Christentum, Glaube, bzw. Christ vs. Antichrist

  • Vorweg: Ich gehöre keiner Religion an.


    Aber so totalitär wie hier manche schreiben... kein Wunder das Zündstoff Nummer 1 auf dieser Welt die Religionen sind. Wer einer Religion angehören möchte, sollte das tun, denn er hat ein Recht darauf! Und an dieser Stelle ist es absolut egal ob Christ, Moslem, Budhist oder sonst irgendetwas.


    Aus verschiedenen Anlässen war ich mehrmals bei evangelischen Gottesdiensten dabei. Nicht unbedingt meine Sache, aber es wird schnell deutlich waum es Religionen gibt: Menschen benötigen teilweise etws Gutes an das sie glauben können. Ich finde es sogar gut, denn es gibt ein Gemeinschaftsgefühl. Ich finde es nur dann schlimm, wenn es Geheuchel ist! Und leider wurde mit Religionen in der Vergangenheit zuviel schlechtes betrieben. Auch finde ich die derzeitige Haltung der katholischen Kirche in verschiedenen Fragen nicht mehr zeitgemäß.


    Man schaue sich die Völker Südamerikas an - da hat die Kirche saubere Arbeit geleistet! Ganze Volksstämme und Religionen sind verschwunden. Du kommst in eine Kirche in irgendeinem Kuhkaff rein. Da sitzen ein paar indigene Mütterchen und beten. Dann stehst Du als einziger weißer im Raum und man schaut Dich an als wärst Du vom anderen Stern. Und dann siehst Du die Bilder
    der heiligen an der Wand und stellst fest: Alles weiße Europäer... so wie Du...


    Ebenso verstehe ich die Muslime dieser Welt. Christentum, dass is für die so wie sie in der westlichen Welt leben. Waffen, Drogen, freie Liebe. Auch wenn das nicht im Sinne der Kirche ist, so stellt es sich für Muslime dar, dass der christliche Glauben zu schwach ist um dieses zu verhindern.
    Ich hätte als Moslem auch keine Lust, dass meine heile Welt durch die USA (fälschlicherweise Gleichgesetzt mit christlichen Werten) verunreinigt wird.


    Interessant finde ich auch die Entstehungsgeschichte des Christentums. Ein Wanderprediger mit 12 Gleichgesinnten erzählt was von einer besseren Welt. Heutzutage würde das als Sekte durchgehen. Er war einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er erzählte den Leuten was sie hören wollten und starb den Märtyrertod. Gepaart mit Dingen die damals für Aufsehen sorgten und heute allesamt wissenschaftlich erklärbar sind. Durch das Niederschreiben und hin- und hererzählen kam es zum "Stille-Post-Effekt". Es ist interessant, wie sich daraus eine Welt-Religion entwickelt hat. Ich finde sowas faszinierend. Prinzipiell kann man die niedergeschriebene Jesus-Story aber vom Glauben an Gott trennen.


    Fakt ist, Jesus gab es und er erzählte wohl auch, er sei der Sohn Gottes. Bitte, das kann heute auch jeder. Das ist kein Grund daran zu Glauben.
    Allderings: Es kann einem keiner den Glauben an ein höheres Wesen abstreiten! Und jeder, der an einen Gott gleich welcher Art glauben möchte, der sollte das tun. Es kann keiner etwas Gegenteiliges beweisen. Nur wenn jemand mit seinem Gott anderen ein gewissen Lebenstil vorschreiben möchte - da hört der Spaß auf. Und genau das tun viele Weltreligionen. Aus damals recht einleuchtenden Gründen. Allerdings sind diese Gründe nicht mehr zeitgemäß und die Kirchen sollten das beachten. So wie einst Luther eben eine solche Reformation gefordert hatte.

  • Sieh an - da ist er doch, der extra Thread... :top:
    Ich persönlich habe mit der Kirche etc. auch eher nix am Hut - bin "Heide", also nicht getauft und auch nicht kirchlich erzogen/aufgewachsen. Diese "Vorgeschichte" dürfte gerade in der ehem. DDR vmtl. vorherrschend sein. Ich gehe also i.d.R. nur in die/eine Kirche, um sie mir anzusehen. :zwinkerer:
    Bin auch keiner von denen "Ach es ist immer so feierlich"-Weihnachtskirchengängern - hab´s 1 Mal versucht, mir den Hintern dabei abgefroren :grinser: - das war´s dann wohl auch für die absehbare Zukunft...
    Ich habe nix gegen Relegion bzw. gegen gläubige Menschen. - Solange diese das mit sich abmachen, niemanden damit belästigen (Stichwort: Zeugen Jehovas z.B.) und vor allem nicht versucht wird, anderen diesen Glauben aufzuzwingen, bzw. andersgläubige/-denkende zu "bekehren" - schon gar nicht gewaltsam! Gegen extremistische Strömungen sollte entsprechend konsequent vorgegangen werden - das wird hierzulande offenbar leider noch allzuoft eher lasch gehandhabt (z.B. in Sachen der sogen. Haßprediger).
    Zur Kirche als solcher habe ich auch in sofern ein etwas distanziertes Verhältnis, da diese ja in der Geschichte - gerade gegenüber den kleinen/armen Leuten - eine oft alles andere als rühmliche Rolle gespielt hat, leider...
    Sicher ist es gut, Menschen so etwas wie Halt und Kraft zu geben - andererseits wurde unter diesem Deckmantel ja auch nur allzu oft unterdrückt, Fortschritt behindert, ja: auch geraubt und sonstiges Unrecht unterstützt bzw. begangen. :hmm:
    Ich selber glaube eben nicht an irgendein "höheres Wesen", welches mein Schicksal in der Hand hat. Ich denke, man hat sein Leben und das, was man daraus macht, selbst in der Hand und zu verantworten. Mir ist es auch suspekt, auf ein späteres, imaginäres "Paradies" vertröstet zu werden - das hat (siehe 6 Zeilen höher) einen doch irgendwie faden Beigeschmack... :zwinkerer:

  • ist eigentlich auch einer der einzigsten gründe bei mir, das ich in die Kirche mal gehe, um sie mir anzuschauen und zu staunen was die Kirche nicht alles an spenden bzw. zusammengeklaut hat!!
    Wie kann jemand behaupten der Sohn Gottes zu sein, nur weil er gekreuzigt wurde, wenn esGott mal gegeben hätte, ich sag mal so wie Jesus, dann ok! Aber Gott gibt es doch nich und es gab ihn auch nie!


    @PapaBär: also wieder sprüche sind es mehr als genug, nicht nur was in der Bibel steht sonder auch der zusammenhang Gott-Kirche-Bibel! Wieso willst du den genau austretten?
    Auf der einen siete sagts du das es keine wiedersprüche in der bibel gibt, auf der anderen seite willst du austretten, da du die Kirche für falsch hälst! ist doch auch in gewisser weise ein wiederspruch!


    ich würde sagen wenn es die kirche nicht geben würde würde es keine bibel geben!

  • Nur dumm, dass die Bibel vor der von Dir genannten Kirche da war. :winker:
    Habs jetzt nicht Wort für Wort gelesen, aber wenn PapaBär austreten will, dann sicherlich aus der Institution Kirche.


    Ich bin auch Christ (FEG) und freue mich über jeden hier, der an Gott und Jesus glaubt. :winker:
    Und dass Jesus für uns Menschen am Kreuz gestorben ist.
    Ich kann nur sagen, dass es schon damals einen Haufen Menschen gegeben hat, die nicht an Gott/Jesus glaubten und denen das Licht erst zu spät aufgegangen ist (auch wenn Jesu Tod vorbestimmt war und alles so sein sollte).


    In der Bibel gibt es auch Widersprüche - aber ich bin mir sicher, würde es keine geben: Kritiker würden immer etwas "falsches" finden.
    Z.B. gibts in der Schöpfungsgeschichte eine kleine Ungereimtheit, die mir jetzt nicht näher einfällt.
    Trotzdem ist die Geschichte nicht falsch, denn das wichtigste daran ist zu erkennen: Alles ist von Gott gemacht, geschaffen und gewollt.


    Das allein zählt.

  • Auch meinen Senf dazu geben will.


    Ob es einen Gott gibt oder nicht, dazu kann ich nicht wirklich etwas beispielhaftes nennen. Aber durch mein Frauchen komme ich jetzt seit einiger Zeit öfter in die Kirche(evangelisch!!, die Katto´s sind ja eher rückständig mit ihrer Version) und ich muß sagen, die Gemeinde, in die wir da geraten sind ist voll ok. Wir gehören da eher mit zur Jungen Gemeinde und da will mich auch keiner bekehren. Meine Frau ist wie erwähnt evangelisch und ich eigentlich Atheist. Das Wort Heide trifft für uns "Ungläubige" ja nicht zu, da ja die Heiden dazumal immer um ihre Eichen gehopst sind und die Naturgötter verehrt haben. Trotzdem glaube ich, das es höhere Mächte im Universum gibt. Ob die für Weltenentstehungen zuständig sind, kann ich nicht sagen, aber rund um unsere Erde ist soviel Platz, warum sollte es da keine Geistesmächte geben. Entitäten, die durchs All triften und sich langweilen oder so. Vielleicht war es ja so?? =>http://www.schaepp.de/schoepfungsgericht/in.html :winker: :winker:

    "Ehrlich" und "Regierung" sind zwei Begriffe, die man nicht in einem Atemzug nennen sollte. Sie widersprechen einander :ohnemich:

  • Mir fällt auf, dass extrem viele den Glauben mit der kath. Kirche verbinden. Ich bin in meinem Leben vlt. 1x oder 2x an einem katholischen Gottesdienst gewesen. Ich bin mit der katholischen Kirche und dem Papst nicht einverstanden! Ursprünglich komme ich aus der reformierten Kirche, bin nicht ausgetreten, gehe aber in die FEG (Freie Evangelische Gemeinde).


    Ich denke Papa_Bär will aus der Kirche austreten, weil er sich jetzt in einer anderen Gemeinde wohl fühlt.


    In diesem Sinne

    Allzeit gute Fahrt mit Trabant!

  • Richtig, meine Wenigkeit wird aus der kath. Kirche austreten. Bin eben nunmal katholisch getauft, halte aber von der Institution schlichtweg garnichts, einfach weil viele dort nicht so recht passen, wie ja mancheiner hier auch schon festgestellt hat ^^
    Darum werde ich austreten, sobald von mir eine Kirchensteuer gefordert wird, da ich nicht einsehe, eine solche Institution finanziell zu unterstützen und das Geld viel lieber meiner Gemeinde zukommen lasse, da hakte ich es für sinnvoller eingesetzt.


    Die Bibel ist doch um einiges älter als jegliche Institution heute, viele Teile sind auf mehrere Jahrhunderte v. Ch. datiert...


    Widersprüche in der Bibel...nuja...Ansichtssache...da streiten sich aber schon weit höher Gebildete drüber....


    MfG Björn

  • Hmmm...irgendwie haben die, die am lautesten gegen den Glauben schimpfen, sich wohl am wenigsten mit der Materie beschäftigt. Ich glaube an Gott, dazu brauche ich aber keine Kirche als Institution (geh ich auch kaum hin). Das verwechseln leider viele...Und die Onkelz als Ersatzreligion? Hör ich mir auch sehr gerne an, aber da verlass ich mich doch lieber auf den allmächtigen Gott als auf ne aufgelöste Rockband (auch wenn das nur ironisch gemeint war).
    Aber mit einem habt ihr recht...das zwanghafte Missionieren a la Zeugen jehovas (die übrigens keine Christen, sondern eine Sekte sind!) mus wirklich net sein.

  • Im Verlauf der Diskussion merkt man schon recht deutlich den Einfluss von Religionen...


    Zeugen Jehovas werden offiziell als Sekte bezeichnet. Aus Sicht der Zeugen gelten sie aber sicherlich als Religion und haben ebenso ihre Daseinsberechtigung. Und das Christentum ist auch nicht DIE Religion auf der Welt. Woran wird der Unterschied zwischen Sekte und Religion oder Kirche festgemacht?


    Gemessen am Islam ist das Christentum geradezu zersplittert (evang., kath. orthodox usw.). Hätten seinerzeit die Missionare nicht jede kleine europäische Kolonie in eine christliche Gemeinde verwandelt, dann sähe die Lage heute anders aus und das Christentum wäre verschwindend gering auf'm Globus vertreten. Man kann eine Religion auch mit aller Macht durchsetzen - und genau das haben die Katholiken getan.


    Von daher ist für mich der Buddismus am ehesten eine Religion, in der der Mensch als Induviduum an erster Stelle steht. Andere Religionen haben längst nicht mehr zeitgemäße Pseudovorschriften.


    Ich würde die Frage nach einem Gott und das Christentum voneinander trennen. Erstere ist legitim, zweitere ist nur die Vertretung einer Auffassung.

  • Die Zeugen Jehovas snd in Deutschland offiziell keine Sekte!
    Auch wenn viele (mich eingeschlossen) das anders sehen... :zwinkerer:


    Unterschiede liegen pzinzipiell in der Grundabsicht der "Führung"...und beispielsweise in der Behandlung von "Aussteigern"


    Und immer das rumgehacke auf den "bösen Katholiken", die vor hunderten von Jahren Mist gebaut haben...sorry...sowas kann ich echt nichtmehr hörn...
    Oder wollt ihr, dass man jeden Tag mit euch schimpft, dass ihr Deutsche den Holocaust verschuldet habt?
    Damals herreschte ne etwas andre Ordnung und Weltanschauung, die heute eben nichtmehr ganz nachvollziehbar ist, aber heute trägt wohl niemand mehr die Schuld daran...


    Als Christ kann man die Frage nach einem Gott und das Christentum laber nicht trennen...denn nur der Glaube an "irgedneinen Gott" bringt nichts, wenn man nicht glaubt, dass Jesus Christus um unsrer Sünden für uns am Kreuz gestorben ist....


    MfG Björn


    P.S.: Der Islam ist doch auch sehr gesplittet..auch wenns in unsrer westlichen Welt nicht ganz so bekannt ist.

  • Nur dumm, dass die Bibel vor der von Dir genannten Kirche da war. :winker:


    Dann war die Bibel zu erst da, da könnte man wieder drüber streiten! Das die Kirche sich dieses Buch , wir sagen mal, angeeignet hat!



    Trotzdem ist die Geschichte nicht falsch, denn das wichtigste daran ist zu erkennen: Alles ist von Gott gemacht, geschaffen und gewollt.
    Das allein zählt.


    Wie hat er dies den angestellt?? Bestimmt wie uns schon im Kindergarten beigebracht wurde, also bei mir wars zumindest so, das Gott Adam schuff und aus ner Rippe oder Po backe dan Eva! Ich glaub nicht!! Woher kommt dann die Jura und Kreide Zeit? bzw. von wehm wurde diese erschafen? Wenn ein Individuum-Gott die Menschheit erschaffen hat?


    Dann müsste ja die Evolution, Darwins theorie eine lüge sein!!


    @ Kampfdackel: die texte der onkelz ist real! Gott nicht! ist meine meinung, lasse mich immer gerne eines besseren belehren! aber hat den schon mal in der geschichte der Menscheit jemanden Gott gesehen oder auf eine reale weisse wargenommen????

  • Die Evolutionstheorie ist, zumindest bei genauer Betrachtung, mindestens so unwahrscheinlich wie die Schöpfungsgeschichte...
    Kennt man deren Inhalt halt nicht, versteht mans auch nicht, sorry...
    Oder weisst du irgendwas genaueres über die Theorien Darwins? Mal genauer gelesen?


    Dazu aber auch mal ne kleine Frage...
    Wenn ich dir jetzt ne Trabi vor die Nase stelle und dir weismachen will, dass ich den nicht nirgendwo gekauft habe sondern der einfach urplützlich ausm Nichts genau vor meiner Nase genau so entstanden ist.... würdest du mir das ernsthaft glauben?
    Wohl eher nicht, oder?


    Mir gehts hier nicht um Recht oder Unrecht haben, aber wnen man die Dinge schon rational betrachten will, dann bitte auch beide Seiten gleich betrachten und beurteilen...


    MfG Björn

  • ich würde mich nicht unbedingt als Christ bezeichnen, obwohl ich getauft und in einem evangelisch-lutherischem Umfeld groß geworden bin, aber ich finde den Gott an den ich Glaube bei Christen, Juden und auch Islamiten...
    als einfacher Schlüssel hat sich für mich der Satz erwiesen: "wenn Gott Liebe ist, tun wir, was wir ohne Liebe tun, ohne Gott, also in Sünde..."
    ich glaube aber nicht, dass man diese Vorstellung von Gott zwingend braucht, um aufrichtig und ehrlich lieben - ergo ein "gottgefälliges" Leben führen - zu können...
    ich hege aber sehr wohl den dringenden Verdacht, dass die religiösen Institutionen allerlei dazu beigetragen haben, dass Liebe institutionalisiert und so pervertiert wurde. :augendreh:


    ich glaube, wir haben die Wahl, diese diesseitige Welt zur Hölle oder auch zum Paradies zu machen...
    - der Glaube an die Wiedergeburt hilft mir dabei immer wieder aufs neue Mut zu fassen, meinen kleinen Teil dazu beizutragen, dass wir nicht noch schneller auf die Hölle zugaloppieren, als wir dies offensichtlich derzeit tun...
    (wenn man denn wiederkommt, soll's ja nicht noch schlimmer zugehen... ;)
    - und wenn man nicht wiederkommt/wiederkommen muss, was hätte man dabei verloren? ;))


    11.September: das war keine Religion, das waren Menschen, die sich vor den Karren einer menschenfeindlichen Ideologie haben spannen lassen. :augendreh:
    der Islam selbst ist ebenso gewaltablehnend wie das Christentum.
    (auch das Judentum...
    auch wenn das alte Testament allerlei Gemetztel beschreibt und ganze Völkermorde verherrlicht: im Vergleich zu dem, was vorher Usus gewesen sein soll (gut, dass man nur so wenig sicher darüber weiß ;)), soll das Judentum purer Humanismus gewesen sein... ;))
    der vielzitierte Dshi-had ist vordringlich ein innerer Kampf, der - nahezu täglich - gegen die Verführungen der Welt ausgefochten werden soll.
    (insofern ist ein Gottesstaat, in dem diese Verführungen gar nicht mehr aufkommen, gar nicht unbedingt "gottgewollt". ;))


    die Bibel ist doch aber auch kein Tatsachenbericht!
    sie ist entstanden aus einer Tradition von Geschichtenerzählern...
    (die Forderung, dass das geschriebene Wort immer nur Fakten und "die Wahrheit" wiedergeben soll, ist doch ein neuzeitliches Phänomen... ;)
    - und der nach wie vor anhaltende Erfolg einer sehr bekannten Tageszeitung zeigt doch eindrücklich, dass diese Forderung beim gemeinen Volk noch immer nicht so richtig angekommen ist. ;))
    zumindest in der evangelischen Tradition wird einem die Bibel auch so "ans Herz" gelegt...
    (Katholen tun sich meiner Erfahrung nach schon etwas schwerer, die ausgetretenen Pfade der kirchlichen Interpretation zu verlassen und zwischen den Zeilen zu lesen... ;)
    - Islamiten haben einen noch schlechteren Start, denn ihr heiliges Buch wurde ihnen ja quasi von Gott selbst "diktiert", was wohl eher weniger Spielraum für Interpretationen lässt (möchte man meinen). ;)
    - andererseits ist jeder Islamit aufgefordert arabisch zu lernen, um den Q'ran im Original lesen zu können... ;))


    aber lest doch mal das Lukas-Evangelium, dass immer als Vorlage für die alljährlichen Krippenspiele herhalten muss: wo wird da eine beschwerliche Herbergssuche erwähnt?
    wo steht geschrieben, dass Jesus in einem Stall geboren wurde?
    im Lukas-Evangelium heißt es nur: "sie hüllte das Kind in Windeln und legte es in eine Krippe, denn es war kein anderer Platz in der Herberge."
    eine Krippe kann man auch aus einem Stall holen, und ist allemal besser als ein Neugeborenes auf den Boden (oder einen Tisch) zu legen.
    man möge außerdem bedenken, dass wohl viele wegen der erwähnten Volkszählung auf den Beinen waren und Bethlehem noch nicht touristisch erschlossen war. ;)
    ich denke, es sind die Hirten, die im Anschluss erwähnt werden, die die Assoziation zu einem Stall geweckt haben.


    was will ich mit dieser Ausführung ausdrücken?
    1. Herbergssuche und Stall wurden der überlieferten Vorlage zugedichtet.
    2. was schließen wir daraus? dass diese Geschichte - Vorlage wie Volksdichtung - weniger wahrscheinlich eine Wiedergabe von Fakten, sondern - eher wahrscheinlich - die Ausschmückung einer Kernaussage darstellt, die in etwa
    3. lauten könnte: der, der als neuer König erwartet wurde und später als solcher gefeiert werden sollte, betrat in einfachsten - ja armseligen - Verhältnissen die "Bühne Welt".
    (als "Sohn Gottes" verehrt und doch einfach nur "Bruder" auch der "niedrigsten" Menschen - was uns letztlich alle zu "Kindern eines Großen Vaters" macht.)



    Kreuzigungstod: "für unsere Sünden gestorben" kann ich eigentlich nur vor dem Hintergrund des europäisch-heidnischen Herostodes (mehrheitlich nur ein symbolischer Tod) verstehen...
    überdies klingt in der Dartellung als blutiges Spektakel (die Nägel sollten den Tod beschleunigen und sind somit auch ein Zeichen von Humanismus) doch auch ein bisschen von der archätypischen Vorstellung von einem "unschuldigem Blutopfer an das Leben" mit...
    was aber, wenn "Sünde" nur ein "Leben ohne Liebe" meint?
    der "Verkünder der Erlösung" meiner alten Welt war ein Bootsbauer und bat "aus Liebe zu den Menschen" (im Zweifel, ob er sie nicht hassen würde, für das, was einige ihm angetan und viele geduldet hatten) um seine Hinrichtung an zwei Stangen, mit denen er den Bau eines Floßes hätte beginnen können.
    der "Verkünder der Erlösung" dieser Welt, soll das Handwerk eines Zimmerers erlernt haben und starb - in gewisser Weise auch "aus Liebe zu den Menschen" - an zwei Balken, mit denen ein Zimmerer den Bau eines Daches - bzw. auch eines Hauses - hätte beginnen können.


    göttliche Führung: ich verstehe den Islam grundsätzlich als Rückschritt in der Befreiung des menschlichen Geistes...
    andererseits ist mein Zugang zu "Gott" der über die Vorstellung eines liebenden Vaters und wer Kinder hat, wird verstehen, dass ein liebender Vater einmal gegebene Freiheiten auch mal widerruft, wenn er merkt, dass seine Kinder damit überfordert sind. ;)


    ich sehe keinen Widerspruch darin, dass Jesus der Bastard eines römischen Legionärs gewesen sein könnte...
    warum wollen viele sog. Christen darin nur "Blasphemie" und nicht das Wirken des Heiligen Geistes erkennen?
    die junge Maria wäre sicher nicht das erste Mädel gewesen, das sich in einen schneidigen Offizier verliebt hätte, auch wenn dieser zu den Besatzern gehörte... ;)
    wenn sie tatsächlich ein "spätes Mädchen" war (diese Vorstellung drängt sich mir irgendwie auf, wenn ich die Geschichte ihrer "ungewöhnlichen" Schwangerschaft höre oder lese), somit (noch) nicht verheiratet werden konnte, welche Möglichkeiten hätte ihr die damalige Zeit denn geboten, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen?
    dass ihr Sohn später so viel von der Liebe zu predigen wusste, spricht m.E. aber gegen eine (versuchte) Vergewaltigung... ;)


    derart geimpft lest doch mal die Sündenfalls-Geschichte (Genesis 3) als poetische Umschreibung des ersten "ersten Mals" - getrieben von Neugier mehr als von Liebe ;) - und blättert dann weiter zu Genesis 38, Levitikus 15 (für einen Römer irrelevant, für einen netten jüdischen Bengel aus der Nachbarschaft schon... ;)), Jesaja 7, 14 und schließlich zu Matthäus 6, 26.
    - Widerspruch oder Auflösung? ;)
    (zumindest ist Levitikus 15 keine befriedigende Erklärung für das immerwiederkehrende "unschuldige Blutopfer an das Leben", das eine fraugeborene als jung-Frau ausweist... ;)
    - ich kann es aber als permanente Erinnerung an den "Sündenphall" verstehen... ;))

    :hug: Trabant steht für Gefährt(e), nicht für Ge(h)hilfe... :2Kumpels:


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  • Und immer das rumgehacke auf den "bösen Katholiken", die vor hunderten von Jahren Mist gebaut haben...sorry...sowas kann ich echt nichtmehr hörn...
    Oder wollt ihr, dass man jeden Tag mit euch schimpft, dass ihr Deutsche den Holocaust verschuldet habt?
    Damals herreschte ne etwas andre Ordnung und Weltanschauung, die heute eben nichtmehr ganz nachvollziehbar ist, aber heute trägt wohl niemand mehr die Schuld daran...


    .

    Hm - ich für meinen Teil habe die Katholiken eigentlich mit keinem Wort erwähnt, sondern nur von "der Kirche" als solcher gesprochen.
    Komisch, daß Du Dir hiermit eine Jacke anziehst, die Du doch eigentlich mit Deinem Austritt eher abstreifen wolltest... :zwinkerer:
    Der feine Unterschied zwischen den Verbrechen unter den Nazis und unter der Ägide der (wie Du meinst: katholischen) Kirche ist der, daß das Herrschaftssystem der ersteren längst verschwunden und ohne (nennenswerten) Einfluß auf das aktuelle Weltgeschehen ist.
    Das "Herrschaftssystem" der genannten Kirche, Papst, Vatikan und untergeordnete Institutionen dagegen besteht nach wie vor und nimmt sehr wohl Einfluß. Es gibt zwar keine "heilige Inquisition" mehr - wirklich gebrochen mit deren Taten und Tradition wurde allerdings von offiziell-vatikanischer Seite wohl bis heute leider auch noch nicht.
    Das deutsche Volk jedenfalls hat sich nach 1945 bis heute reichlich Asche aufs Haupt gestreut - die katholische Kirche in all den Jahrhunderten eher wenig... :zwinkerer:
    Und wenn sich ein Papst noch 2007 hinstellt und - trotz einer galoppierenden Aids-Epedemie in ganz Afrika - die Benutzung von Kondomen geißelt und "Enthaltsamkeit" predigt - sorry, dazu fällt mit nix mehr ein... "Gottgewollt" kann das ja wohl kaum so sein, oder?! :verwirrter:

  • Nunja, früher gabs eben nur eine einzige (christl.) Kirche und das war eben die katholische......
    Aber warum soll man sich heute für etwas entschuldigen, was vile Generationen zuvor passiert ist?
    Sehe ich keinen Sinn drin und halte ich auch für völlig unnötig.
    Ich würde mich auch nie beim Volk Israel für den Holocaust entschuldigen...wie käme ich denn dazu....


    Ich will hier keinesfalls die kath. Kirche verteidigen, ich halte sie für falsch was da Schriftverständnis angeht und für Scheinheilig noch dazu...


    Aber das ständige messen mit zweierlei Maß halte ich für ungerecht und wenn dann dazu noch gefähliches Halbwissen kommt, sollte mancheiner sich vllt. erstmal genauer mit demThema befassen um sich ein Urteil bilden zu könen, das über dem Nieveau einer bekannten Zeitung liegt...


    MfG Björn

  • unbeweibte Männer, die unsere Sexualmoral definieren wollen?
    wer glaubt schon einer Schlange, die über den Genuss von Obst referiert? :lach:


    Und wenn sich ein Papst noch 2007 hinstellt und - trotz einer galoppierenden Aids-Epedemie in ganz Afrika - die Benutzung von Kondomen geißelt und "Enthaltsamkeit" predigt - sorry, dazu fällt mit nix mehr ein... "Gottgewollt" kann das ja wohl kaum so sein, oder?! :verwirrter:


    tja, wer den Zusammenhang der o.g. Bibelstellen versteht, kann's ja mal versuchen ihm zu erklären... ;)
    das Beherzigen von Matth.6,26 könnte der galoppierenden Ausbreitung von HIV II vielleicht entgegen wirken, denn das Hauptübertragungsrisiko besteht durch Mikroverletzungen, die bei der Penetration fast unvermeidlich sind...


    Nunja, früher gabs eben nur eine einzige (christl.) Kirche und das war eben die katholische...

    - aber sehr, sehr ganz früher...
    m.W. vollzog sich die Trennung zwischen römisch-katholisch und griechisch orthodox schon im 6.Jh...


    Die Evolutionstheorie ist, zumindest bei genauer Betrachtung, mindestens so unwahrscheinlich wie die Schöpfungsgeschichte...

    naja, aber die beschriebene Abfolge der Entwicklung des Universums und des Lebens trifft die Schöpfungsgeschichte - ohne wissenschaftliche Grundlage - doch eigentlich ganz gut... ;)
    - das finde ich faszinierend... ;)
    und immer daran denken: "großer Gott, für den tausend Jahre nur ein Augenblick sind..."
    - vielleicht ist ja noch immer der siebte Tag, an dem Gott ruhen wollte? ;)

    :hug: Trabant steht für Gefährt(e), nicht für Ge(h)hilfe... :2Kumpels:


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  • So sieht es wohl aus... :zwinkerer:


    Ich denke im Gegensatz zu Dir, Papa Bär, schon, daß es den Offiziellen des Vatikans gut angestanden hätte, sich für das in ihrem Namen begangene Unrecht zu entschuldigen oder sich wenigstens einmal deutlich davon zu distanzieren.
    Ich persönlich muß mich beim "Volk Israel" auch für nichts entschuldigen - wohl aber schäme ich mich für das und bin betroffen darüber, was UNSERE Vorfahren ihnen angetan haben. Und ich distanziere mich von allen Strömungen, den Holocaust nachträglich zu relativieren, zu verniedlichen oder gar zu leugnen. Ich bin gegen diese - eben auch von besagter Kirche (und wohl auch von Dir :zwinkerer: ) bevorzugte "Schwamm drüber"-Methalität.
    Die Jacke mit dem Niveau der bewußten Zeitung (welche mir eher nicht absichtlich vor die Augen kommt) ziehe ich mir übrigens nicht an...Es gibt bessere Möglichkeiten, sich mit diesen diffizielen Themen zu befassen... :winker:

  • habe heute in der Erlösungshalle mal in den Altbeständen meiner Zeitschriften gewühlt und einen interessanten Artikel über "die Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes" gefunden und gelesen... ;)
    alles, was da drin stand - z.B. über Gut und Böse (genau das ist ja objektiv nicht geklärt, man denke nur an die Diskussion "Technik ist Teufelswerk" weil man damit den Willen Gottes "im Schweiße Deines Angesichts..." auszuhebeln versucht... ;)) - würde ich so nicht unterschreiben wollen, aber ein Aspekt war doch recht interessant: Blaise Pascal, der ja doch als Vordenker des modernen Rationalismus gilt, ersetzte die Frage nach der Existenz Gottes durch eine Wette: "wer auf Gott setzt und ergo ein gottgefälliges Leben führt, der gewinnt, so Gott existiert, die Unsterblichkeit.
    existiert Gott nicht, ist es wohl auch mit der Unsterblichkeit nicht weit her, aber der gläubige Mensch hätte nichts verloren."


    diese Sichtweise setzt allerdings voraus, dass man ein gottgefälliges Leben nicht als Einschränkung empfindet (was viele - "leider Gottes" - doch irgendwie tun... ;)
    - k.A. warum bspw. Sex ohne Liebe - eigentlich "Selbstbefriedigung mit Hilfe eines fremden Individuums" - noch immer so hoch im Kurs steht... :augendreh: )
    und darüber, wie denn ein gottgefälliges Leben auszusehen habe, herrscht ja nun - leider Gottes - eine - sicher nicht gottgewollte, dafür aber umso unüberwindlichere - Uneinigkeit unter den Menschen... :augendreh:
    nun hätte aber auch der, der sich über allgemeine moralische Grundsätze hinwegsetzt, nach christlichem Verständnis nicht verloren, weil ihm ja vergeben würde...
    und: die Existenz Gottes implziert ja nicht automatisch, dass es auch eine Hölle gäbe...
    (wie gesagt, ich glaube, dass wir uns die Hölle im Diesseits basteln, obwohl wir auch in der Lage wären uns das Paradies zu schaffen.
    - die Verdrängung einer Vorstellung von Hölle ins Jenseits ist m.W. Menschenwerk...
    - die Uneinigkeit darüber, wie denn das Paradies aussehen soll, ja die dogmatische Verneinung, das Paradies übrhaupt im Diesseits errichten zu können, lässt uns eben - wissentlich oder unwissentlich - am Errichten einer Hölle teilhaben... :hmm: )

    :hug: Trabant steht für Gefährt(e), nicht für Ge(h)hilfe... :2Kumpels:


    "der verliert kein Öl, der markiert nur sein Revier..."


    mehr Auto braucht's nicht - weniger Auto geht nicht...

    Edited 2 times, last by Trabbischubser ().

  • Ist ja schon eine Menge gesagt worden ... ich sag trotzdem auchnoch was:
    Thema Katholisch: Ich habe schon "gute" Leute in katholischen, evangelischen und in freien christlichen Kirchen kennengelernt. Das drumrum ist immer nur eine Hülle. Was in den Herzen der Menschen ist, das ist wichtig. Und in den Herzen ist alles Mögliche: Frust - Freude; Hass - Liebe; Neid - Nächstenliebe. Und wenn ich mich mit Jesus beschäftige, dann beschäftige ich mich zwangsweise mit Nächstenliebe. Und Nächstenliebe lügt nicht, beschimpft keinen, mordet keinen, macht keine Kreuzritterkriege usw. Darum kann ich nur empfehlen, sich mit Gott zu beschäftigen - und wenn es nur desshalb ist, dass man ohne Frust und Hass viel entspannter leben kann :top: