Fahrschule in der DDR

  • Hi
    Ich frage mich ob es damals in der [lexicon]DDR[/lexicon] auch so umgebaute Autos gab mit doppelter pedalerie.
    Vll sogar so einen trabanten?
    oder gabs sowas damals noch gar nicht?
    und wie lief das damals sonst ab?
    weiß jemand etwas darüber oder hat vll sogar damals seinen führerschein in der [lexicon]DDR[/lexicon] gemacht?



    Mfg
    jojogs

  • Ja es gab umgebaute Autos, bei uns gabs nur eine Fahrschule und die fuhren Wartburg und Lada. Ich glaube mich aber dran erinnern zu können das vor 2-3 Jahren nen Fahrschultrabant bei Mobile oder Autoscout war. Ansonsten hatte meine Fahrschule 98 div. Tafeln/Modelle vom Trabant wie zB Schnittmodell von der Trommelbremse,Funktionsmodell Bremse/Handbremse, Funktionstafel sämtlicher Beleuchtung vom Trabant.
    Was meinst du mit der frage was sonst so lief damals? Ich denke mal nicht anders wie heute Theorie und Praxis halt.

  • In Dresden gibts auch noch ein Fahrschultrabi! (einer der fährt und ich glaube auch einen in Zeitreise)
    Konnte man damals auch einbauen lassen um, weil es oft eine Warteliste bei der Praxis gab und wenn man ein geeignetes Auto mit brachte, gings meistens schneller!
    Aber viele haben ihren Führerschein bei der [lexicon]GST[/lexicon] gemacht.
    Meine Mom zb hat ihre Lehre in einer Gärtnerei gemacht, bischen W50 auf dem Feld kurz mal in die Stadt, kurzer Theorieteil und dann hatte sie den FS.


    Wissen hat eine wunderbare Eigenschaft: Es verdoppelt sich, wenn man es teilt.

  • Ja es gab auch Umbauten für den Trabant, mit doppelter Pedalerie davon hat mir meine fahrschullehrer erzählt.
    Aber er hat seinen Trabant damals dann nicht umgebaut weil im ein anderer Fahrschullehrer geraten hat auf Golf 1 umzusteigen.

    Gruß der Christian :thumbsup:


    Euro 5 ist besser als Sauerstoff^^

  • interessant.
    jemand hat mir mal erzählt , dass in der fahrsschule einer hinten im trabi mit einem lenkrad inner hand saß und so mitgelenkt hat^^

  • Mein Vater war zum Ende de [lexicon]DDR[/lexicon] auch Fahrlehrer, aber nur auf Trabant.
    Das L vom Dach und die Pedalerie hat er immer mit Heim gebracht.

  • Hallo Leute,


    der Erwerb der Fahrerlaubnis (hieß wirklich so!) war an und für sich nicht schwierig, wenn man in der [lexicon]GST[/lexicon] war und da nicht gerade bei der Laufbahnausbildung "Mot - Schütze" (Sandlatscher) gelandet ist.
    Also ich persönlich habe meinen "Mopedschein" beim [lexicon]ABV[/lexicon] gemacht und das lief so ab: "[lexicon]VK[/lexicon] 30" holen (Fahrerlaubnisantrag in Postkartengröße), zum Arzt wegen Tauglichkeit, "L - Heft" (Fahrschullehrbuch) kaufen, eine Woche lernen, Termin ausmachen und während der Sprechzeiten des [lexicon]ABV[/lexicon] den Fragebogen ausfüllen. Praktische Prüfung hatte ich keine, denn ich bin oft genug vom [lexicon]ABV[/lexicon] mit dem Moped meines Bruders im Garten gesehen worden.Führerschein eine Woche später beim [lexicon]ABV[/lexicon] abholen. Kosten: 5, - Mark [lexicon]DRK[/lexicon] - Schein, 5 Mark Prüfungsgebühr; 2 Mark Führerschein.Den Mopedschein hatte ich 2 Wochen nach meinem 15. Geburtstag.
    Motorradführerschein habe ich bei der [lexicon]GST[/lexicon] gemacht. Das hat mich 22, - Mark gekostet, da ich als Hilfsausbilder die Mopeds mit betreut hatte. Bei den Motorrädern lief das so ab, daß der Fahrlehrer auf der TS 250 bei mir hinten draufsaß und die beiden TS 150 der anderen Fahrschüler sind hinterher gefahren.Mit 16 1/2 hatte ich auch dieses Papier. Übrigens war die damalige "1" bis 18 Jahre auf 150 ccm beschränkt.
    Pkw auch bei der [lexicon]GST[/lexicon], weil ich die Ausbildung auf einem S 4000 mit Doppelpedalerie gemacht hatte, aber nur Tauglichkeitsgruppe "C" hatte, erhielt ich nur die damalige "4" (Pkw). Die Prüfung habe ich auf dem privaten 601 Universal meines Vaters gemacht. Kosten 181, - Mark und da war ich 18 1/2.
    Es wurde einiges lockerer gesehen, aber eine schlechte Ausbildung hatten wir nicht. Übrigens durften zu [lexicon]DDR[/lexicon] - Zeiten Fahrschulen nicht auf die Autobahn!
    Gruß Jürgen :winker:

  • Naja - SO einfach war die sache mit der [lexicon]GST[/lexicon] aber auch wieder nicht... Bei uns in der Berufsschule z.B. waren damals die Leute dran, die bereits 1 Jahr vorher ausgelernt hatten - wurde also nix (ausserdem hatte ich als eher pazifistisch eingestellter Mensch eh ein gewisses Problem mit diesem letztenendes doch paramiltärischen Verein... :zwinkerer: ).
    Jedenfalls habe ich - nachdem allerorts Wartezeiten von 1,5 - 2 Jahren angesagt wurden (ab Anmeldemöglichkeit 18 Jahre gerechnet...), bin ich mit etwas Glück und viel Vitamin B über die FS des im Nachbarort ansässigen KfL an meine Fahrerlaubnis (so hieß das ja damals) gekommen.
    Die hatten einen FS-Trabant - mit Doppelpedalerie und dem bewußten L-Schild af dem Dach (Bj. uralt - aber mit 1980er E-Karosse "verjüngt" :top: ) Dieser war kaputt (Scharniergelenk gebrochen) und wurde dringend gebraucht natürlich - Fahrschüler standen immer Schlange damals! Mein Altmeister meinte: "Ihr könnt den gg. Mittag wieder abholen!" (es war schon nach 10.00). "Oh - klasse!"
    Darauf wieder mein Meester: "Jaa - aber der Kollege hier (also ich) braucht dringend ´ne Fahrerlaubnis..."
    "Kein Problem - das machen wir natürlich auch ganz kurzfristig!"
    Was soll ich sagen - der trabi war um 12.00 fertig - ich hatte knapp 14 Tage später meinen FS - 5 (LKW) und 4 (PKW). Das hieß, die allermeisten Fahrstunden auf W50 in Fahrschulausführung (Doppelpedalerie, 2. Lenkrad und "Doppelkabine" für 2 zusätzl. Mitfahrer hi). Das war ne lange Pritsche - dazu ein laaanger Anhänger! - Ich werde nie vergessen, wie ich mit dem Gespann - Blut und Wasser schwitzend - gleich als erstes durch die Stadt BRB gezirkelt bin...vorher nämlich nur einige Übungsrunden mit Vaters Dienstkombi durch den Wald... :verwirrt:
    Mit dem besagten Trabi mußte ich nur eine Fahrstunde absolvieren.
    Anzumerken wäre noch, daß man mir bei der besagten Fahrschule nur 1 Wo vorher auch 1,5 Jahre Wartezeit angedroht hatte. :lach: So lief das damals eben... :zwinkerer:

  • ... an meine Fahrerlaubnis (so hieß das ja damals) gekommen.


    Das heißt doch heute immernoch so!? Das weiß man spätestens nach seinem ersten FE-Entzug :traurig::lach:

  • Anfang der 50er hatte mein Opa den FS(LKW) gemacht, da ging das alles noch etwas anders zu. Wie da die Wartezeiten waren weis ich zwar jetzt nicht, aber Praxisstunden gab es da scheinbar nicht, sowas musste man sich selbst aneignen. Dann war eines Tages Prüfungstermin. Alle Prüflinge kamen hinten auf die Pritsche und einer fuhr. Fuhr mein Opa langamer als 70km/h über Land nahm der Prüfer seinen Gehstock und Klopfte aufs Amaturenbrett. :D

    Signatur aus Kostengründen momentan eingespart.

  • Ich nich...bei mir heißt das Fahrerlaubnis...oder halt Fleppen. Aber egal...gehört ja eigentlich nicht hier hin. Wollte es nur anmerken, dass das immernoch so betitelt ist - eben weil jeder immer "Führerschein" benutzt :verwirrter:

  • Übrigens durften zu [lexicon]DDR[/lexicon] - Zeiten Fahrschulen nicht auf die Autobahn!
    Gruß Jürgen :winker:

    Stimmt nicht, ich musste 1983 Autobahn fahren. Waren sogar Pflichtstunden. Wenn ich mich richtig erinnere 2 Stück.


    Ich hatte damal als Mitglied vom [lexicon]ADMV[/lexicon] (Bin damals Zweiradturniersport und Motocross gefahren) das Glück 2 Monate nach meinem 18. den Führerschein zu haben. Der [lexicon]ADMV[/lexicon] hatte bei uns eine eigene Fahrschule und dort wurde mit einem Trabant und einenm Wartburg gefahren.

  • Hallo RS 800,


    als ich meinen "Lappen" gemacht habe, durften wir noch nicht, es kann sein, daß sich das in den achtzigern geändert hatte.
    Wenn Du beim [lexicon]ADMV[/lexicon] gemacht hast, warst Du da in Antonshöhe bei Schwarzenberg?


    Hallo Standard,


    Wie ich schon geschrieben habe, war es davon abhängig, was man bei der [lexicon]GST[/lexicon] machte. Stoppelhopser (Mot - Schützen; für die Bundeswehrarmisten: da heißt das, glaube ich, Grenadier) hatten meißtens die [lexicon]A[/lexicon]. . . . karte gezogen und durften nur laufen, Löcher buddeln und sinnlos in der Welt rumherballern.Ich war Laufbahnausbildung Militärkraftfahrer, denn Offiziersbewerber sollten einen Führerschein haben.
    Einigen wird es sicher aufgefallen sein, daß ich "nur" Fahrerlaubnis Klasse "4" (Pkw) hatte und einen Lkw G 5 bei der "Fahne" bewegt habe. Das war einfach der Tatsache geschuldet, daß wir in unserer Bastelbude (Waffen - und Geschützwerkstatt) zwar 10 Fahrzeuge, aber nur 5 Kraftfahrer hatten. Also mußte jeder, der einen Pkw - Führerschein hatte, 3 Stunden Fahrschule machen und dann wurden wir auf die Lkw gesteckt. Ich hatte das "Pech" den G 5 zu erhalten. hatte aber auch seine Vorteile, da keine Bahnverladung gestattet. Den Zettel mit der Ausnahmeerlaubnis hat man mir leider bei der Entlassung abgenommen, denn Umschreiben auf die zivile "5" ging damals leider nicht.
    Gruß Jürgen :winker:

  • Meine Mutter erzählte mir, dass sie halt auch mitm Trabant den Führerschein gemacht hatte, und dass es anstatt eines Zündschlosses nur einen Knopf gab. Da hatte der Fahrlehrer wohl ein bisschen umgebaut :)
    Da sieht man wieder, wie der Trabant seiner Zeit voraus war, was heute BMW hat (Startknöpfe etc) hatte der Trabi schon vor 25 Jahren :freude:

    Mein Trabi ist älter als ich... :lach:


    Übernachten im Trabi bei -4°C...nichts ist unmöglich :2Kumpels:

  • Es gab doch auch so Automaten mit Pedalerie, Lenkrad und diversen Schaltern oder? Wurde damit vor der 1. Fahrt geübt? :lach:
    Lg,
    Lutz :winker:

    Freundschaft ist, wenn der Freund schafft. Ähnlich verhält es sich mit der Nachbarschaft.

  • Der Fahrschultrabi hatte doch nur nochmal ne Kupplung und ein Bremspedal, oder?
    Kein 2. Gaspedal.
    Hab mal vor Jahren in Zwickau in einen reingeschaut...
    Mein Kumpel erzählte mir von seiner GST-Fahrschule, daß die in dem [lexicon]W[/lexicon] 50 ein zweites Lenkrad rechts hatten und nochmal einen
    Satz Pedale.
    Die Lenkung war wohl von der Kehrmaschinenausführung bzw. die Rechtslenkerausführung für England!?
    Und jetzt das beste...
    Wessen Beine zu Kurz waren dem haben sie Holzklötzschen auf die Pedale geschraubt, damit er fahren konnte... :freude:

    !!!6Volt,Unterbrecher,Scharniergelenke!!!



    ...und mattschwarz gerollt

  • Wenn ich die Beiträge unserer jüngeren User lese, muss ich leise schmunzeln, was man so alles von der damaligen Fahrschulausbildung denkt.
    Als Privatmann waren Wartezeiten von 3 Jahren üblich. Nach dem theoretischen Unterricht wurde die Prüfung von einem zugelassenen Fahrlehrer oder einem Polizeibeamten abgenommen.
    Anschliessend der Fahrtrainer, ein nachgebildeter Führerstand mit dem man einen Film fahrend begleitete. Ziel war es das Zusammenspiel von kuppeln, schalten, und lenken zu erlernen. Bissel lustig wars schon. Gab es sogar ein Fahrdiagramm dazu.... wie`n EKG. :lach:
    Danach hiess es Elementeplatz. Anfahren, anhalten, Wendequadrat, Parklücke, Garageneinfahrt. Erst wer das konnte, durfte auf die Strasse.
    Gefahren wurde mit allen in der [lexicon]DDR[/lexicon] gängigen Fahrzeugtypen. Doppelte Pedalerie war Pflicht. Ich hatte die Ehre auf Wolga M24 zu lernen.
    Wenn dann der Fahrlehrer der Meinung war, der Lehrling sei soweit, fuhr ein berechtigter zweiter Fahrlehrer zur Prüfung mit.
    Fahrerlaubnis gabs ne Woche später beim VPKA.
    Kosten.... dürfte mit 200 bis 300 Mark machbar gewesen sein. Die Fahrstunde kostete 13,20 Mark, die Theoretische Ausbildung 47,- Mark, Fahrtrainer und Elementeplatz 10,- Mark.
    Zudem waren die Führerscheine ab glaube 1983 ( hiessen dann wirklich so ) schon den EU- Richtlinien angepasst und anerkannt.


    @Genot fahre mal H6 und du weisst, wozu diese Pedalklötze gut sein können, und ja, Fahrschul-LKW hatten 2 Lenkräder, damit der Fahrlehrer eingreifen konnte. Bremse und Kupplung war sowieso immer doppelt.

    Wenn irgendein Teil in einer Maschine falsch eingebaut werden kann, so wird sich immer jemand finden, der dies auch tut.
    - 5. Murphysches Gesetz -

    Edited once, last by Murphy ().