Alpenkreuzer Export Kompakt / IFA Camptourist 5-3N

  • Soooo, ich wollte auch was aus dem Westen. Was seltenes. Was zum Spielen und zum Verreisen.
    Und wie sich bei einer partiellen Demontage zur Erlangung der Beschläge zeigt, war die "sorgfältige und innovative Plastbeschichtung" des Rahmens, den Unbilden westlicher Straßen nicht gewachsen.


    Sprich: Wenns gut sein soll machs selbst und richtig.


    Und genau das passiert jetzt.


    Bilder sagen mehr als 1000 Worte.


    Schön, wenn das Scharnier festkorrodiert ist.....


    Oder die eher laxe westeurpäische Betrachtungsweise zum Thema Flüssiggas


    Oder das tatsächlich durchgefaulte Seitenprofil


    Die mechanisch interessant gelöste (und noch brauchbare) Bremse


    Und das mit der Korrosion ist so ein Thema..... Der braucht hinterher ne Inneraumkonservierung!


    Jetzt ist er nach dem Abmeißeln von gefühlt 400 Nieten komplett auseinander. Die Teile gehen zum Entlacken / Strahlen / Lackieren / Verzinken / Waschen / Imprägnieren etc. pp.


    Ich hoffe, ich kann die Aufkleber retten..... sonst wird aus dem Alpenkreuzer wieder ein Camptourist......

  • Nun ja.... ich suche diese Variante schon deutlich länger als 3 Jahre. Zumal der Kaufpreis auch einiges relativiert. Und er ist auch für ein paar Biechen aus dem Herzogtum Kleve zu mir gebracht worden. Er sah ja am Anfang auch gar nicht so unbrauchbar aus. Aber wie schon gesagt - wenn man dann mal ein paar Schrauben löst....
    Wartungsrückstau und auch Benutzerunwissen ist das zweite Problem. Zeltstoff zerreisst wenn man es übertreibt - und genau das das passiert bei einem leicht verbogenen Gestänge.... Oder eine Gästeplatte, die Bricht, weil an der Hauptbelastungsstelle ein Knacken vom minderwertigen Holz ist.
    Am Schmiernippel des Zugrohres konnte man sich auch nicht dreckig machen..... ;)


    Ich habe jetzt ca. 40 kg für die Galvanik, einige Dinge zum nachschweißen (Stützen, Gestänge etc.) und fange an wieder rückwärts zu arbeiten....
    Wobei hier weniger die Problematik mit der Technologie besteht sondern eher in den Kosten...

  • Ich denke, das Tal ist durchschritten.


    Die Beschläge und Gestänge sind jetzt goldgelb, das Zelt ist gewaschen und die fragilen Blechteile entlackt. Morgen gehts zum Strahlen udn grundieren.


    Das aber so ein popeliger Gaskasten erst instandgesrtzt sein will, kostet - Zeit.

  • Wo bzw. wie hastn das Zelt gewaschen?


    Radeburg? 8o

  • Da unsere Wäscherei Frauenlob in W´münde nach schätzungsweise 8 Dekaden leider geschlossen hat, wäscht jetzt die


    http://www.waescherei-heldt.de/


    Ein Zelt hatten wir schon da, es ist gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der Trommeln für knapp 20 kg Zelt hat.

    Wozu Ventile? 0,6 EDS Hemi


    Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".


    www.trabant-original.de

  • Ich wusste bis dato nichtmal das es jemanden zum zelt waschen gibt.


    Hab mein Zelt auf dem Boden mit nem Schrubber bearbeitet, mit mäßigem Erfolg.

  • Bei einem 30 Jahre alten Zelt, möchte ich schon, das es vorm Reparieren so gut wie möglich von Vogelkot, Baumharz und staubigem Muff befreit wird.


    Nachimprägnieren wird dann sowieso fällig......



    PS: die Notwendigkeit ergibt sich, wenn man häufig mit Zelten aus den 60ern zu tun hat.....

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  • Ich dachte immer, Baumwollzelte sollte man eher nicht imprägnieren?

  • Irgendwann (spätestens wenn die Nähte nachgearbeitet sind) ist es nach eigener Erfahrung fällig. Dann ist diese "Herstellungsimprägnierung" durch Aufquellen scheinbar mit durch.


    Wir hatten das bisher primär an originalen gewaschenen Campifix-Zelten aus den 60ern.

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  • Wir haben das Projekt wieder aufgenommen.. ..

    Jetzt wo ich tot bin ist alles soviel leichter,
    ihr müsst alle aufstehen und ich schlaf einfach weiter.


    Nicht lange raten, recherchieren! Original-Trabant.de

  • Ich sehe gerade, dazu gibts ja schon ein Thema...


    Mein Gott, wie die Zeit vergeht....


    Ja, stimmt, es hat sich was getan. Eigentlich bis auf ein wenig Finish und Kosmetik fast alles. Einige Eindrücke sind ja immer mal wieder aufgetaucht, aber vielleicht sollten einige Erkenntnisse und Praktiken vielleicht öffentlich zur Verfügung stehen....


    Um den "unseligen" Deckel zu zerlegen bedarf es eigentlich nicht wirklich viel - eigentlich sind nur ein paar Nieten aufzubohren und es fällt quasi vor einem auseinander:




    Man sieht auch das Elend - harte Dichtmasse, nicht wirklich dichtend - siehe Deckelelend am Alpenkreuzer Super GT vom Kollegen Deluxe


    Die Deckelteile wurden dann entlackt / partiell gestrahlt und geschliffen, gerade bei den dünnwandigen, wenig gesickten und gebauten Deckelteilen ist das Handlich so einfach angenehmer.




    Auch unter der Folie des Spenderdeckels war in diesem Fall ausnahmsweise mal alles chic.


    Also die Oberfläche für Neubeklebung vorbereiten (alte Nietstümpfe ausgetrieben, Schleifen, Klebereste mittels Multitool entfernt) .






    Die Deckelteile sind dahingehend etwas unpraktisch, da der Gammel natürlich in den Überlappungen lauert.


    Dazu kommt: das Heraus- und Hineinwürgen einer Platte in einen zusammengebauten Deckelrahmen ist eine eher unangenehme Arbeit.....




    Die (leider etwas unscharfe) mit Bootsplanenstoff beklebte Platte. Wichtig ist die richtige Eckenumklebung und das Anschmiegen an die Deckelkontur, welche auf der kurzen Seite 2mm eingefräßt ist, um das Profil bündig aufzunehmen.




    Statt der Vollschaft-Alunieten wurde hier alles mittel Edelstahlschrauben verbunden.




    Erst werden die Front- und Heckprofiie mit der Platte verbunden






    dann werden die Seitenwände mit Dichtmasse angesetzt. Hier erfolgt die Befestigung inkl. der Alu-Profilleisten.




    Wichtig: die sehr filigranen und leicht zu beschädigenden Aluleisten zur Aufnahme der umlaufenden Abdichtgummis




    Grundsätzlich ist der Deckel bis auf das Scharnier montagefähig.


    Andererseits zeigt der Arbeitsaufwand, dass der CT 7 und 8 mit Ihren Fahrplanen ohne Deckel deutlich preiswerter gewesen sein müssen.

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  • Dann machen wir mal weiter unten weiter:


    Der Rahmen leert sich - obenrum ist etwas mehr zum Schrauben, ansonsten dominiert der Alu-Niet.






    Der leere Rahmen




    mit der an- und




    unterrosteten Pulverbeschichtung.




    Ab zum Sandstrahler!




    Dann vernünftig grundieren und Decklack.





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  • Bei deinen Ausführungen habe ich immer das Gefühl selber dabei gewesen zu sein 8)

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  • Vielleicht auch mal ein paar Impressionen vom Drumherum....


    Manch Verbraucher improvisiert gern: z.B. mit dem Gestänge vom Windschutz einen Rost....




    Es geht auch nichts über hygienische Oberflächen......





    Aber auch hier gilt: wenns zweite Lichtlein brennt - kann man Suppe UND Kartoffeln kochen....




    Dazu kommt die Harzsammlung, getarnt als Radlagerfett




    Eine Bremsanlage, an deren ingenieurtechnischer Raffinesse nicht zu rütteln ist -




    die aber auch überholt manches Rätsel aufgibt und sich als Zicke tarnt...




    Und wenn man nicht alles gaaaanz richtig macht, gibts Federngranulat.....




    Innovative Lösungen auch als Schraubenersatz... Im Osten wärs ein Neurervorschlag gewesen - aber so?




    Für mich stellt sich die Frage, ob es praktisch oder blöd ist, wenn der Aufkleber gleich die Farbe mit entfernt.... :/



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  • Der Kocher....

    Mit exakt so einem Modell haben wir hier noch vor zwei Jahren an der 5kg Flasche gekocht, als wir parallel das Haus bezugsfähig gemacht haben. Hat treue Dienste geleistet, wesentlich bessere als die davor ausprobierte Doppel-E-Platte.


    Respekt natürlich für den Rest. ;-)



    Gruß

    Benjamin

    Fährt und schraubt gern IFA *Simson S50B1* *Schwalbe KR51/1* *Trabant 601 LX '88* :love:

  • Ein Stillleben..... Meißel und Niet....




    Die Bodenplatte - nackt...




    Die Bodenplatte im Aufwind - mit Radkästen.




    Vorkonfektioniert und heiratsfähig




    Hier lauern schon beide - Braut I und Bräutigam




    Es scheint wieder ein Anhänger zu werden... gefühlte 200 Schrauben später....




    Interessant in diesem Zusammenhang: 2 formal gleiche Anhänger gleicher Bauart - unterschiedliche Holzteile.... Ob dies jetzt dem Kombinatsfahrwerk geschuldet ist oder anderen unbekannten Variablen......




    Gestängepuzzle:




    Jetzt noch das Zelt:




    und Voilá! Braut II ist dabei....



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