Warum Schneidschraube und keine "normale" Gewindeschraube.

  • Hi die Stoßstange beim Trabant ist vorn mit Schneidschrauben M 6x16 befestigt. Warum wurden da keine "normalen" Gewindeschrauben verwendet? Außerdem scheint mir die Schraube mit 16mm etwas kurz, wenn ich da noch eine U Scheibe drunter mache und dann das Blech der Stoßstange selber noch dazwischen kommt...
    [Blocked Image: http://www.mercateo.com/images/products/Reidl/11608.gif]

  • Also ich habe da noch keine Schneidschrauben gehabt (oder die waren so verkeimt, daß man die nicht mehr erkennen konnte). Schneidschrauben machen aber Sinn, denn die Bohrungen waren nie so sauber, daß die "normalen" M 6 sofort angebissen haben.


    Warum so kurz? Eine Schraube M 6"trägt" auch nur mit 6 mm Gewindelänge. ( eine M 12 12 mm, dehalb die "kurzen" Radmuttern beim Trabant) Warum also länger machen? Das reicht dicke, rechne mal so: 1 mm Stoßstange + 1 mm Unterlegscheibe + 1 mm Federring macht benötigte 3 mm plus 6 mm "Fleisch", somit hast Du noch 7 mm zum Festgammeln. Ich persönlich kann es sowieso nicht leiden, wenn die Schrauben so lang sind, daß man hinten noch eine Mütze dran hängen kann.


    Gruß Jürgen

  • Ich kenne dies als originale Lösung auch mit Schneidschraube - die noch schneller abreißt, als ein mäßig vergüteter Bolzen.


    Eine bereits vorgefundene Lösung wäre das Füllen des Hohlraumes über dem Gewindestück mit Fett, gleichzeitig sollte man prophylaktisch schon mal "gelegentlich an der Schraube drehen" und diese dann sinnvollerweise wieder mit Fett einsetzen. Ist halt Spritzwasserbreich und Feuchtbiotop vom allerfeinsten.


    Generell stimme ich Jürgen aber zu, ein zu zu langes Gewinde (gerade bei alten, unveredelten Schrauben), sorgt regelmäßig für Frust.

  • schrauben mit hohlraumwachs einsetzen geht auch , bohrung und schraube einsprühen.

    ....wir haben bis jetzt für jede lösung ein problem gefunden....

  • Quote

    Eine Schraube M 6"trägt" auch nur mit 6 mm Gewindelänge. ( eine M 12 12 mm, dehalb die "kurzen" Radmuttern beim Trabant)


    Das erzähl aber keinem Schlosser :grinser: Das Gewinde einer Schraube trägt auf dem ganzen Gewinde der Mutter in das es reingeschraubt ist. Das was hinter der Mutter (oder dem Gewinde in einem Werkstück) an Gewinde rausschaut trägt natürlich nicht mehr.


    Warum sind den die Radmuttern bei alten Trabanten oder dem Wartburg länger, wenn nur 12mm der M12 Mutter tragen?
    Und warum soll man beim Wartburg keine kurzen Trabantradmuttern verwenden?
    Ich will garkeine Abhandlung zu Gewinden schreiben, aber so kann man das nicht stehenlassen, weil es falsch ist :zwinkerer:


    Bei den neueren Trabantbaujahren sind mir bisher nur diese Schneidschrauben untergekommen, die fast immer abreißen wenn man sie mal lösen will. Vermutlich auch aus den schon genannten Gründen. Ich schneide da dann M8 rein und dann hat man meißt Ruhe für lange Zeit.


    Es könnte natürlich auch damit zusammenhängen, das diese Schneidschrauben sehr weich sind und bei einem leichten Aufprall abreißen sollen, bevor es die Aufnahme und umliegende Bleche verzieht. Die weichen Schraubenreste sind ja dann auch schneller ausgebohrt und ersetzt, als ein aufwendiges Austauschen oder Richten von Blechen.

  • man mags nicht glauben, aber vorn paar jahren gabs tatsächlich leute, die haben "edelstahl" erfunden. bei mir sind V4A-schrauben drinne und gut is.
    ich denk ne tolle alternative zum "mumpe-vollhaun" ;)

  • Ich hatte immer vermutet, dass diese Schrauben im Werk leichter und damit schneller in die mitlackierten Gewindegänge einzudrehen waren.
    Quantität statt Qualität...

    Herr gib Regen und Sonnenschein, für Reuß - Greiz, Schleiz und Lobenstein,
    und woll'n die annern auch was haam, so soll'n 'se es dir selber saa'n!

  • so siehts mal aus :thumbup:


    Übrigens, mit den Dingern kann man garnicht wirklich Gewinde scheiden, dazu sind sie zu weich. Aber um Farbe abzukratzen gehts grad so ;)
    Nutzt man überall dort, wo Schrauben maschinell (also mit irgend einem Schrauber) eingedreht werden und wo das Gewinde mit Lack, Pulver oä zugekleistert ist. Nimmt man normale Schrauben, hat man deutlich mehr Ausschuß durch vermurkste Schrauben/Gewinde.


    Es spricht also überhaupt nichts dagegen, diese Dinger durch "richtige" Schrauben zu ersetzen, VA is ein Thema für sich und hatten wir schon oft genug ^^


    Chrom

  • Sasch das kling für mich am Einleuchteten, denn die Nummernschildbeleuchtung im Kofferraum ist auch mit zwei M5 Schneidschrauben befestigt, wohl auch weil an dem Halter Lack drauf ist.


    Denke da werde ich also „normale“ M6x16 Schrauben benutzen und lasse die Schneidschrauben an der Stelle weg.


    @Chrom zum Thema VA hab ich mir da gerade auch meinen Teil gedacht. Man hat ja in Chemie damals aufgepasst ;-)

  • .... aber so kann man das nicht stehenlassen, weil es falsch ist


    Riiiiiiiiiiiichtiggggggggggggg!!!!!!


    Jürgen hat sich ja nur auf die ISO 4033 - Sechskantmuttern ISO-Typ 2 bezogen und sich damit derartig pauschal eingeschränkt.


    Nach ISO 4032 - Sechskantmuttern, ISO-Schlüsselweiten ist m (Höhe der Mutter)
    bei M 6 = 5,2 mm und
    bei M12 = 10,8 mm.


    Und nach ISO 4034 - Sechskantmuttern ISO-Typ 1 ist m (Höhe der Mutter)
    bei M 6 = 5 mm und
    bei M12 = 10 mm.
    Und, und, …..


    ;) ;) ;) Hajo

  • Deluxe: ich hab an dem auto schon so einige graue wunder erlebt, doch das is mir ärger an dieser stelle bislang erspart geblieben (fährt doch der wagen seltenst im mistwwetter und viel liebe gedeiht ihm auch zu)


    is mir übrigens schon bewusst , dass gammel auch edelstahl betreffen kann, nur ist Edelstahl TATSÄCHLICH eine alternative ;)

  • Elektrolyse heißt das Zauberwort was man jetzt bei google eingeben sollte um mehr darüber zu erfahren ;-)