Trabant läuft mit Trabitronic nur auf einem Zylinder

  • Hallo!


    Ich habe ein etwas kurioses Problem mit meiner neu erworbenen MBZA Typ V. Gestern hatte ich alles nach Anleitung eingebaut und es funktionierte auf Anhieb wunderbar. Doch als ich heute noch einmal die Kabel der MBZA zu den Zündspulen gelöst habe um diese etwas schöner zu verlegen läuft der Trabi nur mehr auf einem Zylinder. Es gibt immer nur die Zündspule einen Funken ab an welcher das weiße 1er Kabel angeschlossen ist.


    Die Zündkabel/Kerzenstecker sind in Ordnung, Zündspulen ebenfalls. Ich habe auch schon andere Zündspulen probeweise eingebaut und die beiden Spulen gegengetauscht. Wenn ich probeweise wieder die alte EBZA anschließe läuft er auch wie gewohnt (natürlich mit etwas zu frühem ZZP) auf beiden Zylindern.
    TTRcom hatte mir nur einen Fehler ausgeworfen (sporadischer Fehler funkentstörung), allerdings ist dieser fehler nach dem löschen nicht mehr aufgetreten.
    Es wirkt fast so, als ob die MBZA die Zündspule, welche am grünen 1er Kabel angeschlossen ist nicht aktviert. Wenn der Motor läuft kann man mit einem Multimeter an der funkenabgebenden Zündspule beobachten, we zwischen Klemme 1 und Masse durchgang an und abgeshaltet wird. An der Zündspule die keinen Funken abgiebt ist kein durchgang zwischen Klemme 1 und Masse vorhanden.


    Ich hoffe jemand von euch weiß Rat! :|

  • Evtl. hast du die Endstufe des anderen Zylinders zerstört

  • Daran habe ich auch schon gedacht, nur halte ich das fast für unmöglich, da ich um auf Nummer sicher zu gehen das Massekabel von der batterie abgeklemmt habebevor ich die kabel von der MBZA zu den Zündspulen gelöst habe.

  • Hast Du evtl. das kurze Verbindungskabel zwischen den Klemmen 15 beider Zuendspulen vergessen? Da kann man sich wundern und wundern und wundern...


    Im schlimmsten Fall hat es einen Endstufentransistor zerschossen. Das laesst sich jedoch reparieren, sofern die Leiterplatte bei der Aktion nicht "gebraten" wurde.


    Welche Zuendspulen verwendest Du?

  • Ne, das kurze 15er kabel ist dran.


    Die Zündspulen sind normale 12V welche serienmäßig in den Trabis mit ebza verbaut sind. Die Nummer habe ich gerade nicht im Kopf, aber auf alle Fälle sind es keine Hochleistungszündspulen. Und, wie gesagt, mit ebza läuft er ja auf 2 Zylindern, also würde ich Fehler ab den Zündspulen ausschließen.


    Gibt es denn eine Möglickeit den Endstufentransistor zu testen?

  • Ganz, ganz sicher keine Bosch-Zuendspulen verbaut? Gib bitte auf jeden Fall die Teilenummer der Spulen durch, nicht dass der Schaden nochmals auftritt!!!


    Den Test hast Du ja schon gemacht. Somit ist eine Endstufe kaputt. Bitte nicht weiter herumprobieren, sonst nimmt - je nachdem wie der Transistor kaputt gegangen ist - evtl. auch noch die Leiterplatte Schaden, und dann kann man das Steuergeraet nur noch wegschmeissen.


    Traust Du Dir die Reparatur selbst zu? Dazu musst Du allerdings schon mal ein bisschen was auf durchkontierten Platinen geloetet (und vor allem entloetet!) haben und darfst nicht zu jenen Menschen gehoeren, die in Sachen Elektronik immer den kleinsten Loetkolben benutzen wollen, dem sie habhaft werden. Und auch die Funktion von Entloetpumpe- und Litze solltest Du kennen. Der Transistor kostet nicht die Welt.


    Andernfalls kannst Du das Steuergeraet auch gern zur Reparatur einschicken. Allerdings sind defekte Endstufentransistoren von der Garantie ausgenommen, da diese nur durch Montagefehler oder falsche/defekte Zuendspulen das zeitliche segnen. Die Reparatur ist aber nicht so teuer, das Postporto Oesterreich<->Deutschland und die Umsatzsteuer sind da die eigentlichen Kostenpositionen.

  • So erstmal ein großes Dankeschön für die Hilfe ^^


    Der Fehler ist wohl gefunden. Eine der beiden Zündspulen ist eine 8352.3/036 vom März 82....keine Ahnung wer auf die Idee gekommen ist die zu verbauen. Aber, zugegeben, es wäre auch ratsam gewesen vor dem Einbau ganz sicher zu gehen, dass es sich um die richtigen Spulen handelt. Aber da kann man nichts machen.
    Die EBZA hat wohl gerade so mit dieser einen Hochleistungszündspule überlebt, die Trabitronic scheint da etwas heikler zu reagieren. Aber zum Glück habe ich noch eine zweite Normalzündspule hier liegen (sind dann beide 8352.101/6 von 11/87 bzw 11/88)


    Die Reparatur stellt eigentlich kein Problem da. Kannst du mir vielleicht eine Bezugsquelle für den verbauten Transistor nennen?

  • Scheibenkleister, aber Hauptsache, der Fehler ist gefunden. Leider ist es so, dass es bei falschen Zuendspulen zum Lotteriespiel wird, ob das ganze (wie lange?) gut geht oder auch nicht. Bei der EBZA ist genau wie bei den aelteren MBZA's noch eine Leistungsendstufe mit Bipolartransistoren verbaut. Diese haben die erfreuliche Eigenschaft, bei zunehmender Waerme den Spannungsfall zu reduzieren und sich damit ein wenig selbst zu schuetzen. Die modernen MOSFET's haben viele Vorteile, aber machen dass mit dem Spannungsfall genau anders herum, weswegen die in solchen Grenzfaellen schneller mal "ueber den Jordan" gehen. Ich habe mich nicht umsonst lange Zeit gegen die FET's gestraeubt, aber insgesamt ueberwiegen inzwischen deren Vorteile bezueglich der Dauerhaltbarkeit des gesamten Steuergeraetes.


    Den Transistor kannst Du per Brief von mir bekommen. Das wird mit Sicherheit guenstiger wie der Einkauf ueber einen Elektronikversender, denn die schicken den immer als Paket...


    Schicke einfach Deine Postanschrift an info@trabiotronic.de und das Teil geht morgen mit raus.


    Wichtig beim Bauteilwechsel:
    - die Transistoren sind vor dem Einloeten elektrostatisch empfindlich (sobald sie eingeloetet sind, werden diese auf der Platine durch die Schaltung geschuetzt). Also bitte waehrend der Loetarbeiten nur Baumwollsachen tragen und bevor die Bauteile angefasst werden, mal an einen Heizkoerper oder den Schutzkontakt einer Steckdose fassen. Die Sache ist bei Leistungsbauelementen nicht superkritisch, aber man sollte es beachten.
    - Ausloetvorgang: Befestigungsschraube entfernen und mit einem guten Seitenschneider die Draehte des defekten Transistors durchtrennen, dass dieser abfaellt. Nun mit einem ordentlichen! Loetkolben (der darf gern 40 Watt haben) die "Stummel" der Anschlussdraehte erwaermen und mit einer Pinsette entfernen. Danach die Bohrloecher entweder mit einer Entloetpumpe oder mit Entloetlitze (damit es schnell geht und die Leiterplatte nicht zu viel Waerme abbekommt, auch hier wieder einen ordentlichen! Loetkolben benutzen) vom Zinn befreien.
    - Einloetvorgang: Vorweg - der Schutzlack, mit dem die Platine versiegelt wurde, ist loetbar :-)
    Anschlussdraehte am Transistor abwinkeln und diesen dann auf die Platine montieren. Wichtig: Erst den Transistor verschrauben und dann anloeten, sonst stehen die Anschlussdraehte spaeter evtl. unter mechanischer Spannung. Beim Einloeten auch wieder den "ordentlichen" Loetkolben verwenden.
    - Abschluss: Loetpunkte reinigen (ideal mit Elektronikreiniger, Spiritus geht aber auch, nur bitte keinen Bremsenreiniger, der hinterlaesst Rueckstaende) - bitte nicht wundern, der Schutzlack wird ein wenig angeloest, also keinen fusselnden Lappen verwenden und anschl. mit ein paar Tropfen Klarlack versiegeln.


    Fertsch!


    Viel Erfolg :thumbup:

  • Ich habe da noch eine Frage in dem Zusammenhang :
    Kann man anstelle der verbauten SU 169 K TransistorenTesla KU 608 verwenden ?

  • Ich würde eher den BUY69A dafür als Ersatz verwenden, der KU hat nur eine Kollektor-Basis-Sperrspannung von 250V der SU aber 1000V. Durch die Induktionsspitzen wird der KU mit unter nicht lange machen.

  • So, heute habe ich den Transistor eingelötet und das Steuergerät wieder eingebaut. Allerdings hat die Reparatur keinen Erfolg gebracht.
    Ich denke, dass es an einem der beiden MCT6 liegt (sofern diese die Transistoren ansteuern). Am schon vorher guten Transistor liegen am linken Beinchen 12V an, am neuen Transistor nicht.
    Wo muss ich messen um den Fehler zu lokalisieren?

  • Puh, hat sich zum Glück erledigt! Ein SMD Widerstand zwischen Mikrochip und Optokoppler war weggebrochen. Ein neuer (nicht-smd) 390 ohm Widerstand lies sich aber ganz einfach einlöten und nun läuft der Trabi wunderbar.
    Der Unterschied zwischen EBZA und MBZA ist wirklich erstaunlich und jeden Cent wert! Kein Trabant sollte ohne dieses wunderbare Zubehörteil fahren müssen :)

  • So , habe heute mit Tropi versucht die Trabitronic einzustellen , Pustekuchen , kein Funke lässt sich sehen.


    Zyl. 1 auf 8mm vor OT , ermittelt mittels diesem Interface was es dazu gibt. Also Ein Signal von der Geberplatte kommt an.


    Beide Zündspulen haben auf der 15 Strom und sind miteinander verbunden.


    Kabel Schw/grn und Schw/wß sind an den jeweiliegen Anschlüssen 1 der Zündspulen.


    Steuergerät hat Strom und Masse und lässt sich auch einstellen , Zündspulen haben auch Masse so wie beim Original mittels dem Halter wie er original verbaut ist.


    Es lässt sich kein Funke entlocken , bin mometan etwas ratlos.


    Edit , zwischen Kl 1 und 15 an der Spule bekomme ich meine Prüflampe nicht zum leuchten um Sie dann an der Geberplatine zum ausgehen zu bewegen.

  • Hallo!


    Hat jede Version der Trabitronic nen anderen Zündzeitpunkt einzustellen? Hab meine laut Anleitung auf 9,5mm vor eingestellt.


    Grüße, Marcel

  • Du hast eine neuere da sind es 9,5. Meine ist noch vor Version 3.0 , bei der wird 8mm eingestellt.


    9,5 kann ich auch einstellen , aber das hilft bei dem jetzigen Problem nicht weiter.

  • Wenn du damit nicht zurecht kommst, schicke sie noch mal zu mir. Ich probiere die aus.

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  • Hallo Frank , wenn ich heute zu keinem Ergebnis komme schicke ich Sie morgen an dich raus.


    Mir ist zwar über Nacht nichts eingefallen woran es liegen könnte , aber ich geh heute alles nochmal in Ruhe durch.

  • Zyl. 1 auf 8mm vor OT , ermittelt mittels diesem Interface was es dazu gibt. Also Ein Signal von der Geberplatte kommt an.


    Wenn die gelbe bzw. gruene LED auf dem DI abwechsend leuchten, ist das Steuergeraet in Ordnung. Immerhin hast Du en richtiges DI und nicht nur das einfache Diagnosekabel. Damit ist die Fehlersuche deutlich einfacher: Die grossen LED's haengen direkt an den Zuendspulenausgaengen und sind somit eine echte Funktionskontrolle fuer die Endstufen. Wenn es dennoch keine Funken gibt, stimmt etwas mit dem Zuendspulenanschluss nicht.


    Mmm, lass mich raten: Du hast bei Deiner Rennsportversion Topfzuendspulen an den Digitalausgang fuer die VW-Module angeschlossen? Also die Zuendspulen haengen bei Dir jeweils an dem duennen schwwarz-gruenen bzs. schwarz-weissen Draht? Richtig? Das kann nichts werden. Topfzundspulen gehoeren jeweils an den etwas dickeren gruenen bzw. weissen Draht.


    Hoffentlich hat Dir Frank den richtigen Adapterstecker mitgegeben...


    RFM!


    Hallo!


    Hat jede Version der Trabitronic nen anderen Zündzeitpunkt einzustellen? Hab meine laut Anleitung auf 9,5mm vor eingestellt.


    Grüße, Marcel


    Nicht jede, aber es gibt verschiedene Varianten und Generationen. Der passende Wert steht in der zum jeweiligen Steuergeraet gehoerenden Anleitung´(nochmals RFM!).

  • Das ist das Problem , ich habe heute die EBZA rangehängt um zu probieren und siehe da , Motor läuft sehr sauber.


    Richtig ist , meine Zündspulen hängen an den 0,75 schw/grn und 0,75 schw/wß . Dann liegt da der Fehler.


    Wenigstens konnte ich heute den Motor mal in seiner ganzen Pracht hören und ich muss sagen , ich bin begeistert.


    Bis jetzt , danke FG.

  • Nur gut das es an dem falschen Adapterkabel gelegen hat. Dachte schon ich hab was falsch gemacht.
    Dann kanns ja weiter gehen.. vorwärts immer, rückwärts nimmer :top: