Werkstattpfusch: Bremsflüssigkeit DOT4 und DOT5

  • Der Zustand ist direkt nach dem Abnehmen der Trommel. Handbremse/Betriebsbremse gelöst. Trommel läßt sich ohne Schleifen drehen, aber der Handbremshebel hat schon seinen maximal möglichen Weg zurückgelegt. Belagdicke würde ich als OK einschätzen.


    Mir ist auch aufgefallen, daß der Belag hinten rechts kürzer ist. Dachte erst, da ist was abgebrochen, aber es muß ja so sein. Also haben wir es auf der linken Seite mit den falschen Backen zu tun? Könnte evl. auch die Ursache für das Handbremshebel-Problem sein. Das würde bedeuten, ich müßte 4 neue Backen verbauen. :thumbdown:


    ich glaube dein "querblech" zwischen den bremsbacken ist das falsche, kann das sein??

    Wenn ich richtig informiert bin, ist der Steg handbremshebelseitig weiter eingekerbt. Demzufolge hätte ich eigentlich die richtigen verbaut.


    Aber wieso ist der Hebel schon am Anschlag?

    Edited 2 times, last by Der_Ingenieur ().

  • Trotzdem ist es der richtige. Möglicherweise verschlissen oder jemand hat da unsachgemäß nachgeholfen und das Ding aus unerfindlichen Gründen weiter eingefeilt? Dieser Pfuschwerkstatt traue ich mittlerweile alles zu! :thumbdown:


    Da werd ich also
    - 4x Bremsbacken neu EBC
    - Niet für Handbremshebel
    - Steg links
    - 2 Sicherungsbleche
    - Bremsenreiniger
    bestellen und hoffen, daß anschließend die Hebelstellung stimmt und die Bremsen wieder ordentlich ziehen.
    Dank an alle für die Tips!

    Edited 2 times, last by Der_Ingenieur ().

  • Ist schon geöffnet, dort sind wie gesagt die korrekten Beläge drin und alles funktioniert so, wie es soll (auch Handbremse).

  • So, die Sache dürfte klar sein: Den Steg hat einer "nachgearbeitet". Die lange Kerbe geht ca. 17 mm in den Steg. Wenn ich das mit anderen Bildern vergleiche, ist es dort weniger.
    http://www.ldm-tuning.de/pictures/T601-306.jpg
    Am Hebel scheint sich keiner vergriffen zu haben, der sieht in Ordnung aus.


    Sind die Backen vorne und hinten gleich? Dann könnte man ja auch einfach den zu langen Belag auf die passende Länge einsägen und dann das Ende wegmeißeln, wenn praktisch nur der Belag kürzer ist. Warum ist das überhaupt so? Damit die Hinterbremse nicht zu stark ist und nicht deutlich eher als vorne blockiert?

  • Hast du dich schon mal mit dem Wirkprinzip de Trommelbremse auseinandergesetzt ("auflaufende und ablaufende Seite,Selbstverstärkung etc.").
    Ein Bremsbackensatz kostet ca. 20€. Wie kann ma da überhaupt auf die Idee kommen die Bremsbelagfläche zu manipulieren?


    Bremsbacken vorn und hinten sind nicht gleich:
    https://www.trabantwelt.de/Tra…r9o3s7h4qm9gmvtuv0b0m3bi3


    Für was bist du eigentlich Ingenieur (Fachgebiet)????

    Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren!

  • Also ich kann beim besten Willen keinen Unterschied zwischen vorderen und hinteren Backen erkennen. Für mich sieht das so aus, daß hinten auf der einen nur ein kürzerer Belag aufgeklebt ist.


    Bin kein Kfz-Mensch bei den dummen Fragen, die ich stelle. ;)

  • Das Stück fehlender Belag ist meiner Meinung nach (korrigiert mich wenn ich falsch liege) dafür weggelassen worden damit die Bremsbacke komplett aufliegt da es die einzigste ablaufende Bremsbacke ist, alle anderen drei auf der Seite sind auflaufend (Vorn sind beide auflaufend).

  • Bei Simson hat man auch simplex, da sind die Beläge gleichlang.

  • Hallo,


    wobei die Reibkraft unabhängig von der Reibfläche ist. Gegen das Überbremsen hat der Trabant hinten Radbremszylinder mit kleineren Kolben.
    Ich hab mich auch gefragt, wozu der Belag der Backe gekürzt ist.


    Beläge vorn und hinten sind ansonsten gleich. Gegen das Einkürzen eines Belages spricht m.E. nichts, solange man die Verklebung der verbleibenden Reibfläche nicht beschädigt.


    Mit dem Problem hier hat das alles allerdings nichts zu tun.



    Gruß
    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Meine Sicht ist, das die kurze Bermsbacke dazu beiträgt, das Überbremsen der Hinterachse bei starken Bremsmanövern zu verzögern. Die Duplexbremse vorn ist selbstverstärkend durch zwei auflaufende Backen und wirkt bei geringen Geschwindigkeiten besser als eine Scheibenbremse. Die hinteren Bremsbacken vom 1.1er sind gleichlang, dafür sind aber Bremskraftverzögerer verbaut. Und die Ventile im HBZ des 601 sollen ein rattern der Trommelbremse minimieren, was beim bremsen aus höheren Geschwindigkeiten auftritt. Im 1.1er gibt es das rattern hinten nicht, da dies an der hinteren Bremse erst bei Geschwindigkeiten auftritt, die der 1.1er im Normalfall nicht erreicht.

  • OK, kann es sein, daß dieses Ventil defekt ist? Wenn ich mit 90 gemütlich den Berg runterrolle und dann auf 70 abbremsen muß, weil unten 40 sind und es nicht so teuer werden soll, rattern die Bremsen etwas. Die Bremswirkung setzt auch erst nach ca. 2...3 cm Pedalweg ein.


    Hab heute gemerkt, daß sich ohne angezogene Handbremse die Achsmutter gar nicht festziehen läßt. Das Rad dreht schon durch, da sind die 18 kpm noch gar nicht erreicht. :D

  • Das Rattern (erinnert an alte Bus-Bremse) hat wenig mit irgentwelchen Ventilen zu tun.
    Mögliche Ursachen:
    - unrunde Bremstrommeln
    - viel Höhenspiel unteres Traggelenk (weniger, aber auch Höhenspiel Federgabellager)
    - verschließene Silentbuchsen Querlenker/Blattfeder
    - verglaste/gerissene Beläge
    - Fading
    - andere, mir grad nicht einfallende Möglichkeiten


    Die Bremsbacke Handbremshebel mit kurzem Belag wird m.E. überbewertet, kenne genügend dieser Teile mit langem Belag, nachteiliges (Über-) Bremsen ist mir nicht aufgefallen.
    Wenn jemand diese Problematik hieb-u. stichfest technologisch begründen kann, ich lerne gern dazu...
    Vermutungen, Pseudo- u. Halbwissen bringens ja auch nicht.
    Einige viele der Nachbaubacken haben eh große Schwierigkeiten mit Radius Träger und resultierendes Tragbild Beläge, da noch mit Säge, Hammer und Meisel drangehen - eher suboptimal.


    Anziehen der Achsmutter hinten mit Handbremse angezogen ist normal (ohne Schlagschrauber).


    Bremsbacke-Steg lange Kerbe 12,5 mm tief, kurze Kerbe 7,5 mm, grad gemessen am Neuteil.
    Wenn du was brauchst, meld dich PM.

    Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt!


    Artur Schopenhauer

  • Bremsbacke-Steg lange Kerbe 12,5 mm tief, kurze Kerbe 7,5 mm, grad gemessen am Neuteil.

    Alles klar, dann hat hier definitiv einer dran rumgepfuscht (wieso???). Danke für's Nachmessen.


    Der Belag ging eigentlich recht einfach runter. Beitel angesetzt und ohne Hammer runtergeschnitzt, fertig.

    Edited once, last by Der_Ingenieur ().

  • Bestimmt ging beim letzten Mal Trommel montieren diese nicht drauf und es wurde unkonventionell nach der Fehlerquelle gesucht.


    Das Maß 12,5 mm habe ich gestern Abend auch noch gemessen war nur zu faul es zu posten :-)

  • Im Vergleich zum alten ist der neue Steg viel weniger eingekerbt. Jetzt geht die Handbremse wieder super! :)

  • Muss man beim wechsel zu DOT5.1 noch etwas beachten, ausser alles spulen? Und womit spult man das bremssystem? Ich habe vor einen 312 Camping mit DOT5 zu fullen, da die bremsanlage komplette regeneriert werden muss. Also neue manschette im RBZ und HBZ und neue schlauche.

    Trabant 601L & Wartburg 353W Tourist (alltagsauto) & HP 750 & Barkas B1000 KB :top:
    Mitglied IFA Pannenhilfe in die Niederlände!

  • Mal drüber nachgedacht das der Steg sich auch einarbeiten kann, da wird keiner dran rummgepfuscht haben, er ist einfach nur verschlissen...