Blockvergaser 28HB 2-4 ist undicht

  • Und gerade die Fertigungstoleranzen der Schwimmer macht die Justierung ohne Medium umso ungenauer. Was heißt Fertigungstoleranzen- eher einfach das höhere Gewicht von Nachbauschwimmern.


    Hmm, ja, wenn das wirklich so ist, dann hast du absolut recht. Wenn Nachbauteile im Spiel sind, die stark vom Original abweichen, dann ist die im WHIMS empfohlene Voreinstellung natürlich vollkommen unbrauchbar. So weit hatte ich bei meinem obigen Beitrag gar nicht gedacht.


    Dennoch präferiere ich für die genaue Einstellung die von IFA-Alex weiter oben sehr anschaulich beschriebene Vorgehensweise. Und zwar mit Benzin.


    massel210: Was genau meinst du mit der Aussage, dass Wasser Benzin nicht unähnlich ist? Gut, beide sind bei für uns angenehme Temperaturen flüssig, aber welche Gemeinsamkeiten gibt es sonst noch?


    Zurück zum Thema. Hier ging es um einen überlaufenden Vergaser. Dazu werfe ich mal eine neue Frage in die Runde: Wie weit muss das normale/ideale (o.ä.) Kraftstoffniveau im Schwimmergehäuse eigentlich überschritten werden, um den Vergaser zum Überlaufen zu bringen? Ich weiß das leider nicht auswändig.


    Ich glaube eher, das neu eingebaute Schwimmernadelventil ist ebenfalls nicht ganz dicht.


    Gruß Steffen

  • Ein undichtes SNV wird zu 99% die Ursache sein. Ich glaube auf ein solch hohes Niveau lässt sich der Schwimmerstand gar nicht einstellen, dass der Vergaser überläuft.

  • Ich danke euch für die sehr interessanten Ausführungen zum Thema.


    Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich die "Senfglasmethode" erneut, unter Hinzuziehung einer zweiten Person, mit Benzin durchführen. Danach herrscht dann hoffentlich Klarheit über den aktuellen Schwimmerstand, sowie über die Dichtheit des neuen SNV.

  • Ja, ich denke, da hast du recht. Ein solch hohes Niveau bekommt vermutl. man gar nicht eingestellt. Es wurde hier im Forum auch schon öfters darauf hingewiesen, das neue SNV's nicht besser als als alte sein müssen.


    ich schleife meine Nadelventile grundsätzlich ein. Also Düse raus, Nadel raus, Nadel in ein Bohrfutter gespannt, bisschen Schleifpaste drauf. Düse gerade aufsetzten und Nadel drehen lassen.


    Aber heute muss ja alles immer gleich neu sein.


    Und ja Fridl, genau das meine ich ;) Ich weiß nicht, was du dir vorstellst, ob das Benzin sich durch niederen Siedepunkt oder Oberflächenspannung gut durch ein mit Wasser als dicht befundenes SNV schlängelt. Du hast jetzt auch nicht beantwortet, was du erwartest, wie der Schwimmer reagiert oder was sonst noch anders ist.
    Ich hatte es jedenfalls schon, dass ich einen originalen Schwimmer vorjustiert hatte. Beim Test mit Benzin hat das Niveau nicht annährend gestimmt. Darum bleibe ich dabei.
    Ich werde mal, wenn ich Lust habe, den Test machen und bei einem Vergaser erst mit Wasser einstellen und dann mit Benzin überprüfen. Mal schauen wie unterschiedlich die Pegel sind. Es interessiert mich ja schon und genaueres als "Benzin is anders" weiß hier auch keiner.


    LG
    Marius

  • Ich danke euch für die sehr interessanten Ausführungen zum Thema.


    Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich die "Senfglasmethode" erneut, unter Hinzuziehung einer zweiten Person, mit Benzin durchführen. Danach herrscht dann hoffentlich Klarheit über den aktuellen Schwimmerstand, sowie über die Dichtheit des neuen SNV.


    Ich hab das heute gemacht, werde dazu aber noch einen eigenen Thread starten, um diesen nicht weiter vollzuspammen.
    Bloß mal noch als Anregung: kontrolliere auch mal die Verschraubung des Schlauchnippels und die zugehörigen Dichtungen. Ich hatte das Problem, dass das bei einem Schwimmerdeckel undicht war. Da kamen auch zwei bis drei Tröpfchen pro Minute. Ursache waren die alten Dichtungen und eine feine Riefe auf der Flanschfläche.
    Mit 600er Schleifpapier auf einer glatten Unterlage bekommt man das wieder schön plan und dicht. Und nicht zu zaghaft beim Festziehen, die Vulkanfiberdichtungen brauchen Druck.

  • Noch ein Tipp zum Einschleifen des SNV:


    Die Nadel nicht direkt in ein Bohrfutter spannen, sondern in einen Schlauch stecken der dann im Futter gespannt wird.

  • Moin,
    den Schwimmerstand einzustellen macht nur mit Benzin Sinn.
    Der Grund ist die unterschiedliche Dichte. Die Dichte von Benzin liegt bei ca.0,75 je nach Sorte. Wasser hat bekanntlich eine Dichte von 1. Der Schwimmer wird beim Benzin tiefer eintauchen als beim Wasser.


    Gruß
    Klaus

  • Das ham wir ja dank Tackers Einsatz nunmehr amtlich, daß Wasser zum Einstellen nix taugt.

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Also wenn schon Ersatzflüssigkeit dann bitte was Alkoholisches.


    Genau. Sollte wohl nicht das Problem sein, sich ein bißchen Spiritus ranzuschaffen.


    Die Nadel nicht direkt in ein Bohrfutter spannen


    Ist es eigentlich schlimm, daß ich immer von Hand einschleife? ;) Nein aber mal im Ernst, ich nehm dazu immer Rubin Schleifpaste von Rot-Weiß, die packt eigentlich sehr gut, es reicht ja auch ein ganz schmaler Streifen, der trägt. Mit Maschinenunterstützung hätte ich glaube mehr Angst, zu viel abzuschleifen.

    sapere aude! incipe! (Horaz)
    (bzw. frei nach F. v. Schiller: "Erdreiste Dich zu denken!")

  • Vorerst habe ich nun einen original Tropfschutz angebaut. Die Lichtmaschine ist damit recht gut gegen die Sabberei des Vergasers geschützt. Die nunmehr relativ wenigen Tropfen können aber durchaus bei Fahrtwind auf den Vorschalldämpfer treffen.


    Kann da was passieren? Ich fahre den ja nicht glühend.

  • Moin,
    als Info eine Tabelle von Krafftstoff-Kenndaten.
    Beachte auch die Spalte "Zündtemperatur"


    Gruß
    Klaus

  • Das wären dann also zwischen 300 und 400 Grad. So heiß wird der Vorschalldämpfer aber nicht, denke ich mal.


    Also dürfte da nichts passieren. Richtig?

  • Würde ich nicht so sehen.
    Denn ich würde nicht von der Zündtemperatur ausgehen sondern vom Flammpunkt.
    Der Flammpunkt eines Stoffes ist die niedrigste Temperatur, bei der sich über einem Stoff ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch bilden kann.

  • Der Flammpunkt von Benzin liegt unter 21 Grad. Zur Entzündung ist aber eine mindestens 5mm lange Flamme notwendig.
    Ich denke nicht, dass die aus meinem Vorschalldämpfer kommt. Und falls doch, dann verpufft ja nur der eine Tropfen.


    Wenn das so gefährlich wäre, dann hätte man doch Vergaser und Abgasanlage beim Trabant nicht so dicht aneinander konstruiert.



    Grüße Roger

  • Wenn Du das so sagst, muss ich Dir recht geben.
    :thumbup: