicher Mischmasch.

  • Super!
    Die Druckstange für die Bremse brauche ich auch noch. Das Pedalwerk mit der Kugel konnte ich schon organisieren. Das hatten wohl auch nicht alle.

  • 87er und Monsungelb? Das ist verboten. ;) Beim 4. und 5. Bild sieht das widder total nach Champagner aus. Irgendwie sind die Farben artverwandt ^^


    Aber sieht doch bis jetz alles fein aus.

  • Was hast du gegen einen 87er in monsungelb?
    Als Dachfarbe beim KX/LX gab es die meiner Meinung nach bist zur Wende, als Hauptfarbe nicht?

  • Danke für den Tipp! :-)
    Das ist aber älter, und gehört auch nicht in den Versehrtenuni. Die haben einen Gasgriff wie an der MZ und können mit dem Hebel dann auch noch bremsen.

  • Das ist aber älter, und gehört auch nicht in den Versehrtenuni.

    Das kann man aber auch nicht pauschal sagen. Sicher passt es nicht zum Baujahr.


    Aber zum Thema VersehrtenUni: Mein Großonkel hatte einen aus den frühen 1970ern. Er hatte kein rechtes Bein. Der Trabi war folgendermaßen angepasst: Rechts an der Lenksäule ein Hebel für das Handgas; zwischen Fahrer und Beifahrer ein Krückstock, mit dem man über eine Hebelage das Bremspedal bedient.


    Also, ich wäre jetzt geplättet, wenn der Mann den Wagen selbst so umgebaut hätte. Obwohl ich es ihm zugetreut hätte. Nee, bin mir fast sicher dass es eine damals gängige Versehrtenausführung war.


    Gruß Steffen

  • Mal immer langsam...


    Die Versehrtenausstattung hatte ab Werk nie Handgas. Diese Einbauten hat Sachsenring Zwickau bzw. KWM Meerane nicht selbst erledigt - die haben nur die Ausstattungsdetails beigesteuert. Das wurde immer nachträglich in Spezialwerkstätten gemacht - und zwar so wie Hegau oben schrieb mit Gasdrehgriff à la Motorrad an einem Hebelgestänge, das bei Druck zusätzlich auf's Bremspedal wirkte.



    Der Umbau auf Handgas erfolgte in den Werkstätten aber sehr wohl auch bei Neuwagen noch bevor die Kunden dieses Autos bekamen - das ging dann alles über die SVK.


    Dieser recht alte Handgas-Nachrüstsatz aus dem Zubehörhandel ist wieder etwas ganz anderes. Den gab es eben als Zubehör - so als Urgroßvater des Tempomats zur Fixierung einer Gasstellung per Handhebel.

  • Es gibt Neuigkeiiten...


    Heute konnte ich die Karosse vom Lackierer abholen und habe sie gleich gesandert.
    Alle Anbauteile sind erst morgen fertig, da muss der Kocher dann noch mal angeworfen werden. Aber das Häuschen geht morgen gleich nach Roßtal, auf dem Weg nach NP. :-)