Handbremshebel

  • Hallo!


    Hab mir jetzt neue hintere Bremsbacken gekauft und muss nun die Handbremshebel von den alten Backen dort anbauen. Gibt's beim Annieten irgendwas Besonderes/Wichtiges zu beachten??


    Gruß
    Gunnar

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Hast du auch neue Niete dazu? Links und Rechts die Hebel seitenverkehrt auf die Bremsbacke (kurze, kann aber auch normale sein) nieten, d.h. Hebel muß im eigebauten Zustand immer innen sein. Neue Niete mit Meisel über Kreuz auftreiben, aber so, das die Hebel sich problemlos ohne zu drängen und (Gegenteil) auch nicht mit zu viel Spiel bewegen lassen. Es gibt auch andere Niete, die mit Dorn aufgetrieben werden.

    Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt!


    Artur Schopenhauer

  • Zu beachten gibt es nur, dass es rechte und linke Hebel gibt und das die Hebel an die Backen mit kurzem Belag kommt. Auf das Spiel zwischen Belagträger, Niet und Hebel braucht man überhaupt nicht zu achten ( WW_Trabi), da die Löcher in der Bremsbacke und im Hebel unterschiedlich groß sind und der Niet die 2 entsprechenden Durchmesser hat. Also, das Spiel ist schon durch den Niet vorgegeben!!!

  • Matze, du hast recht, nur wissen die das, die mit Bremsen am Trabi einige Erfahrung haben. Ich hab das deshalb geschrieben, weil in einer Bremse (TÜV wegen Feststellbremse durchgefallen) ein Laie derart auf die Niete gehauen hat, das die Hebel zu stramm waren. Die war nur nicht durch ständiges Bremsen ausgeglüht, weil die vorher fürn Tüv grad erst erneuert wurden. Das Gegenteil kann eben auch eintreten, grad das die Hebel nicht vom Niet fallen, dann gibts zu viel Spiel und der Hebel läuft schief in der Nietführung. Ich schreib eben von Dingen, die ich gesehen habe, da kannst du nicht so fest behaupten "darauf braucht man überhaupt nicht zu achten". Zumal es jetzt auch verschiedene Nachbau- Niete gibt, die in ihrer Art unterschiedlich sind.

    Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt!


    Artur Schopenhauer

  • Kann ich die Hebel auch mit Blindnieten reinnieten, ich weis, die brauchen Spiel, deshalb möchte ich einen Distanzring mit ner Lücke dazwischen legen und den dann später rausziehen?

    :dududu:Trinkst du noch oder saufst du schon? :dududu:

  • Also ich würde die nehmen die dafür vorgesehen sind da hat sich bestimmt wer was bei gedacht.und ich glaube das die dafür vor gesehen besser sind in sachen abschehr belastung.

  • Habe bei mir wie oben beschrieben meinen Hebel angenietet. Da dieser danach kein erforderliches Spiel mehr besaß, habe ich den Hebel in den Schraustock gespannt und dann die rechts/links verdreht. So bekam die Verbindung genügend Spiel.

  • Eigentlich war das Annieten der Handbremshebel bisher für mich kein Problem. Jedoch habe ich mir neue nachgebaute Bremsbacken von Cosid und dazu neue Nieten für den Handbremshebel gekauft. Diese Nieten konnte ich nicht wie gewohnt einfach mit einem Meißel und einem Hammer über Kreuz so einschlagen, dass sie ihre Nietfunktion erfüllen. Ich habe da einige Zeit zugebracht. Da es sich nicht um Vollnieten handelte, habe ich sie in meiner Not hohlgebohrt und dann über Kreuz aufgeschlagen und am Ende noch mit einem breiten Dorn den ganzen Bund aufgeweitet. Die Nieten saßen aber immer noch so, dass sie sich gerademal nicht lösen ließen. Der Handbremshebel hatte noch sehr viel Spiel. Beim ersten richtig festen Anziehen der Handbremse waren die Nieten dann auch schon auf beiden Seiten wieder rausgezogen. Ich vermute das große Spiel bietet einen tollen Hebel zum Rausziehen der Nieten. Ich habe dann nochmal mit identischen Nieten das ganze etwas ausführlicher und gründlicher wiederholt. Die Nietverbindung schien mir nun deutlich besser zu sein, wenn es auch ungewöhnlich aufwändig war. Das große Spiel blieb jedoch. Diesmal überstand die Handbremse den Test des sehr festen Anziehens. Nun ist mir aber nach ca. 20 km aufgefallen, dass die eine hintere Felge sehr warm geworden ist - deutlich wärmer als alle anderen. Dort scheint also was zu schleifen. Ich befürchte die Niete hat sich schon wieder gelöst. Wie kann das sein? Was mache ich falsch? Habe das eigentlich schon etliche Male gemacht. Die neuen Nieten haben die gleiche Geometrie wie alte original aussehende die ich noch beim Suchen gefunden habe. Ich bin gerade etwas ratlos und für Ratschläge dankbar.


    Gruß, Felix

  • Ich habe die hinteren Bremsen nochmal geöffnet und die Nieten waren tatsächlich wieder rausgerutscht. Ich habe mir das Annieten dann nochmal von einem Kollegen erklären lassen und meinen Denkfehler dabei aufgedeckt. Ich dachte bisher immer, der Nietbolzen wird mit einem Meißel über Kreuz ein wenig angeritzt, so dass an der Kante eben ein kleiner Überstand entsteht und der Bolzen dann nicht mehr aus dem Loch rutschen kann. So habe ich das Geschriebene hier im Forum auch immer interpretiert. Das sieht auch bei den originalen Vernietungen irgendwie so aus. Dazu sind die Nietbolzen aber viel zu lang, selbst wenn man das so fest bekommt, hat der Hebel dann eben noch viel zu viel Spiel und das hat ihn vermutlich bei mir dann auch wieder rausgehebelt. Ich habe den Nietbolzen nun auf dem Schraubstock mit einem 1000g Hammer richtig platt gekloppft. Das geht so dann auch recht schnell. Durch den Absatz im Nietbolzen kann sich der Hebel nun immernoch bewegen, hat aber kaum noch seitliches Spiel. Auch bezweifle ich stark, dass sich der durch das Platthämmern gebildete Kopf noch ohne Abbohren nochmal lösen wird. Nun passt das alles. Ich hoffe der eine oder andere der vielleicht auch so böld ist wie ich, erspart sich durch diese Erklärung vielleicht das zweite Öffnen der Bremse.


    Gruß, Felix