Schwierigkeit bei Antriebsmanschetten Gleichlaufgelenkwellen

  • Ja, das ist nicht immer ganz so einfach. (Und auch nicht gut fürs Gelenk wenn wenn man mit Gewalt rangeht.)
    Wenn man außen am Gelenk mit dem Hämmerchen ansetzt, dann wirkt diese Kraft nicht geradlinig auf die Welle und den Innenstern und die Sache verkantet.
    Ein geeignetes Werkzeug hierfür ist ein Gleithammer.
    Die Welle waagerecht im Schraubstock einspannen, eine (alte) Mutter auf das Gelenk schrauben und an diese den Haken des Gleithammers einhängen. Ein geradliniger und beherzter Schlag und die Sache ist auseinander.


    LG

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    Bayrischer Trabant Club


    ES GIBT NUR WENIGE DUMME FRAGEN, ABER VERDAMMT VIELE DUMME ANTWORTEN !

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  • Ich würde sagen, Gelenk bleibt dran. Irgendwo muß man mal Kompromisse eingehen.
    Einen Gelenkhammer werde ich mir nicht auch noch zulegen.


    Man muß auch mal gegen Baugruppen verlieren können. :cursing:

  • Ich spanne die Welle fest in den Schraubstock und schlage mit einem Schonhammer, bei gleichzeitigem Ziehen, auf den Rand des Aussengeleks. Damit ging bis heute jede Welle auseinander.

  • Ich spanne die Welle fest in den Schraubstock ...

    so, dass der Rand des Gelenks oben etwas über die Backen ragt. Dann ein Stück Holz darauf legen, linke Hand am Gelenk und mit der rechten Hand einen kurzen kräftigen Schlag mit dem Hammer. Wie gesagt: EIN Schlag genügt.

  • Mir ist heute Folgendes widerfahren:


    Hatte beim befreundeten Teilehändler nun doch mal einen Satz neue Gelenkwellen für den 1.1er bestellt. Bei meinem waren die nach unbekannter Laufleistung und 7 Vorbesitzern des (Unfall)fahrzeuges einfach ausgeschlagen - die kurze mehr, die lange weniger. Tauschen wollte ich beide.


    Die neue kurze eingebaut - alles schick.
    Die lange ging irgendwie nicht 'rein...bis ich nachgemessen und beide mal nebeneinandergelegt habe und feststellen mußte, daß sie 8cm länger ist als die originale 1.1er Trabantwelle. :/
    Da ist beim Lieferanten irgendwas schiefgelaufen...ist wohl Skoda oder ähnliches, jedenfalls nicht Trabant 1.1.
    Der Händler hatte keine weitere Welle und muß erstmal warten, bis er wieder mit seinem Lieferanten gesprochen hat. Soweit so gut - ich habe dann erstmal die alte Welle wieder eingebaut, da ich das Auto brauche.


    Und beim einzigen Konkurrenzanbieter für 250€ eine andere zu kaufen hab ich wirklich keine Lust.


    Nun wäre, falls es keinen passenden neuen Ersatz und nur das Geld zurück gibt, ja eine Option, die neuen Gelenke der zu langen Welle auf eine andere, alte Originalwelle zu bauen...davon hab ich noch welche da, das wäre also kein Problem und der kürzeste Weg zu einer regenerierten Welle.


    Um das zu versuchen, hab ich erstmal an einer kurzen Altwelle geübt...und zwar ergebnislos. Trotz der hier gegebenen Ratschläge hat sich das Außengelenk (ist ja das gleiche wie beim 601) nicht einen Millimeter bewegt. Ich habe in Ermangelung eines Gleithammers erstmal die Schlagvariante per Schonhammer versucht. Nix.


    Hab ich irgendwas mißachtet?
    Kann's mir nochmal einer richtig erklären?

  • Versuche es doch mal zu zweit, einer zieht kräftig am Gelenk der eingespannten Welle, der andere schlägt mindestens ebenso kräftig mit dem Schonhammer auf den Aussenrand.
    Das muss gehen!
    Man könnte auch eine Nabe aufsetzen und anschrauben, dann lässt es sich gut mit beiden Händen dran ziehen.

  • Wie wäre es, wenn man den Rand des Innensterns in unmittelbarer Nähe der Welle mit einem Dorn & Hammer bearbeitet?
    So verkantet es weniger.


    Gutes Gelingen! :)


    LG

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  • Wenn ich mich nicht verlesen hab, ist das Gelenk sowieso reif fürs Alteisen.
    Ich glaube mich erinnern zu können jene Prozedur im 1.1er Reparaturhandbuch (grad nicht zur Hand) gelesen zu haben.



    LG

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  • Das alte Gelenk ist Schrott - an meiner Übungswelle ist sogar der Käfig schon gebrochen. Zum Üben also genau das Richtige.

  • Auf das Handbuch hätte ich auch selber mal kommen können...das steht keine 3m von der Werkbank entfernt... :depenalarm:


    Aber die Dorn-Methode scheint mir eher geeignet, ein defektes Gelenk endgültig zu demontieren - weniger, um neuwertige ab- und anschließend wieder anzubauen. Na, mal sehen...

  • Schonhammer? Kenne ich nicht. Meinst Du einen Kunststoffhammer?
    Der hat zu wenig Masse. Also zu geringer Impuls. 1000g oder mehr dürfen es sein. Und dann zum Schutz des Bauteils einen Klotz aus Buchenholz. Wenn das Gelenk gerade steht, reicht EIN Schlag. Bei mir immer.
    Wenn Du es erst einmal geschafft hat, wirst Du Dich fragen, was daran schwer sei soll.

  • Um die Sache abzuschließen:


    Von meiner gebrauchten, ausgeklapperten, kurzen Versuchsgelenkwelle ist das Außengelenk bis heute nicht abgegangen. Das zuckt keinen Millimeter.


    Ich hab dann einfach mal eine andere alte Welle genommen. Eingespannt, einmal draufgeschlagen: Gelenk ab.
    Und eine dritte. Das gleiche wieder zwei-, dreimal drauf: ab.


    Es lag also an der ersten Welle, mit der ich's versucht habe. Die blieb stur.


    Ich hab mir dann von der zu langen Neuwelle die beiden Gelenke abmontiert, eine alte Originalwelle ebenfalls demontiert, gereinigt und lackiert und schließlich die neuen Gelenke dort draufgebaut. Morgen einbauen - dann sollte das wieder 150.000km halten. :)

  • Wie wurden die originalen Befestigungsbänder der Antriebsmanschetten damals befestigt ?

    Gab es dafür ein spezielles Werkzeug ? Problem ist das Straffen und dann das Umbiegen des Bandes.

    Weiß das evtl. noch jemand und könnte mir das erklären ?

    Vielen Dank und allen ein sWE :winker:

    Trabant - seit 1958 ohne Rückruf

    und auch den Elchtest bestanden

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