Tankreinigung / Entrostung

  • Hier mal die einfachste chemische Entrostungslösung.
    Man nehme 4 oder 5 Flaschen davon,

    und fülle diese in den Tank. Wichtig: 25% Essigsäure sollten es schon sein, sonst zieht sich der Vorgang entsprechend in die Länge.
    Vorher den Tank innen entfetten, das geht entweder mit Verdünnung oder scharfer Seifenlauge.
    Der Benzinhahn muß auch abgebaut werden, den macht die Essigsäure sonst zur Minna. Verschluß mit kleinem Plastestöpsel oder Korken. Ich habe von einer Loctide Tube (Schraubensicherung) die Kappe genommen, passt genau und stramm hinein. Am Tankdeckel (falls Blechausführung) klebt man die Entlüftungsbohrung ebenfalls zu. Aludeckel könnten u.U. Schaden nehmen.
    Rostig, aber entfettet:

    Nun mit Essig befüllt:

    Man sieht nun schon, wie die Säure nach wenigen Minuten ihre Arbeit aufnimmt (ich habe hier etwas gemogelt und mal gekratzt, aber der Rost war bereits nach wenig Zeit fast vollständig locker).
    Nun muß man den Tank für jeweils 2h auf jede Seite legen (und wenn Zeit ist ab und an mal schütteln).
    Ist jede Seite gut eingeweicht, kann man mit einer handvoll Splitt und 2Liter Wasser die Essig- und Rostreste entfernen, dazu den Tank ca. 5 Minuten schwenken und gut! spülen (Kärcher oder Schlauch), anschließend Restpfütze mit Tuch aufnehmen und mit Fön trocknen - sonst rostet der Tank sofort erneut.
    So sollte es aussehen:

    Nun einen halben bis dreiviertel Liter 2T-Öl hinein und wieder Schwenken.
    Nun darf man das erste Mal auch blank tanken. ;)

  • Als "scharfe Seifenlauge" empfehle ich "Marine-Clean", ultra-alkalisch, also gut auswaschen und Handschuhe tragen.

  • Ich habe eine Frage: Wie verfährt man, wenn man den Tank nicht gleich wieder befüllen will? Ich hab nämlich vor meine Pappe im Sommer zu zerlegen und will nach und nach alles instandsetzen. Reicht da das Zweitaktöl, gibts noch eine andere Empfehlung oder am besten einfach zum Schluss machen? Wäre ja ärgerlich, wenn der dann wieder Rost ansetzt.


    Danke :)
    Martin

  • MartinPIR - im Zweifelsfalle zum Schluß machen. Auf der anderen Seite habe ich auch einen Tank schon ca. 1,5 Jahre daliegen. Ich habe ihn damals (rostfrei) mit ca. 2 Litern 1:10 gefüllt und schwenke ihn sporadisch immer mal durch - bis jetzt kein Rost ...




    Ein Volk, das den Wohlstand höher schätzt als die Freiheit, wird am Ende beides verlieren - zuerst den Wohlstand und dann auch die Freiheit
    (Olov Palme)

  • Die Essig-Essenz bekommt man eigentlich in jedem Supermarkt oder Drogerie...
    Auch gut zur Rostbehandlung ist Phosphorsäure... hat nämlich den Vorteil, dass es zu der rostlösenden Eigenschaft auch noch etwaigen tiefsitzenderen Rost umwandelt...


    MfG Björn

  • na gut, ich versuchs mal. mit dem zeug, welches mir sonst an bestimmten tagen einfachste nahrungsmittel aus der büchse (linsen & Co. ^^ ) wenigstens etwas verfeinert... ;)

  • da ich ja ein von natur aus fauler mensch bin nehm ich branntweinessig , kost der liter 39 cent und man sollte die sache nen paar tage ruhen lassen, aber da brauch ich nix mit split oder so machen sondern einfach auskippen, ausspülen, fertig

    Dieser Beitrag wurde 569 mal editiert, zum letzten Mal von DUOcalle: Heute, 22:24

  • Der Split soll als Gleitschleifstein arbeiten, der umgewandelte Rost braucht manchmal etwas (wirklich wenig) Nachhilfe.
    @Papa Bär: Macht Essigsäure genauso.

  • Schönes Tutorial, gut geschrieben und mit Bildern versehen :thumbup:


    Endlich mal wieder n sinnvoller Thread hier :dafuer:

    Alle Angaben ohne Gewehr!







    Gewalt is schließlich keine Lösung :thumbsup:

  • @ heckmann
    Was macht Essigsäure genauso?
    Das Rostlösen an sich, ja, wie so ziemlich allen andren Säuren auch... Kann man genausogut Zitronensäure aus der Drogerie nehmen...
    ABER: Phosphorsäure hat den enormen Vorteil, dass sie neben den rostlösenden Eigenschaften noch folgende hat: Es wandelt Eisenoxid in Wasser und Eisenphosphat, letzteres rostet eben nicht weiter und man kanns ggfs. lackieren...
    Bei Essigsäure wäre mir das eher rätselhaft, da diese zwar Eisenoxid zersetzen kann, aber keine stabilisierte Schicht o.ä. hinterlässt... lediglich Eisen und Wasser (und Acetationen)....
    2 CH3COOH + FeO ———> Fe2+ + 2 CH3-COO- + H2O


    MfG Björn

  • Ich kann deine Formeln zwar nicht deuten, aber ich möchte ja den Rost komplett weg haben und auch keine Reste von umgewandeltem Rost. Mit Phosphorsäure bleibt dann sicher so ein dunkler Belag übrig, wie beim Rostumwandler, oder?
    Warum kann man nach anderen Säuren nicht auch lackieren? (muß man das überhaupt ;) ?)

  • die formel rutscht mir zwa auch den a. runter(hat aber mit nem ergebnis auch nichts zutun,da ergebnis zählt)!
    ich hab ervolge mit vitaminC-pulver(zum entkalken)das gibts wie essigessens im supermarkt!!!
    und die entsorgung über die kanaliation(vermutlich illegal)fällt nicht weiter auf.
    beschaffung und entsorgung von phosphorsäure(eigentlich nicht hochkonzentriert im haushalt)empfinde ich als komplizierter.!?!

  • Oh je...
    Ich glaube ich müsste dazu mal ne komplette Abhandlung schreiben...hab ich aber leider keine Zeit für, darum hier nur in Kurzform...
    Bei wirklich starker Verrostung grob mit Essigsäure oder besser Salzsäure entrosten, danach mit 10-15%iger Phoshorsäure drüber, danach spülen... und mit Indikatorpapier prüfen^^
    Und bei "normalen" Oberflächenrost kann man sich eben den esten Schritt sparen^^


    MfG Björn


    //Edit
    es geht so ziemlich jede Säure, also auch Ascorbinsäure (VitaminC), und ob ich nun in die Drogerie fahre oder kurz an ner Apotheke halte dürfte sich im Aufwand aber wohl gleich bleiben, nicht aber im Ergebnis...

  • Da gebe ich Björn mal absolut Recht: Obwohl ich nicht christlich-gläubig bin, die Reihenfolge der Säuren ist richtig, gleichsam aber auch gefährlich.

  • Das ist egal. Ich würde es aber vorher machen. Die Handtiererei mit der Säure und das ganze drumherum kann nur zu Beschädigungen der neuen Lackschicht führen.
    Vorm Schleifen/Strahlen/Lackieren machst du das Gewinde vom BH und Tankstutzen eh zu und entfettest/entstaubst das Blech.

  • gut, dass es dieses thema hier gibt: jetzt weiß ich auch, warum ich früher des öfteren, wenn ich in der oder geangelt hab, fische mit merkwürdigen auswüchsen anlandete. nur weil der mensch mit der fleischfarbenen badekappe seinen tankrest ins abwasser entsorgte :rolleyes: