Erich Honecker als Bild im Büro- Geht das?

  • Naja... der kleine, aber feine Unterschied zwischen "unterdrückten Gegenmeinungen" und Folter und Mord ist wohl zu gering, als dass er Manchem auffallen würde....
    Beides nicht OK, aber doch etwas andres zu werten... ;)


    MfG Björn

  • Tja...
    Solange die Jungs vom Spiegel solche Sätze über die DDR schreiben


    Quote

    weil es in einer Gesellschaft ohne Privateigentum


    kann ich sie nicht ernst nehmen - und somit ist die ganze Argumentaion für mich fragwürdig. Gesellschaft ohne Privateigentum - solange im Westen noch an derartigen Schwachsinn geglaubt wird, ist jede Diskussion über die Deutsche Demokratische Republik völlig sinnlos.


    Und von solchen Sätzen wirds ja auch nicht besser:

    Quote

    Es ist doch ganz einfach: Jeder, der im real existierenden Sozialismus der DDR was wurde, hatte Dreck am Stecken.


    So einfach ist das also - soso.
    Und wer definiert jetzt mal "was wurde"?
    Wann war einer denn "was geworden" - erst als Stasioffizier, als Ministerin, oder doch schon als Absolvent eines Lehramtsstudiums - oder war einer auch dann schon etwas, wenn er (als Arbeiter z.B.) mit seinem Leben zufrieden war? Sowas gabs tatschlich...millionenfach - und wer damals zufrieden war, ist heute verdächtig - logisch, nicht?


    Mannmannmann...und das 20 Jahre danach...HILFE! :traeumweiter:

  • Die Berichterstattung zum Thema DDR ist leider immer recht einseitig. Siegerjustiz?? Dann werden irgendwelche selbsternannten "Experten" interviewt von denen eigentlich keiner jemals die DDR besucht hat. Ich will hier auch nichts beschönigen und wir wissen alle daß das Land finanziell am Ende aber objektive Berichterstattung sieht anders aus. Es werden auch immer nur die "Freiheitskämpfer", die "Täter" und die ewig gestrigen gezeigt. Das war aber nur ein Bruchteil der Bevölkerung. Wie Deluxe schon schrieb gab es eine Vielzahl von zufriedenen Menschen.


    Ich kann mich nicht daran erinnern wirklich etwas vermisst zu haben. Mein Eltern arbeiteten beide bei Barkas in Karl-Marx-Stadt. Mein Vater in der Instandhaltung und meine Mutter als Sekräterin des Chefs im Vertrieb. Wir wohnten in einer 3-Raum Neubauwohnung. In jedem zweiten Hauseingang wohnte mindestens 1 Kind in meiner Altersklasse. Es gab sehr viele Spielplätze und andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Meine Eltern betätigten sich in ihrer Freizeit noch sportlich beim Handball im Verein. Wochenends ging es meistens zu meinen Großeltern aufs Land. Da gab es sogar Früchte...Man mag es kaum glauben aber auch der DDR-Boden ermöglichte den Anbau von Obst und Früchten. ^^ Entgegen der üblichen Berichterstattung wachte der normale DDR-Bürger auch nicht jeden Morgen mit einem unbändigen Appetit auf Bananen auf.... :thumbup: Wir hatten kein Bilder von irgendwelchen Funktionären an den Wänden oder rannten den ganzen Tag in Pionieruniform herum. Politik war selten ein Thema sondern wie heute auch der ganz normale Alltag.

  • Oh Mann, die Lesekompetenz hat wohl einen neuen Tiefpunkt erreicht. Worüber haben wir hier diskutiert? Über Honni und seine Margot, nicht über den Hans Meyer von Nebenan, der zufrieden zur Arbeit ging, seinen Lohn erhielt, und wochenends in der eigenen Datsche gemütlich die Füße hochlegte!


    Ich gehöre bestimmt nicht zu den Knalltüten, die nicht glauben können/wollen, dass dies in der DDR möglich war, ganz im Gegenteil. Ich finde es auch falsch, dass in jeder Berichterstattung zum DDR-Leben der "Unmöglichkeits-Faktor" mitschwingt, als wolle man kopfschüttelnd sagen: "So ein Quark, bei Stasi und Co war doch ein ruhiges Leben gar nicht möglich". Ganz zu schweigen davon, dass man mit dem ständigen Schlechtmachen den Leuten die Vergangenheit nimmt, deren Leben zu einer Lüge stempelt. Wenn ich meine Elterngeneration über deren Kindheit und Jugend in den 60er/70er Jahren reden höre, ist das nichts besonderes. Wenn die gleiche Elterngeneration Ost aus der Zeit erzählt, dann meist unter dem Motto "Damals, zu DDR-Zeiten", als ob man nicht in einem Staat, sondern in einem Zeitabschnitt gelebt hätte. Das ist nicht nur paradox, sondern fast schon schitzophren. Dass das den ein oder anderen in eine Identitätskrise stürzt, die vielleicht sogar dazu führt, sich die DDR zurückzuwünschen, ist kein Wunder.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ich über diejenigen schrieb, die "was wurden", war sicherlich NICHT Peter Müllerschulz von nebenan gemeint, sondern eine Karriere auf Staatsebene.


    Und egal, wie provokant der Spiegel schreibt (das hat er immer getan, als Wertungsgrundlage taugt dies daher nur bedingt): Die sachbezogene Grundaussage bleibt die gleiche. Misshandlung von Jugendlichen auf Weisung des Staates, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch M.H. persönlich. Mir ist dabei sch*** egal, ob das die Preußen schon so gemacht haben, es war trotzdem falsch.


    Gruß,
    Freddy

  • Na ja, Freddy, da ist auch unser Parteiensystem nicht gerade besser aufgestellt; wer da was werden möchte, braucht am wenigsten eines: Ehrlichkeit und Sachbezug.
    Viel wichtiger ist es, gut reden zu können, auch, wie ein Friseur, bei allem, was an einen herangetragen wird, "ja!"sagen können, und das ganze dann ruhig aussitzen. Sachkompetenz ist da weniger gefragt, da zählt Ausstrahlung, Redegewandtheit und die Fähigkeit, alles schönzureden.
    Die wunderbare freie Presse, voran das Dummblatt mit den vier großen Lettern, manipoliert Meinungen mehr, als man denkt.
    Nur, ich habe einen riesengroßen Respekt vor diesem Schmierblatt, weil die es so toll schaffen, Wahrheiten anders darzustellen, ohne wirklich gelogen zu haben.
    Man nehme folgendes Beispiel: Vor einigen Jahren wurde beschlossen, daß im öffentlichen Dienst, auch in Anbetracht der geringen Nachfrage von Leistungen die Tage arb
    eitsfrei sind, sofern die zu erbringende Arbeitszeit in einem Zeitraum von mindestens drei Monaten vorgeleistet wurde, daraufhin titelte das tolle Hetzblatt: "Toll! Beamter müsste man sein! Die kriegen jetzt auch an Heiligabend und Silvester zusätzlich frei! Und andere müssen brav arbeiten!"Daß das für alle gilt, und der Hintergrund wurden bewußt verschwiegen, man wollte halt hier mal wieder gezielt gegen Beamte hetzen!
    Wenn man ein paar Wochen später dann den Titel liest: Skandal! Kleiner Beamter um sein Hab und Gut betrogen! klingt die Story wieder ganz anders.Aber nur dann, wenn´s ein kommunaler Beamter ist, und die Verwaltung nicht von der "christlichen "
    Parteiengrupppe stammt.
    Nehmen wir mal den berühmten Witz: "Prawda" heißt Wahrheit, also werden nur wahre Beiträge gedruckt. Sachverhalt: Bill Clinton und Boris Jelzin joggen eine Runde um´s Weisse Haus; Bill kommt nach 10 Minuten an, Boris nach einer ganzen Stunde. Das zu Drucken, wäre blamabel, also entsteht folgender Text:
    Bei einem internationalen Wettlauf belegte unser verdienter Präsident einen hervorragenden zweiten Platz, der Präsident des imperialistischen Klassenfeindes hingegen kal lediglich als Vorletzter am Ziel an!
    Auch hier entspricht alles der Wahrheit!
    Das sind eben die Halbwahrheiten, mit denen man Stimmungen erzeugen kann und nicht zuletzt auch parteipolitisch Meinungen beeinflussen kann, und, dieses Medium ist stärker einzuschätzen als jedes Wahlplakat oder eine sachliche Darstellung der Gegebenheiten, leider!
    Über die DDR gibt es eben auch viele reißerische Beiträge, die meist zur Quotenerhöhung dienen und keinerlei sachliche Grundlage haben.
    Beim Thema "Ungerechtigkeit" sollten wir im Westen auch nicht gerade als Muster gelten, ein Verbrecher und ehemaliger Marinerichter , später Ministerpräsident, hatte viele nicht nur zum Teil zweifelhafte Todesurteile verkündet und vollstrecken lassen. Da kann man vielleicht noch argumentieren, das war der damaligen Gesetzeslage konform, aber spätestens dann, wenn am Grab ein Herr Öttinger als amtierender Ministerpräsident die Story von einem "aufrechten, ehrlichen Demokraten" erzählen will, erregt so was zu Recht die Protestwelle; insofern brauchen "Wessies" nicht versuchen, Neubürgern Nachhilfestunden in puncto Demokratie zu leisten, oder falsches Mitleid darzubieten, da gab es genug Mist vor der eigenen Türe, der nie gekehrt wurde.
    Nicht nur im Falle Filbinger wurden auch Steuergelder verschwendet, der Nazi wurde auf Landeskosten eingegraben, das hat auch Geld gekostet!
    Freddy, auch das sollte man erwähnen!

  • Hallo Fritz,


    insofern brauchen "Wessies" nicht versuchen, Neubürgern Nachhilfestunden in puncto Demokratie zu leisten, oder falsches Mitleid darzubieten, da gab es genug Mist vor der eigenen Türe, der nie gekehrt wurde.


    Habe ich das? Hatte ich jedenfalls nicht vor, denn genau dieses scheinheilige Verhalten prangere ich ja an. Ich prangere aber auch an, dass es falsch ist, die DDR nur deshalb in den Himmel zu loben, nur weil man selbst und alle Angehörigen gut dort gelebt haben. Denn das wäre ein Schlag ins Gesicht z.B. für die Opfer des antifaschistischen Schutzwalls. Die wiederum von Honni und seinen Knallchargen (hehe, welch passendes Bild!) "produziert" wurden. Und DAS ist, mit Verlaub, schwerwiegender als Redegewandtheit und hinterhältig ausgenutzte Sachkompetenz in verbindung mit Cleverness und über-Leichen-gehen, die den gemeinen Politiker von heute auszeichnet.


    Und um eines mal klarzustellen: Keine Regierung ist sauber, weswegen ich mir ohnehin verkneife, die eine gegen die andere aufzuwiegen. Es ist ja zur grässlichen Gewohnheit geworden, in der DDR-Diskussion und geschichtlichen Aufarbeitung einen Vergleich zu bemühen, der weder westlich noch östlich der Grenze jemals funktioniert hat, weder vor- noch nach der Wiedervereinigung. Es braucht diesen Vergleich einfach nicht, um festzustellen, dass die DDR gegen Menschenrechte verstoßen hat, auf Geheiß ihrer führenden Kräfte. Und deswegen würde ich mir so einen Saukopp wie den Honecker nie in die Garage hängen. Das heißt nicht, dass ich ihn oder irgendjemand anders verurteile - denn das steht mir nicht zu - sondern entspringt nur meinem persönlichen Empfinden bei objektiver Betrachtung der Sachlage.


    Will sagen: Du argumentierst (durchaus nicht unfalsch) mit Äpfeln, ich aber mit Birnen ;)


    Gruß,
    Freddy

  • Jupp, mit Deinen letzten Sätzen sprichst Du da wahre Worte....
    Und, leider habe ich bei der Vorgeschichte zur Übernahme des Raumes auch nicht alle Informationen erwähnt.
    Wie zwischenzeitlich bekannt sein dürfte, ich bin überall unangepasst, gehöre keiner Religion an, und liebe daher auch keine Symbole religiöser Herkunft.
    Auf der Wand mir gegenüber war noch deutlich der Hintergrund des Kreuzes erkennbar, und das wiederum ist für mich inakzeptabel. Seien es nur meine eigenen Erfahrungen mit dem Netzwerk Kirche- egal welcher Konfession- habe ich da nur negative Erfahrungen übelster Art, welche hier auszuführen ein eigenes Forum füllen könnte.
    Ein Johanniter wird gekündigt, weil er aus der Kirche austritt, gleichzeitig werben die Johannies per Drückerbanden so richtig agresssiv um neue Mitglieder, da ist die Konfession dann wiederum egal.
    Der Malteser Hilfsdienst kündigt der Mitarbeiterin Gabib Z. trotz bester Qualifikation den Arbeitsvertrag, weil sie gegen "die ethischen und religiösen Grundsätze der Gemeinschaft verstößt, weil sie sich scheiden lässt.
    Der Schwachsinn hierbei: Solcher idiotischer Unfug kann rechtsrelevant sein!

  • ich kenn auch eine firma die hat das bield von Erich Honecker hengen die firma ist in Magdeburg,

  • Ohne die ganze Diskusion hier gelesen zu haben:
    Ich denke, es kommt sehr drauf an, wo man arbeitet. Ich zum Beispiel bei der Bundeswehr würde dafür ziemlich großen Ärger bekommen, wenns ein Anwalt in seinem Büro aufhängt würde sich keiner stören und der Bauarbeiter, der das Bild im Gemeinschaftspausenraum aufhängen will muss erst mit den Kollegen quatschen ;)
    Zudem gibts da noch den Ost-West Unterschied...


    mfg

    Fuhrpark:
    -601 A-Kübel Bj. 86