Merkwürdige Geräusche aus dem Motorraum und andere Kuriositäten

  • Hallihallo,


    bevor ich zum Thema komme, möchte ich mir kurz vorstellen. Ich habe zwar gesucht, aber keinen passenden Vorstellungsthread gefunden, darum mach ich das hier ganz kurz. Aaaalso..meine Freundin und ich haben Uns vor zwei Monaten Unseren ersten Trabant gekauft weil Wir ein schrauberfreundliches Alltagsauto mit Seltenheitswert und Umweltzonentauglichkeit gesucht haben. Da Wir Schwalbefahrer sind hat und sie immer einen Mini wollte hab ich Ihr den Trabi vorgeschlagen und nun fahren Wir mit einem cliffgrünen 601S DeLuxe von 79 durch die Voreifel 8o Ob DeLuxe oder nicht hat sich der ein oder andere Ostalgiker schon den Kopf drüber zerbrochen, steht zumindest drauf und da ich die genauen Ausstattungsvarianten bleibts wohl ein Geheimnis, das höchstens der erste von den insgesamt 6 Vorbesitzern klären kann.



    So viel dazu, nun zu meinem Problem:


    Es geht hauptsächlich um ein (wie ich es beschreiben würde) "Schlagen", welches in jedem Gang, bei jeder Geschwindigkeit und lediglich wenn das Fahrzeug in Bewegung ist, auftritt. Das Geräusch kommt aus dem Motorraum, ich tendiere zur rechten Seite in Fahrtrichtung, beschwören würde ich es aber nicht. Am Anfang dachte ich, da baumelt vielleicht ein Relais (Blinker, etc. [auch wenn's auf der linken Seite sitzt]), welches ständig gegen die Spritzwand oder so schlägt, aber das war's nicht.


    Mittlerweile habe ich den gesamten Motorraum von oben und unten (auf der Grube) überprüft und meine Trabant-Unerfahrenen Augen, sowie mein Oldtimer restaurierender Vater und Werkstattkollegen haben außer ausgeschlagen aussehenden Fahrwerksbuchsen keine Auffälligkeiten feststellen können. Klar, ein wenig Ölschwitzen hier, angegammelte Blattfeder da und die Antriebswellen machen den Eindruck, als klackte da ganz leicht etwas wenn man sie von Hand dreht. Radlager fanden wir aber in Ordnung und wir konnten das Geräusch leider nicht reproduzieren.


    Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass das Geräusch über die Tage sogar etwas lauter geworden ist und dass es mit zunehmender Fahrzeit öfter auftritt. Mindestens einmal pro Minute klackerts und klopft es; heute morgen hatte ich fast das Gefühl, es war eher reibend, so grisselig, als käme ein sich drehendes Teil ab und zu an etwas dran, was da nicht sein sollte.


    Ein Trabi-Kumpel hat den Gebläselüfter überprüft, weil ich dachte, da schlägt vielleicht was, oder das Lager ist fritte - "leider" auch Fehlanzeige. Mein Vater meinte, das kann natürlich auch irgendwas doofes sein, von den wackelig sitzenden, schwarzen Sachsenring Radkappen die über die Nabe kommen bis hin zum Scheibenwischermotor hab ich überlegt, was da lose sein und rappeln könnte, aber mir fällt nicht mehr viel ein. Sogar die Antenne hab ich angeknallt weil die immer so wild im Wind gewackelt hat, aber langsam werd ich glaub ich auch ein bisschen paranoid.


    Ihr seht also: Ich weiß nicht, was dieses Geräusch verursacht und hoffe natürlich innigst, dass es nicht vom Motor (sprich Getriebe, Kupplung, etc.) kommt. Ich musste leider schon einiges von Metallteilen, die am Kupplungskorb geschäuert haben, groben Spähnen im Getriebeöl und anderem Krempel lesen, der den Motor noch lauter hat werden lassen. Wenn ihr glaubt dass das hilft, kann ich auch gerne mal ein Video mit Ton (^^) machen auf dem man das nervige Geräusch hoffentlich hört.



    Ich würde mich jedenfalls sehr über Hilfe von euch freuen, damit ich in Zukunft nicht mit Angst um TrabTrab fahren muss.


    Danke schonmal im Voraus und viele Grüße,
    Jason



    PS: Da ich mir echt Sorgen wegen der Akustik mache, betrachte ich sich nicht mehr von alleine abstellende Scheibenwischer welche konstant an die Windschutzscheibendichtung hämmern und ein nicht mehr maßgetreues Motorhitzeschutz/Luftleitblech, welches mir den Chokezug total verstellt hat als nebensächlich. Wer möchte, kann mir dazu aber auch ein paar Tipps geben, wären dann ein paar Baustellen weniger :)

  • Willkommen!
    Soviel Text... und in der Tat, ein Bild (mit Ton) dürfte hier mehr sagen als 1000 Worte. Ein Geräusch, das alle Minute einmal auftritt, ist schon seltsam... Und Wenn Dein Kühlluftgehäuse derart verbogen ist, daß es Probleme mit dem Chokezug (oder ist es nicht eher der Gaszug?) gibt, wäre vielleicht überhaupt mal ne Grundüberholung sinnvoll. Übrigens: Die Scheibenwischer (wenn es noch die alten von 1979 sind) kann man völlig unproblematisch so auf der Wischerachse verdrehen, daß sie nicht ans Gummi hauen. Einfach die Schlitzschraube lösen, Arm verdrehen - paßt. Scharniergelenke machen auch Geräusche, vor allem, wenn sie ausgeschlagen bzw. nicht gefettet sind.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

    Edited once, last by Marlene ().

  • Hi Marlene,


    also ich zitiere mal, dass macht es einfacher:


    Ein Geräusch, das alle Minute einmal auftritt, ist schon seltsam... Und Wenn Dein Kühlluftgehäuse derart verbogen ist, daß es Probleme mit dem Chokezug (oder ist es nicht eher der Gaszug?) gibt, wäre vielleicht überhaupt mal ne Grundüberholung sinnvoll.


    Also die Sache mit dem Blech schätze ich eher als falsch wieder zusammen gebaut ein, weil es eben so verzogen war, dass die Schraubenlöcher nicht mehr ganz gepasst haben. Ich werd's also wohl oder übel nochmal ausbauen und zurechtbiegen bzw. austauschen müssen und den Zug dann neu einstellen. Ich dachte auch erst, es sei der Gaszug, aber der vom Choke ist doch eigentlich an diesem Blech eingehangen und nicht anders herum, oder ? Der Zug betätigt jedenfalls den Mechanismus mit der rot plombierten Madenschraube zur Anschlagverstellung. Hier wird das Problem liegen.



    Übrigens: Die Scheibenwischer (wenn es noch die alten von 1979 sind) kann man völlig unproblematisch so auf der Wischerachse verdrehen, daß sie nicht ans Gummi hauen. Einfach die Schlitzschraube lösen, Arm verdrehen - paßt.


    Das doofe ist, dass ein Scheibenwischer ausgenudelt ist und von alleine wieder in seine alte, zu weit an der Windschutzscheibe befindlichen, Position zurückspringt. Der andere ließ sich zwar einstellen, aber beide klopfen auf die Dichtung, als würde der kaputte den deutlich höher eingestellten mitziehen. Schlimmer find ich's aber bald, dass die Dinger meist erst aus gehen wenn ich stehe, weil die Spannung dann abfällt. Ob da der Schalter hin ist ? Gibts da Richtwerte zum Durchmessen ?



    Scharniergelenke machen auch Geräusche, vor allem, wenn sie ausgeschlagen bzw. nicht gefettet sind.


    Da geb ich dir natürlich Recht. Ich finds in der Hinsicht halt nur komisch, dass das Geräusch auch bei frisch geteerter Straße auftritt, wenn man keine Unebenheit spürt. Dass das Fahrwerk beantsprucht wird ist mir klar, die Buchsen und Gummiteile werd ich natürlich auch wechseln, aber immerhin der Schmierplan schien eingehalten worden zu sein und ich hab auch alle Schmiernippel benutzt um den Kram mal ordentlich zu fetten.


    Naja, ich hoffe natürlich dass es eher "sowas" ist, als den Motor auseinander nehmen (lassen) zu müssen. Kupplungsautomat mit allem drum und dran (so sagte mir der Vorbesitzer) ist vor 9 Jahren neu gekommen, aber das sagt wohl nicht mehr viel über Zustan solcher Teile aus, oder ?



    Wie auch immer, morgen folgt hier das Video, damit könnt ihr vielleicht mehr anfangen.



    Viele Grüße,
    Jason

  • Hallo Jason,
    Glückwunsch zu eurer Neuerwerbung. Gute Entscheidung. Zu deiner Beanstandung: Kannst du Beschreiben wann das Geräusch auftritt? Kann es sein, bei jedem Gangwechsel sowie wenn du einen Lastwechsel provozierst. Also im Schub- Zugwechsel? Wenn ja, checke die Getriebeaufhängung, Gummilager und Anschlusswinkel am Getriebe. Sitzt hinten an der Spritzwand. Melde dich nochmal. Beste Grüße Klaus

  • Bilder, bitte... Der Chokezug ist nicht am Kühlluftgehäuse geführt; der Zug, welcher vorne durch eine geschlitzte Schraube mit Kontermutter läuft, ist der Gaszug. Hier mal aus dem 1979er WHIMS von http://trabitechnik.com/index.php?page=42&lang=de&page_number=2 Der obere ist der Gaszug, der untere der Chokezug.
    [Blocked Image: http://trabitechnik.com/index.php?page=42&lang=de&page_number=2][Blocked Image: http://trabitechnik.com/index.php?page=42&lang=de&page_number=2]
    [Blocked Image: http://trabitechnik.com/images/whims1/2-13.jpg]
    [Blocked Image: http://trabitechnik.com/index.php?page=42&lang=de&page_number=2]

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Ich dachte auch erst, es sei der Gaszug, aber der vom Choke ist doch eigentlich an diesem Blech eingehangen


    mit Blech könnte hier tatsächlich der Gegenhalter für den Gaszug gemeint sein

    Der Zug betätigt jedenfalls den Mechanismus mit der rot plombierten Madenschraube zur Anschlagverstellung


    da hier von Madenschraube die Rede ist, wirst du @Jats wohl doch den Gaszug meinen, oder? Der Drosselklappenhebel stützt sich (beim H1-1, der hier in den 79er offenbar nachträglich reingekommen ist) tatsächlich an einer mit rotem Lack versehenen Madenschraube ab. Das ist aber keine Einstellschraube, sondern verhindert nur, daß die Drosselklappe klemmt in der Nullstellung.
    Der Choke-Mechanismus wiederum hat auch eine rot plombierte Anschlagschraube, das ist aber keine Madenschraube.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Hallo ihr,


    oha jetzt habe ich alle eure Beiträge mehrmals durchgelesen aber bin immer noch etwas verwirrt, welcher Zug was ist. Bilder sind unten verlinkt - ich hab halt vermutet, dass es der Chokezug war, weil sich beim Gasgeben nichts verändert hat, der Motor aber sofort aufheult, wenn ich den Choke nur einen Viertel rausziehe.



    Da ich heute aufgrund des bescheidenen Wetters leider nicht zum Fahren gekommen bin, gibt es erstmal kein Video, aber ich kann nochmal was zum Auftreten dessen sagen: Es ist wie gesagt nur zu hören, wenn der Trabi sich bewegt. Das heißt, ganz selten höre ich es sogar schon beim Anfahren - sobald sich die "Masse" also in Bewegung setzt und Gewicht sich verlagert. Lastwechsel spielen dabei eigentlich keine Rolle, weder vor noch nach dem Schalten ist das Geräusch öfter oder weniger oft zu hören. Auch beim Auskuppeln oder im Leer- bzw. Freilauf ist es da.


    Am meisten wird es hörbar wenn ich halt nen Berg runterrolle; dann ist der Motor ja recht leise und man hört es "klopfen". Kurz vor'm Anhalten schein das Geräusch dann manchmal in der Verbindung mit dem Bremsen aufzutreten..ich habe das Gefühl, dass ich durch das Bremsen (also abbremsen der "Masse") eine Gewichtsverlagerung erzeuge welche das Geräusch erzeugt - so, wie wenn der Beifahrersitz ein wenig nach vorne rutscht, wenn er unbesetzt ist.


    Die Motorlager sahen EIGENTLICH gut aus, bin mir aber nicht sicher ob ich auch alle gesehen habe, da ich mich in der Grube eher auf Fahrwerk und alles konzentriert habe, was ich eben nur im aufgebockten Zustand kontrollieren kann.



    Sobald das Wetter es zulässt, schaue ich mir die Lager nochmal an und ein Video folgt hoffentlich in Kürze.


    Viele Grüße,
    Jason

  • So weit sieht alles wie üblich aus. Der hellbraune ist der Chokezug und der schwarze der Gaszug.


    Allerdings sieht mir die Anschlagschraube für den Choke (rote Markierung) etwas sehr weit reingedreht raus. Vermutlich wollte jemand (wie so oft) das Standgas damit regulieren, wofür die Schraube aber so gar nicht geeignet ist. Das erklärt auch, warum der Motor sofort aufheult, wenn du den Choke ziehst. Der Vergaser sollte am besten komplett neu eingestellt werden.


    Und das Kühlluftgehäuse scheint wirklich sehr schlecht zu sitzen. Der Gaszug und sein Widerlager (blaue Markierung) fluchten ja überhaupt nicht, was der Lebensdauer des Gaszugs garantiert nicht zuträglich sein wird.

  • Zu dem geschriebenem von Gunnar noch eine kurze Erläuterung bezüglich der falsch eingestellten Anschlagschraube (roter Kringel):
    http://www.trabantclub.de/vergaser/
    Siehe Bild M10
    Um den Drosselklappenspalt mit dieser Anschlagschraube vernünftig einstellen zu können, muss der Vergaser raus.


    Zu dem sporadischen Klack-Geräusch; liegt irgendwas loses im Auto? Purzelt was im Kofferraum rum, auch unter den Sitzen?
    Es gab auch schon "rollfähige" Fremdkörper in Längs- und Querträgern, die einem bei der Suche nach dem "Klack"/"Rappel" schier den Verstand rauben können.
    EDIT: Die Ursache für diffuse Geräusche muss nicht immer aus der Stelle kommen, wo man sie glaubt zu hören.


    LG

    -> --> 26 Jahre <-- <--

    Bayrischer Trabant Club


    ES GIBT NUR WENIGE DUMME FRAGEN, ABER VERDAMMT VIELE DUMME ANTWORTEN !

    Edited once, last by Duesentrieb ().

  • Nur so am Rande, der Vergaser gehört nicht zu einem 79er Trabant sondern ist viel neuerer und ein sogenannter Sparvergaser. Passende Lektüre dazu findest du hier: http://www.2takter.de/vergaser/


    Motorlager kann man gut prüfen wenn einer Gas gibt und vorsichtig die Kupplung kommen lässt (1. und Rückwärtsgang bei angezogener Bremse) und man die Motorlage dabei überprüft.


    Mache auch mal ein Video von den Scheibenwischern, dann sehen wir genaueres.



    PS: Glückwunsch zur Entscheidung Trabant :-)

  • Hallo an alle,


    also zuerst zum Vergaser:


    1. Das ist ein Sparvergaser ? 8| Woran erkenne ich das ? Davon hat der Vorbesitzer überhaupt nichts erwähnt. Bei meinen Recherchen habe ich vorher glaub ich rausgelesen, dass dieser nicht überall beliebt ist, weil er nicht nur die Motorleistung, sondern auch Anspringverhalten und Winterbetrieb verschlechtert. Stimmt das ? Einstellen werde ich ihn dann natürlich, aber wie sieht das mit dem Blech aus ? Die Flucht kann ich ja wieder richten, aber das gesamte Blech ist halt hier und da etwas eingedellt - "lohnt" sich da der Neukauf ? Ich befürchte dass gebrauchte ähnlich aussehen könnten.


    2. Das Geräusch habe ich bei einer spontanen Fahrt gestern abend nicht hören können, vielleicht lags aber auch an den Wischern die die Frontscheibendichtung verprügelt haben. Wie viele Trabantfahler mit Sicherheit auch, habe ich vorne in Fahrtrichtung rechts neben dem Tank eine Dose Zweitaktöl mit Messebecher liegen. Die hab ich auch schon nach hinten gepackt, hat aber leider nichts gebracht. Kofferraum, hmm..da liegen neben Warndreieck, Werkzeugkasten und ner Decke nicht viele Dinge rum, aber ich kann sie natürlich mal so fixieren, dass sie sich absolut nicht mehr bewegen können.


    3. Video vom Scheibenwischer kann ich machen, aktuell regnet es jedoch glücklicherweise nicht, daher kann es natürlich sein dass sie anders reagieren als sonst. Aber das werde ich gleich sehen, wenn Wir zur Eisdiele fahren und Uns ein paar große Portionen für den halben Preis holen :D



    Melde mich gleich wieder mit einem Video, bis gleich!

  • Das wäre z.B. kein Sparvergaser. Unterschied erkannt? ;)
    http://hatgelitten.com/ownstuff/IMAG0714.jpg


    Ein schlecht eingestellter Vergaser beeinflußt den Motorlauf immer negativ - egal ob Sparvergaser oder Blockvergaser.

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  • Hallo,


    bitte entschuldigt die längere Abwesenheit und späte Antwort.
    Ich kann es selbst noch nicht glauben, aber "das Geräusch" ist genau so plötzlich wieder verschwunden wie es auch aufgetreten ist. Bei jeder Fahrt wollte ich das Klappern aufzeichnen, aber nichts tut sich mehr. Habe nochmal alles mögliche untersucht, Motorlager ebenfalls, aber auch nichts gefunden. Was auch immer es war..jetzt ist es weg.


    Lediglich die Scheibenweischer Sache bleibt. Hier mal ein Video dazu:
    https://www.youtube.com/watch?v=NcNPFxc2FcA


    Dazu sind mir heute zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Abblendfäden der Bilux durchgebrannt. Dieses Mal sogar auf beiden Seiten gleichzeitig. Hab gerade etwas beschleunigt als ich nen Berg hochgefahren bin und konnte praktisch zusehen wie das Licht dunkler wurde und dann komplett weg war. Kabel, Stecker und Kunststoffsockel der Birne sehen gut aus. Ist das die normale Anfälligkeit der 6V Anlage oder was anderes ?



    Achja und leider gibts nochwas neues: Vor allem seitdem es in den letzten Tagen etwas kälter geworden ist (wobei's heute wieder 14°C sind) höre ich alle zwei, drei Kilometer (bis jetzt ausschließlich während der Fahrt) mal nen Zündaussetzer (wie ein dumpfes "Zischen" oder "Pitschen"). Der gute Trabi macht dann einen ganz kleinen Ruck und das war's auch schon. Es können eigentlich keine Fehlzündungen sein, da es weder heftig und laut knallt oder ähnliches. Leistung ist praktisch unverändert, nur die Aussetzer sind hör- und spürbar.


    Zündspulen sehen sehr neu aus, Regler ist 6 Jahre alt. 240er Isolator-Kerzen sind gestern neue reingekommen, leider keine Veränderung. Wollte jetzt die Zündkerzenstecker plus Kabel austauschen, bin mir aber nicht ganz sicher ob ich die Silikonkabel mit Kohlefaser und NGK-Stecker oder die "normalen" Blechstecker mit Kupferleitung nehmen soll. Was würdet ihr sagen ?


    Von den Kabeln abgesehen hätte ich als nächstes natürlich den Zündzeitpunkt und Unterbrecher überprüft, würde das aber gerne machen wenn ich die Reifen wechsel, dann ist das ein Abwasch.



    Sorry für den langen Text und viele Grüße,
    Jason

  • Das schnelle Durchbrennen der Birnen ist nicht normal. Ich würde mal die Reglerspannung prüfen. Übrigens ist eine zu hohe Bordspannung auch nicht gut für die Zündspulen. Zündaussetzer "knallen" auch nicht, sondern äußern sich so, wie von Dir beschrieben. Hier würde ich in jedem Fall die Unterbrecher auf korrekten Abstand, Zustand der Kontaktflächen und Anschlüsse prüfen. Außerdem die Verkabelung an sich, villeicht ist was durchgescheuert. Mit Silikonkabeln wird das Problem eher nicht verschwinden. Die originalen Kabel und Stecker funktionieren jedenfalls einwandfrei, wenn alles intakt ist.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Das schnelle Durchbrennen der Birnen ist nicht normal. Ich würde mal die Reglerspannung prüfen. Übrigens ist eine zu hohe Bordspannung auch nicht gut für die Zündspulen.


    Hmm, das hatte ich befürchtet. Werde mal schauen, dass ich die Spannung gemessen bekomme. Ich denke mal, du meinst, ich soll die Ausgangsspannung bei angelassenem Motor im Stand überprüfen. Gibt es Soll- oder Orientierungswerte ? Und ist es nicht komisch, dass dann nur die Scheinwerfer durchknallen und nicht zuerst die Sicherungen oder andere Birnchen ?


    Zündaussetzer "knallen" auch nicht, sondern äußern sich so, wie von Dir beschrieben.


    Das "knallen" war auch auf Fehlzündungen bezogen, aber da lag ich ja wohl richtig mit der Vermutung. Das heißt, ich überprüfe Unterbrecherkontakt und Verkabelung. Augenscheinlich ist zwar alles in Ordnung, aber man weiß ja nie. Wie siehts mit den Kondensatoren aus, sind die für den Trabant besser als die Billig-Dinger mit denen Schwalbenfahrer zu kämpfen haben ?

  • Originale Kondensatoren sind auf jeden Fall besser als die Nachbaudinger ... zumindest wenn die Nachbaudinger immer noch vom gleichen Hersteller kommen wie vor Jahreen, als ich die mal verbaut hatte und aller 300km wechseln durfte...

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  • Ich bin jetzt nicht der Elektrotechniker (aber Stromkreis hatte ich in der Schule, kleiner Insider ausm Nachbarforum). Die Sicherungen brennen durch, wenn die Stromstärke zu hoch wird. Die Birnen brennen durch, wenn die Spannung zu hoch wird. Nach dem Gesetz U=R x I nimmt die Stromstärke ab, wenn die Spannung steigt. An den Sicherungen merkst Du es also nicht. Wie die Reglerspannung gemessen wird, ist z.B. im Reparaturhandbuch 1978 beschrieben http://trabitechnik.com/index.php?lang=de&page=44&page_number=10#6.3.2. Lichtmaschine und Regler %C3%BCberpr%C3%BCfen, Abschnitt 6.3.2. Du mußt natürlich die Spannung auch bei Drehzahlen über Leerlauf messen, sonst gibt es kein vernünftiges Bild. Hilfreich ist auch das Buch "Ratgeber Kfz-Elektrik" vom VEB Transpress.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Nun ... sagen wir mal so, die Verbraucher haben in ihrem jeweiligen Betriebsbereich einen verhältnismäßig gleichbleibenden Widerstand (mal abgesehen von Heiß- und Kaltleitereigenschaften). Steigt die Spannung, wird also auch mehr Strom durch die Verbraucher knattern. Begründung: die eben von dir angeführte Gesetzmäßigkeit U=R*I. Für (einigermaßen) konstantes R folgt damit I~U. Genau deshalb brennen Lampen bei Überspannung durch, weil die das Mehr an Strom nicht aushalten.


    Ansonsten hast du Recht, bei 6V muß die Reglereinstellung mit ordentlich Drehzahl überprüft werden, weil im Leerlauf die GLM noch nix liefert.

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  • Hallo,


    und die Scheinwerferlampen sind aufgrund der hohen Leistung am empfindlichsten gegen Überspannung.


    Sollwerte würde ich sagen, bei 12V im Bereich 13 bis max. 14V, bei 6V dann 7-7,5V. Bei Drehzahlerhöhungen muss die Spannung größtenteils stabil bleiben, wenn man ein Stück über Leerlaufdrehzahl ist.
    Ansonsten ist der Regler defekt.


    Gemessen wird direkt an den Batterie-Polen.



    Gruß
    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

    Edited once, last by bepone ().

  • Wow, danke für die vielen Antworten.


    Also dann fasse ich zusammen:
    - Die gerade die Scheinwerferbirnchen brennen wegen ihrer hohen Leistung schon bei leicht zu hoher Spannung durch, Sicherungen hingegen wegen zu "viel" Strom (eigentlich logisch, hätte ich auch mal selber nachdenken können :whistling:)
    - Der Regler muss bei erhöhter Drehzahl und beim Erhöhen dieser eine konstante Spannung von etwas mehr als 6, aber nicht mehr als ca. 7,5V abgeben
    - Außerdem sind Nachbaukondensatoren immer noch Mist


    Heißt für mich:
    Ich kontrolliere morgen nochmal alle Verkabelungen, wenn ich Zeit habe die Zündanlage und messe auf jeden Fall die Reglerausgangsspannung nach.



    Dann wünsche ich einen schönen Abend und melde mich hoffentlich morgen wieder.
    Bis dahin und viele Grüße,
    Jason