Kupplung defekt?

  • Hallo,


    heute unternahm ich mal eine etwas größere Runde mit meinem Trabi. Dabei trat folgendes Problem auf. Beim Beschleunigen alles okay im 1. , 2. und 3. Gang ebenso alles okay. Wenn ich dann aber in denn 4. Gang Schalte und "normal" beschleunigen will dreht der Motor hoch aber es kommt keine Leistung auf der Straße an. Wenn ich aber nur Sachte Beschleunige dann ist alles beim alten.


    Was kann das sein?
    Ist es überhaupt ein Problem oder falsche Bedienung?


    Freue mich über Antworte
    Gruß Mario

  • Folgender Test: 3. Gang einlegen, Handbremse anziehen, Vollgas geben und sofort auskuppeln. Geht er aus? Wenn nicht, Kupplung verschlissen. Geht er sofort aus, Freilauf defekt.

  • Ölwechsel repariert nicht den Freilauf, mildert aber manchmal für eine Zeit die Symptome.
    Ausserdem wird es ja nun langsam wärmer, da funktioniert der auch besser.

  • Dafür in der nächsten kalten Situation wieder schlechter. Entweder neuen (passenden) Freilaufnocken oder den alten glätten. Ausbau stets erforderlich.
    Das Problem sind die in den Nocken eingedrückten Rollen. Sie werfen in Bewegungsrichtung Material auf. Wenn dieser "Berg" zu hoch wird, ergibt sich ein zu großer Winkel und die Rollen klemmen nicht mehr.
    Wenn man den Nocken mit einem flachen Schleifkörper wieder glättet, hält er wieder eine ganze Zeit.

  • Man kann, wenn man hat.
    Die Lebensdauer hängt immer auch von der Fahrweise ab. Wenn man im 4. Gang immer etwas sachte wieder Gas gibt, freut sich der Freilauf.
    Ich kenne genügend Beispiele, wo der Freilauf deutlich über 100tkm gehalten hat.
    Einer meiner Trabis, die ich mit etwa 30tkm gekauft habe, hatte mit dem Freilauf Probleme. Der von mir 1984 aufgearbeitete Nocken hielt bis zur Verschrottung des Autos 1991.

  • Unbestritten.
    Aber wenn ich den sowieso abpressen muss dann ersetze ich ihn.
    Regenerierte Getriebe gibt es zu kaufen und hier gibt es doch auch eine Anleitung für die die das selber machen wollen.

  • Mit dem schleifen sind die Probleme nicht abgearbeitet. Du brauchst auch entsprechende Rollen.
    Wenn Du 0,05mm abschleifen lässt, brauchst Du 6,1mm Rollen. Bei 0,1mm sind es 6,2mm und so weiter.
    Und wie tief sind die Nocken gehärtet? Fakt ist: Originalmaß sind die besten.

  • Leider habe ich mich darum noch nicht gekümmert, weil das Problem für mich nicht besteht und wahrscheinlich nie bestehen wird.
    Wahrscheinlich würde ich einen Nachbarn, der in einer guten Maschinenbaufirma arbeitet, fragen, wie man das löst.
    Alternativ (sofern hier im Forum oder im WWW nichts zu finden ist), würde ich bei Leuten fragen, die heute noch Trabantbauteile/-gruppen (ernsthaft!) aufarbeiten, nachfragen, ob die jemanden wissen, der jemanden kennt. So, wie es eben auch zu DDR-Zeit war. Auf die gleiche Art habe ich jemanden gefunden, der die Flächen für die Drehschieber nacharbeitet. Wenn man also, so wie Du, nicht unter Zeitdruck steht, ist das lösbar.
    Die erste Variante ist aber definitiv die bessere, weil für mich eher kostenfrei.

  • Hallo,


    um nochmal zurück zum Thema zukommen!


    Quote

    Beim Beschleunigen alles okay im 1. , 2. und 3. Gang ebenso alles okay. Wenn ich dann aber in denn 4. Gang Schalte und "normal" beschleunigen will dreht der Motor hoch aber es kommt keine Leistung auf der Straße an. Wenn ich aber nur Sachte Beschleunige dann ist alles beim alten.


    gleiches Problem tritt nun im 2. und im 3. Gang auf. Ein langjähriger Trabantfahrer (zu DDR Zeiten) meinte sofort eine Feder am Ausdrücklager sei kaputt/defekt/gebrochen.


    Was nun?


    Gruß Mario

  • Die Feder ist lediglich für die Achse, wo oben der Hebel aus der Getriebeglocke heraus schaut. Ob die gebrochen ist? Ließe sich für jemanden, der die Zusammenhänge kennt, relativ leicht feststellen lassen.
    Eine Ferndiagnose ist freilich schwer. Vermuten kann man da viel. Genauso kann dann der Kupplungsbelag runter sein. Das merkt man als erstes im 2.und 3. Gang.
    Dann wäre schnelles handeln sinnvoll, bevor sich die Nieten ins Metall einarbeiten.

  • Die Feder zieht lediglich den Graphitring von der Kupplung weg damit der nicht ständig anliegt und verschleisst. Sollte diese nun gebrochen sein dann reicht der Reibungswiderstand der Ausrückwelle bestimmt nicht um eine gesunde Kupplung rutschen zu lassen. Dann müsste schon das Kupplungsseil extrem schwergängig sein, das merkt man dann aber auch am Pedal.


    Ich würde die Kupplung erst testen und dann ggf. ausbauen und angucken.

  • Also der Freilauf ist es ja schon mal nicht, wenn das Problem auch im 2./3. Gang auftritt. Ich würde erstmal schauen, ob das Pedalspiel groß genug ist, nicht, daß die Kupplung gar nicht richtig einrückt, danach, ob die Ausrückwelle nach dem Treten der Kupplung durch einen Helfer wieder vollständig zurückläuft. Vielleicht ist die nicht freigängig oder ein paar Drähte des Kupplungsseils sind gebrochen und behindern den Rückweg, was man auch an einem deutlich zu großen Pedalspiel merken müßte. Ok, ist nicht die wahrscheinlichste Ursache, aber kann am leichtesten, weil ohne Demontage, geprüft werden. Wenn da alles ok ist, würde ich den Motor ausbauen und mir Kupplungsautomat und Scheibe ansehen. Ist ja Gottseidank nicht so der Akt. Jedenfalls würde ich bei der offensichtlichen Verschlechterung des Zustands keine längeren Fahrten mehr machen wegen Gefahr des Liegenbleibens und der Beschädigung der Reibflächen.


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.