Spiel des Bremspedals

  • Wie verhält sich eigentlich das Bremspedal bei einer einwandfreien Bremsanlage? Ich kann geschätzt 3 cm treten, dann erst setzt die Bremswirkung ein. Bin letztens nen Kombi kurz im Hof gefahren, da kam die Bremse praktisch sofort (geschätzt) auf dem ersten cm Pedalweg. Aber der Kombi stand auch ca. 6 Jahre rum.

  • Ich könnte jetzt nicht auf Anhieb sagen, wie weit sich das Pedal üblicherweise treten läßt (habs nie nachgemessen), aber ich vermute aus eigener Erfahrung mal, daß bei dem Kombi die hinteren RBZ festgerostet waren, was einen verkürzten Pedalweg zur Folge hat.


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • 3cm passt schon. Unterschidede gibt's durch unterschiedliche Breiten der Nachstellerschlitze in den Backen.
    Wie gesagt, Hauptsache es gibt (etwas) Stößelspiel.

  • Siehe Zeichnung unten. Jetzt könntest du es über die Hebelbewegung noch in Pedalweg umrechnen 8)


    Miss mal die Kolbendurchmesser und errechne dir den Pedalweg über die Hebelverhältnisse aus der Zeichnung für beide min./max. Einstellerspiele ;-)


    Ich vermute mal, der Hub wird der komplette Weg sein, den du nur beim Entlüften zurücklegst.


    Das Nachstellerspiel (inkl. Toleranzen) ist genauso wie das Stösselspiel im WHIMS angegeben ;-)
    [Blocked Image: http://trabitechnik.com/images/whims2/6-6.jpg]


    [Blocked Image: http://trabitechnik.com/images/whims2/6-19.jpg]

  • Danke für die Tips. Also ich meinte schon den Pedalweg ohne das Spiel (ist ja nur wenige mm). Das mit den festgerosteten Bremsen klingt sehr einleuchtend; ich denke mal, das wird es gewesen sein.


    Eine gute Freundin ist gestern auf ne rote Ampel zugefahren und dann hat das Auto nicht gebremst. Sie ist dann mehr oder weniger mit 50 über die rote Kreuzung geballert. Ich denk mal, so nen Schock wünscht man keinem, das hätte tödlich enden können. Ursächlich war ne durchgerostete Bremsleitung, Also seht echt zu, daß Eure Bremsanlage immer in Top-Zustand ist und macht immer vor Fahrtantritt ne Bremsprobe (Bremspedal sackt ab?), auch wenn das keine 100 %ige Gewißheit bringt!

    Edited once, last by Der_Ingenieur ().

  • Ursächlich
    war ne durchgerostete Bremsleitung,


    Genau deshalb wurde die Zweikreisanlage eingeführt, die das Risiko eines Totalausfalls mindert. Deine Hinweise gelten natürlich, insbesondere bei den älteren 1-Kreis HBZ!


    Erschrecken und Pedal loslassen darf man nur bei der Zweikreisanlage nicht, wenn dieses plötzlich nachgibt (Ausfall eines Kreises). Unbedingt bis zum Bodenblech weiter durchdrücken - und das Auto bremst (natürlich wesentlich schwächer).

  • Sicher! Nur die rechte Wade ist auf den üblichen Pedalweg /-Widerstand konditioniert und 99% der Wadeln realisiert in den ersten Sekunden nicht, dass man weiter druchdrücken soll/kann.


    LG

    -> --> 26 Jahre <-- <--

    Bayrischer Trabant Club


    ES GIBT NUR WENIGE DUMME FRAGEN, ABER VERDAMMT VIELE DUMME ANTWORTEN !

  • Genau deshalb wurde die Zweikreisanlage eingeführt, die das Risiko eines Totalausfalls mindert.

    Auch ein (vergleichsweise moderner) Astra ist davor nicht sicher. Ich vermute, es wurde einfach der Behälter nach und nach leergebremst. Dann hilft auch kein 2. Bremskreis mehr, wenn keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Beim Schreck wird man eher das Pedal verkrampft voll durchtreten, statt es loszulassen. Auch mit einem Bremskreis hat man noch ne gute Bremswirkung, sofern halt noch Flüssigkeit vorhanden ist.

    Edited once, last by Der_Ingenieur ().

  • Üblicherweise sind die Behälter aber unterteilt, damit im Schadenfall nur ein Kreis versagt. Eine kleine Notmenge bleibt also im intakten Kreis zurück. Das ist ja gerade der Sinn der Sache.

  • Ich hatte mal beim Wartburg einen unbemerkten Kontaktschluß im Bremslichtschalter. Der ist durch die permanent anliegenden 42 Watt dermaßen heiß geworden, daß sich offenbar Dampfblasen der BreFlü gebildet haben. Habe ich bei einer normalen Betriebsbremsung vor einer Kurve plötzlich ins Nichts getreten und zum Glück mit der Feststellbremse verzögern können. Beim Trabant würde aber dann wohl nur ein Kreis ausfallen, da der Schalter am HBZ sitzt, beim Wartburg am Verteiler der Bremskreise. Weiterer eindeutiger Sicherheitsvorteil des Zwickauer Spitzenprodukts.


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Beim 353W sind die Kammern aber ebenfalls getrennt. Der Schalter könnte also somit "nur" einen Kreis zum kochen bringen. Wobei auch das eher komisch klingt...

  • Wobei festzustellen ist, dass wirklich jedes Fahrzeug mit Zweikreissystem mit einem geteilten Vorratsbehälter mit verbleibender Restmenge für den nicht defekten Kreis ausgestattet ist. Ansonsten wäre die Zweikreisaufteilung auch absolut sinnlos. Wird zusätzlich eine hydraulisch betätigte Kupplung vom Behälter mitversorgt, dann ist prioritätsbedingt der Abgang zum Geberzylinder stets seitlich über dem Niveau der Bremskreis - Bodenkammern angesiedelt...
    Gruß Lutz

    Jawohl, Sie haben richtig gehört! Wir machen Hausbesuche! Selbstverständlich ohne langwierige vorherige Terminabsprache! Wir kommen auch zu Ihnen! Stets zu Diensten...Ihre Steuerfahndung! :grinsi:

  • Beim 353W sind die Kammern aber ebenfalls getrennt. Der Schalter könnte also somit "nur" einen Kreis zum kochen bringen. Wobei auch das eher komisch klingt...


    War aber definitiv so. Ich habe natürlich erstmal angehalten und dachte, der HBZ ist kaputt oder so. Bis ich merkte, daß beide Bremslichter leuchteten, obwohl ich gar nicht im Auto saß! Ein Blick in den Motorraum zeigte, daß die Anschlußleitungen am Schalter bereits leicht rauchten. Mit abgezogenen Leitungen und nach längerer Wartezeit war dann alles normal. Interessant in diesem Zusammenhang war auch, daß beim Wartburg ja der Schalter nicht verpolt angeschlossen werden soll. Der defekte Schalter besaß aber im Gegensatz zu meinem Ersatzteil keine Kennzeichnung der Plusfahne. Ein hoffentlich seltener aber doch nicht unmöglicher und sehr unangenehmer Fehler an der Bremsanlage!


    Gruß,
    Marlene

    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

  • Die Bremsleitung war durchgerostet?
    War vielleicht DOT5 aufgefüllt? Ich habe gerade in einen anderen Thread gelesen, dass durch DOT5 die Bremsleitungen durchrosten!
    Duck und weg!



    Sorry muste jetzt sein, aber wer nicht in der Lage ist, seinen Astra betriebssicher zu halten, sollte wohl lieber mit dem Bus fahren, denn er gefährdet auch andere!

  • Jeder Astra hat einen Schwimmerkontaktschalter, der eine heller, rote Lampe im Instrument aufleuchten lässt.

  • ...und es gibt immer wieder Leute, die das gekonnt ignorieren. Möglicherweise ist es auch geschlechterspezifisch etwas ausgeprägter..