DDR Hoheitszeichen am Heck

  • Hallo ihr lieben,


    ich bin heute von einem alten Mann angesprochen worden, der mich stark kritisierte. Er fand mein DDR-Zeichen (Oval und Original) am Heck meines Trabis nicht gut, weil ich seiner meinung nach damit die "Verbrechen/-r" der DDR (Mauerschützen, Politiker, Funktionäre usw.) verherrlichen würde und ich solle mich schämen!


    Ich erklärte ihm darauf hin, daß ich lediglich dieses Fahrzeug und damit ein Stück Kultur der Menschen (ich bin Wessi) dieses Staates erhalten möchte, und dazu nun mal auch eben dieses Schild gehört.
    Ich kann mich noch genau an die Fahrzeuge erinnern, die nach der Wende durch meinen Heimatort zuckelten und mich schon damals fasziniert haben. Jedes dieser Autos hatte ein DDR-Schild am Heck. Ich finde es gehört nun mal zu diesem Fahrzeug und zwar frei von jeder politischen Wertung.


    Weiterhin erzählte er mir, daß angeblich einer seiner bekannten für ein solches Schild an seinem Fahrzeug mal 50€ Strafe hätte zahlen müssen.
    Ich habe mich nun ein wenig durch das Netz gegoogled und bin auf kein diesbezügliches Verbot gestoßen.
    Nach meinen Informationen ist dieses Schild also rein rechtlich gesehen in Ordnung.


    - Wie denkt Ihr über diesen Sachverhalt und meine Einstellung dazu?
    - Hat einer von euch, falls es doch ein Verbot geben sollte Informationen darüber, wie z.B. welches Gesetz, welcher §


    vielen Dank an euch und allzeit Wölkchen aus dem Auspuff

    Trabant 601 S; 12/1989; Papyrusweiß ( RAL 9018 ), Dach grün
    Volvo 745 GLT 2,3 16V 114 kw, groß und durstig
    Bald:
    Trabant 601 Bj 1967 (Garagenfund)

  • Hai
    Ich habe es auch dran( DDR) habe bis heute keine negativen Erfahrungen gemacht!
    Gruß
    dieter

    Am 04.06 bis 06.06 .2021findet das, 25. Trabi Treffen Weimar Süssenborn bei REAL.

    Infos auf: Trabi-Team-Thueringen.de


    ------------!!!! Fällt aus bzw. Verschoben 2022!!--------------


    Dieser Beitrag wurde nach besten Wissen und Gewissen von mir erstellt und auf Rechtschreibefehler überprüft, sollten dennoch Fehler enthalten sein, entschuldigung.

  • also mal zum Thema DDR Schild am Fahrzeug:


    Auch mich hielten sie deswegen an, mit der Begründung, ich hätte eine fremde Nationalität dran. Ich musste schon ein bisschen schmunzeln :lach:
    Es ist richtig, das man Strafe zahlt, wenn man ein I für Italien oder ein S für Schweden am Heck kleben hat. Denn das ist verboten.
    aber da es die DDR nicht mehr gibt, ist es auch keine fremde Nationalität. Selbst die Polizei ist in der Sache ein bisschen überfordert. Aber, so wie bei mir, sollte man darauf drängen, das die Polizei sich bitte ein bisschen besser diesbezüglich informiert.


    Das müsste reichen oder?
    PS: Über meinungen anderer, was das DDR Schild angeht, sollte man sich auf keine Diskussion einlassen, es sei denn man sucht Freunde :zungeaus:
    Jeder hat seine Erfahrungen mit der DDR gemacht, einige sind da aufgewachsen und hatten eine tolle Kindheit so wie ich, andere lassen die Kultur der DDR mit Trabi, Reklame usw weiterleben und dann gibt es noch die, die immer über alles meckern und nur einen Grund suchen, andere vollzusabbeln, weil sie mal irgendwas in der Bildzeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen haben. Das sind die, die auch meckern, wenn du dein Blumenbeet von links nach rechts giesst anstatt umgedreht :grinsi:
    Du kannst es denen eh nicht recht machen.


    Gruß
    Jörg

  • Das Thema, ob erlaubt oder nicht, gab es schon hier oder im Trabantforum. Einfach mal die Suche anwerfen.

  • Hui, das ging ja schnell :-)


    Also ich habe dem Mann meinen Standpunkt dazu kund getan und als er gemerkt hat, daß ich nicht beeinflußbar bin, ist er zügig von dannen gezogen.


    Um das von vornherein klar zu stellen: Ich möchte hier keine Diskussion vom Zaun brechen, in der sich die Gemüter zum Thema dermaßen erhitzen, daß alle aufeinander rumhacken und beschimpfen wie es beispielsweise in der umstrittenen Frage "welches Öl mische ich in welchem Verhältnis bei, bla, bla" der fall sein könnte.
    Mich interessiert vielmehr die Sichtweise vieler anderer achtenswerter Mitmenschen, die mit mir das Hobby gemeinsam haben und wie sie über diese Frage denken. Vielleich bekommt der eine oder andere -insbesondere ich selbst- einige interessante Denkanstöße zu diesem Thema.


    Ich gehöre zu den Menschen, die die DDR und das Leben dort, sowie Kultur usw. nur von extern und größtenteils aus der TV-Perspektive (gebohren 1980), von Erzählungen und aus der Literatur kennen lernen durften.
    Ich bin allerdings wohl eher eine Ausnahme, denn wenn ich im Gespräch mit gleichaltrigen "Wessis" über dieses Thema diskutiere, ich doch immer wieder feststellen muß, daß dort sehr wenig über das Leben in der DDR bekannt ist und es viele Haarsträubende Geschichten in den Köpfen gibt.
    Ich habe mich dafür interessiert, seit ich als 6-Jähriger das erste Mal -bewusst erlebt- mit meinen Eltern via Transitstrecke nach Berlin-W. gefahren bin. Daran erinnere ich mich noch heute jedes Mal, wenn ich an Helmstedt vorbei komme.


    Da ich meinen Horizont stets erweitern möchte und ich jemand bin, der die Gefühle jedes einzelnen der diesen Staat als sein Bürger erlebt hat resepektiere und nichts davon lustig finde, habe ich meine einfache Frage nach der rechtlichen Lage bewusst mit dieser ggf. etwas polarisierenden Frage kombiniert.


    Puh, nun sind die Finger wund. Ich hoffe es langweilt euch nicht.


    liebe Grüße


    Übrigends habe ich die Suche bemüht und fand nichts.
    Aber vielen Dank für diesen Hinweis, ich werde versuchen in Zukunft noch gründlicher zu suchen.

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  • Hallo,


    @Seven2: Vielen Dank für den Link. Mir raucht nun der Kopf dermaßen, daß ich diese Nach wohl von § und Gesetzesabkürzungen träumen Werde :-D


    Ich habe mich nach dieser Lektüre dazu entschieden, das Schild am Fahrzeug zu belassen, da die möglichen rechtlichen Folgen relativ gering zu sein scheinen und abgesehen davon mein schild "nur" geschraubt ist. Somit wäre ein Mängelberich nicht zwingend erfordeerlich, da ich das Schild vor Ort ohne großen Aufwand entfernen könnte.
    Ich denke: Polizisten sind auch nur Menschen und mit Menschen kann man reden. Deshalb ist meine Meinung dazu: immer locker durch die Hose athmen, alles wird gut...


    allerliebste Grüße

    Trabant 601 S; 12/1989; Papyrusweiß ( RAL 9018 ), Dach grün
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  • ROW-Trabi,


    so ähnlich wie Du, sehe ich das auch mit dem DDR-Schild. Wie wahrscheinlich Du und der Dich beschimpfende Zeitgenosse, verurteile ich die von derr Regierung der DDR begangenen Verbrechen. Zwar kenne ich die DDR auch nur als Zaun- bzw. Mauergast, ich bin Bj. 1966 und lebte von 1984 bis 1994 in Berlin Kreuzberg, später Berlin-Neukölln (beides bis 1990 Berlin West), hörte aber DT64 und sah elf99 in Radio bzw. Fernsehen und besuchte recht häufig den Ostteil der Stadt. Ich informierte mich, so gut es ging, über die Lebensverhältnisse im anderen Deutschland.
    Leider erst nach der Wende, war jedoch das positive an der DDR für mich sichtbar geworden, als es das nämlich nicht mehr gab: Die Arbeitslosenzahlen.
    Ich weiß, auch in der DDR waren die geschönt. Aber, dass man für einen Lohn arbeiten geht, der nicht zum Existenzminimum reicht und deshalb Sozialleistungen (Hartz IV) beanspruchen muss, gabs dort nicht. Da fallen mir doch gleich die großspurigen Versprechungen eines wohlgenährten Herrn ein, der gesagt hat, dass es niemandem schlechter gehen wird als bislang, und der den Einheimischen blühende Landschaften versprochen hatte.

  • @ icke WES:
    Meiner Meinung nach, hätte man viele der Betriebe, die nach der "Verschacherung" durch die Treuhand geschlossen worden sind retten bzw. sanieren können. Viele Betriebe wurden, obwohl es höhere Angebote gab für "Symbolwerte" von wenigen DM an ausländische Investoren oder "Ausbeuter" abgegeben. Es stellt sich mir aus heutiger Sicht wie ein Ausverkauf dar.


    Man hätte, obwohl die Bürger der DDR (zumindest scheint es so) es verlangten, die DM nicht so schnell einführen dürfen. In ein "marodes" Wirtschaftssystem eine äußerst harte Währung einzuführen erweist sich als eher unglücklich.


    Die Wirtschaft in der DDR hätte vor einer Wiedervereinigung gründlich, und das möglicherweise über mehrere Jahre gefördert und angepasst werden müssen. Die Verwaltung der ehemaligen Volkseigenen Betriebe durch die Treuhand und eine anschließende Privatisierung hätte zumindest größtenteils durch Menschen aus der DDR erfolgen müssen. Damit wäre sicherlich das Interesse daran, auch Betriebe mit scheinbar geringeren Überlebenschancen zu sanieren und dadurch zu erhalten wesentlich größer gewesen.


    Alle Menschen, die ich kenne und die schon zu DDR-Zeiten im Beruf gestanden haben haben sich mir als sehr fleißige Leute und als Menschen mit größtem Improvisationstalent eingeprägt. Mit ihnen und den meisten anderen, die durch oben geschildertes arbeitslos wurden, hätte vieles auch mit einfachsten Mitteln erhalten und gefördert werden können.


    Ein besser durchdachter Einigungsvertrag und die Bereitschaft der Menschen im "Westen" anzuerkennen, daß eben nicht alles, was in der DDR geschaffen wurde (einfaches Beispiel: Das "Grünpfeilschild") schlecht ist, hätte vieles vermeinden helfen können. Aber nach der Wende sind z.B. viele Produkte, die denen in der BRD in nichts nachstanden aus den Regalen verschwunden und in den alten Bundesländern erst garnicht eingeführt worden. Erst einige Jahre später besannen sich die Menschen im Bereich der dann schon ehemaligen DDR darauf, daß Senf, Gewürzgurken, Zigaretten usw. aus eigener Produktion nicht schlecht und mindergütig sein mußten und die Nachfrage stieg wieder. Verstehen kann ich die Menschen natürlich dennoch, weil der Hunger nach neuem natürlich da war.


    Es wurde in kürzester Zeit viel Geld in die Infrastruktur gesteckt, Straßen wurden gebaut oder Repariert. Hätte man das etwas eingeschränkt und dieses Geld in die Betriebe gesteckt und mehr langfristige zinslose Kredite geschaffen um die Restrukturierung und Modernisierung der Wirtschaft zu fördern und das auch für Existenzgründer, dann wäre die Chance die Modernisierung und Sanierung des gesamten Landes viel stärker durch selbst erwirtschaftete Steuergelder unterstützt worden.


    Wie ich anfangs schon sagte ist das meine persönliche Meinung. Vieles auch Theorie. Natürlich auch eher oberflächlich betrachtet, aber sicherlich nicht gedankenlos.


    Grüße

    Trabant 601 S; 12/1989; Papyrusweiß ( RAL 9018 ), Dach grün
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  • @ROW - Trabi:


    Ich danke Dir recht herzlich!
    Mit Deinen Ausführungen hast Du mir sehr viel Schreibarbeit abgenommen! :grinser:
    Ich kann mich Dir nur anschließen.


    Ergänzend möchte ich noch anmerken:


    An der nahezu vollständigen (meiner Meinung nach absichtlichen) Zerstörung der ostdeutschen Industrie hat heute ganz Deutschland kräftig zu knappern.
    Das hiesige Sozialsystem könnte bedeutend besser da stehen, das Bruttoinlandsprodukt wesentlich höher sein und die Menschen ALLE mehr Geld in der Tasche haben, wäre die DDR im Zuge der Wende nicht nochmal "ausgeplündert" worden! Das hatten die Sowjets eigendlich schon zur genüge erledigt! Diese riesige industrielle Reservearmee (das Heer der Arbeitslosen) auf einen Schlag kann kein Land der Welt problemlos abfangen!!!


    Natürlich sind diese Aussagen auch nur meine Meinung und etwas oberflächlich getroffen.
    Desweiteren möchte ich sie nicht als Angriff auf "die Wessis" verstanden wissen!

    Herr gib Regen und Sonnenschein, für Reuß - Greiz, Schleiz und Lobenstein,
    und woll'n die annern auch was haam, so soll'n 'se es dir selber saa'n!

  • Kein Problem! Ich als "Wessi" seh es ja genau so... würde mich auch nicht angegriffen fühlen, weil ich die Wende im Alter von 3 Jahren nur unbewusst miterlebt hab.
    Ich glaube auch, dass hier in meiner Umgebung, wie üblich jetzt wo's zu spät ist, viele daran denken, dass man das alles hätte besser machen können mit der Wende. Am anfang wurde viel rumgeheult, weil das hinzukommen der "maroden" DDR-Volkswirtschaft Deutschland einen riesigen Schuldenberg aufgebrummt hat. Den hätte man mit einer späteren Wiedervereinigung locker kleiner halten können. Es müssen ja nicht gleich die bekannten "blühenden Landschaften" sein, aber den Solidaritätszuschlag, etc... hätte man auf jeden Fall kleiner halten können und auch früher wieder senken können, bzw. ganz abschaffen!


    Soviel mal zu meiner Meinung! Denkt immer dran: Die Gedanken sind frei!!! :winker: :zwinkerer:

  • Vielleicht interessant:


    Ich bin 27 Jahre, geboren und aufgewachsen in der Nähe von Bremen.


    Kontakt mit dem Thema DDR hatte ich erstmals in der Grundschule, als wir Weihnachtspackete für Schüler in Ohorn (Sachsen) verschickten, mit Milka usw. Das war 1986. 1987 und 88 sind meine Eltern und ich nach Berlin-W zu bekannten gefahren wodurch ich die Grenzkontrollen kennen lernte die bis heute eine bleibende Erinnerung geblieben sind. Wenn ich die A2 Befahre, dann kann ich mich sogar noch erinnern an welchem der Kontrollhäuschen in Helmstedt wir gestanden haben usw. etwa 1991/2 bin ich mit einem Urlaubsfreund vom Campingurlaub (den ich zu Hause in Berlin-Spandau besuchte) und dessen Vater zum ehemaligen Grenzstreifen geradelt und konnte sogar einen der Grenztürme besteigen, der noch einigermaßen erhalten war. Seit dem interessiert mich die Geschichte der DDR.


    Ich unterstütze weder die gesteuerte Kultur der DDR noch jedwede politische Ansicht des SED-Regimes sowie der daraus hervorgegangenen Staatsorgane der DDR.
    Ich finde die Alltagskultur des kleinen Mannes und die vielen kleinen Dinge, die politisch und durch Zwang nicht aufgehalten werden konnten erhaltenswert.


    Ich mag die Offenheit der meisten Menschen die dem Gebiet der ehemaligen DDR entspringen. Ich finde die FKK-Bewegung z.B. als durchgesetztes politisches Protestmittel (was sie ja anfangs zweifelsohne war) einfach Phantastisch. Diese Offenheit und eine viel geringere "Schamgrenze" in vielen Bereichen vermisse ich bei vielen meiner Wessi-Mitbürger.


    Die meisten meiner Freunde und Bekannten die "von drieben kim'm" sind Menschen, die sich schon über die kleinen Dinge des Lebens freuen, die für viele meiner im Westen aufgewachsenen Leute selbstverständlich erscheinen. Hier wird häufiger nur der materielle Wert gesehen aber nicht der emotionale.


    Das ist allerdings nicht gemeint als LOBPREISUNG der "ostdeutschen" Menschen als die besseren oder so, sondern eine rein persönliche Beobachtung der sich über die Jahrzehnte entwickelten Lebensansichten und -gefühle.


    Ich finde es äußerst interessant die Menschen zu beobachten, wie verschieden die Menschen des gleichen Volkes sich entwickelt haben und wie gut sie trotzdem zueinander passen.
    Es wäre schade, wenn die Werte einer der Seiten verloren gingen.



    man, wir sind ganz schön vom Ursprungsthema abgekommen.

    Trabant 601 S; 12/1989; Papyrusweiß ( RAL 9018 ), Dach grün
    Volvo 745 GLT 2,3 16V 114 kw, groß und durstig
    Bald:
    Trabant 601 Bj 1967 (Garagenfund)

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  • ROW-Trabi,
    Du sprichst mir aus der Seele. Das was Du da schreibst, entspricht zu 99,8% auch meiner Meinung.


    Sasch,
    auch ich als Wessi fühle mich nicht angegriffen, da ich als kleiner Arbeiter nur einen verschwindend geringen Einfluss auf die Politik habe. Wer das verbockt hat, das waren die großen Politiker auf beiden Seiten der damaligen Zonengrenze.


    @all,
    Einen Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes gab es schon mal: 1957 trat das Saarland bei. Auch da waren die wirtschaftlichen Verhältnisse andere, als im Altbundesgebiet, das Saarland war wirtschaftlich an Frankreich angebunden. Die Währungs- und Zollgrenze blieb noch bis Mitte 1959 bestehen. Erst da wurde der Franc durch die DM abgelöst. Auch wenn die DDR politisch zum 3.10.1990 der BRD beitrat. Die wirtschaftliche Wiedervereinigung hätte durchaus ein paar Jahre auf sich warten lassen dürfen. Zum Vorteil aller beteiligten in Ost und West.

  • Natürlich respektiere ich alle Meinungen, nur sieht meine in einigen Punkten etwas anders aus.
    Nehmen wir so Schlagworte wie zB den Ausverkauf der Wirtschaft.
    Erstmal war die DDR wirtschaftlich am Ende (meiner Ansicht nach einer der Hauptgründe das es überhaupt zu einer Wiedervereinigung kommen konnte) - ergo gabs garnich so viel zum Ausverkaufen. Abgesehen davon, gerade in den 90ern wollte doch kein Mensch mehr die ollen DDR-Produkte haben. Auch, oder gerade nicht die Bürger der ehemaligen DDR. Bunte Westprodukte mit den verlockenden Webebotschaften waren anscheinend deutlich erstrebenswerter. Da hier ein Trabiforum ist, mal als Beispiel den 1.1. Ging weg wie geschnitten Brot - allerdings 6 Wochen altes.
    Nun kann man das nicht den Betrieben selbst vorwerfen, sollten die doch von einem Tag auf den anderen von der staatlich geregelten Planwirtschaft auf kapitalistisch orientierte Unternehmesstrathegien wechseln - ein nahezu unmögliches Vorhaben.


    Oder das in der DDR ja alles viel günstiger war, zB die Mieten. Stimmt, aber welches junge Paar mit Kind will heute in ner Zweiraumwohnung mit Ofenheizung und Klo auf dem Gang haben? Na und die Platten stehen wohl auch nicht aufgrung unglaublicher Beliebtheit leer.


    Und hier im Westen waren 89 die rosigen Zeiten auch schon vorbei. Nehmen wir das Ruhrgebiet, einst gabs da mehr Arbeit als Arbeitskräfte. Was kam dann? Zechenschließungen am laufenden Band, wegfall von Arbeitsplätzen in Zulieferbetrieben und der Weiterverarbeitenden Industrie. Was bleibt ist eine extrem hohe Bevölkerungsdichte und ne Menge Arbeitslose. Das Ganze nennt sich dann Strukturwandel...


    Grundlage zu der Zeit war ne allgemeine wirtschaftliche stagnation - vielleicht sogar Kriese - die nicht nur ex DDR und BRD betraf, sondern sich weltweit bemerkbar machte.
    Den Vorwurf an einige Politiker und deren Versprechungen hingegen unterschreib ich voll und ganz.
    Uns Wessies hat der "Aufbau Ost" ja auch die ein oder andere Mark gekostet - das wird nur gerne vergessen. Ich will jetzt garnicht jammern, das war schon in Ordnung, nur wir Wessies als Abzocker des geeinten Deutschlands ist mir zu einfach.


    Ich könnt jetzt noch viel mehr politisches Zeug schreiben, unschöne Dinge der Staatsführung der DDR ansprechen usw - mach aber alles keinen Sinn.


    Ich denke was gewesen ist, kann sowieso keiner heute mehr ändern. Alles spricht von nem gemeinsamen Europa, aber solange die Ossies den Wessies Vorwürfe machen - und umgekehrt - haben wir ein Problem. Und das ist was, das jeder Einzelne ändern kann, nich die Firmen, nich die Politiker sonder der einfache Mann, die einfache Frau auf der Straße.


    Also ich zB hab mir weder das mit der Widervereinigung ausgedacht noch D-Mark und Euro eingeführt. Ich bin nicht schuld das Firmen in Ost und West pleite machen, kann nix für die hohen Arbeitslosenzahlen und das Lohngefälle. Ich lebe blos seit meiner Geburt im westlichen Teil eines Landes das irgendwann mal durch ne Grenze getrennt war - und auch für die konnte ich nix. Es ist nunmal so wie es ist, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und wo bitte ist nu der Punkt an dem ich nen schlechtes Gewissen haben sollte weil ich mal Wessie war?
    Übrigens ist es für mich genause unsinnig, mitleidig, geringschätzig oder sonstwie abwertend auf ex Ossies herabzuschauen.


    Man, wer auch immer, hat uns Deutsche getrennt, dann wieder zusammengewürfelt, dazu kommen noch Mitbürger aus anderen Ländern. Und nu müssen wir damit klarkommen, ob wir nu wollen oder nich. Würde meiner Meinung nach Sinn machen, wenn wir dazu alle in eine Richtung ziehen würden anstatt unsere Zeit damit zu verschwenden, uns gegenseitig Vorwürfe zu machen :zwinkerer:


    Naja, wären da noch die Politiker. Vertreter des Volkes? Seh ich nich. Aber wir haben sie gewählt... :verwirrter:


    Chrom


    Edit: Ach, vor lauter tippen ganz vergessen:
    So'n DDR Schild seh ich als zeitgenössisches Zubehör und verherrlicht in meinen Augen erstmal garnix. Kann man an nen Trabi schrauben oder kleben, muss man aber nich :rotnase:

    Edited once, last by Chrom ().

  • @chrom,
    ich bin auch Wessi, und fühle mich in keinster Weise von den Ossis angegriffen. Vorwürfe mache ich jedoch Politik und Wirtschaft, und die stammen größtenteils (Politik ca. 60%, Wirtschaft mind. 90%) aus dem Westen. Die anzugreifen (natürlich ohne Fäuste und ohne Waffen), ist keine Schande, nein, das unterstütz ich sogar.
    Wie ich schon schrieb In der Bundesrepublik gab es von 1957 bis 1959 schonmal ein Doppelwährungssystem, nachdem das Saarland beigetreten war.

  • Quote

    Original von Chrom
    ...


    Ich will jetzt garnicht jammern, das war schon in Ordnung, nur wir Wessies als Abzocker des geeinten Deutschlands ist mir zu einfach.
    ...


    Und genauso wollte ich meine Aussage nicht interpretiert haben! :augendreh:


    Den Vorwurf mache ich der Treuhand, die ja nicht nur aus "Wessis" bestand und den Ausländischen "Investoren", die sich wie Piranias auf die zum Verkauf stehenden Betriebe stürzten und diese bis auf die Bausubstanz abnagten und auszutschten!


    Quote

    Original von Chrom


    ...


    Uns Wessies hat der "Aufbau Ost" ja auch die ein oder andere Mark gekostet - das wird nur gerne vergessen.
    ...


    Das ist auch ein Punkt, der mich extrem stört!



    Um nochmal auf das DDR Schild zurückzukommen:
    Strafbar kann es nicht sein, da es keinen existierenden Staat repräsentiert und kein verfassungsfeindliches Symbol enthält!

    Herr gib Regen und Sonnenschein, für Reuß - Greiz, Schleiz und Lobenstein,
    und woll'n die annern auch was haam, so soll'n 'se es dir selber saa'n!

  • Hallo zusammen. Zum Thema [lexicon]DDR[/lexicon] Schild erlaubt oder nicht habe ich einfach mal bei der hiesigen Zulassungsstelle nachgefragt und folgende Antwort dazu bekommen:


    1. Machen Sie es dran, es ist nicht verboten.
    2. Welcher Polizist hat denn solche Langeweile, sich mit dem Scheiß zu befassen?


    beide Aussagen sind mit MEINEN Worten wiedergegeben, aber sinngemäß...


    mfg


    Sascha

    Trabant 601 S; 12/1989; Papyrusweiß ( RAL 9018 ), Dach grün
    Volvo 745 GLT 2,3 16V 114 kw, groß und durstig
    Bald:
    Trabant 601 Bj 1967 (Garagenfund)

  • 1. ROW-Trabi: Danke für das Ausgraben des Threads - war wiedermal erfrischend, das wieder zu lesen... :top: - ich kann dem auch nix wirklich Substanzielles hinzufügen :lach:


    2. Hab auch seit ca. 3 Monaten das ovale, wunderschön geprägte, Schild im Heckfenster (kann nicht mal begründen, was ich damit ausdrücken will - paßt halt zur Pappe). Bisher kein Problem und schon manches Bullentaxi hinter mir gehabt. (hing seit ca. 25 Jahren (!!!) als Geschenk meines Stasi-Cousins in meinem Kinderzimmer - daher der leichte nikotingelbliche Stich :grinser: - jetzt hab ich endlich die Gumminippel für die Scheibe gesucht... - und gefunden :lach::lach::lach: )

    Früher gab's Sex, Drugs & Rock'n'Roll -

    jetzt gibts Veganer, Laktoseintoleranz und Helene Fischer

  • auch mal eine Frage diesbezüglich. Bei meinem Trabi ist das Schild nicht mehr angebracht, aber die Löcher sind ja im Blech. Der Vorbesitzer hat nun zwei schwarze Schrauben hineingedreht. Muss ich da etwas unternehmen (zuschweissen oder so), damit ich dort keinen Rost bekomme?


    Gruss
    Matthias

    Allzeit gute Fahrt mit Trabant!

  • Ich würd sagen, der Wagen ist hin. Da hilft nur noch notschlachten! :verwirrt: