P 601 Probleme mit den Bremsen

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich heute erst angemeldet und auch eine erste Frage. Habe heute meinen Trabant 601 BJ:89 abgeholt (gekauft) und musste auf dem Heimweg feststellen das die bremsen derartig am Quietschen sind das einem die Ohren abfallen. Das ist aber nicht das wichtigste, wenn ich die bremse trete macht er ein Satz nach Links. Es kommt einem so vor als ob die Bremse einseitig besser zieht als die andere.


    Laut Vorbesitzer wurden die Bremsen im Januar zum TÜV neu gemacht


    Könnt ihr mir da Helfen die Ursache zu finden, da ich echt ein Noop in sachen Trabant bin. Das soll aber nicht heißen das ich 2 Linke Hände habe im gegenteil ich bastel gerne an Autos :)


    Gruß
    Kalle

  • Wenn dein Trabi länger gestanden hat, ist es normal das die Bremse beim ersten Mal ziemlich stark und evtl. auch ungleichmäßig zieht (Flugrost in den Bremstrommeln) aber das sollte sich ganz schnell geben.
    Wenn es nach dem zweiten/dritten Mal nicht verschwindet ist das zumindest ein Anzeichen für einen undichten Radbremszylinder auf der rechten Seite.
    Da du keinerlei Erfahrung hast würde ich dir raten das von jemand fachkundigem prüfen zu lassen. An der Bremse bastelt man nicht einfach so herum.

  • Vorbestzier erzählen viel wenn der Tag lang ist.
    Stell dich mal auf "einmal rundum komplett" ein.
    Hier mal ein RBZ, da nen Schlauch. Das kann nix.
    Also 6 neue RBZ(nach Möglichkeit DDR Regeneriert), 4 Schläuche, eventuell Beläge. Die ganz billigen aus dem Netz neigen stark zum quitschen und sind Schrott. Auch hier bremst du mit DDR Teilen mit am besten.


    Thema Bremsen ist immer so eine Sache.
    1. NICHT sparen.
    2. NICHT "basteln"
    3. Beim ersten mal ab besten zusehen und Kniffe merken!
    4. Sauber arbeiten. Nicht mit Öl/Fett Pfoten auf die Beläge langen!!!


    Grüße aus Wien!

  • ok danke erstmal. Ich muss dazu sagen das ich seit Jahren an herkömmlichen Autos schraube und eine gewisse Ahnung schon vorhanden ist.
    Zum trabant der ist hat erst frisch tüv bekommen daher kann ich mir das nicht erklären. Und wenn ich von 80 runterbremse ist das Problem nicht da nur in der Innenstadt


    Ich habe ein video gesehen wo einer die bremsen macht, der aber hat so ein Abzieher für die trommeln die ich nicht habe, wie bekomme ich die am besten runter?


    gruß

  • Ich wette du hast Gleichlaufwellen.
    Einfach die Achsstumpfmutter lösen, mit Rad dran aufbocken und sichern, am Rad anfassen und mit sanftem Rütteln Rad samt Nabe und Trommel abnehmen :)

  • dann so wie @Gustl geschrieben hat. Zentralmutter lösen, sicher aufbocken und Trommel mit Nabe abnehmen. Kann man auch machen wenn das Rad noch dranhängt.


    Kannst ja ein Foto vom Innenleben hier einstellen. Manchmal ist es Interessant wie so etwas aussieht: "Laut Vorbesitzer wurden die Bremsen im Januar zum TÜV neu gemacht"

  • Ich wette du hast Gleichlaufwellen.
    Einfach die Achsstumpfmutter lösen, mit Rad dran aufbocken und sichern, am Rad anfassen und mit sanftem Rütteln Rad samt Nabe und Trommel abnehmen :)


    na sowas habe ich ja noch nie gehört ?( Du scheinst noch nie eine Trommel die schon Jahre nicht lose war so gelöst zu haben,da hift manchmal nur noch ein kräftiger schlag mit dem Hammer auf den Abzieher und wenn das nichts bringt musste die Trommel auch schon heiß gemacht werden.

  • Wieso verschrieben? Tripoden sind m.E. Gleichlaufgelenkwellen, die anderen heißen Scharniergelenkwelle. Und für die Tripoden- oder Gleichlaufgelenkwelle, die der Threadstarter drin hat, wenn das Auto noch original ist, braucht er keinen Abzieher.


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Heimweg feststellen das die bremsen derartig am Quietschen sind


    füer das quitschen der bremsen schleifen wir in der fachwerkstatt immer die kanten der bremsbeläge leicht ab und die flächen mit mittelgroben schleifpapier.üeber die jahre sammelt sich an den flächen unerwünschter schmarrn ab.in den meisten fällen ist die belagdicke in ordnung und muss nur angeschliffen werden,genauso wie die bremstrommel.bitte korrigieren falls ihr es besser oder anders macht :)
    füer die einseite bremswirkung schließe ich mich voll und ganz der meinung von @areasunshine an
    grüesse

  • wo ist die fachwerkstatt?
    oder anders gesagt wann darf ich bei euch vorstellig werden?


    wenn ich bei uns (egal wo) in die werkstatt gehe lachen die mich aus und meinen,
    ich sollte lieber zu jmd gehen der rasenmaeher repariert....


    und bremsen sind so ne sache - angeblich haben meine vorbesitzer das auch
    machen lassen - merk ich aber nix von so wie der nach links zieht....
    (daher auch momentan abgemeldet)

  • Tripoden sind m.E. Gleichlaufgelenkwellen, die anderen heißen Scharniergelenkwelle.


    Recht hast du und ich hab mich geirrt, Gleichlaufgelenke sind natürlich die Tripoden, war mir nicht ganz so geläufig. Gehe jetzt auf den Balkon bei einem Zigarillo mich :schaem:


    @e601
    Was Werkstätten so angeblich an Bremsen reparieren.......hab ich auch schon gesehen.
    Wenn es nicht die lebenswichtige Bremse wäre würde ich sagen: machs doch selber, ist relativ einfach. Lies das Buch, mache sie auf und schau selbst. Wenn du in deiner Nähe eine Werkstatt oder fachkundige Leute suchst wende dich am Besten an @Klaus PELF , der ist in Calw.

  • Wenn die Vorderachse bei geringer Geschwindigkeit unter fürchterlichem Quitschen in eine Richtung zieht dann ist das ein untrügliches Zeichen für eine leichte Undichtigkeit eines Radbremszylinders auf der Seite in die er wegzieht. Ein paar Tropfen Bremsflüssigkeit auf den Belägen erhöhen kurzzeitig die Bremswirkung enorm.
    Wenn es dann stärker suppt bremst auch nichts mehr und er zieht zur anderen Seite weg.


    Also Achsstumpfabdeckung links ab, Bundmutter lösen, Wagen anheben, Bundmutter abschrauben und das Rad mitsamt der Nabe abnehmen.

  • Ich habe anfangs auch gedacht "An Bremse und Lenkung mache ich nix, das ist was für Fachleute". Pustekuchen, die haben weder Zeit noch Lust, sich mit dem Geraffel auseinanderzusetzen. Wenn "Bremse machen" auch nur "etwas" mehr Arbeit ist, als Rad runter, Sattel auf, Beläge raus, Beläge rein, Sattel zu, Rad drauf, dann besteht die Arbeit darin, auf die Rechnung zu schreiben "Radbremse vorn instandsetzen, Material, Bremsflüssigkeit". Seitdem mache ich das selbst und es ist wirklich kein Hexenwerk, wenn man sich ans WHIMS hält und ein bißchen Verstand walten läßt.


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Ich habe vor ca. einem Monat in meinem zarten Alter von 17 Jahren die komplette Bremsanlage meines 601ers von 1976 instand gesetzt und habe es auch hinbekommen und bin damit ohne Mängel durch den Tüv gekommen. Meine Bremswerte waren rechts und links immer identisch, außer vorne Links die hat 1 weniger als rechts.


    Wenn man sich ein Reparaturhandbuch zur Hilfe nimmt und dann noch Ratschläge hier aus dem Forum bekommt, ist das wirklich nicht so schwer und aufwändig wie man denkt..kann ich von mir aus sagen.

    Diese Signatur wurde mit 100% chlorfrei gebleichten, glücklichen Elektronen aus ökologisch wertvoller Biohaltung nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit erzeugt.


    In der Phantasie geht alles!

  • also ich arbeite in einer vw und audi fachwerkstatt und wir haben auch öfter oldtimer da.mich erschreckt eure erfahrung von werkstätten.also bei uns geben wir uns die grösste mühe bei egal welchem auto.ob es ein r8 ist oder ein golf 1.jeder kunde soll zufrieden sein und wir stecken die gleiche mühe und arbeit in die autos.aber es giebt halt leider auch weniger motivierte werkstätten.
    zum thema bremse selber machen :
    die bremse ist ein sehr wichtiges bauteil am auto weil sie natürlich für unsere sicherheit zuständig ist.deswegen trauen sich viele nicht diese arbeit durchzuführen.im grunde ist es aber eine simple arbeit wo man sehr viel geld sparen kann wenn man diese selber macht.am besten empfehle ich bei interesse mal ein ein oder zweiwöchiges praktikum in einer werkstatt (am besten eine oldtimerwerkstatt) zu machen.ihr werdet es nicht bereuen und viele wissenswerte sachen mitnehmen können.im idealfall verliert man die "angst" etwas falsch zu machen.das ist wichtig,weil man eigentlich nicht viel falsch machen kann.
    das ist meine meinung.habe selbst diesen weg beschritten und war so begeistert dass ich mich gleich um eine lehrstelle beworben habe und mein hobby zum beruf mache(momentan im 2ten lehrjahr) :)

  • Also ich habe gerade mal unter den Trabant geschaut und gesehen das Links eine alte Bremsleitung ist und Rechts eine Neue (oder doch umgekehrt? ) ich weiß es nicht mehr :(


    Ich werde aber trotzdem Morgen die Trommeln vorne mal runter nehmen und Fotos machen. Und ja wenn ich was mache dann natürlich selber auch bremsen.


    gruß

  • Ich überlege gerade ob ich vielleicht mal in die VAG-Werkstatt hier vor Ort gehen soll um nach einer Bremsenreparatur zu fragen.
    Ob ich wohl mit meinem Amliegen am Annahmemeister vorbei komme?
    Vermutlich nicht.
    Und wenn doch, dann zucken bei dem Stundensatz wohl die meissten zusammen, also geht man zum kleinen Krauter und erlebt dort sein blaues Wunder.